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Weitere Straffung der Geldpolitik? Fed-Protokoll bestätigt: Die Zinsen sollen länger hoch bleiben

Marriner S. Eccles Federal Reserve. Foto: Bloomberg

Während die Europäische Zentralbank (EZB) in zwei Wochen erstmals die Zinsen senken dürfte, erhärten sich die Anzeichen, dass die Fed erst später mit der Lockerung der Geldpolitik beginnt. Das gestern Abend veröffentlichte Protokoll der letzten Fed-Sitzung hat bestätigt, dass die Notenbanker die Zinsen länger hoch halten könnten und sogar eine weitere Straffung in Erwägung ziehen, sollten die Inflationsrisiken bestehen bleiben. Im Gegensatz zum Euroraum, wo die Inflation zuletzt auf 2,4% zurückgegangen war, hält sie sich in den USA weiterhin hartnäckig über der 3%-Marke.

Fed-Zinsen: Höher für längere Zeit

Bei ihrer letzten geldpolitischen Sitzung waren sich die Fed-Mitglieder einig, dass sie die Zinsen länger erhöht halten wollen. Laut dem am Mittwoch vorgelegten Sitzungsprotokoll bezweifelten “viele”, dass die Geldpolitik restriktiv genug ist, um die Inflation auf den Zielwert von 2% zu senken.

Laut einem Bericht von Bloomberg, bewerteten die Mitglieder des Offenmarktausschusses der Federal Reserve die Geldpolitik in der Sitzung bis 1. Mai zwar als “gut positioniert”. Gleichwohl bekundeten sie die Bereitschaft, sie wenn nötig, weiter zu straffen.

„Die Teilnehmer verwiesen auf enttäuschende Inflationswerte im ersten Quartal“, hieß es. In den ersten drei Monaten des Jahres lag die Teuerungsrate immer über den Prognosen und zeigte sogar wieder eine Tendenz nach oben. Das Fed-Protokoll belegte die Einschätzung der Notenbanker, „dass es länger als erwartet dauern dürfte, bis sie größere Zuversicht dazu gewinnen, dass sich die Inflation nachhaltig in Richtung 2% bewegt.”

Die Notenbanker erwogen laut dem Protokoll, das derzeitige Zinsniveau länger beizubehalten, „falls die Inflation keine Anzeichen für eine nachhaltige Annäherung an die 2%-Marke zeigt, oder die geldpolitische Restriktion im Falle einer unerwarteten Abschwächung des Arbeitsmarktumfelds zu verringern.”

Jerome Powell hatte auf der Pressekonferenz am 1. Mai erklärt, es sei klar, dass die Geldpolitik restriktiv ist. Das derzeitige Zinsniveau werde die Inflation im Laufe der Zeit auf das 2%-Ziel der Zentralbank senken, so der Fed-Chef. Dass die Notenbank als Nächstes eine Zinserhöhung vornehmen werde, sei unwahrscheinlich.

Fed-Protokoll: Zinsen könnten länger hoch bleiben - Inflation im Blick
Fed-Vorsitzender Jerome Powell während einer Sitzung des Financial Stability Oversight Council. Foto: Samuel Corum/Bloomberg

Weitere Straffung der Geldpolitik

Entgegen den Aussagen von Powell zeigte das Protokoll die Bereitschaft der Fed-Mitgleider, die Zinsen bei Bedarf weiter zu straffen.

Eine Reihe von Teilnehmern wies auf die Unsicherheit über den restriktiven Grad der gegenwärtigen Finanzbedingungen und das damit verbundene Risiko hin, dass diese Bedingungen die Gesamtnachfrage und die Inflation nicht ausreichend dämpfen.

Verschiedene Teilnehmer äußerten die Bereitschaft, die Politik weiter zu straffen, falls sich die Inflationsrisiken in einer Weise verwirklichen, die eine solche Maßnahme angemessen erscheinen lässt.

Hier ein kurzer Bericht über die sogenannten Fed-Minutes:

FMW/Bloomberg



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