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FIFA: FBI hatte US-Delegierten „umgedreht“

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Wie wir gestern berichteten, fordert die US-Justiz die Auslieferung von 7 gestern in der Schweiz verhafteten FIFA-Funktionären. Die umfassenden Ermittlungen des FBI kamen überhaupt erst ins Rollen, weil man ein US-Delegierten der FIFA umdrehen konnte…

FIFA Chef Sepp Blatter
FIFA-Chef Sepp Blatter
Foto: Sputniktilt/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Ein FIFA-Mann brachte alles ins Rollen

Wie kam die US-Justiz an konkrete Informationen über kriminelle Machenschaften? Man ging vor als würde man gegen die Mafia oder milliardenschwere Finanzbetrüger an der Wall Street ermitteln. Man suchte sich einen Insider, über dessen Kopf bereits eine hohe Gefängnisstrafe schwebt, und bot ihm einen Deal an. Diesen Jemand fand das FBI in der Person „Chuck Blazer„. Der 70jährige und inzwischen an Krebs erkrankte Ex-Funktionär der FIFA hatte jahrelang Schmiergelder für Vermarktungsrechte uvm auf seine schwarze Kasse auf den Cayman Islands fließen lassen, bis das FBI ihm auf die Schliche kam. Allein seine Steuerschulden auf dieses Schwarzgeld sollen zwischen 10-20 Millionen Dollar betragen. Um einer langen Haftstrafe zu entgehen, ließ er sich bereits 2012 vom FBI umdrehen und wurde zum Kronzeugen bzw. Informanten. Er vereinbarte Treffen mit alten FIFA-Weggefährten und trug dabei in Uhren und Armbändern versteckte Mikrofone, die den FBI-Ermittlern Einblicke in die Struktur der FIFA-Machenschaften boten. Auf diese Einblicke konnte man seine Ermittlungen aufbauen. Über seine Rolle als Informant berichtete die „New York Daily News“ bereits im November 2014 ausführlich, aber so richtig nahm niemand davon Notiz, da bis jetzt nichts passierte. Aber von heutiger Sicht aus kann man sagen: es dauert halt einige Monate, bis solch komplizierte Ermittlungen zu einem Ergebnis führen.

Keiner tat was, bis die Amis kamen

Weil der Geldfluss teilweise auch über US-Banken lief und der Fußballverband für Mittel- und Nordamerika, in dem auch die USA Mitglied sind, auch von Korruption und Geldwäsche betroffen war, fühlen sich die USA zuständig. Laut US-Justizministerium erwarten die 7 Angeklagten, von denen 6 nicht an die USA ausgeliefert werden wollen, Haftstrafen von bis zu 20 Jahren. Hier ein Auszug aus dem gestrigen Statement des US-Justizministeriums:

„The indictment alleges that, between 1991 and the present, the defendants and their co-conspirators corrupted the enterprise by engaging in various criminal activities, including fraud, bribery and money laundering. Two generations of soccer officials abused their positions of trust for personal gain, frequently through an alliance with unscrupulous sports marketing executives who shut out competitors and kept highly lucrative contracts for themselves through the systematic payment of bribes and kickbacks. All told, the soccer officials are charged with conspiring to solicit and receive well over $150 million in bribes and kickbacks in exchange for their official support of the sports marketing executives who agreed to make the unlawful payments. Most of the schemes alleged in the indictment relate to the solicitation and receipt of bribes and kickbacks by soccer officials from sports marketing executives in connection with the commercialization of the media and marketing rights associated with various soccer matches and tournaments, including FIFA World Cup qualifiers in the CONCACAF region, the CONCACAF Gold Cup, the CONCACAF Champions League, the jointly organized CONMEBOL/CONCACAF Copa América Centenario, the CONMEBOL Copa América, the CONMEBOL Copa Libertadores and the Copa do Brasil, which is organized by the Brazilian national soccer federation (CBF). Other alleged schemes relate to the payment and receipt of bribes and kickbacks in connection with the sponsorship of CBF by a major U.S. sportswear company, the selection of the host country for the 2010 World Cup and the 2011 FIFA presidential election.“

Wir haben es gestern geschrieben und wiederholen es heute: die USA selbst haben fast nichts mit der Korruption rund um die FIFA zu tun – wenn schon, dann eher die Schweiz. Alle jammern über die angebliche Korruption, aber niemand tat bisher etwas. Nur das anscheinend energische und engagierte Auftreten der US-Ermittler bringt endlich Leben in den FIFA-Sumpf. Traurig, wenn man gestern unseren deutschen Justizminister (wie heißt er eigentlich?) vor der Kamera gesehen hat, wie zurückhaltend und ängstlich er sagte, dass auch die FIFA kein rechtsfreier Raum sei. Man merkte ihm regelrecht an, dass er anscheinend überhaupt nicht in die Ermittlungen involviert war und auch aus der Presse davon erfuhr. Warum hat kein Staatsanwalt in Deutschland gegen die FIFA ermittelt? Man hätte wie die USA auch seine eigene Zuständigkeit konstruieren können – wenn man denn ein ernsthaftes Interesse gehabt hätte einzugreifen.

Wie immer – der Chef wusste von nichts

Und was ist mit Sepp Blatter? Der Chef der FIFA wusste natürlich von all dem nichts, weder von Korruption, noch von Geldwäsche, Betrug oder persönlicher Bereicherung. Um ihn herum grassiert das Verbrechen, aber er hat nichts gesehen. Wenn dem so ist, dann ist er der blindeste und inkompetenteste Unternehmenschef aller Zeiten. Aber keine Angst – die FIFA-Herrschaften wählen sich ja alle gegenseitig, ohne externe oder höher gestellte Aufsichtspersonen – ein in sich geschlossener Kreis. Was soll da schief gehen bei der morgigen Präsidentenwahl? Die Stimmen der FIFA-Delegierten hat Sepp Blatter wohl sicher, außer der meisten Mitglieder aus Europa, aber die machen „nur“ gut 1/4 aller Verbände aus. Also heißt es wohl „Augen zu und durch im alten Trott“.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    joah

    28. Mai 2015 12:18 at 12:18

    Das ganze Geschreibsel hier in diesem Artikel hat zwar einen entrüsteten, jedoch auch einen sehr naiven und unkunden Beigeschmack. Der Artikel wirkt in sich fehl, wie wenn jemand bewusst so unwissend tut, sich zur Seite stellt und mit gekünsteltem Entsetzen die Sachlage kommentiert.

  2. Avatar

    khaproperty

    28. Mai 2015 15:38 at 15:38

    Überall – auch in allen Sportarten – wo Geld eine überragende Rolle spielt oder spielen kann, grassiert Lug, Betrug und übles Schmierentheater für eine große Masse von überwiegend schwer fanatisierten Gläubigen eher prekärer Wesensart.
    Radsport, Ligafußball mit seinen Toto-Systemen, auch Boxen etwa oder Base- und Football, Soccer und selbstverständlich Fußball traditioneller Art sind nichts weiter als Spielwiesen für mehr oder minder entwickelte Kriminelle bis weit hinein in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
    Natürlich und leider sind auch weder alle Spieler noch alle Zuschauer davon ausgenommen – Vereine, Organisatoren und der weltweite Rundfunk ebenso wenig.
    So what ?

  3. Avatar

    rolf

    29. Mai 2015 06:52 at 06:52

    Der Artikel ist mehr als banal. Wennn US Behörden sich erlauben irgendwo in der Welt amerik. Recht umzusetzen und mit Anti-Mafia Methoden ihnen nicht genehme Organisationen unterwandern hat das immer einen politischedn Hintergrund. So naiv wie sich der Artikleschreiber gebärt ist er hoffentlich nicht bei der Beurteilungen der Börsen.
    Diese „Entrüstung“ hätte man sich sparen können.
    Es wird Zeit das den US Amerikanern langsam aber sicher der alle „selig machende Dollar Geldzahn“ gezogen wird.
    Warten wir mal die nächsten fünf Jahre ab.

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

Redaktion

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Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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