Mit seiner deutlichen Kritik an der Geldpolitik der Fed sorgt US-Finanzminister Bessent für Aufsehen: Die Zinsen seien viel zu hoch, warnt er und fordert rasche, kräftige Zinssenkungen, um die Wirtschaft zu entlasten. Ideal seien seiner Meinung nach Zinssenkungen um 150 bis 175 Basispunkte. Dies könnte den geldpolitischen Kurs der USA grundlegend verändern. Auch die Märkte setzen auf sinkende Zinsen und preisen nach den Aussagen Bessents eine Zinssenkung im September mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9 % ein.
Bessent: Zinsen sollen drastisch sinken
In einem Interview mit Bloomberg Television bekräftigte Bessent seine Auffassung, dass die Fed die Zinsen deutlich senken müsse – idealerweise um 150 bis 175 Basispunkte. Er argumentiert, dass die geldpolitische Straffung derzeit zu restriktiv wirke und die jüngsten Wirtschaftsdaten – insbesondere, wenn diese schon im Frühjahr vorgelegen hätten – bereits Zinssenkungen im Juni oder Juli gerechtfertigt hätten. Stattdessen plädiert er für einen schnellen Einstieg in eine Serie von Zinssenkungen, beginnend mit einem deutlichen Schritt von 50 Basispunkten im September. Diesen forderte er bereits in einem Interview mit Fox Business am Dienstag.
„Die Chancen für eine Zinssenkung um 50 Basispunkte stehen sehr gut”, sagte Bessent am Mittwoch. „Wir könnten hier eine Reihe von Zinssenkungen vornehmen, beginnend mit einer Senkung um 50 Basispunkte im September.” Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins in diesem Jahr in einer Zielspanne von 4,25 bis 4,5 Prozent stabil gehalten.
Politischer Druck auf die Fed
Bessent kritisiert die aktuelle Führung der Fed unter Jerome Powell dafür, dass sie sich zu stark an nachlaufenden Daten, wie beispielsweise dem Arbeitsmarkt, orientiert. Im Gegensatz zu früheren Notenbankchefs wie Alan Greenspan fehle der Wille, proaktiv auf sich verändernde wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu reagieren. Seiner Ansicht nach bewegt sich die US-Wirtschaft in eine Lage, die Parallelen zu den 1990er-Jahren aufweist. Ein solches Umfeld erfordert niedrigere Zinsen, um Wachstum zu fördern und unnötige konjunkturelle Bremsen zu lösen.
Zudem weist Bessent auf politische Einflüsse innerhalb des geldpolitischen Ausschusses hin. Er verweist auf den Rücktritt einer Gouverneurin, deren Haltung während Kamala Harris’ Kandidatur klar auf expansivere Politik abzielte. Die Debatte um mögliche „tariff derangement syndrome“ (Tarifstörungssyndrom) unterstreicht für ihn, dass auch außenpolitische Faktoren wie Handelszölle geldpolitische Entscheidungen beeinflussen können.
Die Finanzmärkte nehmen Bessents Forderungen aufmerksam auf, da eine großvolumige Zinssenkung durch die Fed erhebliche Auswirkungen auf Anleiherenditen, Goldpreis, Aktienbewertungen und den US-Dollar hätte. Ob die Fed der politischen und wirtschaftlichen Argumentation folgt, bleibt indes offen – die Spannungen zwischen datengetriebener Vorsicht und wachstumsorientierter Entlastungspolitik könnten in den kommenden Monaten den geldpolitischen Kurs entscheidend prägen.
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naaa, da wissen Einer Bessent was kommt…..Zölle, Steuern auf Export für Alle, …etc.
Das muss die Börse doch zum Mars schicken…..