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Fed: Hoch im Zinszyklus in Sicht, Inflation bleibt ein großes Problem

Die eigentliche Botschaft der Fed

Leitzins Inflation Fed

Der Rat der US-Zentralbank (Fed) hat den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte („großer Zinsschritt“) auf nunmehr 1,25–1,75 % angehoben: Angesichts der hohen US-Konsumgüterpreis-Inflation (im März 2022 betrug sie 8,6 Prozent) ist der US-Leitzins nach wie vor relativ niedrig, der Realzins befindet sich nach wie vor weiter unterhalb der Nulllinie.

Die eigentliche Botschaft der Fed

Die Fed hat zudem ihre „eigene Leitzinsprognose“ auf 3,4 % Ende 2022 angehoben von bisher 1,9 %. Für 2023 prognostiziert sie ihren Leitzins auf 3,8% (bisher 2,8 %) und für 2024 auf 3,4% (von bisher 2,8 %). Langfristig geht sie von einem Leitzins von 2,5 % aus. Zwei Botschaften werden damit transportiert:

1. Die Räte der Fed signalisieren, dass der Realzins (also Leitzins abzüglich der Inflation) rascher aus dem Negativbereich herauskommen werde als bisher prognostiziert – und zwar weil vor allem auch die Inflation kräftig zurückgehen wird.

2. Die Fed-Räte vermitteln zudem: Die jetzt in Aussicht gestellten Zinsanhebungen sind mehr oder weniger vereinbar mit den von den Märkten bereits eingepreisten Zinserwartungen. Salopp gesagt: Noch zwei große Leitzinserhöhungen, und der Zinszyklus hat sein Hochpunkt erreicht.

Den Finanzmärkten wird es sehr gefallen, dass die Fed keine zinspolitische Vollbremsung anstrebt, dass sie ganz offensichtlich bestrebt ist, die Inflation nicht durch eine Rezession herunterzubringen; dass die Fed vermutlich sogar geneigt ist, höhere Inflation für länger zuzulassen, um eine Rezession zu vermeiden.

Die wichtige Frage lautet hier: Warum sollte sich die aktuell sehr hohe Inflation eigentlich drastisch abschwächen, wie die Fed es prognostiziert, wenn die Fed doch ihren Leitzins nicht auf „außergewöhnliche Höhen“ treibt? Der Verdacht liegt nahe, dass die Fed weniger entschieden ist, die Inflation zu senken, als sie es in der Öffentlichkeit vorgibt; und dass dadurch die Inflation ein großes Problem bleiben wird. (Die Verlässlichkeit der „Fed-Selbstprognosen“ sollte man also mit einer gehörigen Portion Skepsis zur Kenntnis nehmen.)

Es sei an dieser Stelle betont, dass sich Inflation und Wachstum sich nicht gegeneinander ausspielen lassen. Inflation beruht auf Täuschung, und in der Regel fliegt ein inflationäres Täuschungsmanöver früher oder später auf – und das führt dann meist zu einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise. Der Anleger sollte sich also angesichts des geldpolitischen Kurses der Fed nicht in Sicherheit wiegen.

Die US-Zinskurve ist mittlerweile sehr „flach“ geworden: Die 2-jährige Rendite liegt bei 3,33%, die 10-jährige bei 3,40%, die 30-jährige ebenfalls bei 3,40%. Die Märkte erwarten, dass die Zinsen nicht mehr viel weiter steigen; und dass die Rezessionsgefahr der US-Wirtschaft zunimmt.

Übrigens: Im Euroraum hat schon die Ankündigung der EZB, die Anleiheeinkäufe einstellen und die Zinsen anheben zu wollen, so heftigen Turbulenzen im Markt für Euro-Staatsanleihen geführt. Nachdem zeitweise italienische Anleihen keine Käufer mehr fanden (!), beschloss die EZB in einer „Notfallsitzung“, den strauchelnden Staaten zu helfen (indem die EZB künftig fällige Anleihebeträge in die Anleihen der Problemländer, derzeit allen voran Italien, Spanien und Portugal, „reinvestiert“). Man muss daher befürchten: Die Euro-Zinsen werden nicht wirklich steigen, die Inflation wird noch lange hoch bleiben.

Gold und Silber

Der ein oder andere Edelmetallanleger fragt sich vielleicht, warum im aktuellen Umfeld die Preise für Gold und Silber nicht viel höher sind. Ein Grund könnte sein, dass die Investoren die bestehenden Risiken im internationalen Fiat-Geldsystem immer noch unterschätzen. Man mag es vielleicht nicht glauben: aber das Vertrauen in das bestehende System ist bei vielen Menschen nach wie vor relativ hoch, auch wenn die Fiat-Geld-Charade Risse bekommt (wie vor allem in Japan und im Euroraum).



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