Die Fed steht vor einem ihrer heikelsten Momente seit Jahren: Jerome Powell muss über eine mögliche Zinssenkung entscheiden – ohne die verlässlichen Daten, auf die sich die Notenbank sonst stützt. Der anhaltende Regierungsstillstand in Washington lähmt die Statistikämter, während die Finanzmärkte ungeduldig auf klare Signale warten. Inmitten dieser Unsicherheit stellt sich die Frage, wie weit die Zinsen noch sinken können – und ob Powell die Geldpolitik steuern kann, wenn ihm der Kompass der Wirtschaftsdaten fehlt.
Fed vor Zinssenkung im Blindflug
In der kommenden Woche richtet sich der Blick der Finanzmärkte auf drei zentrale Ereignisse: die anstehenden Quartalszahlen großer US-Technologiekonzerne, das Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping – und die Zinsentscheidung der Federal Reserve am Mittwoch. An den Märkten herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass die Fed unter Vorsitz von Jerome Powell erneut die Zinsen senken wird. Doch wie Bloomberg analysiert, könnte die Kommunikation danach zur größten Herausforderung werden.
Der anhaltende Government Shutdown in Washington hat die Datenerhebung der US-Behörden weitgehend zum Erliegen gebracht. Abgesehen vom jüngsten Inflationsbericht bleibt die Datenlage weitgehend unklar. Die Zahlen zum Arbeitsmarktbericht für September stehen weiterhin aus und sollen erst am 7. November veröffentlicht werden. Damit fehlt der Fed eigentlich die Grundlage, um fundierte Entscheidungen über den weiteren geldpolitischen Kurs zu treffen. Wichtige Kennzahlen – insbesondere zu Beschäftigung – stehen nicht zur Verfügung, eine außergewöhnliche Situation für eine Institution, die ihre Politik traditionell auf empirische Daten stützt. Jerome Powell muss daher versuchen, Vertrauen zu schaffen, ohne sich auf die sonst übliche Faktenbasis berufen zu können.
Bloomberg-Experte Michael McKee analysiert im nachfolgenden Video, wie die Märkte auf den bevorstehenden Zinsentscheid der Fed blicken.
Hoffnung aus Chicago
Ein Hoffnungsschimmer kommt aus Chicago: Der dortige Fed-Ableger veröffentlicht regelmäßig ein Echtzeitmodell zur Arbeitslosenquote. Auch ohne die offiziellen Regierungsdaten zeigt dieses Modell für Oktober eine Arbeitslosenrate von rund 4,35 Prozent – nahezu unverändert gegenüber September. Ein Signal, dass der Arbeitsmarkt bislang stabil bleibt. Dennoch betonen Analysten, dass die Prognosen unsicher seien und eine länger anhaltende Datenlücke das Vertrauen der Märkte gefährden könnte.
Parallel dazu hofft man auf baldige Fortschritte bei der Erhebung der Inflationsdaten. Laut dem Ökonomen Omar Sharif vom Analysehaus Inflation Insights könnte das Bureau of Labor Statistics (BLS) bereits mit rund 2,5 Prozent der üblichen Stichprobe einen ersten, groben CPI-Bericht erstellen – vorausgesetzt, der Shutdown endet bald. Daten zu Energiepreisen, Telekommunikation, Medikamenten und Mieten könnten dann aus privaten Quellen oder direkten Rückfragen bei großen Vermietern gewonnen werden. Für die Fed wäre das ein wichtiger Anhaltspunkt, um die Preisentwicklung einschätzen zu können.
Märkte zwischen Vertrauen und Zweifel
Trotzdem bleibt die Unsicherheit hoch. Ohne offizielle Beschäftigungs- und Inflationszahlen stochern die Notenbanker der Fed im Nebel. Powell dürfte sich während seiner Pressekonferenz daher auf vorsichtige Formulierungen beschränken und betonen, dass künftige Zinsschritte datenabhängig bleiben – auch wenn die Daten derzeit fehlen. Jerome Powell dürfte das Wirtschaftswachstum als stabil und den Arbeitsmarkt als weitgehend im Gleichgewicht darstellen, wenngleich er auf moderate Abwärtsrisiken hinweist. Zugleich wird er einräumen, dass die Inflation, nicht zuletzt wegen bestehender Zölle, weiterhin auf einem erhöhten Niveau bleibt.
Anleger und Analysten richten ihren Blick deshalb zunehmend auf die Unternehmenszahlen der Tech-Giganten, um Rückschlüsse auf die Konjunktur zu ziehen. Doch wie Bloomberg anmerkt: Die Gewinne von Apple, Amazon oder Microsoft sind kein verlässlicher Indikator für die reale Wirtschaft.
Die kommenden Wochen werden somit zum Stresstest für die Glaubwürdigkeit der Fed. Ohne solide Datengrundlage wächst die Gefahr, dass sich Bestätigungsfehler in den Marktanalysen verfestigen und die Geldpolitik zu stark auf Schätzungen basiert. Während Powell um Orientierung ringt, hofft die Wall Street auf klare Signale – und auf ein baldiges Ende der politischen Blockade in Washington, die das Fundament der wirtschaftlichen Entscheidungsfindung untergräbt. Auch ohne klare Datenlage scheint der Kurs vorgezeichnet: Die Fed wird am Mittwoch aller Wahrscheinlichkeit nach die Zinsen ein zweites Mal in Folge senken – ein riskantes Manöver im Nebel.
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Jaja USA ein Land VOLLER AI/KI und keine ist in der Lage verlässliche Daten zu sammeln für die FED.
Aber ALPHA ARENA sagt ALLES Aus über Ami AI; Pilotprojekt, bei dem die bekanntesten Chatbots in einem Krypto-Trading-Wettbewerb gegeneinander antreten, Seit dem 18. Oktober läuft der Wettbewerb bereits; KI-Modell von DeepSeek Kapital verdoppelt Alibabas Qwen +70% und die Glorreichen Amis OpenAis ChatGPT und Googles Gemini 60 Prozent ihres Startkapitals verloren und belegen damit mit großem Abstand die letzten beiden Plätze. NA DAS WAR DOCH DIE MILLARDEN INVESTITIONEN WERT. Irgendwie Erinnert mich das an Habeck Aussagen über Letzte und Erste.
Mal gespannt wie das ENDET
„Märkte zwischen Vertrauen und Zweifel“
Bei den Zentralbanken ist es wohl etwas eindeutiger als bei den Märkten, Stichwort Debasementtrade.
Der Shutdown macht es angenehmer, ich schließe beim Zahnarzt auch meist die Augen und denke an Palmen.