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Fast schon beängstigend – deutscher Arbeitsmarkt präzise wie ein Schweizer Uhrwerk

Ja, es wirkt schon fast beängstigend. Die folgende deutsche Arbeitsmarktstatistik wirkt so, als gäbe es jedes Jahr Copy and paste im Büro des zuständigen Statistikers. Aber nein, das war keine Kritik oder Verschwörungstheorie, sondern nur ein lustiger lockerer Spruch! Also, zu den Fakten.

Der deutsche Arbeitsmarkt boomt nach wie vor. Der gerade voll angelaufene Konjunkturabschwung ist noch nicht bei den Jobs angekommen, und womöglich hilft der Demografiewandel dabei, dass es keine großen Entlassungswellen geben wird? Das weiß vorher niemand so genau. Die folgende heute früh veröffentlichte Tabelle vom Statistischen Bundesamt zeigt die Anzahl aller berufstätigen Menschen in Deutschland. Aktuell sind es 44,726 Millionen Personen (Stand Januar). Gegenüber Januar 2018 nahm die Zahl der Erwerbstätigen um 1,1 % zu (+483.000 Personen).

Aus nachvollziehbaren Gründen (Außengastronomie und vor allem Bau) sinkt die Zahl der Arbeitnehmer in den Wintermonaten. Aber so präzise wie in dieser Statistik, das macht ja fast schon Angst. In der Grafik haben wir für die letzten drei Winter die Rückgänge für Dezember und Januar auf Monatsbasis rot markiert. Die prozentualen Rückgänge bei der Beschäftigung waren -0,3% und -0,8%, dann -0,3% und -0,6%, und dann diesen Winter -0,3% und -0,6%. Diese Winterrückgänge sind zuletzt geringer ausgefallen als in einem langjährigen Vergleichszeitraum.  Zitat der Statistiker:

Wie saisonal üblich sank im Vormonatsvergleich durch die schlechtere Witterung die Zahl der Erwerbstätigen im Januar 2019 nach vorläufigen Ergebnissen der Erwerbstätigenrechnung um 270 000 Personen oder 0,6 %. Dies ist jedoch ein geringerer Rückgang gegenüber dem Vormonat als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre (-325 000 Personen). Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausschaltung der üblichen jahreszeitlich bedingten Schwankungen, nahm die Erwerbstätigenzahl im Januar 2019 gegenüber Dezember 2018 um 78 000 Personen oder 0,2 % zu.

In allen anderen Monaten gab es nicht ein Mal auch nur durch Zufall ein Minus. Rechts neben den Monatsvergleichen sieht man die Jahresvergleich. Hier liegen die Zuwächse bei der Beschäftigung immer über 1%. Aber man sieht die rückläufige Dynamik. Aktuell liegen die Zuwächse nur noch knapp über 1%. Aber aus statistischer Sicht ist das nachvollziehbar. Je höher ein Gesamtwert ansteigt, desto schwieriger ist es folglich prozentuale Wachstumsraten auf gleich hohem Niveau zu halten.

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