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Fed: Bringt Sprung im Verbrauchervertrauen eine Änderung?

Reagiert die Fed auf das US-Verbrauchervertrauen?

Heute Abend findet die nächste Sitzung der Fed statt, ein Treffen, welches zu Zeiten steigender Inflation und Kapitalmarktzinsen eigentlich von großer Bedeutung sein sollte. Jetzt kam gestern der große Sprung im US-Verbrauchervertrauen. Wird dies etwas im „Wording“ der Zentralbank ändern?

Worauf achtet die US-Notenbank Fed?

Darauf könnte man fast eine Wette abschließen: Normalerweise dauert es keine fünf Sätze, bis Fed-Chef Jerome Powell in seinem offiziellen Statement auf den gesetzlichen Auftrag der Fed verweist: Price Stability and Maximum Employment. Wird es auch heute Abend so sein? Wahrscheinlich, aber Powell hat in seinen letzten öffentlichen Auftritten stets betont, dass er noch keinen Anlass sieht, trotz unübersehbarer Anzeichen für eine Teuerungsphase in den USA, zumindest über ein Tapering nachzudenken.

Der Inflationsanstieg sei transitory – vorübergehend – eine Begründung, die sich auch Madame Lagarde von der EZB zu eigen gemacht hat. Von Seiten des Arbeitsmarktes sei man noch Meilen vom Ziel der Vollbeschäftigung entfernt. Jetzt aber meldete gestern das US-Conference Board einen gewaltigen Anstieg des Verbrauchervertrauens bei den US-Konsumenten.

Der Sprung beim US-Verbrauchervertrauen

„Das Verbrauchervertrauen hat sich in den letzten zwei Monaten stark erholt und befindet sich nun auf dem höchsten Stand seit Februar 2020“, so die Worte von Lynn Franco, dem Direktor für Wirtschaftsindikatoren im Conference Board.

Es war im April auf gewaltige 121,7 Punkte gestiegen, von 109,0 im März – und übertraf damit die Schätzung von 113 Punkten bei Weitem.

Die Verbraucher setzen auf eine sich weiter verstärkende Erholung zu Beginn des zweiten Quartals, damit stieg der Optimismus über die Einkommensaussichten, auf den sich verbessernden Arbeitsmarkt und auf weitere Lockerungen bei den Beschränkungen durch die Pandemie. Natürlich war der Stimmungsaufschwung auch getrieben von der letzten Runde bei den Stimulus-Schecks.

Hier eine langfristige Übersicht, die die Höhe des Indikators im langfristigen Vergleich einordnet, die aber auch die starke Volatilität der Indexdaten aufzeigt.

Hohe Stimmungsdaten, aber noch keine Extrema. Warum also sollte die Fed darauf reagieren?

Reagiert die Fed auf das gestiegene Verbrauchervertrauen?

Hier ein Vergleich unter Einbeziehung der Stimmung von Kleinunternehmern, anhand des Small Business Optimism Index der National Federation of Independent Business (NFIB). Da ist schon noch etwas Luft nach oben, bis zum Stand vor der Krise.

NFIB

Fazit

Wird der Anstieg des Verbrauchervertrauens also etwas an der aktuellen Politik der Fed ändern? Wahrscheinlich wenig. Trotz der überragenden Bedeutung des amerikanischen Konsumenten für das Bruttoinlandsprodukt, wird das größte Augenmerk der Notenbank weiter auf der Entwicklung der Arbeitslosigkeit liegen – und hier kommen die neuen großen Arbeitsmarktdaten erst in gut einer Woche. Damit könnte es bei der bereits mehrfach allgemein geäußerten These bleiben, dass es die Juni-Sitzung der Fed sein wird, bei der man davon sprechen wird, dass es an der Zeit sein könnte, einmal zumindest über den Zeitpunkt des Tapering, also der Reduzierung der Anleihekäufe nachzudenken. Wenn die Inflationsrate der Zentralbank hierfür ausreichend Zeit einräumt.



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