Die Zinsen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) werden bei der Sitzung Mitte nächster Woche um 0,25 Prozentpunkte angehoben von der aktuellen Spanne von 3,50 % bis 3,75 % auf dann 3,75 % bis 4,00 %. Dies zeigen zwei aktuelle Gradmesser an. Laut CME Fed Watch Tool lag die Wahrscheinlichkeit für diese Zinsanhebung vor einer Woche noch bei 59,4 %, gestern bei 72,4 %, und jetzt bei 83,4 %.
Denn heute um 14:30 Uhr wurden die Daten zur US-Inflation im August gemeldet. Mit +0,4 % im Monatsvergleich und +3,4 % im Jahresvergleich kamen die Daten rein wie erwartet. Aber in der Kernrate lag die Monatsveränderung bei +0,3 % statt +0,2 % Erwartung. Die Inflation läuft also etwas heißer als gedacht, weswegen der Druck auf die Fed zunimmt, die Zinsen zu erhöhen. Deswegen steigt nun auch die Wahrscheinlichkeit für die Erhöhung an.
Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in der nächsten Woche liegt bei 90 %, und bis zum Jahresende sind zwei Erhöhungen vollständig eingepreist, so Bloomberg. Zinsswaps zeigen demnach nach 14:30 Uhr, dass Händler ihre Wetten auf höhere Fed-Zinsen in den kommenden Monaten erhöhen, da sich die Anzeichen verdichteten, dass anhaltender Preisdruck die Zentralbank unter Vorsitz von Kevin Warsh zum Handeln zwingen wird
Die Ökonomen der Commerzbank schreiben aktuell: Die US-Verbraucherpreise sind im August deutlich um 0,4% gegenüber dem Vormonat gestiegen. Dies lag nicht nur am spürbar teureren Benzin. Noch wichtiger ist der zu hohe unterliegende Preisdruck, den die über den Erwartungen liegende Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel von 0,3% belegt. Die US-Notenbank Fed hat bereits Signale gesendet, dass sie die Zinsen anheben könnte, wenn der Inflationstrend sich nicht rasch abschwächt. Jetzt muss sie eigentlich springen. Bei der Sitzung am Mittwoch dürfte sie den Leitzins um 25 Basispunkte anheben.
FMW/Bloomberg
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