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Fed: Reagiert die Notenbank auf Zinsturbulenzen und High Yield-Problem?

Wolfgang Müller

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am

Erinnern wir uns: Im Dezember 2018 kam es kurz vor dem Erreichen eines Bärenmarktes in den USA mit minus 19,5 Prozent Kursverlusten zu der berühmten „dovishen“ Wende der Fed. Alles bisher Gesagte  – vor allem die Aussagen von Jerome Powell zur Bilanzreduzierung auf „Autopilot“ – war plötzlich Makulatur. Was aber erst später so richtig ins Bewusstsein rückte, war die Situation an den Anleihemärkten, mit der Gefahr für den billionenschweren BBB-Unternehmensanleihen, die kurz vor einer Abstufung in den Junk Bond-Bereich standen. Die großen Kapitalanleger hätten sie aufgrund ihrer Regularien aus den Depots werfen müssen. Mit heftigsten Folgewirkungen im bonitätsschwachen Anleihesektor und das erst recht für die Zombiefirmen. Wiederholt sich diese Zwickmühle, oder wie ist die Forderung von Fed-Gouverneur Eric Rosenberg nach Mandatserweiterung der Fed zur Bekämpfung des Coronavirus sonst zu verstehen?

Die monetäre Reservemunition der Fed schrumpft

Die Forderung des Chefs des US-Notenbank-Distrikts Boston nach Mandatserweiterung der Fed machte schon am Freitag die Runde. Rosenberg, obwohl aktuell nicht Mitglied im Open Market Committee der US-Notenbank, ist sicherlich bereits im Bilde, was die Fed mit ihrer Leitzinspolitik vorhat und er realisiert die Gefahrenlage, sollte sich die Konjunktur in den USA aufgrund der Implikationen wegen SARS-CoV-2 fortsetzen.

Wie Hannes Zipfel in seinem Artikel über die Entwicklung am Goldmarkt schon dargelegt hat, bringt der Boston-Fed-Chef die Maßnahmen nach den Zinssenkungen in Richtung Nullmarke ins Gespräch: Quantitative Easing für alle Bereiche der Anleihemärkte, ABS, MBS, über das gesamte Verschuldungsspektrum hinweg, bis hin zu kritischen Unternehmensanleihen.

Über 50 Prozent der US-Unternehmensanleihen sind mit BBB geratet, nur noch eine Stufe über dem Ramschbereich. Markus Fugmann hatte diesem Thema vor drei Monaten schon ein eigenes Webinar gewidmet, jetzt wird das Problem infolge Covid-19 für die Fed virulenter denn je.

Fazit

Auch wenn die US Wirtschaft mit zuletzt 2 Prozent Wachstum und einem stabilen Konsum gefestigt dazustehen scheint, brennt es doch an allen Ecken und Enden. Die nahezu panikartigen Zinssenkungen der Fed, die eine Absenkung auf Null fast schon sicher erscheinen lassen, verdeutlichen eine Lage, die eigentlich völlig im Widerspruch zur offiziellen Bewertung von Donald Trump, Larry Kudlow und Co seht.

Denn so sehr sich Regierungen und Notenbanken auch bemühen, eine weltweite Krise abzuwehren, so hat doch ein Ereignis die Verfahrenshoheit: Die höhere Gewalt oder die „Force Majeure“ ist nicht nur juristisch ein Leistungshindernis für eine Vertragserfüllung, sondern bestimmt in Gestalt des Coronavirus doch eindeutig das Geschehen in der Wirtschaft. Ein Umfeld, welches (bisher) noch keiner im Griff hat, weder Notenbanken noch Regierungen. Die Forderung von Eric Rosengreen sind nur ein weiteres Indiz für den Ernst der Lage, in der sich die Fed jetzt befindet.

Die US-Notenbank Fed ist in eienr schwierigen Lage

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Gerstenbier

    9. März 2020 15:52 at 15:52

    Eine mittelgroße NDQ Longposi Platziert.
    Rechne mit einem kurzfristigen Rücklauf.

    • Avatar

      Gerstenbier

      10. März 2020 11:13 at 11:13

      Hat wunderbar funktioniert mit NDQ Long,
      schauen wir Mal, wie hoch unser Kätzchen springt.

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Inflation, Bitcoin, Aktien: Beck gegen Marc Friedrich

Markus Fugmann

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Kommt bald die Inflation – und was wird mit Aktien oder Bitcoin passieren? Bedeutet Inflation gleichzeitig, dass Bitcoin und Aktien und auch Rohstoffe steigen werden?

Bitcoin, Aktien und Inflation – was wird passieren?

Derzeit gehen fast alle davon aus, dass die Inflation anziehen wird: mit dem Impfstoff werde sich das Corona-Problem erledigen, woraufhin die Nachfrae anziehen werde, was dann wiederum Inflation mit sich bringe (der Reflations-Trade). Diese Inflation zeigt sich bereits bei den Asset-Preisen vor allem bei Immobilien, mit gewissen Abstrichen auch bei Aktien (vor allem aus dem US-Tech-Sektor). Sind Aktien inzwischen zu teuer?

Der Potzfolioverwalter Andreas Beck bringt die Dinge in einem Interview mit Marc Friedrich in Relation: er hält Immobilien für zu teuer (aufgrund des demografischen Wandels – der ab dem Jahr 2025 kippen wird), bei Aktien sei das „Glas halbvoll“ – während er Bitcoin für eine „Thema-Verfehlung“ hält („Bitcoin ist ein Anrecht für nichts auf niemanden“) und dabei auf eine russische Firma verweist, die dafür ein Muster gegeben hat (was für den Bitcoin-Gläubigen Marc Friedrich schwer zu ertragen ist!). Andreas Beck gegen Marc Friedrich – wer hier die besseren Argumente hat, könne Sie entscheiden. So sagt Andreas Beck zu Bitcoin: „Was nichts ist, kann nicht knapp sein“ – und demaskiert damit das Argument der Bitcoin-Jünger!

 

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Inflation, Aktien und Bitcoin - Marc Friedrich gegen Andreas Beck

 

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Rundfunkbeitrag mit Bargeld bezahlen? EU-Urteil liegt vor – mit erstaunlicher Begründung

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Scheine Euro Bargeld

Darf der deutsche Michel darauf bestehen, dass er seinen Rundfunkbeitrag mit Bargeld bezahlt, und nicht per Banküberweisung oder Lastschrift? Deswegen war der Wirtschaftsexperte und Journalist Norbert Häring durch alle Instanzen gegangen, und landete vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH). Seine Klage basierte auf dem Bundesbankgesetz, welches Bargeld als uneingeschränktes gesetzliches Zahlungsmittel ansieht – womit impliziert werden könnte, dass alle öffentlichen Einrichtungen gezwungen sind Zahlungen in bar zu akzeptieren.

Panische Angst vor Zahlung mit Bargeld?

Aber es ist klar. Die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten wehren sich mit allen Mitteln gegen die Bargeldzahlung. Man stelle sich vor hunderttausende unzufriedene Gebührenzahler würden von diesem Recht Gebrauch machen, und bei den Anstalten vor Ort mit 1 Cent Münzen zahlen, aus Protest. Der Verwaltungsaufwand wäre gigantisch. Und jetzt wird es spannend. Der Europäische Gerichtshof hat heute sein Urteil gefällt (hier im Wortlaut nachzulesen). Gleich die Headline zeigt die erstaunliche Argumentation der Richter. Sie argumentieren nämlich nicht mit Inhalten, sondern begründen ihr Urteil damit, ob die Auswirkungen für die betroffenen Einrichtungen (ARD und ZDF) verwaltungstechnisch umsetzbar sind. Zitat EuGH:

Ein Mitgliedstaat des Euro-Währungsgebiets kann seine Verwaltung zur Annahme von Barzahlungen verpflichten, aber er kann diese Zahlungsmöglichkeit auch aus Gründen des öffentlichen Interesses beschränken. Eine solche Beschränkung kann insbesondere gerechtfertigt sein, wenn die Barzahlung aufgrund der sehr großen Zahl der Zahlungspflichtigen zu unangemessenen Kosten für die Verwaltung führen kann.

Also: Das EU-Gericht verweist die letztliche Entscheidung zurück an den Bundesgerichtshof. Aber der erhält von den EU-Richtern de facto eine Vorlage für eine Entscheidung gegen die Zahlung mit Bargeld. Nämlich in dem man sagt: Bei potenziell hunderttausenden oder Millionen Barzahlern des Rundfunkbeitrags werden die Verwaltungskosten derart hoch sein, dass dies zu ernsthaften Problemen für die Rundfunkanstalten führt. Daher wäre es angemessen für Deutschland ein Barzahlungsverbot auszusprechen. So darf man den zweiten Satz aus der Headline-Aussage des Urteils interpretieren. Und man darf vermuten, dass die deutschen Richter diesen Hinweis auch genau so aufnehmen und in ihr Urteil einfließen lassen werden. Also wird es (vermutlich) keine wirklich inhaltliche Begründung für die bevorstehende Ablehnung der Bargeldzahlung in Deutschland geben, sondern nur eine verwaltungstechnische. Das ist ziemlich armselig, so möchte ich es ausdrücken!

Der Klageführer Norbert Häring hat dazu vor wenigen Minuten seinen eigenen Kommentar veröffentlicht (hier nachzulesen). Die Richtung der deutschen Richter dürfte klar sein. Reihenweise könnten Beitragszahler auf Barzahlung bestehen, also wäre der Verwaltungsaufwand für ARD und ZDF bei nur 17,50 Euro pro Beitragszahler nicht mehr verhältnismäßig. Man kann das endgültige Urteil der deutschen Richter schon Monate im Voraus am Horizont sehen, bevor es ausgesprochen wurde. Hier auszugsweise im Wortlaut aus dem heutigen EuGH-Urteil die wohl wichtigsten Aussagen:

In einem zweiten Schritt stellt der Gerichtshof fest, dass der Status der Euro-Banknoten und -Münzen als gesetzliches Zahlungsmittel zwar grundsätzlich eine Verpflichtung zur Annahme dieser Banknoten und Münzen impliziert, diese Verpflichtung aber von den Mitgliedstaaten grundsätzlich aus Gründen des öffentlichen Interesses eingeschränkt werden kann, vorausgesetzt, dass diese
Einschränkungen im Hinblick auf das verfolgte Ziel von öffentlichem Interesse verhältnismäßig sind, was u. a. bedeutet, dass andere rechtliche Mittel für die Begleichung von Geldschulden verfügbar sein müssen.

Insoweit weist der Gerichtshof darauf hin, dass es im öffentlichen Interesse liegt, dass die Begleichung von Geldschulden gegenüber öffentlichen Stellen dergestalt erfolgen kann, dass diesen keine unangemessenen Kosten entstehen, die sie daran hindern würden, ihre Leistungen kostengünstiger zu erbringen. Daher kann der Grund des öffentlichen Interesses, der sich aus der Notwendigkeit ergibt, die Erfüllung einer hoheitlich auferlegten Geldleistungspflicht zu gewährleisten, eine Beschränkung der Barzahlungen rechtfertigen, insbesondere, wenn die Zahl der Beitragspflichtigen, bei denen die Forderungen einzutreiben sind, sehr hoch ist.

Es ist jedoch Sache des Bundesverwaltungsgerichts, zu prüfen, ob eine solche Beschränkung im Hinblick auf das Ziel des tatsächlichen Einzugs des Rundfunkbeitrags verhältnismäßig ist, insbesondere in Anbetracht dessen, dass die anderen rechtlichen Zahlungsmittel möglicherweise nicht allen beitragspflichtigen Personen leicht zugänglich sind.

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Exporte koppeln sich ab vom Lockdown-Pessimismus

Claudio Kummerfeld

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Hamburger Hafen

Man hört es dieser Tage öfter, und es ist auch logisch nachvollziehbar. Der zweite deutlich längere Corona-Lockdown sorgt für eine Abwärts-Revision bei der Erwartung für die deutsche Wirtschaftsleistung (siehe hier neue Prognose von Seiten der Bundesregierung). Immer mehr Unternehmen und Kleinst-Unternehmer aus den Bereichen Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel und Urlaub werden wohl den Bach runtergehen. Aber gleichzeitig läuft die deutsche Industrie sowie Exportwirtschaft auf Hochtouren. Die folgende Grafik zeigt seit dem Jahr 2014 die Erwartungen an die deutschen Exporte aufgrund von heute veröffentlichten Daten des ifo-Instituts.

Noch vor der Krise bei einem Wert von 0, liegen die Erwartungen für die deutschen Exporte aktuell bei +6 Punkten, nach +1,9 Punkten im Dezember. Das ist der beste Wert seit Oktober. Klarheit beim Brexit und der US-Präsidentschaft, eine robuste Industriekonjunktur
und der weltweite Impfstart führten laut ifo-Institut zu einem vorsichtigen Optimismus in der deutschen Exportwirtschaft. Deutliche Zuwächse beim Export würden die Hersteller von Computern und elektrischen Ausrüstungen erwarten. Auch die Unternehmen aus dem Bereich des Maschinenbaus und der Chemischen Industrie blicken zuversichtlich auf ihre künftigen Exporte. Bei den Herstellern von Nahrung und Getränken haben sich die Erwartungen deutlich erholt. Gegenwärtig gehen sie von einem konstanten Exportgeschäft aus. Schwierig bleibt laut ifo der Auslandsmarkt für die Bekleidungsindustrie. Auch die Möbelhersteller gehen von rückläufigen Auslandsumsätzen aus.

Grafik zeigt Erwartungen an deutsche Exporte seit dem Jahr 2014

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