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Fed-Protokoll – Notenbank in Entscheidungsnotstand

Die Fed steht die vor der Entscheidung: „Pest oder Cholera“!

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Heute wird das Fed-Protokoll veröffentlicht – und die Spannung ist groß im Vorfeld: kommt die Notenbank den Märkten entgegen?

Die „America first“-Politik des US-Präsidenten hat deutlich sichtbare Spuren in der Weltwirtschaft hinterlassen. Gut 14 Monate vor dem Termin der nächsten US-Wahlen hat sie verschiedene Entwicklungen in Gang gesetzt, die dem jetzigen Amtsinhaber gar nicht gefallen. Jetzt soll die US-Notenbank vieles gerade richten, der Präsident setzt diese massiv unter Druck und verschärft damit die Probleme ungewollt. Heute Abend bekommen wir mit dem Fed-Protokoll der letzten Sitzung Hinweise auf die Vorgehensweise der Federal Reserve, die sich in einem gewaltigen Spannungsfeld zurechtfinden muss.

Die Lage vor dem Fed-Protokoll – die Weltwirtschaft

Die America first-Politik der USA, mit der radikalen Art Donald Trumps alte Wirtschaftsbeziehungen einfach aufzukündigen, hat zu einem Handelsstreit geführt, der die Weltwirtschaft in ihren Grundfesten erschüttert hat. Kanada, Mexiko, China, Japan, Südkorea, die EU und besonders Deutschland und jüngst Vietnam, überall hat der US-Präsident alte Regeln über Bord geworfen, in der Absicht Arbeitsplätze in die USA zurückzuholen. Die Folgen sind gestörte Lieferketten, ein Rückgang des Wachstums der Weltwirtschaft bis an den Rand des kritischen Wachstums von 2,5 Prozent – durch einen spürbaren Protektionismus und die Beschleunigung einer Phase der De-Globalisierung. Die USA selbst bemerken diese Entwicklung an der eigenen Wirtschaft, aber zunächst verzögert durch den immer noch boomenden Konsum.

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Die internationale Zinslandschaft

Die Folgen der Schwäche des Welthandels hat zu einem weltweiten Zinssenkungswettlauf geführt. Bereits fast 20 Länder haben seit April ihre Leitzinsen gesenkt, um ihre Wirtschaft anzukurbeln. Damit entstand die historisch einmalige Situation, dass sich von den circa 60 Billionen Dollar ausstehenden weltweiten Staatsanleihen bereits 16 Billionen im negativen Territorium befinden. Aber ausgerechnet die USA mit ihren stark ansteigenden Staatsschulden (22,38 Billionen) bieten bei ihren Anleihen in allen Laufzeiten noch deutliche Renditen und zwingen die nach Rendite gierenden internationalen Kapitalsammelstellen quasi zur Anlage in den Dollarraum.

Der Währungskrieg

Durch die zahlreichen Zinssenkungen haben viele Länder automatisch ihre heimischen Währungen geschwächt, was zweifelsohne Vorteile für deren Export schafft. Dies aber bringt den US-Präsidenten auf die Palme, der offen von Währungsmanipulationen spricht. Daher seine extremen Zinsforderungen an die eigene Notenbank. Was aber nicht geht, ist eine allgegenwärtige Abwertung der Währungen und da hat der US-Dollar durch seine Sonderstellung schlechte Karten. Er ist die Weltleitwährung mit noch fast 60 Prozent Anteil. Die USA haben immer noch spürbare Zinsen und wenn es kracht, flüchtet man reflexartig in den Greenback. Die USA gelten als der sicherste Schuldner der Welt und ziehen damit Kapital an.

 

Fed-Protokoll und die Zwickmühle der Federal Reserve

Nicht nur die beständigen Beteuerungen des US-Präsidenten über die beste Wirtschaftslage der USA seit Menschengedenken, auch die Kommunikation der Fed selbst, haben eine schwierige Situation erzeugt, die eigentlich einen Knall erzeugen muss: Die US-Rentenmärkte haben bereits eine Rezession in absehbarer Zeit eingepreist, US-Regierung, US-Notenbank und auch die Aktienmärkte sehen allenfalls eine temporäre Delle und erwarten ein Wiedererstarken der US-Wirtschaft 2020.

Ein unvereinbares Gap in den beiden Anlageklassen ist entstanden und mittendrin steht die Fed mit ihrer Zinspolitik. Würde sie den Forderungen des Präsidenten nach einer Zinssenkung von mindestens 100 Basispunkten folgen und zugleich der Wiederaufnahme von Anleihekäufen, hätte sie nicht nur ein Glaubwürdigkeitsproblem. Warum ein derartiges extremes Notzinsszenario, wenn es der US-Wirtschaft doch noch so gut geht? Und was bliebe dann noch für ein Zinssenkungsspielraum für 2020/21, wenn es im elften/zwölften Jahr des Aufschwungs zu einer fälligen Rezession kommt? Früher konnte man bei einem Auftreten eines Abschwungs die Leitzinsen um gut und gerne fünf Prozent senken, aber heute?

Fazit: Die Ausgangslage vor dem Fed-Protokoll

Der US-Präsident hat mit seiner Politik des Protektionismus nicht nur der Weltwirtschaft Sand ins Getriebe geschüttet, sondern auch für eine gewaltige Zwangslage der Zinspolitik gesorgt. Mit der Forderung nach massiven Zinssenkungen an die US-Notenbank möchte er die eigene Geldpolitik zu einem Steigbügelhalter für seine Wiederwahl 2020 machen. Indem sie durch massive Zinssenkungen nochmals ein kleines Strohfeuer für die verschuldete Wirtschaft sowie für die für ihn so wichtigen Aktienmärkte entfacht.

Damit hat er aber eine unglaublich diffizile Gemengelage in der immer noch globalisierten Wirtschafts- und Finanzwelt entfacht – mit einer Fed, die vor der Entscheidung „Pest oder Cholera“ steht. Folgt sie den Aufforderungen des Präsidenten, ist dies ein Eingeständnis, dass etwas faul mit der Wirtschaft ist und dass man sich gewaltig getäuscht hat mit der Einschätzung des Umfelds. Bleibt man bei kleinen Zinsschritten von 25 Basispunkten, wird der Dollar weiter aufwerten, den US-Export belasten und nebenbei den US-Präsidenten zur Weißglut bringen. Die Märkte sehen natürlich das Spannungsfeld und warten auf eine Entscheidung im Sinne des ewigen Prinzips „Donˋt fight the Fed!“

Wie gesagt, es wird spannend vor dem Fed-Protokoll und den im September massiv anstehenden Notenbankenentscheidungen.

 

Das Fed-Protokoll wird zeigen, wie die US-Notenbank versucht, der Zwickmühle zu entkommen

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Macwoiferl

    21. August 2019 11:05 at 11:05

    Man schaue auf die Kurse heute.
    Die Insider gehen All In.
    Spannend ist es maximal für Lieschen Müller mit 10 Telekom im Depot.

  2. Avatar

    Marko

    21. August 2019 14:22 at 14:22

    Um den ganzen „Klim-Bim“ zu erklären, die FED ist vieles, aber garantiert nicht die mächtigste Notenbank der Welt !

    Wenn dem so sein sollte, würde der EUR/USD nicht über 1,10 „handeln“, wenn dem so sein sollte, wieso sollte die FED ihre Zinsen senken ? – weil es keine „andere“ Notenbank gibt, die FED ganz locker „niedermacht“ ? :) :D

    Und diese „andere“ Notenbank, reagiert bis heute nicht, seit Lehman (!!)

    Und da haben die Amis den „Donald“, welcher Grönland kaufen will ?!? – Sonst noch Fragen… ?

    Und den „harten Brexit“, na ja … ;) :D

    viel Spass beim Brexit !!

  3. Avatar

    Marko

    21. August 2019 14:33 at 14:33

    Und was ich damit sagen will, die FED muss darauf warten, bis die EZB endlich auf die Idee kommt, die Zinsen zu 0,25 % pro Quartal zu erhöhen…

    Börse kann so einfach sein… ?

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Indizes

Aktienmärkte: Abkühlung gefällig nach dem Novemberwunder?

Der Börsenmonat November wird in die Statistik eingehen, als Ausnahmemonat für die Aktienmärkte, wie es ihn in Jahrzehnten nicht gegeben hat!

Wolfgang Müller

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am

Wenn es noch ein paar Tage so weitergeht, wird der Börsenmonat November in die Statistik eingehen, als Ausnahmemonat für die Aktienmärkte, wie es ihn in Jahrzehnten nicht gegeben hat. Doch gemach, zieht man die zwei vorherigen Monate mit in die Betrachtung, sieht es schon erheblich unspektakulärer aus. Dennoch lagen die Indizes am gestrigen Börsenschluss wieder deutlich im Plus und die Frage wird täglich aufs Neue gestellt: Wann kommt die Abkühlung?

Aktienmärkte: Die aktuelle Novemberbilanz

Vier Handelstage vor dem Monatsultimo – in den USA wegen Thanksgiving nur zweieinhalb – bahnt sich eine extrem gute Monatsbilanz der Aktienmärkte an. Am Ende des gestrigen Tages lagen sowohl Dow Jones, als auch S&P 500 mit 10 Prozent auf Monatssicht im Plus. Besonders spektakulär das Durchbrechen der 30.000-Punkte-Marke beim altwürdigen Index. Hatte nicht Präsident Trump davon gesprochen, dass die Aktienmärkte dramatisch einbrechen würden, falls er nicht wiedergewählt werden sollte? Ich hatte schon am 5.11. in einem Artikel („Aktienmärkte und Wahlausgang: Warum fallen die Märkte nicht?“) mit historischen Daten belegt, warum die Rolle des Präsidenten für die Aktienmärkte überschätzt werde, es geht um andere Kriterien. Erstaunlicherweise liegt der Dax mit 11,5 Prozent seit der US-Wahl plus noch vor den US-Indizes, sicher auch wegen der Branchenrotation hin zu Value und weil der deutsche Leitindex einfach stets volatiler daherkommt.

Damit hätte der Monat bereits die durchschnittliche Jahresperformance der großen Indizes, über mehrere Jahrzehnte gerechnet, übertroffen. Und dies in einer Phase, in der viele Staaten gerade wieder in eine Rezession abrutschen. Aber das ist wiederum sehr häufig an der Börse, auch wenn Beobachter wieder viele unheimliche Kräfte für das Spiel verantwortlich machen. Wenn ein Wirtschaftsabschwung auf ein Ende zugeht, kommen oft die größten Zuwächse, wenn er dokumentiert wird, die Gewinnmitnahmen. Oder, „wenn die Nacht am dunkelsten ist, ist die Dämmerung am nächsten.“

Die aktuelle Konjunkturlage

Am gestrigen Tag wurde das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal in Deutschland veröffentlicht, es fiel mit plus 8,5 Prozent besser aus, als die vorherige Schätzung. Was aber kurstechnisch keine Rolle spielt, denn „fürs Gehabte gibts nichts“ so ein bekannter Börsenspruch aus der Vergangenheit. Aber vermutlich auch nicht für den Ifo-Index, der bereits zum zweiten Mal in Folge gefallen ist und die ständig weiter nach unten geschraubten Wachstumszahlen für Q4 des laufenden und Q1 des kommenden Jahres. Eine „Double-Dip-Recession“ steht in vielen Industriestaaten an, dennoch dürfte sich der Kursschaden (temporär) sehr in Grenzen halten, denn es gibt gewaltige Gegenkräfte. Doch dazu später mehr.

Die Branchenrotation

Auch wenn es bisher nicht zum Abverkauf der dominanten Hightech-Titel gekommen ist, wie ETFs auf „Information Technology“ beweisen, so ist doch eine gewaltige Rotation hin zu Value, zu Industrietiteln und vor allem zu Nebenwerten erkennbar (Russel 2000). Die Techwerte laufen seitwärts, die Zurückgebliebenen haussieren.

So im SPDR Industrial erkennbar, einem ETF auf amerikanische Industriewerte, genau wie in einem Sammelindex für die Luftfahrtindustrie, in einem Bankenindex, bei Versicherungen, bei Reise- und Freizeitindizes, im Energiesektor und bei Grundstoffwerten. Am stärksten lief die Rally bisher im Nebenwerte-Segment, dessen Index sich schon über 25 Prozent von seinem Aufwärtstrend nach oben abgesetzt hat.

Was sagt uns das alles? Die Aktienmärkte blicken nicht auf die Aktualität, wie eigentlich immer, auch wenn dies viele, gebannt durch die tägliche Berichterstattung nicht wahr haben wollen, sondern deutlich in die Zukunft. Und da erwartet man die Rückkehr zur Normalität, die Coronazeit wird ausgepreist.

Die Notenbankpolitik

Hat nicht vor kurzem eine US-Großbank von einem Re-Balancing bei Mischfonds gesprochen, dergestalt, dass man die Aktien/Anleihe-Relation von 60/40 wiederherstellen müsse und damit bis zum Jahresende weltweit Aktien in Höhe von 300 Milliarden Dollar zu verkaufen wären? Aber was ist diese Summe gegen die Geldflut der Notenbanken (Fed, EZB, BoJ, BoE, SNB), um nur die Größten zu nennen, die demnächst aktiv werden? Soll nicht Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden, die ehemalige Chefin von Jerome Powell? Der Fed-Chef wird sich eher mit der Professorin in Verbindung setzen, als mit Steven Mnuchin zu diskutieren, der in gut 30 Handelstagen sowieso nichts mehr zu sagen hat und wenn, könnte es die Neue umgehend wieder korrigieren.

Was nichts anderes heißt, als dass man in der schwierigen Phase des nochmaligen Anschwellens der Coronazahlen die Notenpresse in Gang hält, um zu unterstützen, wie es Jerome Powell erst kürzlich betont hat. In Kürze jährt sich der Kommunikationsgau von Powell zum zweiten Mal, als er 2018 die Aktienmärkte mit „hawkishen“ Bemerkungen bis fast ins Bärenterritorium gejagt hatte. Er wird gerade in der Phase der „transition“, des Übergangs, alles Marktschädliche unterlassen.

Die Impfhoffnung und die möglichen Konsequenzen

Auch wenn die Kursreaktionen nach jeder Impfstoffmeldung abnehmen, verbleibt das Vakzin gegen Covid-19 der fast alles bestimmende Faktor. Hunderte Impfzentren entstehen allein in Deutschland und wie viele werden es wohl weltweit werden, demnächst? Wird die Meldung für die Zulassung eines Impfstoffes und damit dem Beginn der Impfungswelle nicht noch einmal für einen Kurssprung sorgen? Wenn es Realität würde, dass man in 2 Minuten einen Menschen impfen könnte, so wie es in Deutschland berichtet wurde und das tausendfach in hunderten Impfzentren.

Würde dann die Zahl der Geimpften nicht schneller steigen, als es die Zahl bei den Infektionen in der Spitze getan haben – nur dann kontinuierlich? Ist es das, was die Märkte für das nächste Halbjahr einpreisen?

Fazit

Es kommt schon Vieles zusammen im Nebelmonat November. Ein Wahlkrimi, der anlegertechnisch in eine gewaltige Short Squeeze mündete und in eine Branchenrotation, die es nur ganz selten in dieser Ausprägung gab. Dann kamen noch die Impfstoffmeldungen, als Game Changer oben drauf, die das Ganze noch verstärkten. Als Turbo für viele ängstliche Investoren, die plötzlich Licht am Horizont sahen und eine Notwendigkeit für viele Investmentfonds, wenn man nicht endgültig gegen die passiven Vehikel ins Hintertreffen geraten will.

Am 9. November wurde durch die Märkte das Ende von Corona ausgerufen. Das Ergebnis ist eine Euphorie, die in normalen Situationen in einen gewaltigen Kurseinbruch münden würde. Wahrscheinlich aber nicht zum Ende des Coronajahrs 2020, in dem sich zwei Kräfte gegenseitig potenzieren: Die Hoffnung auf einen Anstieg der Wirtschaft zur Jahresmitte 2021, wenn „tote“ Branchen aufgrund der Impfauswirkungen zum Leben erweckt werden und eine Geldversorgung durch Notenbanken, die die Kapitalanleger „noch“ in eine Anlageklasse zwingt. Dennoch: Sollte es tatsächlich noch bis zum Monatsende mit den Kursen weiter nach oben gehen, der Monat November zum Jahrhundertrekord avancieren? Ich denke spätestens dann im Anschluss sollte die Schwerkraft mal kurz und kräftig zuschlagen. Ich bin nur auf den Anlass gespannt, wenn es wieder heißt „die Kurse machen die Nachrichten“  und die Aktienmärkte dann eine Zwischenkorrektur einlegen..

Die Aktienmärkte erleben im November eine Art Wunder

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Finanznews

Aktienmärkte: Alle sitzen im selben Boot! Videoausblick

Die Euphorie der Aktienmärkte scheint grenzenlos: Der Dow Jones mit dem besten Monat seit dem Jahr 1987. Aber alles sitzen im selben Boot!

Markus Fugmann

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am

Die Aktienmärkte auch gestern mit einem weiteren Anstieg – die Euphorie und die Rally scheinen kein Ende zu nehmen. Das Problem aber ist: alle sitzen auf der selben Seite des Bootes (vor allem in den Aktien, die zu den Corona-Verlierern gehört hatten) – und wenn plötzlich ein unerwartetes Hindernis auftaucht, dann bekommt das Boot Schlagseite und kentert. Nach dem morgigen Thanksgiving (Freitag ist halber Feiertag in den USA) werden Fonds und Pensionskassen ihre Aktien-Bestände reduzieren müssen – und das wird dann ein Gegegnwind für die Aktienmärkte. Der Dow Jones mit dem besten Monat seit dem Jahr 1987, der Russell 2000 mit dem besten Monat aller Zeiten – das Chance-Risiko-Verhältnis wird nun immer ungünstiger..

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Indizes

DAX daily: Ausbruch oder Fehlausbruch, das ist hier die Frage!

Stefan Jäger

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Der Dax beißt sich im gestrigen Handel erneut an der 13.300er Marke die Zähne aus, schließt aber direkt darunter bei 13.292 Punkten. Damit hat der deutsche Leitindex ein Plus von 165 Punkten (1,26 %) eingefahren. Angetrieben wurden die Märkte durch die Meldung, dass die ehemalige dovishe Fed-Chefin Janet Yellen neue Finanzministerin werden soll und weil Donald Trump die Amtsübergabe an Joe Biden eingeleitet hat. Zudem fiel das deutsche BIP besser als erwartet aus, auch der ifo-Index hat nicht so stark wie befürchtet nachgelassen. Die Anleger zeigen sich daher immer risikofreudiger. Wie zuvor liegt der Fokus auf den zyklischen Werten, aber auch bei den Technologie-Aktien wurde wieder vermehrt zugegriffen.

Die Indikatoren nähern sich allmählich Extremwerten bzw. haben diese schon erreicht. Zum Beispiel ist der Fear & Greed Index gestern auf einen Wert von 88 angestiegen, also in den Bereich „extreme Gier“. Während Dow Jones ein neues Allzeithoch erreicht hat, stieg gleichzeitig das Sentiment auf das höchste Niveau seit 15 Jahren an. Somit sehen wir derzeit einen unbegrenzten Optimismus, insbesondere an den US-Börsen. Mittlerweile wurden sogar fast alle Shorties aus dem S&P500 vertrieben, die Quote liegt folglich nur noch bei 1,6 %. Dennoch gibt es bisher keine Anzeichen für eine Korrektur, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

News und fundamentale Daten

Seit gestern ist es also offiziell, die Deutsche Börse baut den Dax um. Ab September 2021 beinhaltet der Dax nicht mehr 30 Titel, sondern setzt sich aus 40 Titeln zusammen. Zudem wird auch die Anzahl im MDax gekappt, dieser besteht zukünftig aus 50 anstatt wie aktuell aus 60 Mitgliedern. Das ist folglich die größte Reform im deutschen Leitindex seit 30 Jahren. Wer die Aufsteiger sind, steht aber noch nicht fest, erst im September kommenden Jahres soll darüber entschieden werden. Ein weiteres neues Kriterium für die Aufnahme in den Dax ist, dass Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren einen Gewinn (EBITDA) erzielt haben müssen. Eine zusätzliche Änderung wurde aber nicht übernommen, demnach können Firmen mit Beteiligungen am Waffengeschäft weiterhin in den Dax aufsteigen.

Aufgrund des morgigen Feiertags (Thanksgiving) stehen heute zahlreiche Konjunkturdaten aus den USA auf der Agenda. Zuerst erscheinen um 14:30 Uhr zeitgleich eine Vielzahl an Daten. Zum einen die Auftragseingänge für langlebige Güter sowie die endgültigen Zahlen für das Bruttoinlandsprodukt. Für das dritte Quartal werden 33,2 % Wachstum erwartet. Außerdem sehen wir noch die Erstanträge und Folgeanträge auf Arbeitslosenhilfe. Danach veröffentlicht die Uni-Michigan um 16:00 Uhr die Konsumentenerwartung und das Verbrauchervertrauen. Nebenher erscheinen noch die Verkäufe neuer Häuser. Anschließend folgen um 16:30 Uhr die Rohöllagerbestände. Um 20:00 erscheint dann noch das FOMC-Sitzungsprotokoll. Die Masse an Daten könnte für Schwung an den US-Börsen sorgen und somit auch im Dax.

Gespannt kann man heute auch auf den Corona-Gipfel von Bund und Ländern schauen. Auf dem Gipfel soll entschieden werden, wie der Corona-Winterfahrplan für den Dezember aussieht. Es geht um die bekannten Themen wie die Ausweitung der Lockdown Maßnahmen, Kontaktbeschränkungen, Maskenpflicht an öffentlichen Plätzen sowie Auflagen für Schulen und Kindergärten.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

In der Nacht konnte der Dax seine gestrige Rally fortsetzen, dabei hat er ein Nachthoch bei 13.373 erreicht. Anschließend fiel er aber wieder zurück in die Range. Vorausgesetzt die US-Indizes setzen ihren Aufwärtsdrang fort, könnte der Dax den Widerstand nachhaltig überwinden. Eine erste Hürde befindet sich bei 13.340, dort ist der Index nachbörslich gescheitert. Danach folgt das Nachthoch bei 13.373. Überwindet der Dax auch diesen Widerstand, dann ist der Weg frei zum September-Hoch bei 13.460. Das nächste Ziel befindet sich bei 13.600, dieses ergibt sich aus der Höhe der Seitwärtsrange (ca. 300 Punkte).

Bisher sehen wir nur einen Fehlausbruch über der 13.300. Sollte der Dax erneut beim Versuch scheitern aus der Range auszubrechen, dann dürfte es wieder abwärts gehen. An der 13.270 befindet sich eine erste Unterstützung, diese sollte der Dax als Sprungbrett für den Ausbruch nutzen. Ansonsten ergeben sich weitere Ziele auf der Unterseite. Der nächste Unterstützungsbereich befindet sich an der 13.200. Unterschreitet der Dax auch noch das gestrige Tagestief bei 13.192, dann könnte er über die 13.140 wieder zur Unterkante der Range laufen und die 13.050 testen.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Tagesausblick 25.11. - H1-Chart - Ausbruch oder Fehlausbruch?

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.451 – Pivot Punkt R2

13.393 – Pivot Punkt R1

13.288 – Pivot Punkt

13.230 – Pivot Punk.t S1

13.125 – Pivot Punk.t S2

Dax Unterstützungen (US):

13.270 – M15-Chart

13.192 – Tagestief 24.11.

13.137 – Schlusskurs 20.11.

13.054 – Tagestief 20.11.

13.004/020 – Doppelboden (Tief 13.11. / 12.11.)

Dax Widerstände (WS):

13.300 – neuralgischer Punkt

13.336 – Nachbörsliches Hoch

13.373 – Nachthoch

13.460 – September-Hoch

13.600 – Ausbruchsziel Seitwärtsrange

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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