Gestern Nachmittag ein kurzer Schock-Moment für die Märkte: Donald Trump stehe kurz davor Fed-Chef Powell zu entlassen. Kurz danach dann Trump-Aussagen, dass er das nicht vorhabe, und dass eine Entlassung sehr unwahrscheinlich sei. Ein Experte der größten Bank der USA beschwichtigt heute. Die Vorstellung, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) frei von politischem Druck agiert, ist laut Ilan Benhamou von JPMorgan ein „Mythos“, und die US-Aktienmärkte dürften aufgrund von Spekulationen über bevorstehende Zinssenkungen weiter steigen.
Politik macht Druck auf Fed? Geschieht seit Jahrzehnten
„Was sich derzeit vor unseren Augen abspielt, geschieht seit Jahrzehnten hinter verschlossenen Türen“, schrieb Benhamou, der zum Aktien-Derivate-Vertriebsteam von JPMorgan gehört, laut Bloomberg in einer Mitteilung an Kunden. Er zog Parallelen zu den Konflikten zwischen Präsident Lyndon Johnson und Fed-Chef Bill Martin im Jahr 1965.
Auf steigende Aktien setzen
Benhamou sagte, dass Investoren sich auf die Politik des nächsten Fed-Chefs konzentrieren werden, sobald klar wird, dass Jerome Powells Amtszeit als Fed-Chef zu Ende geht. Er empfiehlt seinen Kunden, weiterhin auf den S&P 500 und den VIX-Index zu setzen, da er davon ausgeht, dass Investoren mehr Geld in risikoreiche Anlagen wie Kryptowährungen und KI investieren werden und dass die Volatilität aufgrund der Unsicherheit in Bezug auf Zölle, Inflation und die Fed zunehmen wird. „Die Selbstzufriedenheit wird weiter zunehmen, ohne die Rallye zu beeinträchtigen“, sagte er.
Historie
Die Frage nach der Unabhängigkeit der Fed ist in den Mittelpunkt gerückt, nachdem Trump am Mittwoch seine Druckkampagne gegen Powell auf eine neue Stufe gehoben hatte, bevor er schnell wieder zurückruderte. Analysten warnen, dass eine Entlassung Powells durch Trump die Finanzmärkte erschüttern und zu einer ernsthaften juristischen Auseinandersetzung führen würde.
„Was derzeit vor aller Augen geschieht, ist definitiv schädlich für die Institution, aber seien wir ehrlich: Die Unabhängigkeit der Fed ist ein Mythos“, sagte Benhamou. Er verwies auf eine berühmte Konfrontation zwischen Johnson und Martin im Dezember 1965, als Johnson Martin und andere Fed-Vertreter auf seine Ranch in Texas bestellte, um sich darüber zu beschweren, dass eine Zinserhöhung die Wirtschaft lähmen würde. Damals weigerte sich Martin trotz Johnsons Appellen, nachzugeben.
Fed wird Richtung des neuen Fed-Chefs einpreisen
Führungskräfte von JPMorgan, Bank of America und Goldman Sachs haben die Bedeutung der Unabhängigkeit der Fed betont. Natürlich erfordern Änderungen der US-Zinsen die Unterstützung einer Mehrheit im Offenmarktausschuss der Fed, sodass jeder neue Vorsitzende seine Kollegen mit Argumenten für eine Zinssenkung überzeugen muss. Zinsprognosen zeigen, dass die geldpolitischen Entscheidungsträger der Fed hinsichtlich der Aussichten für Zinssenkungen im weiteren Jahresverlauf gespalten sind, vor allem aufgrund unterschiedlicher Ansichten darüber, wie sich Trumps Zölle auf die Inflation auswirken könnten.
„Ich glaube nicht, dass Powell tatsächlich entlassen wird, aber das spielt derzeit auch keine Rolle, da der Markt ziemlich schnell erkennen wird, dass er de facto weg ist, und damit beginnen wird, die Maßnahmen des nächsten Fed-Vorsitzenden einzupreisen“, so Benhamou. „Ob es nun Hassett, Waller oder Warsh wird – es besteht kein Zweifel, dass sich der Wettstreit der Tauben nur noch verschärfen wird.“
FMW/Bloomberg
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Selbst wenn der Nasdaq 100, sich in den nächsten 25 Jahren nochmals verdoppeln sollte, auf dann 46 000 Punkte,so entspricht das einem Kupon von gerade mal 4 Prozent pro Jahr bei Staatsanleihen und soviel gibt es heute schon. ..teilweise deutlich mehr…
Wir leben nicht mehr zu Draghi und Bernanke Zeiten..wo’s keine Zinsen gab!
Und mal ganz ehrlich, die 46 000 sind schon sehr hoch gegriffen..
2300 Prozentpunkte hat der Index nämlich schon hinter sich ,in den letzten Jahren nach der Finanzkrise…
Es ist immer das Selbe, im Tief um die 1000 , wird Sodom und Gomorra geschrien und der Weltenuntergang ausgerufen, aber bei den 23 000 müssen plötzlich alle rein…
Ganz bestimmt…ganz sicher!