Seit 16:12 Uhr preisen die Swap-Märkte eine volle Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte bei der Federal Reserve (Fed) bis Jahresende vollständig ein. Wer hätte das gedacht. Das dürfte Trump gar nicht gefallen, zumal der neue Fed-Chef Kevin Warsh – Trumps Kandidat – gerade heute seinen Dienst beginnt. Und Trump will endlich rasch sinkende Zinsen sehen. Aber die wird er vermutlich nicht bekommen, denn Warsh kann bei der Fed nicht als Alleinherrscher durchregieren.
Fed-Zinsen unter Eindruck hoher Inflation
Die deutlich gestiegene Inflation in den USA (zuletzt 3,8 %) rührt vom Iran-Krieg her. Wie will man da aktuell an sinkende Zinsen denken? Um 16 Uhr sorgte Fed-Direktor Christopher Waller für einen stärkeren Aufwärtsblick in Sachen Fed-Zinsen, die aktuell bei einer Spanne von 3,50 % bis 3,75 % liegen.
Fed-Mitglied Waller mit aktueller Aussage
Fed-Direktor Christopher Waller spricht sich aktuell dafür aus, deutlich zu machen, dass der nächste Zinsschritt der Zentralbank ebenso wahrscheinlich eine Anhebung wie eine Senkung sein könnte, da der Energieschock durch den Iran-Krieg die Preise in die Höhe treibt. Waller erklärte, seine derzeitige Haltung sei es, die Zinsen geduldig unverändert zu lassen, bis die Auswirkungen des Krieges klarer seien, warnte jedoch heute, dass er eine künftige Zinserhöhung nicht ausschließen würde, sollte sich die Inflation nicht bald abschwächen.
„Die Inflation entwickelt sich nicht in die richtige Richtung“, sagte Waller heute laut Bloomberg in einer Rede mit dem Titel „Policy Risks Have Changed“, die er auf einer Konferenz in Frankfurt hielt. „Ich würde es befürworten, die Formulierung ‚easing bias‘ aus unserer geldpolitischen Erklärung zu streichen, um deutlich zu machen, dass eine Zinssenkung in Zukunft nicht wahrscheinlicher ist als eine Zinserhöhung.“
Kommentar
FMW: Von der „Zinsfront“ her weht also keine Unterstützung für die Aktienmärkte – erst einmal. Trump will seit geraumer Zeit unbedingt sinkende Zinsen sehen, damit billige Kredite die Konjunktur weiter anheizen. Die Inflation scheint ihm dabei egal zu sein. Trump hat monatelang den bisherigen Fed-Chef Jerome Powell übelst beleidigt und verbal attackiert, weil Powell standhaft blieb in Sachen Zinsen. Wenn Kevin Warsh jetzt auch Trump enttäuscht – was gut möglich ist – könnte der „Krawall“ erneut losgehen. Die Mehrheit bei der Fed dürfte die hohe Inflation als Bremsklotz sehen, der erst einmal gegen sinkende Zinsen spricht. Die Ironie an der Geschichte: Trump hätte es selbst in der Hand. Ein wirklich endgültiges Ende des Iran-Krieg könnte den Ölpreis deutlich absenken und damit auch in Sachen Inflation in den USA für Entlastung sorgen. Und das wiederum könnte die Aussicht für sinkende Zinsen wieder verbessern.
FMW/Bloomberg
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Ich finde bemerkenswert, dass die Zinsen am Kapitalmarkt zwar im März stiegen, seitdem nicht mehr. Also nicht im April und nicht im März. Inflationsanstieg, hin oder her. Selbst 10jährige US-Stastsanleihen sind wieder da wo die Anfang dieses Jahres waren. Zwischendurch waren die Zinsen deutlich tiefer, was aber ein Fehlsignal war. Also, in der USA sieht man gar nichts, während wir im März den Anstieg hatten, allerdings für Laufzeiten bis 10Jahre unter 3%. Die 10jährige Euro-Anleihe liegt Kapp über 3%. Das ganze Gerede über steigende Zinsen ist bisher eine Luftnummer. Immer wenn mal was in den Nachrichten war, war das ein temporären Ereignis, das wenige Zeit später – ohne in den Nachrichten zu sein – wieder verschwand.
Wenn die Rate so stimmt, liegt die Inflation unter den 10jährigen, oder?
Anderseits hat gestern der Buffet Indikator wieder die 235 Prozent überschritten …was 75,5 Billionen US-Dollar in der US- Marktkapitalisierung entspricht…immerhin das Zehnfache der Finanzkrise und immer noch gut das Fünffache der Jahrtausendwende…
75 500 Milliarden US Dollar in der US- Marktkapitalisierung…Was soll da noch kommen ..?