Im Lauf dieser Woche ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinsen (aktuell 3,75 % bis 4,00 %) im Dezember erneut senkt, gesunken. Marktteilnehmer sind pessimistischer geworden. Viele Analysten sehen dies aktuell als Hauptgrund für den derzeitigen Absturz bei Aktien. Dies sehe ich persönlich anders, weil ich eher die hohen Bewertungen bei KI-Aktien als Hauptfaktor sehe.
Aber gut. Wenn die Fed-Zinsen als Thema bei vielen Analysten aktuell derart angesagt sind, dürften die folgenden Aussagen für die Aktienmärkte wenig erfreulich sein so kurz vor dem Wochenende. Dabei ist es wohl auch kaum interessant, dass der wenig bedeutende Chef der Kansas City Fed diese Aussagen getätigt hat. Jeff Schmid sagte nämlich vor wenigen Minuten sinngemäß, dass weiter sinkende Fed-Zinsen den Druck auf eine steigende Inflation erhöhen könnten.
Jeff Schmid sagte in Denver, dass weitere Zinssenkungen eher zu einer höheren Inflation führen würden, als den Arbeitsmarkt zu stützen. Dazu berichtet Bloomberg: „Ich glaube nicht, dass weitere Zinssenkungen viel dazu beitragen werden, die Risse auf dem Arbeitsmarkt zu kitten – Spannungen, die höchstwahrscheinlich auf strukturelle Veränderungen in der Technologie und der Einwanderungspolitik zurückzuführen sind. Allerdings könnten Zinssenkungen länger anhaltende Auswirkungen auf die Inflation haben, da unser Bekenntnis zu unserem 2-Prozent-Ziel zunehmend in Frage gestellt wird.“
Jeff Schmid sprach auf einer jährlichen Energiekonferenz, die von den Reservebanken von Kansas City und Dallas veranstaltet wurde, und sagte, dass diese Überlegungen seine Gedanken im Vorfeld der Sitzung der Fed im Dezember leiten, obwohl er hinzufügte, dass er für neue Informationen in den kommenden Wochen offen bleibt.
Die geldpolitischen Entscheidungsträger senkten die Zinsen bei ihren letzten beiden Sitzungen, um den Arbeitsmarkt zu stützen, auf dem die Einstellungstätigkeit in den letzten Monaten deutlich zurückgegangen ist. Jeff Schmid stimmte im Oktober gegen die Zinssenkung und sprach sich für eine Beibehaltung des Zinsniveaus aus. Er argumentierte, dass das nach wie vor starke Wirtschaftswachstum den Inflationsdruck wieder anfachen könnte. Heute bekräftigte er, dass die Zinsen derzeit nur einen moderaten Druck auf die Wirtschaft ausüben, was er als angemessen bezeichnete.
In den letzten Tagen haben sich ihm eine Reihe weiterer Fed-Vertreter angeschlossen, die sich unentschlossen oder ablehnend gegenüber einer weiteren Zinssenkung im Dezember gezeigt haben. Jeff Schmid sagte, dass Unternehmen im Fed-Distrikt Kansas City weiterhin Besorgnis über die Inflation geäußert hätten. Er fügte hinzu, dass die Inflation offenbar weiter verbreitet sei als nur ein durch Zölle verursachtes Phänomen.
„Es sind nicht nur die Zölle – oder sogar in erster Linie die Zölle –, die die Menschen beunruhigen“, sagte Schmid. „Ich höre Bedenken über steigende Gesundheitskosten und Versicherungsprämien, und ich höre viel über Strom.“
Der Chef der Kansas City Fed sagte, dass er zwar die Entscheidung der geldpolitischen Entscheidungsträger der Fed unterstütze, die Bilanzverkürzung zu beenden – die im Dezember auslaufen soll – aber er wiederholte seine Präferenz für eine möglichst kleine und möglichst wenig verzerrende Bilanz auf lange Sicht. Er sagte, die Fed könne Möglichkeiten prüfen, um die Nachfrage nach Bankreserven auszugleichen, ein Faktor, der die Bilanz in die Höhe treibt, darunter die Erleichterung des Zugangs zu Fed-Fazilitäten wie der Standing Repo Facility oder die Senkung der Zinsen, den sie für Reserven zahlt.
FMW/Bloomberg
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Die FED ist mal wieder, wie jedes Mal viel zu spät dran. Dieses dumme Gehabe der Notenbänker wird das System zum Einsturz bringen. Man hätte direkt im August 2024, die Zinsen senken müssen, als die Zinsstrukturkurve nach der längsten und tiefsten Invertierung der Geschichte wieder entinvertiert ist…egal, was damals die offiziellen Arbeitslosenzahlen, und was die Inflation angezeigt haben…Die kommende Rezession wird dadurch um ein Vielfaches verschärft.
Wenn bei so schlechter Börsenstimmung die Anleihen nicht stärker steigen, also wenig Umschichtungen passieren, heisst das, dass die Marktzinsen nicht fallen und somit die Leitzinsen nicht fallen können.
Die Marktteilnehmer wissen anscheinend auch ohne fehlende Wirtschaftszahlen mehr und sind nicht mehr bereit dem Schurkenstaat weiter billige Kredite zu geben. Der selbstverschuldete Fall des Dollars und eine Weltwährung im Sturzflug sind ein weiteres Hindernis für tiefere Zinsen. Die Amis lebten doch bis jetzt auf Kosten der Restwelt und kritisierten ihre Geldgeber für die dadurch entstandenen Handelsdefizite.
Im privaten Bereich würde ein undankbarer, arroganter Schuldner auch abgestraft werden.Die Zinsen können erst fallen wenn endlich eine Rezession zugelassen wird und die Blasen entlüftet werden.
In China hat man die Korrekturen zugelassen und die Zinsen sind viel tiefer, somit gehören die nächsten Jahre für Investitionen eher dem asiatischen Raum.