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FIFA, Blatter und das FBI… immer der Spur des Geldes folgen!

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Nachdem eine vermeintliche Schmiergeldzahlung von 10 Mio Dollar von Südafrika via FIFA Richtung Karibik seinem Stellvertreter zugeordnet wurde, wird die Luft für den bald nicht mehr FIFA-Chef Sepp Blatter immer dünner. Das FBI arbeitet laut US-Medienberichten auf Hochtouren. Jetzt heißt es: immer der Spur des Geldes folgen, denn die führt letztlich immer zum Ziel…

Loretta Lynch macht der FIFA mächtig Druck
Loretta Lynch ist seit Kurzem Justizministerin
Foto: United States Government / Gemeinfrei

Die neue US-Justizministerin mischt den ganzen Laden auf

Als US-Justizminister/in hat man eine Machtfülle viel größer als in den meisten anderen Ländern. Man ist nicht nur direkter Vorgesetzter des FBI, sondern auch in Personalunion Generalstaatsanwalt der USA. Die erst frisch gewählte US-Justizministerin Loretta Lynch nutzt diese Machtfülle voll aus.

Kronzeuge

Wie wir bereits berichteten, wurde der ehemalige US-Funktionär Chuck Blazer vom FBI umgedreht und trug bei Meetings Mikrofone, die den Ermittlern einen noch nie da gewesenen Einblick in die FIFA gaben. Er entschied sich für Kooperation als Kronzeuge anstatt jahrelangem Gefängnisaufenthalt.

Die Nummer 2 bei der FIFA

Sepp Blatter´s Generalsekretär Jerome Valcke ist die Nummer 2 bei der FIFA, wenn es nach den Verwaltungsposten in der Zentrale in Zürich geht. Er hat, wie die „New York Times“ berichtet, 10 Mio US-Dollar „Entwicklungshilfe“ für Fußball vom FIFA-Mitglied Südafrika erhalten, und leitete es wie von Südafrika gewünscht an den Verband CONCACAF (Mittel/Südamerika + Karibik) weiter, und das kurz vor der WM 2010. Das Geld landete auf einem Konto in New York, weshalb sich die US-Justiz auch als zuständig sieht. Hier endet vorerst die Spur des Geldes. Diese 10 Mio Dollar, wohin sie auch immer flossen, könnten Sepp Blatter am Ende das Genick brechen. Denn Funktionäre wie Jack Warner sollen ab hier mit der Veruntreuung begonnen haben. Von einem New Yorker Bankkonto aus den weiteren Geldfluss festzustellen, sollte für das FBI kein Riesenproblem darstellen. FIFA-Generalsekretär Valcke dementierte umgehend seine Verantwortung für den Transfer von Zürich nach New York, aber die NYT scheint sich ihrer Sache sicher zu sein.

Wie man munkelt, lief auch bei der Vergabe der WM 2006 nach Deutschland nicht alles sauber, aber hier und heute geht es um den allerersten konkreten Beweis, dass Korruption „buchungstechnisch“ bei der FIFA in der Schweiz nachweisbar ist.

Warum trat Blatter zurück?

Warum Sepp Blatter so überraschend zurückgetreten ist, zumal er kurz zuvor erneut gewählt wurde? Die einzige Erklärung ist, dass er von seinen Anwälte Neuigkeiten erhielt, dass nun auch gegen ihn ermittelt wird. Denn wie der US-Fernsehsender ABC berichtet, ermittelt das FBI inzwischen auch konkret gegen ihn, Zitat:

„This comes as sources familiar with the case told ABC News today that Blatter is being investigated by the FBI and U.S. prosecutors as part of the probe that led to last week’s stunning indictments. Now that people are going to want to save themselves, there’s probably a race to see who will flip on [Blatter] first,” one source said, explaining how the feds typically try to get people to inform on their superiors. We may not be able to collapse the whole organization but maybe you don’t need to,” one of the sources said.“

Bald Ex FIFA Chef Sepp Blatter
Bald Ex-FIFA-Chef Sepp Blatter
Foto: Sputniktilt/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Natürlich gibt es die Möglichkeit, dass all das ein großer Bluff der US-Behörden ist, weil man gegen Blatter derzeit nichts in der Hand hat nach dem Motto „Angst und Schrecken verbreiten, bis irgendwer gegen Blatter auspackt“. Funktionieren könnte es. Aber wenn es stimmt, was ABC meldet, könnte jetzt jeden Tag aus den USA auch für Sepp Blatter ein Haftbefehl in der Schweiz eintrudeln. Könnte es am Ende so kommen wie in schlechten Krimis? Generalsekretär Valcke sieht sich selbst derart in Bedrängnis, dass er seinen Chef Blatter verpfeift? Am Ende trat Sepp Blatter wohl zurück, weil es nichts Peinlicheres gegeben hätte direkt aus seinem Büro in der FIFA-Zentrale heraus abgeführt zu werden.

Die US-Justizministerin, erst heute auf einer PK zu Blatter befragt, sagte dazu gar nichts, sondern nur es wäre schön, wenn die FIFA sich auf ihre Arbeit (Fußball) konzentrieren würde. Aber wer an ihrer Entschlossenheit zweifelt, studiere gerne nochmal das Original-Statement der FIFA-Verhaftungen von letzter Woche. Dies sei erst der Anfang der Ermittlungen gewesen.

Offizieller aktueller Stand der Dinge ist immer noch, dass weder die Behörden in der Schweiz noch in den USA gegen Sepp Blatter ermitteln. Aber was sollten sie auch anderes sagen? Bevor man die FIFA-Herren letzte Woche aus ihrem Hotel in der Schweiz verhaftete, gab es auch keine offizielle Vorab-Info.

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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