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Fed: Senkung der Notenbankbilanz? Inflationierung!

Der Versuch der Fed, das Schuldenhaus nicht einstürzen zu lassen

Die Fed und ihre Bilanzsumme

Jedem Börsenbeobachter dürfte klar sein, dass die Notenbanken mit ihren Anleihekäufen große Spiele am Markt ist – vor allem die US-Notenbank Fed. Die Notenbanken halten die Zinsen zu Gunsten der Wirtschaft niedrig und weiten ihre Bilanz ständig aus. Aber irgendwann muss doch die „Balance Sheet“ zurückgefahren werden, könnte man meinen. Mitnichten, wie eine Übersicht über die vergangenen 20 Jahre der Bilanzsumme der Fed aufzeigt.

Die Bilanz der Fed

Eine Übersicht sagt mehr als 1000 Worte:

Aufwärts immer, rückwärts nimmer!

Notenbanken: Die Bilanzsumme der Fed

Was sagt uns diese Grafik?

Zum einen, dass die US-Notenbank Fed im Falle einer Krise all-in geht und nicht zögert den Märkten Kapital in großer Höhe zur Verfügung zu stellen. So geschehen 2008 in der Finanzkrise und natürlich 2020 in der Pandemie, die monetär noch nicht zu Ende ist, aber auch schon bei kleineren Krisen.

Mickrig hingegen die Bemühungen der Fed, unter vier verschiedenen Präsidenten die Notenbankbilanz wieder zu verkleinern.

Als es Jerome Powell im Jahre 2018 ernsthaft versucht hatte, bekam er nicht nur gewaltigen politischen Gegenwind zu spüren, sein Kommunikationsfehler verursachte nicht nur fast einen Aktien-Bärenmarkt, sondern auch eine heftige 180-Grad-Zinswende.

Fazit

Japan hat es vorgemacht – Stichwort Japanifikation: Staatschulden werden nicht mehr zurückgeführt. Selbst die Höhe der Verschuldung eines Landes ist dann nicht von Bedeutung, wenn das Vertrauen in die Währung und die Notenbank gegeben ist. Deshalb auch der Spruch „Notenbanken können nicht pleite gehen“.

Selbst in Griechenland und Italien wurden die Staatsanleihen schon auf eine derart lange Laufzeit umgestellt, so dass ein Zinsanstieg nicht gleich in die Staatspleite führen sollte. Anders sieht es hingegen bei Firmen und Verbrauchern aus, oder in der Konsequenz noch schlimmer, bei Banken.

Deshalb auch die große Unterstützung der US-Regierung im Zuge der Pandemie. Auf der anderen Seite heißt das aber auch, dass die Fed mit einer Straffung der Finanzierungsbedingungen in den USA recht zögerlich verfahren wird, um das Schuldenhaus nicht einstürzen zu lassen. Es wird aus meiner Sicht auch immer deutlicher: Man versucht es über die Inflationierung.



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1 Kommentar

  1. Man versucht es über Inflation. Wie wird „Joe Sixpack“darauf reagieren wenn die Greenbacks noch schneller weg sind und immer mehr Monat übrigbleibt?Einen 4.Job suchen um mit exorbitant steigenden Mindestlöhnen über die Runden zu kommen? Das funktioniert volkswirtschaftlich mal so gar nicht.Ergo ist es nur eine Frage der Zeit bis ein neuer Trump oder der alte? wieder God’s own Country regiert.Und dann Europa und Restwelt?

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