Alle Augen richten sich nach Jackson Hole: Wenn Fed-Chef Jerome Powell am Freitag vor die Zentralbanker tritt, könnten seine Worte zu Zinsen und Inflation die Finanzmärkte bewegen. Die Erwartungen sind hoch, insbesondere mit Blick auf eine mögliche Zinssenkung im September, über die innerhalb der Fed heftig debattiert wird. Während die Inflation weiterhin hartnäckig über dem Zielwert liegt, wächst zugleich die Sorge um den Arbeitsmarkt. Powell steht damit im Zentrum eines geldpolitischen Balanceakts, dessen Ausgang nicht nur die USA, sondern die gesamte Weltwirtschaft mit Spannung erwartet.
Fed-Chef Powell in Jackson Hole im Fokus
Laut einem Bericht von Bloomberg steht für die Federal Reserve und Zentralbank-Enthusiasten eine wichtige Woche bevor. In einem entscheidenden Moment für die Fed und ihren Vorsitzenden Jerome Powell treffen sich Zentralbanker aus aller Welt in Jackson Hole.
Das jährliche Wirtschaftspolitik-Symposium der Federal Reserve Bank beginnt am Donnerstagabend in Jackson Hole, Wyoming. In seiner Rede am Freitag wird Fed-Chef Jerome Powell voraussichtlich den neuen geldpolitischen Handlungsrahmen der Fed vorstellen, also die Strategie, mit der die Fed ihre Inflations- und Beschäftigungsziele erreichen will.
Powell könnte auch einige Hinweise auf die Pläne der Fed für ihre Zinssitzung im September geben. Bislang haben die Notenbanker die Zinsen unverändert gelassen, um abzuwarten, welche Auswirkungen die von der Regierung Trump verhängten Zölle auf die Wirtschaft und die Inflation haben werden. Die Märkte rechnen mit einer Wahrscheinlichkeit von über 90 Prozent damit, dass die Fed die Zinsen im kommenden Monat senkt.
Angesichts einer Inflation, die weiterhin über dem Zielwert der Fed von 2 % liegt, und Anzeichen einer Abschwächung des Arbeitsmarktes sind sich die Fed-Mitglieder jedoch uneinig, wann die Zinssenkungen wieder aufgenommen werden sollen. Powells Rede könnte Fed-Beobachtern neue Hinweise darauf geben, wie groß der Rückhalt für eine Zinssenkung im September ist – zu einem Zeitpunkt, an dem die Trump-Regierung den Druck für eine Lockerung kräftig erhöht.

Ungewisser Zinspfad
Die Daten der vergangenen Woche dürften nur wenig Einfluss auf die Meinungen zur Inflation und zur Wirtschaft gehabt haben. So stieg der Kernindex der Verbraucherpreise, der Lebensmittel und Energie ausklammert, im Juli so stark wie seit Jahresbeginn nicht mehr. Die Kosten für zollbelastete Güter stiegen jedoch nicht so stark wie befürchtet. Auch die Gesamtinflation lag leicht unter der Erwartung.
Ein separater Bericht zur Großhandelsinflation deutet allerdings darauf hin, dass der Preisdruck auf die Unternehmen zunimmt. Die neuesten Zahlen zum Einzelhandelsumsatz zeigen, dass die amerikanischen Verbraucher in den letzten zwei Monaten etwas mehr Kaufkraft gezeigt haben, obwohl die Stimmung rückläufig ist, was auf Ängste hinsichtlich der Inflation und des Arbeitsmarktes hindeutet.
Bloomberg Economics sagt dazu: „Der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, hat die Möglichkeit, mit seiner Rede auf dem jährlichen Jackson-Hole-Symposium am Freitag die Spekulationen zu beenden. Letztes Jahr nutzte er das Treffen der Zentralbanker, um zu signalisieren, dass die Fed zu einer Zinssenkung bereit sei. Aber die Umstände sind anders, und wir glauben nicht, dass er dieses Jahr so offen sein wird.“ – Anna Wong, Stuart Paul, Eliza Winger, Estelle Ou und Chris G. Collins, Ökonomen.
Jackson-Hole-Konferenz
Aufgrund des globalen Charakters der Jackson-Hole-Konferenz haben Powells Kollegen auch die Gelegenheit, ihre Unterstützung zum Ausdruck zu bringen, angesichts der anhaltenden Kritik von Präsident Donald Trump. Die Unabhängigkeit der Zentralbanken dürfte ein Randthema der Konferenz sein.
Während des Treffens werden einige Ökonomen neue Forschungsarbeiten vorstellen und in der Regel findet eine Podiumsdiskussion mit den Leitern einiger der größten Zentralbanken der Welt statt.
Andernorts werden die Zentralbanker in Neuseeland die Zinsen voraussichtlich senken, um den Arbeitsmarkt zu stützen. In Großbritannien stehen Inflation und Einzelhandelsumsätze im Vordergrund, während Einkaufsmanagerindizes für Volkswirtschaften weltweit Aufschluss über die Auswirkungen der US-Zölle geben werden.
Zinsentscheidung der Fed
Der US-Wirtschaftskalender ist in der kommenden Woche eher ruhig, enthält aber mehrere Berichte zum Immobilienmarkt. Günstigere Kreditkosten könnten die Nachfrage im Wohnimmobilienbereich ankurbeln, der aktuell durch die geringe Erschwinglichkeit gebremst wird.
Am Dienstag erwarten Ökonomen, dass die Zahlen der Regierung einen Rückgang der Baubeginne in den USA zeigen werden. Die am Donnerstag veröffentlichten Daten der National Association of Realtors dürften zeigen, dass die Verkäufe von Gebrauchtimmobilien nahe einem 15-Jahres-Tief liegen.
Die Zollstreitigkeiten bleiben weiterhin im Fokus. Die für Ende dieses Monats geplanten Handelsgespräche zwischen den USA und Indien könnten auf Wunsch Washingtons verschoben werden, wie indische Medien berichten.
Bevor die Fed über die Zinsen im September entscheidet wird sie die kommenden Inflationsdaten sowie den Bericht zum US-Arbeitsmarkt genau beaobachten. Zuletzt war die Kerninflationsrate ohne Energie und Nahrung auf 3,1 % gestiegen, während die Gesamtinflatin mit 2,7 % etwas geriner als erwartet ausgefallen war. Weitere Anzeichen einer Abkühlung am Arbeitsmarkt und ein Rückgang der Infltion würden wohl die Tür für eine Zinssenkung im September öffnen.
FMW/Bloomberg
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Wieso sollte sich die FED sorgen über den Arbeitsmarkt machen ?? ; DT´s Politik zielt doch auf mehr Arbeitsplätze für Amerikaner ab – illegale Migranten werden ausgewiesen; da werden doch Massiv Arbeitsplätze frei…..;
Und wenn er den Firmen, die Amerikaner entlassen und dafür Arbeits-Visa für ausl. Fachkräfte beantragen mal Sondersteuern auferlegt….., dann läuft der Laden wieder auf Volle Touren.
Genau. Dann müssen sogar die wieder mit anpacken worüber sich jeder freut, dass sie jetzt nicht im Weg laufen beim anpacken.
Das hat der Donald vor 50 Jahre oder so auf irgendeinem Baustelle bestimmt auch erlebt. Was macht er dann?
Sich entschuldigen in Süd Amerika?
Trumpi hat doch von Pappi paar hundert Millionen als Startgeld gehabt…, hat der überhaupt jemals gearbeitet…
Der Arbeitsmarkt kann in Zukunft für die FED kein wichtiger Datenpunkt mehr sein. Wenn die Wirtschaft steigt dank der dämlichen AI kann der Arbeitsmarkt vernachlässigt werden. So sieht die Zukunft aus? Die langlaufenden 10 jährigen, 30 jährigen US Staatsanleihen werden Auslaufen. Die kurzfristigen US Staatsanleihen werden immer mehr an Bedeutung gewinnen?
3 Monate, 1 jahrige, 2 jährige. Heute werden die langfristigen St. anleihen mit der Kneifzange gekauft? Die Auktionen sind schleppend. Der Staat wird sich auf Kurzläufer konzentrieren. Dadurch auch mehr Einfluss auf die Zinsentwicklung, wenn die FED dann den Finanzministerium unterstellt ist? Oder die FED darauf direkt Zinseinfluss hat. Jackson wie schön bist du. Die Rockys über dir. Auf ins Tal nach Jackson Hole.
absolut deiner Meinung und die Zero Opt.. machen den Rest New LasVegas WallStr.