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Fed: FOMC-Protokoll – Notenbank will Bilanz durch Verkäufe von MBS reduzieren, „nukleare Option“

Fed FOMC Zinsen

Hier die wichtigsten Aussagen aus dem FOMC-Protokoll (das sich auf die letzte Fed-Sitzung vom 15./16.März bezieht, als die Fed die Zinsen erstmals seit Jahren wieder um 0,25% angehoben hatte):

– Fed will Zinsen „zügig“ anheben („expeditiously“)

– Bilanzreduzierung: $60 Milliarden pro Monat für Staatsanleihen, 35 Milliarden für Mortgage Backed Securities (Hyothekenanleihen)

– viele („many“) FOMC-Mitgleider waren für 0,5%- Zinsanhebung

– Viele Mitglieder („many“) sehen einen oder mehrere 0,5% Zinsanhebungen als notwendig an

– Viele hätten für eine 0.5%-Anhebung gestimmt, wenn der Ukraine-Krieg nicht begonnen hätte

– Fed überlegt, Mortgage Backed Securities (MBS) direkt zu verkaufen (also nicht nur nach Ende der Laufzeit auslaufen zu lassen) – das mögen die Aktienmärkte gar nicht, da die Notenbank damit wirklich aktiv die Bilanz verkleinert:

„Participants generally agreed that after balance sheet runoff was well under way, it will be appropriate to consider sales of agency MBS to enable suitable progress toward a longer-run SOMA portfolio composed primarily of Treasury securities.“

FMW: die US-Notenbank reduziert die Bilanzsumme aktiv bei den Mortgage Backed Securities – das ist in Sachen US-Immobilienmarkt die „nukleare Option“ – daher auch die anfänglichen Kurssprünge nach oben schnell verpufft. Faktisch heißt das: die Bilanzreduzierung geht schneller alls die Märkte angenommen hatten..



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5 Kommentare

  1. Also dauert die Bilanzreduzierung 8 bis 10 Jahre, bis Sie auf 0 wären.
    So hawkish ist das aber nicht und auch noch deutlich weniger als die 120 Mrd. Stützungskaufe. Also ich weiß nicht.

    1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

      Eigentlich müsste die sie die Zinsen viel schneller anheben, die 0,25 Prozent waren doch ein Witz. Die Bilanzsumme schrumpft zwar um 95 Milliarden monatlich, allerdings hat vorher die FED auch über 8000 Milliarden US-DOLLAR in die Märkte gepumpt, ohne Rücksicht auf Verluste.

      Die Inflation liegt aktuell bei fast 8 Prozent offiziell, inoffiziell ist sie zweistellig, abzulesen an den Erzeugerpreisen.
      Sauber recherchiert liegen wir bestimmt bei den 13 Prozent aus Paul Volckers Zeiten. Normalerweise bricht das die Inflation nicht! Dazu ist das Verhalten der FED zu dovish.

    2. Wieso sollte die Fed-Bilanz bei 0 ankommen? Es gehört zum Wesen einer Zentralbank, dass sie Kredite an die Geschäftsbanken vergibt. Das ist ihre elementare Aufgabe. Eine Bilanzsumme von 0 würde bedeuten, dass sie dies nicht mehr täte.

      Es geht darum, den Teil der Geldschöpfung zu revidieren, der nur erfolgte, um die langfristigen Zinsen zu drücken und nicht auf ein Bedürfnis der Geschäftsbanken zurückzuführen war. Auch das würde noch lange genug dauern, wenn es denn bis zum Ende durchgeführt würde (was m.E. noch nicht ganz sicher ist. Die nächste Finanzkrise kommt bestimmt – und mit höheren Zinsen noch etwas schneller.)

  2. Die Bilanzreduzieeung wirkt ja wie Zinsanhebungen das hatten wir ja beim letztenmal, als Jerome von Autopilot sprach und damit ein Gewitter auslöste. Nun, mal schauen wie lange Sie durchhalten Liquiditätsreduktion heisst bei Kreditgeld ja irgendwer muss Schulden zurückzahlen, mal gucken wo es als erstes kracht, ich vermute bei der Fed und Ihren Plänen selbst

  3. Vielen Dank für die Erklärung.
    Hatte das nicht auf dem Schirm.

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