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Europa

Fatal: Deutlicher Rückgang bei der Genehmigung neuer Wohnungen

Nicht nur die Headline ist fatal, auch die Details. Wie heute offiziell vermeldet wurde, ging die Zahl der Genehmigungen neuer Wohnungen in den ersten fünf Monaten des Jahres gegenüber dem Vorjahr um…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Nicht nur die Headline ist fatal, auch die Details. Wie heute offiziell vermeldet wurde, ging die Zahl der Genehmigungen neuer Wohnungen in den ersten fünf Monaten des Jahres gegenüber dem Vorjahr um 7,6% oder 11.300 Einheiten zurück. Wo keine neuen Baugenehmigungen, da in ein oder zwei Jahren auch deutlich weniger neue Wohnungen – so einfach und das!

Fatal wird das vor allem, weil in den letzten zwei bis drei Jahren nach Deutschland gekommene Flüchtlinge ja nicht ewig in ihren Flüchtlingsunterkünften bleiben. Nach Anerkennung ihres Status strömen sie nach und nach auf den freien Wohnungsmarkt. Dass erst einmal gar kein neuer Bedarf für die klassischen Flüchtlingsunterkünfte besteht, zeigt der Rückgang bei der Genehmigung neuer „Wohnheime“ (womit Flüchtlingsunterkünfte gemeint sind) um 32,4%.

Daher müssten für diese Menschen auf dem „normalen“ Wohnungsmarkt umso mehr richtige Wohnungen entstehen,  zusätzlich zur eh schon vorhandenen Nachfrage. Aber hier tut sich nichts. Beispielsweise gehen die Genehmigungen für Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden (Ausbau von Dachwohnungen etc) um satte 25,5% zurück. Der Bau neuer Wohnungen zeigt einen Genehmigungsrückgang von 4,6%. Ein- und Zwei-Familien-Häuser gehen zurück um 11,3% und 3,7%. Häuser mit 3 oder mehr Wohnungen legen um 4% zu.

Von Januar bis Mai 2017 wurde der Bau von gerade mal 137.100 Wohnungen genehmigt. Wie man damit die explodierende Nachfrage befriedigen will, bleibt ein Rätsel. Details können Sie der folgenden Grafik entnehmen.

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    leser

    13. Juli 2017 15:21 at 15:21

    Es gibt nur eine „explodierende Nachfrage“ nach deutschen Sozialleistungen.

  2. Avatar

    gerd

    13. Juli 2017 15:44 at 15:44

    Aus diesem Blickwinkel betrachtet können Mieter und Wohnungssuchende nur hoffen, dass die EZB die (Hypotheken)Zinsen möglichst lange unten hält.
    Sonst würde Bauen ja noch weniger attraktiv.

  3. Avatar

    walter

    13. Juli 2017 16:21 at 16:21

    Merkt ihr es jetzt!
    Es kommt noch so weit,bei „Raute“,dass der Deutsche auf die Platte soll und der Fluechtling auf Staatskosten, sich die noch freiwerdenden Wohnungen sichert!
    DE hat den genialsten Kanzler/in,der voll u.ganz hinter der Gesellschaft(welche?) steht..
    Ich ahne furchtbares..dass eine dt.Fluchtbewegung nach TH einsetzt!
    Aber heute kommen ja wieder „nette“News ueber den Ticker…dank Hr.Fugmann incl.Red.!

    • Avatar

      gerd

      13. Juli 2017 16:43 at 16:43

      „Es kommt noch so weit….“
      Was heißt, kommt noch so weit? Es ist doch schon längst so weit.
      Du liest doch sonst immer alles.
      O.k., gut ob die langjährigen Mieter, welche definitiv aus gemeindeeigenen Wohnungen raus mussten, um Zuwanderern Platz zu machen letztendlich ‚auf der Platte“ geblieben sind, weiß ich natürlich nicht.

  4. Avatar

    Trigo

    13. Juli 2017 16:37 at 16:37

    Aber wie kann das sein? Ist das ein Zeichen, dass es keinen freien Markt gibt? Kann es vielleicht sein, dass die Preise für Wohnungen einfach ausgereizt sind?

  5. Avatar

    Paul

    13. Juli 2017 18:37 at 18:37

    Wer soll den bei Basel III 30% Eigenkapital vom Kaufpreis, kriterien und einem Kaufpreis einer Immobilie von ca. 400.000 EURO in mittlere Wohnlage 120.000 Cash haben? Die 10% Eigenkapital für Kaufnebenkosten kommen dazu, also weiter 40.000 EURO. Das macht 160.000 EURO!!! Woher soll das kommen, Oma und Opa? Eltern? Hier zeigt sich die massive Geldentwertung und das Fluten des Kapitalmarktes zu nahezu Nul Zinsen. Der einzige der davon Profitiert ist der der bereits Geld hat. Dieser kann spekulieren und seine Barwerte in Sachwerte umwandeln. Verlierer sind bereits in der Mitte des Bürgertums auszumachen die trotz „gutem“ Einkommen nicht mal mehr die Wohnungsmiete, geschweige denn die Familie einen Lebensstandart geben können wie die 1950er Generation. Vom Präkariat ganz zu schweigen die mit Einkommen unter 20.000 EURO, ganz andere existenzielle Probleme haben. Das schlägt sich jetzt nieder und wird noch schlimmer.

  6. Avatar

    Irgendjemand

    13. Juli 2017 19:01 at 19:01

    Steigende Risiken durch einen frei drehenden Staat der den Hals nicht voll kriegt, Planwirtschaft, Mietpreisbremse, Zwangsvermietungen bei lange leer stehenden Wohnungen um Flüchtlinge unterzubringen, wenn die Oma Mieterin ihr Bett mit ihrer Zigarette anzündet kommt die Staatsanwaltschaft vorbei und verdächtigt erst mal den Vermieter, Verfahrensdauer von Räumungsklagen, Hausbesetzer und Mietnomaden, plündernde Hamburger Horden die alles kurz und klein schlagen und Autos anzünden, große Nachfrage vor allem dort wo kein Platz ist und die Preise ohnehin so hoch sind, dass Mieten noch billiger als kaufen ist und die Mietpreisbremse droht, Preissteigerungen durch neue Verordnungen bezüglich Energieeffizienz und neuerdings auch Ladestationen für Elektroautos… und dann auch noch den normalen Aufwand was zu Planen und zu Bauen… iiih, bäääh, Realwirtschaft ist so anstrengend.

  7. Avatar

    walter

    13. Juli 2017 19:03 at 19:03

    Ja Paul..,so ist es leider gekommen,wenn ausser dem „Fenstergummi“,nichts mehr zum beissen uebrig bleibt…
    Wenn ich ehrlich bin,kann ich mir ne Bude in Muenchen auch nicht mehr leisten,ohne auf mein Bier verzichten zu wollen.Von den Nebenkosten ganz zu schweigen!

  8. Avatar

    walter

    13. Juli 2017 19:21 at 19:21

    HEIMLICHE Enteignung: Merkel-Regierung senkt Obergrenzen für Bargeld und Goldkäufe weiter nach unten

    von Jane Simpson
    Wir steuern direkt in die Totalüberwachung

    Nach der Abschaffung des Bankgeheimnisses am 25.6.2017 stört nur noch das Bargeld unsere Bundesregierung, um die finanzielle Totalüberwachung zu vollenden. Unter dem Vorwand der „Panama Papers“ hatte die Bundesregierung die Änderung der Abgabenordnung mit der Bezeichnung „Schutz von Bankkunden“ vorgenommen.

    Demnach sind Paragraph 30a und weitere Paragraphen einfach ersatzlos gestrichen oder modifiziert worden (siehe: http://bit.ly/2tIGmP7). Die Bundesregierung begründete diesen Schritt damit, Steuerflüchtlingen und illegalen Steueroasen auf die Spur zu kommen. Watergate hatte bereits ausführlich über die Abschaffung des Bankgeheimnisses berichtet (siehe: http://bit.ly/2uRuqZU ). Finanzämter und alle anderen Behörden können jetzt jederzeit und ungehindert Einsicht in alle Bankkonten erhalten.
    Obergrenze für anonyme Barzahlungen in Deutschland jetzt auf 10.000 Euro gesenkt

    Die Bargeldabschaffung schreitet weiter voran. Unauffällig und leise. Von der breiten Öffentlichkeit meist unbemerkt. Der 500 Euro Schein wird zum Ende 2018 endgültig abgeschafft. Neues Gesetz der Bundesregierung: Die Bargeldobergrenze wurde Ende Juni 2017 auf 10.000 Euro herabgesenkt. Das heißt de facto, dass jegliche Barkäufe ab 10.000 Euro nur noch gegen Vorlage des Personalausweises getätigt werden dürfen. Auch hier die bereits bekannte Begründung der Bundesregierung, Geldwäsche, Finanzierung von Terrorismus und Schwarzarbeit zu bekämpfen. Experten bezweifeln jedoch, dass diese Maßnahmen zur Bekämpfung von Kriminalität wirksam sind.

    Indes liegt in den meisten EU-Ländern die Bargeldobergrenze schon wesentlich niedriger als in Deutschland. In Frankreich liegt sie bei gerade mal 1.000 Euro, in Italien bei 2.999 Euro, in Griechenland bei 1.500 Euro und in Ungarn bei 5.000 Euro. Lediglich in der Tschechischen Republik liegt sie mit 14.000 Euro noch relativ hoch wie auch in Kroatien mit 15.000 Euro. Deutschland folge, so die Bundesregierung, lediglich der EU-Geldwäscherichtlinie – wie alle anderen EU-Staaten auch. Von der Obergrenze betroffen sein werden hauptsächlich Goldhändler, Schmuckhändler, Autohäuser und der Kunsthandel. Banken und Sparkassen sollen davon noch ausgenommen sein.
    Schrittweise Abschaffung des Bargeldes innerhalb der EU-Staaten

    Die EU diskutiert derzeit sogar ein generelles Verbot von Barzahlungen über 5.000 Euro. Der IWF hatte schon im April 2017 ein Geheimpapier herausgegeben, wie die Regierungen der EU-Staaten heimlich und ohne den Widerstand der Bevölkerung das Bargeld abschaffen können. Auch darüber berichtete Watergate bereits (siehe: http://bit.ly/2tNclMH).

    Mit der Abschaffung des Bankgeheimnisses und des Bargeldes ist jeder Schritt des Bürgers nicht nur komplett gläsern und überwachbar, sondern bei jedem kleinsten Verdacht oder Verstoß kann ihm der Zugang zu seinem Konto und somit zu finanziellen Mitteln entzogen werden.Alle alternativen Möglichkeiten der Bezahlung sind hinfällig, alle Käufe, Transaktionen und Finanzbeziehungen können nachvollzogen werden. Geldinstitute können nach Belieben Negativzinsen erheben und den Bürger zusätzlich enteignen, der dagegen dann nichts mehr unternehmen kann.
    Australien will Bargeld jetzt Nano-Chippen

    Australien will jetzt im Zuge der Überwachung von Bürgern noch einen draufsetzen. Wenn das Thema nicht so brisant wäre, könnte man fast darüber lachen, was sich Regierungen alles einfallen lassen, um ihre Bürger zu überwachen.Eigentlich zeigt dies, wie verzweifelt sie sein müssen, um die totale Kontrolle über ihre Bürger zu erlangen.

    Da eine sofortige und plötzliche Bargeldabschaffung nicht ohne großen Aufschrei und erheblichen Widerstand der Bevölkerung zu erwarten wäre, will Australien jetzt das Bargeld, das noch bis zur endgültigen Abschaffung im Umlauf ist mit Nanochips versehen.

    Auch hier lautet die offizielle Begründung unisono mit den EU-Regierungen „Bekämpfung von kriminellen Geschäften, Steuerhinterziehung, Schattenwirtschaft und Terrorismus“. Mit dem markierten Geld könne man solche kriminellen Aktivitäten viel schneller aufdecken und unterbinden. Ein Dorn im Auge ist Regierungen auch Bargeld, das privat zuhause gehortet und gelagert wird. Der Staat hätte keinen Überblick und keinerlei Überprüfungsmöglichkeit über die tatsächlichen finanziellen Mittel der Bürger.

    In Wirklichkeit ist es doch so, dass mit dem Chippen der Geldscheine de facto auch keinerlei anonyme Verwendung des Geldes mehr möglich ist.Jeglicher Bargeldaustausch ist somit genauso nachvollziehbar, wie Transaktionen von Konto zu Konto.

    Wir dürfen gespannt sein, wann die EU oder Deutschland dem australischen Beispiel folgen werden. Somit könnte man dem deutschen Volk doch noch sein geliebtes Bargeld lassen, trotzdem aber jeden Bargeldfluss nachverfolgen.
    Obergrenze für anonymen Gold- und Silberkauf auf 9.999 Euro gesenkt worden

    Zeitgleich mit der Absenkung der Bargeldobergrenze wurde auch die Obergrenze für den anonymen Goldkauf gesenkt. Bislang konnte jeder anonym Gold im Wert von 14.999 Euro kaufen. Dies ist jetzt nur noch bis zu 9.999 Euro möglich. Große Bargeldmengen können so nicht mehr einfach in große Goldmengen umgetauscht werden. Auch diesen Schritt begründete das Bundesfinanzministerium mit der EU-Geldwäscherichtlinie. Demnach muss jeder Edelmetallhändler ab 10.000 Euro Kaufvolumen die Personalien des Käufers per Ausweisvorlage prüfen und festhalten.
    Die Schlinge zieht sich jetzt zu

    EU und Bundesregierung leitet immer weitere Schritte ein, um den Bürgern Lösungsmöglichkeiten zu nehmen, wie sie Enteignung und totaler Überwachung entgehen können.

    Noch gibt es Möglichkeiten und Alternativen. Diese sollten schnellstmöglich genutzt werden, sonst sieht es bald finster aus:

    Z.B. Auswandern

    Ihre
    Jane Simpson

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Europa

Europa in der Deflation? Ohhh nein – ein zweigeteilter Kontinent

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Geldscheine und Münzen

Europa ist in die Deflation gerutscht. Diese Aussage ist gar nicht so verkehrt, wenn man nur den Gesamtdurchschnitt betrachtet. In der Eurozone sind die Verbraucherpreise im August um 0,2 Prozent gesunken gegenüber August 2019, nach +0,4 Prozent im Juli, wie es heute Eurostat verkündet hat. Natürlich drückt die Mehrwertsteuersenkung in Deutschland auf den Schnitt, das sollte man immer bedenken. Und nach europäischer Lesart sind wir hierzulande derzeit schon in der Deflation mit -0,1 Prozent (nach deutscher Rechenmethode 0,0 Prozent).

Deflation in Westeuropa, deutlich Inflation in Osteuropa

Aber am Schlimmsten hängen Zypern und Griechenland in der Deflation mit -2,9 Prozent und -2,3 Prozent. Auch große Länder wie Italien und Spanien hängen in der Deflation, insgesamt 14 Länder! Aber schaut man nicht nur auf die Eurozone, sondern auf ganz Europa, dann ergibt sich ein anderes Bild. Denn Osteuropa zeigt seit geraumer Zeit steigende Verbraucherpreise, so auch im August. Ungarn, Polen, Tschechien, Rumänien, Österreich, die Slowakei, Bulgarien und Litauen bilden nicht nur geografisch einen Block, sondern auch bei den Preisen. Sie steigen im August im Jahresvergleich mit Steigerungsraten zwischen +0,6 Prozent und +4,0 Prozent. Die folgende Grafik zeigt die geografische Aufteilung zwischen Inflation und Deflation (Osteuropa gegen Westeuropa) eindrucksvoll.

Die Details von Eurostat zeigen, dass im Gesamtschnitt der Eurozone die Verbraucherpreise für Energie nach dem Ölpreis-Schock aus dem Frühjahr immer noch 7,8 Prozent tiefer liegen als im August 2019 (Vormonat noch -8,4 Prozent). Die Nahrungsmittelpreise für Verbraucher steigen nur noch um 1,7 Prozent (Vormonat 2 Prozent). Die Verbraucherpreise für „Industriegüter ohne Energie“ fallen am deutlichsten von +1,6 Prozent auf -0,1 Prozent.

Grafik zeigt Deflation und Inflation in Europa

Tabelle zeigt detaillierte Inflationsdaten für August in Europa

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Europa

Autozulassungen in EU im August: Inzwischen erträgliches Minus im Jahresvergleich?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Autos auf großem Parkplatz

Die Autozulassungen in der EU sind im August im Vergleich zu August 2019 um 18,9 Prozent gesunken, von 949.034 auf 769.525 PkW, so sagt es aktuell der europäische Automobilverband ACEA. Im wichtigeren Vergleich von Januar-August 2020 zu Januar-August 2019 sind es minus 32 Prozent. Vor allem Italien sticht im aktuellen August-Jahresvergleich hervor mit einem Minus von lediglich 0,4 Prozent (das sieht man auch bei den Rückgängen bei Fiat Chrysler von nur -6,6 Prozent). Im größeren Achtmonatsvergleich sind es bei Italien aber immer noch minus 38,9 Prozent. Deutschland liegt im August-Jahresvergleich bei minus 20 Prozent, im größeren Bild bei minus 28,8 Prozent.

Detailstatistik zu Autozulassungen in der EU im August

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Europa

Konjunktur: Die Erholung – und die Verlierer in Deutschland

Warum die Konjunktur sich stark erholt – aber die Verlierer-Branchen die Wirtschaft weiter belasten..

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Wie oft wurde in vielen Kreisen die Frage diskutiert, ob es nach dem historisch einmaligen Wirtschaftseinbruch eine V-, U-, oder W-förmige Wirtschaftserholung der Konjunktur geben werde. Jetzt meldet sich das Statistische Bundesamt noch deutlich vor Quartalsende zu Wort und spricht von einer V-förmigen Erholung, die aber eine seltsame Form annehmen wird, nämlich eine asymmetrische.

Konjunktur: Die Zeichen der Erholung

Unabhängig von der jetzigen Diskussion, musste eigentlich jedem klar sein, dass die Realwirtschaft auch im günstigsten Fall keine Erholung im Stile der Börsen hinlegen kann. Der Dax stürzte von Mitte Februar in knapp 30 Tagen bis zu seinem Tief am 18. März um fast 40 Prozent in die Tiefe (8255 Punkte), um bis zum 8.Juni binnen 80 Tagen um 56 Prozent zuzulegen (12913 Punkte). Wie soll dies eine Wirtschaft nach einem Lockdown nachvollziehen, mit zerlegten Lieferketten, wenn große Schiffe mit Grundstoffen schon Wochen zwischen den Kontinenten pendeln? Aktien hingegen sind schnell gekauft. Was brachte das Statistische Bundesamt aber dazu, die Prognosen für die Konjunktur zu veröffentlichen?

Inmitten des Quartals hat die Statistikbehörde die vorliegenden Daten aus Juli und August zusammengefasst und ist zum folgenden Ergebnis gelangt:

In fast allen Branchen ist ein V erkennbar, so der Leiter der Abteilung Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung der Behörde, Albert Braakmann.
Es dürfte aber ein asymmetrisches V werden – mit Branchengewinnern- und Verlierern.

Beispiele: Automobilindustrie, Anstieg der Auftragseingänge im Juli um 8,5 Prozent gg. Juni, noch ein Minus von 2,4 Prozent zum Februar
Maschinenbau: Plus 5,4 Prozent Juli zu Juni, aber noch ein Minus von 13,4 Prozent zum Februar.

Insgesamt ist eine Erholung des Einbruchs im Verarbeitenden Gewerbe von seinen 25 Prozent aus dem Frühjahr zu erkennen. Jedoch beträgt das Minus noch elf Prozent zu den Februarwerten. Weiter aufwärts ging es mit den Auftragseingängen im Verarbeitenden Gewerbe, die sich ebenso schnell erholt haben und noch 8,3 Prozent unter dem Februar-Wert liegen. Ähnliches gilt für den Lkw-Maut-Fahrleistungsindex, der einen Hinweis auf die Industrieproduktion in Deutschland gibt. Dieser stieg im August auf Monatssicht um weitere 1,2 Prozent und liegt noch 3,5 Prozent unter Vorkrisenniveau. Wem ist der Lastwagenverkehr auf unseren Straßen noch nicht aufgefallen?

Der Einzelhandel zeigt ein gemischtes Bild. Zwar lag man im Juli insgesamt um 0,9 Prozent über dem Februar-Tief, mit einem deutlichen Plus von Möbeln und Haushaltsgeräten von 3,5 Prozent und weiterhin starken Zuwächsen im Onlinehandel. Auch kehrten die Konsumenten im Juli etwas mehr in die Fußgängerzonen zurück, wie Mobilitätsdaten von Mobiltelefonen aufzeigen. Jedoch fehlten den Kaufhäusern immer noch 16,4 Prozent Umsatz gegenüber den Vor-Corona-Zeiten.

Das Statistische Bundesamt verweist weiter auf die steigenden Frühindikatoren. Den Ifo-Konsumklimaindex mit seine vier Anstiegen in Folge und den ZEW-Index. Das Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung sieht zwar noch eine aktuell negative Lage der Konjunktur, man hob den Konjunkturindikator für den Ausblick aber überraschend deutlich um 5,9 Punkte auf 77,4 Zähler an. Es ist der stärkste Anstieg seit 20 Jahren.
Von Corona gänzlich unbeeindruckt zeigt sich das Baugewerbe. Im ersten Halbjahr des Jahres lagen die Baugenehmigungen um 5,6 Prozent über denen des Vorjahres. Allerdings schwächten sich diese Zahlen zuletzt etwas ab

Die Zeichen der Stagnation und die zurückgebliebenen Branchen

Die Statistiker des Bundesamtes sehen aber auch die Verlierer der Pandemie mit ihren Beschränkungen. Das Gastgewerbe meldete zwar ein Plus von 21,9 Prozent von Juli gegenüber dem Juni. Dies ist aber immer noch ein Rückgang von 28,7 Prozent gegenüber dem Februar.
Noch recht desolat sieht es im Übernachtungsgewerbe bei Hotels und Pensionen aus. Der Anstieg von 54,8 Prozent von Juli auf Juni sieht zwar recht imposant aus, jedoch bedeutet dies immer noch ein Minus von 22,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei der Halbjahresbilanz fehlen ganze 42,2 Prozent zum Vorjahr. Es blieben vor allem die Touristen aus dem Ausland aus.

Das größte Sorgenkind ist die Luftfahrtindustrie. Hier können die Statistiker nicht einmal den Ansatz eines Vˋs erkennen. Nach den schwachen Zuwächsen der Fluggastzahlen könnte man eher von einem L-Szenario sprechen.
Leicht abwärts ging es im August auch mit dem GfK-Konsumklimaindex. Die Kurzarbeit sowie die Arbeitlosigkeit hinterlassen ihre Spuren, nach drei Monaten Anstieg.

Als großes Damoklesschwert hängt eine mögliche Pleitewelle von vielen kleinen Unternehmen im Raum. Über das Thema Aussetzung der Insolvenzantragsverpflichtung mit all ihren Konsequenzen wurde hier schon ausführlich diskutiert.

Alles in allem kommt das Statistische Bundesamt zu dem Ergebnis: Die Konjunktur produziert ein V, aber ein asymmetrisches. Fraglich ist, wie sich die Abflachung auf der rechten Seite bis zum Jahresende hinziehen wird.

Fazit

Es war zweifelsohne der schnellste Einbruch in der Börsengeschichte und auch die schnellste Erholung nach dem Katastrophenmonat April und dem Katastrophenquartal Q2 – 2020, den wir erleben durften. Allerdings wie sollte es auch anders sein, wenn eine Wirtschaft per Anordnung stillgelegt wird und sich in diesem Jahr circa vier Milliarden Menschen weltweit zeitweilig in häuslicher Quarantäne befunden haben? Die anschließende Erholung der Konjunktur muss aus mathematischen und faktischen Gründen sehr steil nach oben gehen, die Frage ist nur wie weit?

Die angesprochenen Verlierer-Branchen werden eine hundertprozentige Erholung der Konjunktur verhindern, so dass es trotz allen Optimismus kein konjunkturelles V geben kann, sondern ein Gebilde wie ein spiegelverkehrtes Wurzelzeichen, wie Professor Sinn es schon im Mai prognostiziert hat. Eine rasche Erholung bis zu einer gewissen Schwelle und dann eine quälend lange Phase der Oszillation um eine Linie, immer geprägt von den Bremsern und Treibern: Covid-19, Impfstoffentwicklung und monetäre Stimuli. Dies könnte auch die Entwicklung der Börsen beschreiben, der DAX hat es schon eine Zeitlang vorgemacht. Aber irgendwie ist das auch die Botschaft des Statistikinstituts..

Die Konjunktur in Deutschland - Gewinner und Verlierer

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