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FiatChrysler: Träumt Marchionne immer noch von Fusion mit GM?

FMW-Redaktion

Schon seit Jahren ist bekannt, dass Fiat ein finanziell & strukturell eher schwach aufgestellter Autobauer ist. Es war ein großes Glück für Fiat-Chef Sergio Marchionne, dass die in den Konzern integrierte Marke Chrysler im Zuge des Auto-Aufschwungs in den USA auch für einen netten Geldregen im Fiat-Konzern sorgte.

Aber Marchionne scheint die grundlegende Schwäche von FiatChrysler schon lange erkannt zu haben – und so versucht er schon seit geraumer Zeit (überhaupt) einen Partner zu finden, mit dem er fusionieren kann, und natürlich muss es ein wirklich fiannzstarker Partner sein.

Schon im Sommer diesen Jahres bettelte er GM an, der nach der Insolvenz quasi neu erschaffene Branchenprimus in den USA solle doch bitte endlich mit seinem italienisch-amerikanischen Konzern fusionieren. Weltweit war Marchionne bereits unterwegs mit seinem Argument aufgrund der globalen Überproduktion in der Autobranche müsse fusioniert werden. Inhaltlich mag er recht haben, nur will anscheinend niemand mit seiner Firma fusionieren. Die Konkurrenten werden schon wissen, warum.

Man gucke sich als Beispiel den Bankensektor an, wo sich die große, honorige und solide Dresdner Bank im Londoner Investment Banking engagierte (Kleinwort Benson) und durch deren Schrott irgendwann so überladen war, dass der ganze Konzern de facto kaputt war. Nur ein paar freundliche Bitten von Mutti konnten bewirken, dass die kaputte Dresdner in der Commerzbank aufging. Ähnlich könnte es einem gesunden Autobauer ergehen, der sich vor allem das schwache Fiat-Geschäft reinholt und sich daran verschlucken könnte.

In einer aktuellen Studie sagt S&P, dass die Fusion der beiden Hersteller signifikante Risiken bei Integration und Ausführung mit sich bringe. Darauf angesprochen, sagte Marchionne am Wochenende dem Sender „CNBC“ er hätte den Bericht nicht gelesen, aber mit allem Respekt, S&P verstehe gar nichts. An den klaren und aggressiven Worten erkennt man Marchionne´s Hartnäckigkeit, oder ist es Verzweiflung?

Denn erst im September sagte GM-Chefin Mary Barra das Angebot von FiatChrysler mit GM fusionieren zu wollen sei nicht im besten Interesse der GM-Aktionäre. Man konzentriere sich lieber auf sich selbst. Stand heute kann man sagen: Selbst die gierigsten Hedgefonds und Icahn´s da draußen wissen, dass GM deutlich besser aufgestellt ist als FiatChrysler, und dass man sich mit der Firma massive Probleme aufladen könnte. Warum soll man sich als GM diesen Stress antun, zumal die Firma doch erst ein paar Jahre aus der Insolvenz raus ist und jetzt wieder auf einem „relativ“ guten Weg zu sein scheint.

FiatChrysler könnte beim nächsten großen Konjunktureinbruch, der die Autobranche mit voller Wucht trifft, vielleicht zusammen mit französischen Herstellern den Bach runtergehen. Von daher scheint Marchionne´s Devise zu lauten: „Irgendwo sicher unterkommen, bevor einen keiner mehr haben will“. Aber bisher schein niemand das Risiko eingehen zu wollen vor allem Fiat mit „in seine Bücher“ aufnehmen zu wollen.




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