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Finanzielle Repression macht viele Deutsche ratlos!

Wolfgang Müller

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am

Die finanzielle Repression macht viele Deutsche ratlos – was tun? Die Finanzkrise 2008 hatte einen Trend noch einmal beschleunigt: Seit Jahrzehnten geht es mit den Zinsen tendenziell nach unten, oder soll man sagen, seit vielen Jahrhunderten, wie die Arbeiten des Wirtschaftshistorikers Professor Paul Schmelzing aufzeigen – seit dem Mittelalter. Die Schulden stiegen stetig weiter an und die Zentralbanken übernahmen Aufgaben der Politik, die sich vor harten Reformschritten gedrückt hat. In der Coronakrise sind wir jetzt am Zins-Nullpunkt angelangt, mit immer deutlicheren Folgen für die Geldsparer und damit insbesondere für die Deutschen.

Finanzielle Repression und das Vermögen der Deutschen

Bei der letzten Übersicht der Deutschen Bundesbank nach der ersten Jahreshälfte 2020 wurde die „fatale“ Aufteilung (im Zeitraum einer finanziellen Repression) wieder einmal sichtbar. Von den 6,63 Billionen Euro entfielen:

2,423 Billionen Euro auf Versicherungen
1,882 Billionen Euro auf Bargeld und Girokonten
811 Milliarden Euro auf Termin- und Spareinlagen
704 Milliarden Euro auf Aktien
666 Milliarden Euro auf Investmentfonds
115 Milliarden Euro auf Schuldverschreibungen
30 Milliarden Euro auf Sonstiges

Das meiste Geldvermögen schlummert also in Anlagen wie Lebensversicherungen, die aber auch dem deutlichen Renditeverfall auf den Geldmärkten ausgesetzt sind.

Wie in jedem Jahr veröffentlichte Deutschlands größte Versicherung Allianz Leben Anfang Dezember die sogenannte Gesamtverzinsung für das bevorstehende Jahr, wieder einmal mit einer Absenkung. Für die klassische Police gibt es 2021 noch 2,3 Prozent gutgeschrieben, nach 2,5 im aktuellen Jahr.

Laut statista ergibt sich damit für 2020 eine durchschnittliche Rendite für Lebensversicherungen von 2,45 Prozent, 2010 waren es noch über vier Prozent, im Jahr 2000 noch 7,15 Prozent.

Im Vergleich zu den allgemeinen Zinsen klingt dies noch nach einer akzeptablen Rendite, die aber nur zustande kommt, weil die Versicherungen noch langlaufende Anleihen im Depot haben, die über viele Jahre große Kupons besaßen. Tempi Passati

55 Monate negative Realrendite

Das ist eine Schlagzeile aus dem Wirtschaftsteil der „Welt“, die das ganze Dilemma des Geldsparens zusammenfasst und die finanzielle Repreission in Reinkultur beschreibt!  Selbst deutsche Langläufer bringen seit gut viereinhalb Jahren Kaufkraftverluste für die Investoren – und daran können nicht einmal negative Inflationsraten etwas ändern.

Da die Zinsen nun bei Null oder darunter angekommen sind, kann man nicht einmal mehr mit dem spekulativen Handel von Langläufern Geld verdienen. Für Kursgewinne über die so genannte Duration müssten die Renditen weit in den Negativbereich absinken. Keine schöne Perspektive, denn das würde eine weiter dramatisch abstürzende Wirtschaft voraussetzen – und das im Stadium der Impfeuphorie. Die finanzielle Repression und die Erosion der Sparzinsen hat natürlich eine Ursache in Gestalt der Europäischen Zentralbank, die 2014 erstmalig Strafzinsen für Kreditinstitute eingeführt hat. Die Absicht war und ist es die Banken dazu zu bringen, kurzfristig mehr Liquidität in die Realwirtschaft zu pumpen. Inzwischen ist man bei minus 0,5 Prozent angekommen und mehr und mehr Geldinstitute verlangen bereits auch Verwahrentgelt für Privatkunden und deren Einlagen.

Wie wird der deutsche Sparer weiter darauf reagieren?

Cash is trash, so warnte Ray Dalio, Gründer des 160-Milliarden-Hedgefonds Bridgewater Associates, vor einer zu großen Bargeldhaltung der Investoren bei einem Interview zu Beginn diesen Jahres. Noch nicht ahnend, was die Notenbanken in den nächsten Wochen mit den Zinsen weltweit machen würden. Wie verhielt sich der deutsche Sparer im Jahrzehnt der Zinserosion?

Bisher haben die Deutschen auf die sinkenden Zinsen einfach so reagiert, dass man die Sparrate erhöht hat. Bringt natürlich keine echte Rendite über Jahre mit dem berühmten Zinseszinseffekt. Aktien-Skeptiker werden jetzt laut aufschnaufen, wenn die Rendite der Aktienanlage in ihrer Gesamtheit seit dem Jahr 1900 vor Steuern und Inflation genannt wird: 9,6 Prozent per annum. Auch wenn man nur den Zeitraum des Dax 30 heranzieht, waren es noch knapp acht Prozent. In Hunderten Tabellen in verschiedenen Fachpublikationen wurde es schon dargestellt, welch gigantischer Unterschied entsteht, ob man acht statt 2,3 Prozent Rendite über einen längeren Zeitraum bekommt. Wie zum Beispiel bei einer aktuellen Lebensversicherung mit einer Laufzeit von 25 Jahren.

Die finanzielle Repression hat zu einer Zinsschmelze geführt mit deutlichen Auswirkungen für die Geldanlage und die Vorsorge.

Aber viele Bundesbürger sind zunächst einmal nur ratlos, erkennbar daran, dass sie ihr Geld einfach nur auf dem Girokonto liegen lassen.

„Der Anteil von Sichteinlagen klettert seit Jahren und hat dieses Jahr einen Höchstwert erreicht“, so Michael Stappel von der DZ Bank in Frankfurt. Nach dessen Berechnungen bestehen inzwischen mehr als 28 Prozent des gesamten Geldvermögens in Deutschland aus Bankeinlagen oder Bargeld. Die Folgen sind eigentlich bekannt und werden ständig in Wirtschaftsteilen von Zeitungen dargelegt. Die Einbußen der Privathaushalte betragen bei Einlagen, Rentenfonds und Versicherungen seit 2014 schon mehr als 600 Milliarden Euro. Auf der anderen Seite die Gewinner der niedrigen Zinsen, die Schuldner, ob für Immobilien oder Konsumausgaben, Ersparnisse in Höhe von 300 Milliarden Euro.

Selbst der Ökonom Daniel Stelter spricht von einer groß angelegten Umverteilung, von der insbesondere der Staat als größter Schuldner profitiert. Aber das Thema finanzielle Repression (also der relative Schuldenabbau durch Inflation bei gleichzeitiger Zinserosion) könnte im neuen Jahr erst recht Fahrt aufnehmen. Wenn der Sondereffekt der temporären Mehrwertssteuersenkung ein Ende hat, die Steuererhöhungen greifen (CO2-Abgaben) und sich die Preise für Sprit und Heizöl nach oben bewegen. Bei über 47 Millionen zugelassenen Verbrennern und sechs Millionen Ölheizungen, keine Petitesse. Momentan ist noch ständig die Rede von den deflatorischen Auswirkungen der Corona-Krise.

Fazit

Die Daten zu den Entwicklungen der Zinsen und der Anleihen im letzten Jahrzehnt zeigen einmal mehr, warum es so schwierig ist, das zweite Jahrzehnt in diesem Jahrhundert mit früheren Perioden zu vergleichen. Warum Aktien trotz stagnierender Gewinne nur bei besonderen Umständen (Corona) korrigieren. Aber worauf warten? Es klingt eigentlich unglaublich, dass auf deutschen Giro- und Sparkonten deutlich mehr Geld lagert, als es der Wert aller Aktien in der Dax-Familie bis hin zu SDAX ausmacht.

Finanzielle Repression bedeutet faktisch: Wie sollen die notwendigen Summen für jedwede Vorsorgesysteme erwirtschaftet werden? Immer wieder blickt man auf das norwegische Modell eines Staatsfonds, aber dahingehende Vorschläge werden aus dem Umfeld von Olaf Scholz rasch abgebügelt – noch.

 

 

Die finanzielle Repression und die Ratlosigkeit der Deutschen

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    thinkSelf

    8. Dezember 2020 22:59 at 22:59

    Da das Residual aus Schuldgeld und Geldvermögen immer 0 ist, steigen die Geldvermögen mit den Schulden. Da Schuldgeld nicht durch „drucken“ entsteht (das sind nur Geldsymbole), sondern durch eine nicht geschlossene Tauschtransaktion sind Schulden und damit Geld eine offene Lieferposition. Sprich die Geldbesitzer haben Anspruch auf die Lieferung noch nicht produzierter Güter im Tauschwert ihres Geldvermögens.
    Schulden können ausschließlich durch schließen der Tauschtransaktionen abgebaut werden. Also indem die Gläubiger ihr Geld ausgeben. Die Besitzer großer Vermögen machen das, indem sie ihr Geld in Aktien und Immobilien stecken. Deshalb tobt hier inzwischen eine heftige Inflation. Und das obwohl sich diese Käufe unter Renditegesichtspunkten häufig nicht lohnen. So lassen sich z.B. viele Immobilien nicht mehr über die Miete refinanzieren, sind per se also Geldvernichtung. Das selbe gilt für die überwiegende Mehrheit der Aktien. Denn die müssten sich alleine aus der tatsächlich ausgeschütteten Dividende tragen, tun das aber nur selten.

    Deswegen sitzen jetzt alle in der Falle aus der es kein Entkommen gibt. Beginnen sie in großem Maße ihre Vermögen auszugeben, kommt es zur schnellen Inflation. Dann haben sie nichts von ihrem Geld, da es seinen Tauschwert verliert.
    Horten sie es weiter auf ihren Konten, dann haben sie zwar das Gefühl „reich“ zu sein, haben aber ebenfalls nichts davon, da sie weiterhin keine Güter für ihr Geld bekommen.

    Die gestellte Frage ist berechtigt: Wie sollen die notwendigen Summen für jedwede Vorsorgesysteme erwirtschaftet werden?
    Und die Antwort ist ganz einfach. Gar nicht. Sie werden nicht erwirtschaftet und können in dieser durch massive Dekadenzerscheinungen (Gender, Klima, Identitätspolitik, Viren Paranoia, etc.) geprägten Gesellschaft auch nicht (mehr) erwirtschaftet werden. Bullshit Jobs schaffen keine Güter (übrigens auch versteckte Arbeitslose nicht). Deshalb werden alle diese Dienstleistungen und Versorgungssysteme erst immer schlechter und am Ende vollständig verschwinden.

    Da hilft auch kein Staatsfond. Denn würden alle einen aufmachen, gehen die Aktienkurse durch die Decke. Und der Besitz von Aktien nützt nichts, denn sie müssen ja einen permanenten Zahlungsstrom abwerfen. Das bedeutet, dass die Aktien entweder eine hohe Dividende abwerfen müssen (was sie in Bezug auf die Kurse nicht können) oder der Fond muss sie wieder verkaufen. Wenn er Glück hat mit Gewinn. Aber auch das wird nur sehr bedingt und nur bei den ersten funktionieren.
    Die Norweger werden merken, das auch ihr Staatsfond nicht mehr viel Wert sein wird, wenn ihnen die Öl und Gasreserven ausgehen. Dann wird Norwegen merken, das es dann wieder genau so arm ist wie vor dem Ölboom.

    Die Vermögensverteilung wird in absehbarer Zeit wieder so aussehen, wie in jedem Feudalsystem. Den Zugriff hat ausschließlich auf Vermögen hat nur eine winzige Elite (formerly known as Adel) und der Rest ist vollständig von diesen und ihren Launen abhängig. Ca. 80% vom Weg dahin haben wir bereits geschafft. Der richtig fiese Teil kommt aber noch.

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Jerome Powell – seine Aussagen auf der PK + Live-Feed – Impressionen einer surrealen Veranstaltung..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

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Was wird Jerome Powell heute sagen? Im Statement der Fed kein Wort zu den jüngsten spekulativen Exzessen – werden die Journalisten diesmal nachhaken und die wirklich wichtigen Fragen stellen?

– Powell muss erstmal tiefer durchatmen..

– Wirtschaftsentewicklung hängt von Virus ab – Wirtschaft hat sich wieder abgeschwächt, Konsum hat sich abgeschwächt

– Immobilienmarkt hat sich erholt (FMW: eine Umschreibung für massiv steigende Preise..)

– Arbeitsmarkt bleibt schwach, Menschen mit geringem Einkommen am stärksten betroffen

– Inflation bleibt niedrig, aber könnte anziehen wegen Impfungen

– Wirtschaft aber robuster als zu befürchten war

Ups, das war kurz – Powell „hat schon fertig“, jetzt kommen Fragen..

—–

Und gleich die Frage nach Gamestop, wow.. Powell: ich äussere mich nicht zu bestimmten Firmen (FMW: sondern behaupte einfach, dass wir mit unserer Geldpolitik nicht Blasen begünstigen…)

– Powell: beobachten Finanzbedingungen sehr genau

– jetzt Steve Liesman von CNBC zu Bewertungen, am Beispiel von Bitcoin, Gamestop etc. (FMW: Liesman ist der einzige, der ernsthafte Fragen stellt!). Und sinngemäß sagt Powell: wir kümmern uns um die Wirtschaft, nicht um Blasen..

– Powell: es ist nicht die Geldpolitik der Fed, die Bewertungen der Märkte bedingt, sondern die Sache mit dem Impfstoff (FMW: viel dreister kann man eigentlich nicht die Unwahrheit sagen! Klar: der Impftstoff ist ein zentraler Treiber, aber wo stünden die Aktienmärkte ohne die Fed??)

– Powell zu Inflation: wird vielleicht vorübergehend steigen, aber nicht nachhaltig, weil deflationäre Trends seit langem bestehen. Es sei viel schwieriger, mit Deflation umzugehen als mit Inflation (FMW: puh..)

– jetzt die Frage, ob die Fed-Mitglieder bereits geimpft seien..Powell: ich wurde einmal geimpft und hoffe die zweite Dosis bald zu bekommen

– jetzt redet Powell über die Wirtschaft und Menschen – aber was hat die Fed mit Menschen und Wirtschaft zu tun??

– Frage von einem Bloomberg-Moderator: seid ihr als Fed überhaupt noch handlungsfähig, weil ihr die Zinsen weder senken noch anheben könnt? Powell: unsere Geldpolitik funktioniert, zum Beispiel am Immobilienmarkt

– Powell: es gibt keinen Grund. bei Erholung der Wirtschaft nicht die Zinsen anzuheben und unsere ultralaxe Geldpolitik einzustellen (FMW: is klar, Jerome..)

– Powell insistiert: nachhaltige Inflation unwahrscheinlich..

– Powell: werde gut mit Yellen zusammen arbeiten, habe aber mit ihr noch nicht gesprochen, auch nicht mit Biden

– Frage nach Furcht vor Immobilienblase oder Blase bei Unternehmensanleihen – Powell: extrem steigende Nachfrage nach Immobilien vorübergehend, bei Unternehmensanleihen sehe ich die Tatsache, dass es weniger Insolvenzen gibt (FMW: es wird immer surrealer, wie Powell versucht, die Blasen-Bildungen weg-zureden!)

FMW: bleiben sie dran bei FMW – wir bringen die Zahlen von Tesla, Facebook und Apple und die Marktreaktionen darauf!

Der Live-Feed:

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Jerome Powell über das Evangelium der Fed

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Fed: Das sagt das Statement der US-Notenbank – weit und breit keine Blasen, nirgends..

Markus Fugmann

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Von der US-Notenbank Fed ist eigentlich heute nicht viel neues zu erwarten. Eigentlich. Aber wird dennoch etwas gesagt im Statement der Notenbank zur derzeitigen Spekulations-Euphorie? Hier die wichtigsten Aussagen der Notenbank in Stichpunkten:

– Wirtschaftswachstum hat sich abgeschwächt: „The pace of the recovery in economic activity and employment has moderated in recent months, with weakness concentrated in the sectors most adversely affected by the pandemic“
Beim letzten Statement hatte es noch geheißen in Sachen Wirtschaft: „Economic activity and employment have continued to recover but remain well below their levels at the beginning of the year.“

– keine Erwähnung spekulativer Exzesse (Gamestop!)

– wenn Situation verschlechtert, wird Notenbank handeln: „would be prepared to adjust the stance of monetary policy as appropriate if risks emerge that could impede the attainment of the Committee’s goals“

– Inflation bleibt moderat wegen Ölpreisen: „Weaker demand and earlier declines in oil prices have been holding down consumer price inflation“

FMW: Subtext der Fed – kauft alles, wir bailen euch aus. Gamestop ist cool!

Das Statement im Wortlaut:

The Federal Reserve is committed to using its full range of tools to support the U.S. economy in this challenging time, thereby promoting its maximum employment and price stability goals.

The COVID-19 pandemic is causing tremendous human and economic hardship across the United States and around the world. The pace of the recovery in economic activity and employment has moderated in recent months, with weakness concentrated in the sectors most adversely affected by the pandemic. Weaker demand and earlier declines in oil prices have been holding down consumer price inflation. Overall financial conditions remain accommodative, in part reflecting policy measures to support the economy and the flow of credit to U.S. households and businesses.

The path of the economy will depend significantly on the course of the virus, including progress on vaccinations. The ongoing public health crisis continues to weigh on economic activity, employment, and inflation, and poses considerable risks to the economic outlook.

The Committee seeks to achieve maximum employment and inflation at the rate of 2 percent over the longer run. With inflation running persistently below this longer-run goal, the Committee will aim to achieve inflation moderately above 2 percent for some time so that inflation averages 2 percent over time and longer‑term inflation expectations remain well anchored at 2 percent. The Committee expects to maintain an accommodative stance of monetary policy until these outcomes are achieved. The Committee decided to keep the target range for the federal funds rate at 0 to 1/4 percent and expects it will be appropriate to maintain this target range until labor market conditions have reached levels consistent with the Committee’s assessments of maximum employment and inflation has risen to 2 percent and is on track to moderately exceed 2 percent for some time. In addition, the Federal Reserve will continue to increase its holdings of Treasury securities by at least $80 billion per month and of agency mortgage‑backed securities by at least $40 billion per month until substantial further progress has been made toward the Committee’s maximum employment and price stability goals. These asset purchases help foster smooth market functioning and accommodative financial conditions, thereby supporting the flow of credit to households and businesses.

In assessing the appropriate stance of monetary policy, the Committee will continue to monitor the implications of incoming information for the economic outlook. The Committee would be prepared to adjust the stance of monetary policy as appropriate if risks emerge that could impede the attainment of the Committee’s goals. The Committee’s assessments will take into account a wide range of information, including readings on public health, labor market conditions, inflation pressures and inflation expectations, and financial and international developments.

Voting for the monetary policy action were Jerome H. Powell, Chair; John C. Williams, Vice Chair; Thomas I. Barkin; Raphael W. Bostic; Michelle W. Bowman; Lael Brainard; Richard H. Clarida; Mary C. Daly; Charles L. Evans; Randal K. Quarles; and Christopher J. Waller

Die Fed - was wird sie heute sagen?

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Aktien

Mit Zocken reich werden – der neue „American dream“ ersetzt den Traum vom eigenen Haus

Claudio Kummerfeld

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American Dream Symbolfoto

Man erinnere sich an die Zeiten von Bill Clinton und George Bush, und auch von Notenbank-Chefs wie Alan Greenspan. Die inoffizielle Staatsraison der 1990er und 2000er in den USA war (unter anderem): Jedem Amerikaner solle es möglich sein in seinem eigenen Haus zu leben. Das war der American Dream. Unterschwellig (so meine Meinung) war damit die Aussage an die eigene Bevölkerung verbunden, dass man sagen konnte: Schaut her, wir sind das größte, reichste und stärkste Land der Welt. Unsere Bürger können sich alle ein eigenes Haus leisten.

Die Regulierungen am US-Häusermarkt wurden dramatisch runtergefahren. Millionenfach wurden von der Regierung befeuert Hauskredite vergeben an Menschen, die in vielen Fällen noch nicht mal eine Arbeit hatten. Sie hatten noch nicht mal bei beschönigender Betrachtung irgendeine Art von Bonität. Die Katastrophe war vorprogrammiert, und das ganze Kartenhaus brach ab 2007 zusammen – was wir heute als Finanzkrise 2008 bezeichnen. Es war ein großer Traum, der für viele Amerikaner zum Albtraum wurde und für viele mit einem Schlafplatz unter einer Brücke endete.

Im Corona-Jahr 2020 entstand offenbar ein neuer American Dream. Nicht mehr Häuser auf Kredit kaufen, sondern ohne Arbeit, Wissen, Recherche oder sonst etwas reich werden, vom eigenen Computer, von zuhause aus. Durch stumpfes, sinnbefreites Zocken in Aktien, die man selbst gar nicht kennt. Einfach drauf los zocken, und schnell und einfach reich werden. Das ist wohl der neue amerikanische Traum. In der Coronakrise hockten auf einmal Millionen Amerikaner zuhause, betätigungslos. Sehr üppige staatliche Hilfen beschwerten Millionen arbeitsloser Amerikaner ein höheres monatliches Einkommen, als sie es vor Corona mit Arbeit hatten.

Klar erkennbar war die daraufhin folgende Welle an Millionen neuer Brokerkonten in den USA. Unglaublich aber wahr. Unzählige Menschen kauften sich von den staatlichen Hilfen nichts zu essen (sinnbildlich ausgedrückt), sondern überwiesen die Gelder auf ihre frisch eröffneten Brokerkonten. Hinzu kommen die neuen Broker wie „Robinhood“, bei denen man ganz ohne Gebühren zocken kann. Dadurch wurde es möglich auch mit Kleinstbeträgen von mehreren hundert Dollar drauf los zu zocken. Rein, raus, rein, raus, immer weiter.

Robinhood-Chef beschreibt den neuen American Dream

Vlad Tenev, CEO und Mitbegründer von Robinhood, des bekanntesten dieser neuen Broker für die junge wilde Zocker-Meute, hat heute einen Gastkommentar auf CNBC veröffentlicht (hier nachzulesen). Er spricht davon, dass es der neue American Dream sei ein „Investor“ zu werden, nach dem vormaligen Traum vom eigenen Haus. Er erwähnt, dass viele seiner Kunden Aktien kaufen und dann langfristig halten würden. Will da jemand Kritik am stumpfen und sinnbefreiten Zocken vorbeugen? Die Mission von Robinhood sei es nach seinen Worten, das Finanzwesen zu demokratisieren – dies sei im amerikanischen Idealismus verwurzelt. Amerika sei schon immer stolz auf seine Fähigkeit gewesen, Aufwärtsmobilität und Chancen mit wenigen Barrieren zu fördern. Dieses nationale Ethos des „American Dream“ sei so alt wie die Nation selbst. Im 20. Jahrhundert habe sich alles um den Erwerb von Wohneigentum gedreht, was unter anderem durch die 30-jährige Hypothek vorangetrieben wurde. Jetzt, wo es im Börsenhandel keine Provisionen und Mindestbeträge mehr gibt, sei die Bühne frei für einen neuen amerikanischen Traum, bei dem nahezu 100 Prozent der US-Bürger Investoren werden sollen. „Lassen Sie uns das schaffen – gemeinsam“, so seine finalen Worte.

Dazu möchte ich final anmerken: Ist das noch „Investieren“, was wir derzeit am US-Aktienmarkt sehen? Wohl kaum. Völlig wertlose Unternehmen unbegrenzt nach oben traden, ohne jeglichen Sinn und Verstand? Auf Dauer kann das nicht gut gehen. Wir haben es auf finanzmarktwelt.de die letzten Tage mehrfach angesprochen (hier der letzte Video-Kommentar von Markus Fugmann heute früh). Die ganz frische Generation von Tradern hat das Platzen der Dotcom-Blase und die Finanzkrise 2008 gar nicht erlebt. Damals waren diese Trader gerade erst geboren oder noch in der Grundschule. Sie kennen nur steigende Kurse, nur Party, nur nach oben, völlig sinnbefreit. Auch sie werden wohl eines Tages einen großen Knall erleben. Einige von ihnen werden auch nach so einem Crash immer noch kräftig Geld auf der Kante haben – andere werden nach dem „All In“ wohl ähnliches erleben wie viele Menschen nach der Zwangsräumung ihrer Häuser in den Jahren 2005, 2006 und 2007.

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