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Wichtige Stimme innerhalb der Fed Fed-Williams: Zinsen stabilisierend für Arbeitsmarkt und Inflation

New York Fed Chef Williams hat gesprochen. Euphorie für bald weiter sinkende Zinsen ist nicht versprüht worden.

New York Fed Chef John Williams. Foto: Bloomberg

Am 21. November 2025 schrieb John Williams, Chef der New Yorker Fed, sozusagen Börsengeschichte. Er sprach sich klar für sinkende Fed-Zinsen aus. Da seine Stimme innerhalb der Notenbank großes Gewicht hat, startete exakt ab dem Zeitpunkt seiner Aussage eine Rally am Aktienmarkt, die tagelang anhielt, siehe Chart im US100 Tech CFD. Seine Aussage vom 19. Dezember, also eine Woche nach der erfolgten Zinssenkung, war eine Absage an noch weitere Zinssenkungen. Sie blieb am Markt aber folgenlos. Man sieht: Die Aktienbullen suchen seit Wochen und Monaten nach Argumenten für steigende Kurse! Heute jedenfalls meldet sich John Williams erneut zu Wort.


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Chart zeigt Verlauf am Aktienmarkt mit Vermerk von Aussage von New York Fed-Chef John Williams

Fed-Williams über Zinsen, Arbeitsmarkt, Inflation

John Williams sagte heute Nacht, das aktuelle Niveau der Zinsen sei „gut positioniert”, um den Arbeitsmarkt in den USA zu stabilisieren und die Inflation wieder auf das Ziel der Fed von 2 % zu bringen, so Bloomberg News. Weiter wird berichtet: Die Risiken für das doppelte Mandat der US-Zentralbank seien „besser ausbalanciert”, nachdem der Offenmarktausschuss der Fed im vergangenen Jahr die Zinsen um 75 Basispunkte gesenkt habe (aktuelle Spanne 3,50 % bis 3,75 %), sagte Williams. „Die Geldpolitik ist nun gut positioniert, um die Stabilisierung des Arbeitsmarktes und die Rückkehr der Inflation zum längerfristigen Ziel des FOMC von 2 % zu unterstützen”, sagte er beim Council on Foreign Relations in New York City.

John Williams ist einer von vielen Fed-Vertretern, die erklärt haben, dass die Zentralbank es sich leisten kann, weitere Daten abzuwarten, bevor sie über eine erneute Zinssenkung entscheidet. In ihren letzten im Dezember veröffentlichten Wirtschaftsprognosen gingen die Entscheidungsträger laut der mittleren Schätzung von einer Senkung der Zinsen um nur einen Viertelpunkt im Jahr 2026 aus.

„Ich gehe davon aus, dass sich die Arbeitslosenquote in diesem Jahr stabilisieren und dann in den nächsten Jahren allmählich sinken wird“, sagte er und fügte hinzu, dass die Arbeitsmarktindikatoren auf dem Niveau vor der Pandemie liegen, was mit einer allmählichen Abkühlung im Einklang steht. „Ich möchte betonen, dass dies ein allmählicher Prozess war, ohne Anzeichen für einen starken Anstieg der Entlassungen oder andere Anzeichen für eine rasche Verschlechterung.“

Die von der Trump-Regierung verhängten Einfuhrzölle dürften „weitgehend“ einmalige Auswirkungen auf die Preise haben, wobei die Inflation in der ersten Jahreshälfte einen Höchststand von 2,75 % bis 3 % erreichen dürfte, bevor sie für das Gesamtjahr auf knapp unter 2,5 % zurückgeht. Die Wirtschaft werde weiterhin über dem Trend wachsen, fügte Williams hinzu.

Mehrere geldpolitische Entscheidungsträger der Fed haben ihre Besorgnis über den anhaltenden Preisdruck zum Ausdruck gebracht, da die Inflation seit fast fünf Jahren über dem Ziel der Fed liegt. Bei der Zinsentscheidung im Dezember sprachen sich einige Beamte „ausgewogen“ für eine Senkung um einen Viertelpunkt aus und sagten, sie hätten sich leicht dazu bewegen lassen, die Zinsen unverändert zu lassen, wie aus dem Protokoll der Sitzung hervorgeht.

Im Gespräch mit Reportern nach seiner Rede betonte Williams, dass die Unabhängigkeit der Fed von politischer Einflussnahme „enorme Dividenden in Bezug auf die Eindämmung der Inflation” gebracht habe. Seine Äußerungen kamen einen Tag, nachdem das Justizministerium Fed-Chef Jerome Powell eine Vorladung vor die Grand Jury zugestellt hatte, in der ihm eine strafrechtliche Anklage wegen der Renovierung des Hauptsitzes der Zentralbank in Washington und Powells Aussage vor dem Kongress zu diesem Projekt angedroht wurde.

In einer schriftlichen und Video-Erklärung am Sonntag bezeichnete Powell die Renovierungsarbeiten als „Vorwand”, um die Zentralbank wegen ihrer geldpolitischen Entscheidungen anzugreifen. „Die Androhung strafrechtlicher Schritte ist eine Folge davon, dass die Federal Reserve die Zinsen auf der Grundlage unserer besten Einschätzung dessen festlegt, was dem öffentlichen Interesse dient, anstatt den Präferenzen des Präsidenten zu folgen”, sagte Powell.

FMW/Bloomberg



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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1 Kommentar

  1. Fed New York-Chef John Williams lehnt momentan eine weitere Zinsenkung nicht generell ab, sondern behält diesbezüglich zunächst die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft im Blick.

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