Kevin Hassett gilt als wahrscheinlicher Nachfolger von Jerome Powell als Fed-Chef. Aber wird es wirklich so kommen? Wiederholt hat Donald Trump angekündigt, sehr absehbar seine Entscheidung über seine Wahl des nächsten Vorsitzenden der US-Notenbank Fed zu verkünden. Seine Ankündigungen sind nicht nur inhaltlich, sondern auch im Zeit-Horizont immer mit gewissen – nennen wir es: „Unschärfen“ – verbunden. Offen dabei ist, ob die Abweichungen vom ursprünglichen (Zeit-)Plan bzw. Vorhaben als taktische Maßnahme eines gewieften Verhandlers ist, um Reaktionen zu testen. Oder doch die Konsequenz eines durch die eintretende Schwerkraft realer Entwicklungen erzwungene Entscheidungsänderung.
Trump und seine problematische Realitätswahrnehmung
Auch die Kommunikation von Verhandlungsergebnissen unterliegen einer vorangegangenen Filterung der „Trumpschen Realitätswahrnehmung“, die oftmals einigermaßen widersprüchlich zu jener der anderen Seite am Verhandlungstisch oder anderer Beteiligter zu sein scheint. Zuletzt auch beim medial hochstilisierten Gipfeltreffen mit Xi Jinping im November erscheinen die etwa auf Truth Social – der eigenen eher faktencheck-unkritischen Social Media Plattform – veröffentlichten Ergebnisse in ihren Auswirkungen für die Lebensrealität von US-Sojabauern in Form der China-Export-Volumina eher nicht mit den Ankündigungen in den einschlägigen Tweets mithalten zu können! Zumindest sofern man sich an einer Abweichung mit dem mathematischen Faktor 10 stört..
Hassett Nachfolger von Powell? Eine der volkswirtschaftlich wichtigsten Entscheidungen steht kurz bevor
Die bevorstehende Ernennung des Fed-Vorsitzenden – es wird wohl diesmal auch wieder mit 100%-iger Wahrscheinlichkeit ein Mann sein – darf wohl mit als die volkswirtschaftlich wichtigste Entscheidung eines amerikanischen Präsidenten gelten. Der politischen Macht des Präsidenten soll in einer Facette der Gewaltenteilung im US-Staatsgefüge eigentlich eine unterstützende, aber auch korrigierende Macht beiseitegestellt werden, die ein ökonomisch versiertes Gegengewicht zur Politik beiseite zu stellen.
Nun ist auch hinlänglich bekannt, dass die Fed im Organisationskern keine staatliche Institution, sondern eine – vereinfacht ausgedrückt, Dachorganisation – privater Banken ist und so den Konnex und Kopplung zwischen der politischen Macht-Sphäre mit jener der Kapitalmacht im Lande herstellt. Sie ist der Gestaltung des ökonomischen Umfelds verpflichtet, die unter dem Primat (geo-)politischer Zielsetzungen die Stabilität der Volkswirtschaft sicherstellen soll. Dies passiert, indem die Geldmarktkonditionen mit immer „phantasievolleren“ Instrumenten moderiert werden, um den reibungslosen Kapital-Kreislauf innerhalb des Bankensystems und den anderen Wirtschaftssubjekten mittels der monopolistisch ausgegebenen (Fiat-)Währung zu sichern. Und das durch möglichst wenig Erosion des Vertrauens in die Bonität der beteiligten „Spieler“ im System. Sie ist in der Praxis dabei dem auch oft widersprüchlichen dualen Mandat der Arbeitsplatz– und Geldwertstabilität verpflichtet.
Die Fed als Ermöglicher – aber auch Korrektiv der hegemonischen Politik
Insbesondere Zweiteres unterliegt insbesondere bei den Marktteilnehmern am Anleihemarkt – über die die Staatschulden aufgenommen werden – seit der Eskalation der Pandemiezeit einem verfestigten Trend höhere Risikoprämien in Form von Zinsen zu fordern. Der Kreditgeber muss eine Kompensation für die Risiken über die Laufzeit der Anleihe verlangen, was einerseits vom Faktor der Entwertung der Kaufkraft der Anleihenominale (=Inflation) und einer Komponente zur Abdeckung des Ausfallsrisikos während der Laufzeit besteht. Dieser Zinssatz wird bei den Anleiheauktionen gebildet und sind ein transparenter Messwert ebendieser Risikofaktoren.
Steigen die Kapitalmarkt-Zinsen, hat das also folglich zwei ausschlaggebende Gründe: sinkendes Vertrauen, verliehenes Geld vollständig wieder zu sehen und/oder dem erwarteten Verlust der Kaufkraft der Nominale – auch Inflation genannt. Das Ausfallsrisiko einer Dollar-Anleihe kann trotz 120% Staatsverschuldung vom BIP nach wie vor als äußerst gering eingestuft werde, da notfalls einfach die Dollar-Presse (durch wie jetzt wieder angekündigt Anleihekaufe der FED) angeworfen wird, um eine Anleihe im Coupon (Zinszahlung) oder der Rückerstattung der Nominale zu bedienen. Allerdings ist das auch wieder der Grund in einem zunehmend verschuldeten System dafür, dass sich die Inflationsspirale durch Geldmengenausweitung immer weiter zu drehen beginnt – besonders wenn der Ausweitung der Geldmenge im Kreditsektor nicht durch Kreditzinsen entgegengewirkt wird.
Ziel von Trump: Die Ausschaltung des „Erpressungspotentials“ der Opposition
Nun hat Donald Trump eindeutig signalisiert, dass er gewillt ist, diese oben dargestellte Gewaltenteilung im Finanzsystem mithilfe der Unterwanderung der Entscheidungsgremien der Fed durch Gefolgsleute beseitigen zu wollen. Die Zügel, die dem Staatshaushalt durch (Leit-)Zinsen angelegt sind, sollen durch Kevin Hassett so schnell wie möglich beseitigt und damit ein zentrales Element mit „Erpressungspotential“ der demokratischen Opposition ausgehebelt werden. Eine signifikante Machtprobe im Finanzierungsumfeld der Staatsausgaben hat sich im längsten Government Shutdown hinlänglich offenbart.
Dass dies für die Stabilität des Finanzsystems mittels halbwegs kontrollierter Inflation umso gefährlicher ist, wenn ein Mann wie Donald Trump mit sehr wenig Skrupel alle Staatssysteme zur Befriedigung seiner Machtgelüste und damit verbundenen persönlichen Bereicherung einzusetzen, wird durch die Reaktionen des Anleihemarktes insbesondere bei länger laufenden Anleihen offensichtlich. Seitdem diverse Wettplattformen einen eindeutigen Favoriten mit der Funktion eines trojanischen Pferdes in der Fed mit Kevin Hassett identifiziert hat, steigen die Kapitalmarktzinsen – trotz der letzten Leitzinssenkung unter der Ägide des scheidenden Fed-Chefs Powell. Das ist ein eindeutiges Stoppschild und Warnung an Donald Trump, dass sich dies wohl noch deutlich beschleunigen würde, wenn diese Ernennung und damit das Ziel der Kontrolle über die Geldpolitik der Notenbank den machtpolitischen Zielen eines aus Sicht der Anleihemärkte unberechenbaren Präsidenten zu unterwerfen, durchgezogen wird.
Leitzins versus Kapitalmarktzins
Während der Leitzins hauptsächlich im Interbankengeschäft bzw. den Finanzierungskosten bei den inzwischen hauptsächlich kurzlaufend emittierten US-Staatsanleihen eine Rolle spielt, hat der Kapitalmarktzins seine Auswirkungen in der Realwirtschaft und den insbesondere für die US-Wirtschaft so wichtigen Konsumenten. Das inzwischen paradox verfestigte Muster, dass sich bei Leitzinssenkungen die Zinskurve immer weiter versteilt – also die Zinsen am langen Ende durch die erhöhten Inflationserwartungen steigen – schnürt ebendieser Realwirtschaft durch damit verbundene höhere Kreditzinsen immer weiter die Luft ab.
Ob einem Donald Trump diese Zusammenhänge bewusst sind – oder auch das an seinem Realitätsfilter scheitert – bleibt bislang offen. Ebenso wie seine Entschlossenheit, sich in einem echten Machtkampf mit Anleihegläubigern – also dem größten Finanzmarkt auf diesem Planeten – zu begeben, die die erweiterte Gefahr für die Geldwertstabilität einer solchen unkontrollierbaren Macht-Konzentration im Weißen Haus mit allen Konsequenzen einpreisen würden. Diese Konsequenzen reichen von massiven weiteren Anstiegen von Kapitalmarktzinsen und somit Kreditkosten für Private und Unternehmen, über Kapitalverschiebungen aus dem Aktien- in den Anleihemarkt bis hin zu Verwerfungen in den internationalen Währungs- und Finanzmärkten durch einen vermutlich stark abwertenden Dollar.
Am Ende steht immer TACO
Aus den bisherigen Erfahrungen mit dem „Gottgesandten“ wurde bislang eine Zuschreibung für die Verhaltensweisen etabliert, dass diese mit dem Kürzel TACO (Trump always chickens out) umschreibt. Wenn die nachhaltige Gefährdung von Indexständen an den amerikanischen Aktienbörsen im Raum stehen, zieht Trump zurück! Und das wird auch diesmal so sein, weil vermutlich zumindest Finanzminister Scott Bessent ihm das Ergebnis des jetzigen – bewusst gelaunchten? – Testballons klar machen wird. Zur Vorgehensweise ist zudem anzumerken, dass es nicht wie bei den Zolltafeln im April möglich sein wird, eine Nominierung im Nachhinein – und Testung der dann wohl erst wirklich ernsthaften Marktreaktionen – mit ein paar Tweets zurück zu nehmen.
Somit kann man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit damit rechnen, dass Trump diesen Machtkampf mit einem weltweiten 300 Billionen Markt nicht in letzter Konsequenz durchzieht und Hassett tatsächlich nominiert. Falls doch, sehen wir interessanten Zeiten entgegen, sobald der Markt einpreist, dass die Fed die Inflationskontrolle mit der angekündigten Zinspolitik – alleinig zugunsten der kurzfristigen Entlastung der weiteren Finanzierung der staatlichen Schuldenorgie – als Priorität endgültig aufgibt.
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Ah Kindskopf im FED VORSITZ STUHL ah na wirklich nicht. Der Waller wird uns gefallen und schon allein des Namens wegen gell. .der andere Name hört sich wie Worscht an o.k. Hunger hams alle. Wer braucht noch ein Billiönchen? Lord in Heaven, Dutch of Washington, King Donald wird sich für Waller entscheiden.
Wenn nicht wird der Markt das kommentieren.