Folgen Sie uns

Aktien

Fiat Chrysler bietet Renault Fusion an – weltweite Nummer 3 soll entstehen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Fiat Chrysler hat aktuell bekanntgegeben, dass man Renault vorgeschlagen hat die beiden Autobauer zu fusionieren. Die Aktionäre der jeweiligen Unternehmen sollen am neuen Konzern jeweils exakt 50% halten. Es wäre also eine Fusion unter Gleichen. Renault hat bereits bekanntgegeben, dass der Verwaltungsrat heute zusammentreten werde, um das Angebot zu prüfen. Danach werde es eine schriftliche Info geben.

Fiat Chrysler sagt in seinem Angebot, dass man mit Renault zusammen mit 8,7 Millionen verkauften Autos zur weltweiten Nummer 3 werden will. Damit würde man relativ dicht an die 10 Millionen-Größenordnung ranrücken, in der sich die beiden größten Anbieter Toyota und Volkswagen bewegen. Die Synergien sollen bei 5 Milliarden Euro pro Jahr liegen, so Fiat Chrysler. Und es soll zu keinen Werksschließungen kommen. Ohhh, meinen wir, das ist aber eine gewagte Aussage! Aber na gut, von „keine Entlassungen“ war ja nicht die Rede!

Die Aktionäre von Fiat Chrysler sollen vor der endgültigen Abwicklung der Fusion noch eine Sonderdividende von 2,5 Milliarden Euro erhalten. Dies hat den Zweck aus Sicht von Fiat Chrysler das Ungleichgewicht der beiden Unternehmensbewertungen auszugleichen – so kann man dann am Ende auf eine Fusion unter Gleichen mit je 50% Anteil am neuen Unternehmen kommen. Aber wer soll am Ende wohl die unternehmerische Führung erhalten, und wo sollen die Entscheidungen getroffen werden? Wenn die Italiener diesen Deal angeschoben haben, wollen sie wohl auch letztlich das Sagen haben? Ohhh, meinen wir. Ob die stolzen Franzosen das mitmachen werden? Kaum vorstellbar.

Und die beiden Giganten Toyota und Volkswagen? Werden die jetzt nervös? Wir meinen: Warum sollten sie! Denn auf Krampf herbeigeführte Größe (Kauf von Chrysler und jetzt die Fusion mit Renault) kann in der nächsten Wirtschaftskrise zu immensen Problemen führen. Intern würde es wohl ein schlimmes Hauen und Stechen geben, welche Standorte (USA, Italien, Frankreich) bluten müssten mit Entlassungen und Standortschließungen. Drei völlig verschiedene Unternehmenskulturen würden in einer echten Krise wie vor zehn Jahren wohl erst mal zeigen müssen, ob so ein Konglomerat wirklich krisenfest ist.

Fiat Chrysler
Foto: Alexander Migl CC BY-SA 4.0

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Marko

    27. Mai 2019 10:26 at 10:26

    Herr Kummerfeld, Bravo !

    Aber bei dieser vorgeschlagenen 08/15-Fusion, sieht man doch , wie verzweifelt die Autoindustrie ist ?

    Das wären, die Italiener , die Franzosen und der DC „Schrott“ ?

    Aber, jetzt mal so gesehen, der „Tesla-Laden“ steht ebenso unter Druck, und bei VW (ID) , beim Daimler „Mercedes GLC 350 e“, bewegt sich was, die beim Daimler sind mindestens bis 2020 ausverkauft (Kaufpreis netto unter 60000 EUR he, he,.. warum wohl… ? ), bei dem VW ID-Elektro-Ding ist nach 10000 Bestellungen deren Server zusammengebrochen.

  2. Avatar

    Shong09

    27. Mai 2019 10:49 at 10:49

    Renault halte ich für uninteressant, FiatChrysler wäre eine große Bürde und würde ich mit der Kneifzange nicht anfassen. Soweit ich weiss, gab/gibt es jetzt schon in Italien Werke die nicht geschlossen werden, die aber stillstehen und die 10.000e Arbeiter freigestellt sind.
    Sobald die Krise zuschlägt, war Renault bisher ein guter Kauf

  3. Avatar

    Marko

    27. Mai 2019 11:14 at 11:14

    Hallo,

    das Schlimme ist eigentlich – Chrysler, welcher , als Autohersteller, überhaupt nicht mit unserer europäischen Kultur zusammenpasst

    Renault ist übrigens ebenso ein „Konglomerat“ : Renault-Nissan-MB

    so ist das nun mal in der „Autowelt“ ?

  4. Avatar

    JensF

    27. Mai 2019 13:40 at 13:40

    Habe den Eindruck, dass die lahme Ente FC durch die Fusion ihr Überleben sichern will.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – gute Ergebnisse interessieren nicht

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die aktuell reinkommenden Quartalszahlen stehen im Fokus seiner heutigen Aussagen. Dazu kommen die US-Wahlen und die Coronakrise.

weiterlesen

Aktien

Das ist der wahre Beherrscher des Internets – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

haben Sie sich eigentlich einmal Gedanken gemacht, woher Sie als Nutzer die Daten und Informationen beziehen, wenn Sie etwa auf der Seite der Amazon oder der Seite von Google surfen? Die landläufige Meinung: Das kommt alles aus der Cloud bzw. einem zentralen Großserver, der irgendwo in den USA steht.

Das ist ein Irrglaube. Tatsächlich beziehen wir als Internet-Nutzer unsere Daten aus einem weltweit aufgespannten Netzwerk sog. CDN-Server (Content Delivery Network). Wenn Sie als Nutzer aus Deutschland eine Suchanfrage auf der Google-Seite starten, wird Ihre Anfrage also nicht erst über den Atlantik geschickt und anschließend zurück. Stattdessen werden die Internet-Nutzer von einem Server versorgt, der sich in räumlicher Nähe befindet.

Andernfalls wäre die Google-Seite unendlich langsam oder würde sogar kollabieren, wenn innerhalb weniger Minuten Millionen Anfragen zur gleichen Zeit eintreffen. So muss der Suchdienst im Durchschnitt pro Tag 3,5 Milliarden Suchanfragen pro Tag abarbeiten. Das schafft kein Cloud-Server der Welt. Hier gilt: Auch das digitale Internet unterliegt physikalischen Grenzen.

Hier schafft ein ausgeklügeltes CDN-System Abhilfe. Es verteilt die Anfragen auf unzählige weltweit installierte Einzelserver und sorgt auf diese Weise für einen Lastenausgleich in den Internetleitungen. Dadurch bleiben die Internetauftritte der Unternehmen komfortabel und schnell.

Daneben schafft das CDN-System Sicherheit einerseits für die Unternehmen als auch für die Nutzer. So ist es heutzutage nahezu ausgeschlossen, dass Hacker etwa die Seite der Amazon, der Zalando oder anderer Endkunden-Unternehmen lahm legen können. Tatsächlich werden schlimmstenfalls durch Hackerangriffe einzelne Server im CDN-System ausgeschaltet. Das System erkennt einen solchen Angriff und leitet den Nutzer sofort auf den nächsten noch aktiven Server weiter.

Damit schafft CDN sog. Redundanzen. Anders formuliert: Die dezentrale Struktur sorgt dafür, dass die Internetversorgung nie gänzlich zusammenbricht. Damit leisten die CDN-Netzwerke einen ganz wichtigen Beitrag für die Stabilität und Verfügbarkeit des Internets. Sie bilden also das Rückgrat des modernen Internets.

Wer betreibt diese Netzwerke?

Ein US-Unternehmen dominiert dieses Marktsegment quasi nach Belieben. Man unterhält weltweit 300.000 CDN-Server und kontrolliert damit in der Spitze bis zu 30 % des täglichen globalen Internetverkehrs. Nahezu alle Software- und Internetunternehmen des Silicon Valley schwören auf die Dienstleistungen dieses US-Unternehmens. Die Kundenkartei umfasst Adressen wie etwa Amazon, Apple, Facebook, Google oder Microsoft. In Europa bedient man Unternehmen wie Daimler, Nestlé, Wienerberger, Voestalpine oder etwa den Autozulieferer Schaeffler, um nur die wenigsten aus der üppigen Kundenkartei der Amerikaner zu nennen.

Vor allem für Unternehmen mit Endkundenkontakt und stark frequentierten Internetauftritten ist CDN absolute Pflicht. Denn die Nutzer springen heute rasch ab, wenn sich ein Seite langsam aufbaut oder sogar minutenlang gar nicht erreichbar ist. Ich kann Ihnen versichern, eine stabile und schnelle…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Aktien

Caterpillar meldet Quartalszahlen: Starker Rückgang, aber über Erwartung

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der weltweit größte Baumaschinenhersteller ist Caterpillar aus den USA. Die Firma gilt daher als Frühindikator, weil Bauwirtschaft und Industrie auf Baumaschinen angewiesen sind, bevor eine Volkswirtschaft expandieren kann. Steigen also die Firmenumsätze, deutet das auf eine weiter florierende US-Wirtschaft hin, und umgekehrt genau so. Deswegen sind die soeben veröffentlichten Quartalszahlen von Caterpillar so extrem wichtig. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz im letzten Quartal liegt bei 9,88 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 12,76/erwartet 9,8). Der Gewinn liegt bei 1,22 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,66/erwartet 1,12).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,3 Prozent.

Die operative Profitmarge sinkt im Jahresvergleich von 15,8 Prozent auf 10,0 Prozent.

Die rückläufigen Umsätze liegen laut Unternehmensaussage an der rückläufigen Kundennachfrage nach Geräten und Dienstleistungen.

CEO-Kommentar:

“I’m proud of our global team’s performance as we continue to safely navigate the pandemic while remaining firmly committed to serving our customers,” said Caterpillar Chairman and CEO Jim Umpleby. “Our third-quarter results largely aligned with our expectations, and we’re encouraged by positive signs in certain industries and geographies. We’re executing our strategy and are ready to respond quickly to changing market conditions.”

Datenblatt mit Details zu den Quartalszahlen von Caterpillar

Caterpillar-Baumaschine - Caterpillar-Quartalszahlen
Eine Baumaschine von Caterpillar auf der Bauma. Foto: Wald-Burger8 CC BY-SA 3.0

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen