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Finanzkrise: Sahra Wagenknecht mit hochinteressantem Vortrag (VIDEO)

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Sahra Wagenknecht gilt in der breiten Öffentlichkeit ganz bestimmt nicht als kompetent oder seriös in Sachen Kapitalmärkte, dabei ist sie bei genauerem Hinsehen bestens informiert und gut vertraut mit finanzpolitischen Zusammenhängen und Details. Das Problem bei ihr ist oft das Verwenden allzu anti-kapitalistischer Worthülsen, was sie in der Öffentlichkeit doch eher unglaubwürdig erscheinen lässt für viele Menschen, die mit der Linkspartei eher nichts zu tun haben wollen.

Da vertraut man doch lieber CDU und SPD in Sachen Geld. Dabei liegt Sahra Wagenknecht mit vielen (nicht allen!) Thesen und Schlussfolgerungen ziemlich richtig, wenn es um die Nachbetrachtung der Finanzkrise geht. Ihr folgender Vortrag ist sehr sehenswert. Man muss nicht alle ihre Aussagen und Thesen teilen, aber wie gesagt: Vieles, was sie sagt, bringt Probleme auf den Punkt. Zum Beispiel ist die Einrichtung eines Trennbankensystems eine enorm wichtige Aufgabe, die von der „großen Politik“ in Europa offenbar ganz bewusst nicht angegangen wird. Dabei wäre dies Maßnahme relativ einfach umzusetzen, und würde die Finanzstabilität enorm steigern!

In einem Punkt möchten wir Sahra Wagenknecht doch an dieser Stelle exemplarisch widersprechen. So behauptet sie, dass es vor der Ära von Margret Thatcher in den 80er-Jahren aufgrund der vorhandenen Regulierung der Finanzmärkte zwischen dem 2. Weltkrieg und den 80er-Jahren keine nennenswerte Krise gab. Das ist falsch, so möchten wir es behaupten! Wir möchten uns der Betrachtung zahlreicher Ökonomen anschließen, dass es in dieser Phase keine Krisen gab, weil nach dem 2. Weltkrieg ein globaler lang anhaltender Aufschwung einsetzte, weil die kriegsführenden Länder des 2. Weltkriegs ihre Länder wieder aufbauen mussten. Es mussten neue Wohnungen, Fabriken, Brücken etc. gebaut werden, was lange Zeit einen großen Nachfrageschub verursachte. Dieser Schub endete in den 70er-Jahren.

Ihr 25 Minuten langer Vortrag ist absolut sehenswert!

 

By Ralf Roletschek – Own work, CC BY-SA 3.0 at, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35296734

23 Kommentare

23 Comments

  1. Avatar

    Alex Kreis

    24. September 2018 15:23 at 15:23

    Als Unterstützer dieser Seite und als libertärer Verfechter des freien Marktes muss ich hier entschieden widersprechen. Die Einführung eines Bankentrennungs-Systems ist nicht notwendig, denn auch hierbei handelt es sich nur um staatliche Regulierung und diese ist IMMER(!) falsch. Es liegt grundsätzlich in der Natur der Sache, dass jegliche finanz- und wirtschafts-politische Forderungen (Einmischung) von Politikern, egal ob Regierung oder Opposition, schädlich ist. Kein Parasit hat einen Organismus je geholfen. Was wirklich hilft ist einzig und allein die Abschaffung von Too-Big-To-Fail und hierfür ist die Bankentrennung keine notwendige Voraussetzung, wie man uns so oft glauben machen will. Es ist schlicht und ergreifend der Anleger, von Lieschen Müller bis Warren Buffet, der sich über den Begriff „RISIKO“ Gedanken machen und seine Anlage und das entsprechende Institut sorgfältig auswählen muss. Wenn Lieschen Müller ihre Rente über Umwege bei Lehman Brothers verliert, dann liegt das nicht am Investment-Banker sondern daran, dass Lieschen geglaubt hat es gebe kein Verlust-Risiko und weil der Investment-Banker wusste, es gibt kein Gefängnis – kurzum – es gibt keine Affinität zur Risikobewertung und daran ist ein Bail-Out-Selbstverständnis schuld welches durch den Sozial- und Wohlfahrts-Staat und dessen Rettungsschirme etc. geschaffen wurde. Ich persönlich habe „viel“ Geld bei Hütchenspielern, im Spielkasino und beim Day-Trading verloren. So wurde ich schmerzhaft risikoaffiner und nur so lernt man. Ein Verbit bringt da nichts, denn es tun sich an der nächsten Ecke gleich neue Möglichkeiten auf ins Risiko zu gehen. Jeder Anleger selbst muss sich seiner Verantwortung wieder bewusst werden, egal ob privat oder institutionell.

    • Avatar

      isntit

      24. September 2018 17:23 at 17:23

      „…handelt es sich nur um staatliche Regulierung und diese ist IMMER(!) falsch…“ ???

      Wenn die neoliberale Gehirnwäsche so erfolgreich war, was soll man da entgegnen? Vielleicht: Wofür ist denn der Staat da, wenn nicht für (sinnvolle) Regulierung? Um Ihr Vermögen schützen? Straßen, Schulen und Krankenhäuser bauen könnten private auch ….

      • Avatar

        Alex Kreis

        25. September 2018 09:39 at 09:39

        Der Staat ist nur da um die herrschende Elite, also den Staatsapparat selbst, zu erhalten. Der Privatmensch/Unternehmer (=Kapitalist) benötigt den Staat für absolut nichts, im Gegenteil, der Staat verbraucht nur Ressourcen und fügt zur Produktivität nichts hinzu. Mein Vermögen schütze ich selbst und richtig: Straßen, Schulen, Krankenhäuser, Gerichte, Sicherheitsdienste, Militär, all das kann privat organisiert und bezahlt werden und zwar um ein Vielfaches effizienter als heute. Es ist kein Zufall, dass alle staatlich geführten Bereiche marode sind bis beinahme zum Verfall. Warum schreit niemand nach einer Verstaatlichung der Einkaufszentren und Supermärkte. Ist die Sicherstellung der Nahrungsversorgung nicht wichtig genug für den Staat? Warum verstaatlichen wir nicht alle Banken … ohhhh, das würde Fr. Wagenkneckt sicher gefallen. Fr. Wagenknecht ist knallharte Kommunistin und sie kritisiert in der Tat vieles richtig. Aber eine korrekte Analyse ist das Eine. Die richtige Schlussfolgerung ist etwas vollkommen Anderes und da sind die Linken leider immer schlecht, denn sie fordern immer nur noch mehr vom Flaschen – mehr Staat und mehr Regulierung, z.B. Bankentrennung.

        • Avatar

          Alex Antworter

          25. September 2018 10:23 at 10:23

          Ufff – was für einen geballten Reichsbürger- – Identitären-Unsinn Sie (@Alex Kreis) hier verbreiten! Sie schützen also Ihr Vermögen selbst, ja? Mit der Waffe in der Hand, oder wie?
          Dieser mein Kommentar wird der einzige in diesem Thread bleiben – don’t feed the troll.

          • Avatar

            Ahlers Marek

            12. Juli 2019 12:17 at 12:17

            Natürlich macht er das selbst ! Schon mal was vom Wertspeicher Gold gehört ? Aktien sollen ja auch ne tolle Sache sein…….sogar ETFs haben einen Siegeszug ! Gott sei dank bleibt das ,des links Fascho Trolls Alex Antwort einzige Antwort ! Denn den geistigen Dünnschiss, sorry, ich meinte :ihren Kommentar würden sich sehr viele sparen wollen.

          • Avatar

            Michael

            12. Juli 2019 12:33 at 12:33

            @Ahlers Marek, beati pauperes spiritu, mehr sog i ned!

          • Avatar

            Sumsi mit Po

            12. Juli 2019 22:19 at 22:19

            Geistiger Dünnschiss eines Links-Fascho-Trolls, wo bleibt denn da unsere allseits geschätzte @sabine, die derartige Kommentare zurecht normalerweise mehr als eklig und hasserfüllt einstuft?
            https://finanzmarktwelt.de/alles-in-deckung-akk-spricht-von-ueberpruefung-der-ezb-politik-132303/
            Die politische Ausrichtung macht den Ton, wenn die passt, passt auch die Ausdrucksweise.
            Gell, Binchen?

      • Avatar

        Ida

        26. September 2018 20:28 at 20:28

        Wohl wahr

    • Avatar

      webmax

      4. Januar 2020 10:16 at 10:16

      Das kriegen wir nicht hin, weil eben die Banken die Politiker mit Geld versorgt und die wiederum deren Fortbestand sichert. Eine unheilige Allianz, nur zu ändern mit Geldschaffung durch den Staat mit verbindlicher Verleihung an die Banken.

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    Wolfgang M.

    24. September 2018 17:02 at 17:02

    Angesichts des Vortrags von Sahra Wagenknecht zur Aufarbeitung der Finanzkrise und ganz aktuell wegen des Ausscheidens der Deutschen Bank aus dem EuroStoxx kann man sich durchaus wieder einmal ein paar Gedanken zur Finanzindustrie machen.
    Bereits seit den 90-ern ist für mich der Eindruck entstanden, dass sich die Bankenwelt in einem Pralleluniversum wähnt, in der die marktwirtschaftlichen Prinzipien nur eingeschränkt Gültigkeit besitzen. Für mich ist das Bewusstsein des „Too big to fail“ und die teilweise Aufhebung des Grundsatzes von „Haftung und Risiko, die „Mutter aller Probleme“.
    Die Bankenwelt hat sich eine gesellschaftliche Position erschaffen, die die Politik und den Steuerzahler in vielen Punkten in Geiselhaft nimmt.
    Hier dazu noch einmal das Debakel unseres Branchenprimus (als Musterbeispiel für Systemrelevanz) mit ein paar Fakten im Überblick:
    Die Dt. Bank hat nicht nur seit der Finanzkrise im Jahre 2007 von 90 € , auf jetzt gut 10 € – in der Spitze über 90% – an Kurswert verloren, es wurden auch für Rechtsstreitigkeiten fast 15 Mrd. € bezahlt und dabei noch über 20 Mrd. € Boni an Händler und Manager bezahlt, während 4 Kapitalerhöhungen in Höhe von 24 Mrd. € gestemmt werden mussten. Maximales Risiko mit wenig Folgen für diejenigen, die sich an die Devise von Mr. 25% (J.A.) gehalten haben.
    Aber die Bilanz wird langfristig nicht besser. Während der Dax seit seiner Einführung 1987 um die 10 % Rendite p.a aufweisen kann, liegt die Dt. Bank heute, auch unter Einberechnung der Dividenden, noch unter dem Stand von 1992. Was wurde da alles verzockt? Von 5 Gründungsbanken im Dax sind nur noch zwei dabei, zwei wurden fusioniert.
    Das hindert die Dt. Bank aber nicht daran, neben den fürstlichen Boni (weil man die großen Talente sonst nicht halten kann) auch noch fürstliche Gehälter zu zahlen. Im letzten Geschäftsbericht wurde immer noch von 702 Mitarbeitern berichtet, die über eine Million Jahresgehalt beziehen. In einer Firma, die fast ein Jahrzehnt Verluste geschrieben hat. Was hilft es da, wenn man x Filialen zur Kostenreduktion schließt? Wahrscheinlich hat sich der Branchenprimus an den Spruch von Lloyd Blankfein (Goldman Sachs) gehalten, der ironisch oder ernsthaft in einem Interview mit der Sunday Times behauptet hat „man verrichte eben Gottes Werk“!
    Jetzt habe ich aber genug geschimpft.
    Gruß

  3. Avatar

    isntit

    24. September 2018 17:27 at 17:27

    Vielen Dank FMW für den Video-Tipp. F. Wagenknecht bringt es genau auf den Punkt.

  4. Avatar

    Beobachter

    24. September 2018 19:54 at 19:54

    Nur weil sie links u.eine hübsche Frau ist heisst das nicht ,dass sie Nichts von Finanzen versteht.Sie ist mir schon früher aufgefallen, als sie bei einer Talk- Show sagte , dass die Griechenland -Rettung eigentlich eine EU- Bankenrettung war. Hat das schon jemand anders von den Politik – Heuchlern getraut zu sagen? ?
    Der Turbo – Kapitalismus wie er seit der Krise inszeniert wird ,wird bald mit rauchendem Turbo auf der Strecke liegen bleiben.
    Alle Massnahmen der letzten Jahre haben die Umverteilung extrem gepusht.Der letzte Mosaikstein in den USA, Steuererleichterung für die Gutbetuchten u. Zölle ,die mit der Konsumverteuerung die Unterschicht
    betrifft ist die Fortführung des tödlichen Spiels.
    Den Kritikern möchte ich sagen: Den Kommentar von FMW könnte ich voll unterstützen.

    • Avatar

      Columbo

      24. September 2018 20:41 at 20:41

      Neben der Kanzlerin wirkt sie auf jeden Fall ausgesprochen hübsch.

      • Avatar

        Lausi

        24. September 2018 21:23 at 21:23

        Aber nur Merkel hat diesen ganz besonderen Uckermark-Charme ;-)

        • Avatar

          joah

          26. September 2018 20:59 at 20:59

          Der „Grumpy Cat“ Gesichtsausdruck des Merkels ist wohl eher weniger Uckermark-spezifisch.

  5. Avatar

    v.Eickstedt

    25. September 2018 12:37 at 12:37

    Sarah Wagenknecht macht eine sehr gute Figur, nicht nur äußerlich. Da ist sie die Nofretete der Gegenwart.

  6. Avatar

    tarob

    25. September 2018 14:25 at 14:25

    Ist es im Endeffekt nicht egal, was die Dame von sich gibt, deren Partei den Kommunismus als Ziel erklärt hat?
    Sie wird nicht ein Mal Ansatzweise eine Chance haben, irgendwas in die Tat umzusetzen, denn S.W. wird weder von der Bevölkerung noch von der Wirtschaft getragen und überwiegend abgelehnt.

  7. Avatar

    Egidi

    25. September 2018 18:25 at 18:25

    Frau Wagenknecht ruft hier nicht zur proletarischen Revolution auf oder propagiert die Rückkehr zur Planwirtschaft der DDR. Was hier im Kern verlangt wird ist die Rückkehr zur sozialen Marktwirtschaft. Die regulierende Hand des Staates in Wirtschaftliche Abläufe.
    (John Maynard Keynes) Ein Gegenkonzept zur „freien“ Marktwirtschaft die zur „Anarchie“ des Geldes führt und den Staat zum Dienstleister von kapitalen Interessen werden lässt.
    Deutschland wurde mal von vielen Ländern und Menschen Weltweit für dieses Konzept beneidet. Ein Konzept immer noch zukunftweisend gerade für ärmere Länder , da dort bekanntlich die Kluft zwischen Arm und Reich am größten ist. In den Letzten Jahrzehnten ist diese Kluft aber größer geworden und weitet sich auch in den reichen Industrienationen aus. Was die Gesellschaften verunsichert. Für Neo liberale Nationalisten wie z.b Donald Trump,dem Front National und auch die deutsche AFD eine gute Voraussetzung. Die mit einem einfachen Konzept von Schuldzuweisung innere Konflikte provozieren und die Gesellschaft spalten. Es funktioniert und man muss leider sagen IMMER NOCH !
    Wenn man sieht das eine Haushaltsdebatte im Bundestag zur Einwanderungsdebatte wird oder ein Innenminister die Zuwanderung zur „Mutter aller Probleme macht“ sollte die Frage erlaubt sein wer hier in Deutschland regiert. Dagegen ist so ein Vortrag von Frau Wagenknecht eine gute Anregung zur Debatte mit Vernunft und vor allen mit Verstand!

  8. Avatar

    Uwe

    25. September 2018 21:39 at 21:39

    Das Problem ist leider immer noch der Mensch selbst.
    Er hat Konten bei Zocker-Banken, unterstütz so seinen eigenen Untergang.

    „Rauchen tötet“ steht auf jeder Packung, Moment, bin gleich wieder, muss mal eben Kippen holen…..

  9. Avatar

    G3ckOoo

    25. September 2018 22:44 at 22:44

    Die reichsten 8 Menschen besitzen soviel wie die ärmsten Hälfte der Menschheit. Noch nie in der Geschichte der Menschheit war die Ungleichheit so groß wie heute.

    Daran sieht man wozu das alles geführt hat. „Der Markt regelt das“ funktioniert ja leider nur in eine Richtung, sonst gäbe es keine Bankenrettung.

    Ergänzend zu dem interessanten Beitrag kann ich noch folgenden empfehlen auf welchen ich zufällig gestoßen bin:

    https://www.youtube.com/watch?v=DmxUrVUbMQU&pbjreload=10

  10. Avatar

    Lausi

    26. September 2018 05:06 at 05:06

    Hinsichtlich der großen Systemfrage ist auch folgender Vortrag vom Ökonom Heiner Flassbeck sehr aufschlussreich:

    https://youtu.be/R_-f3A1oTrw

  11. Avatar

    Raoul H

    26. September 2018 14:10 at 14:10

    Sackstark, wie Frau Wagenknecht die Problematik auf den Punkt bringt, einfach verständlich.
    Vielen Dank, auch an Herr Fugmann für dieses Video !

  12. Avatar

    Eisenhut

    5. Oktober 2018 19:24 at 19:24

    Schon der satz der redaktion : „Da vertraut man doch lieber CDU und SPD in Sachen Geld“
    ist ja ein echter Knaller!!
    Nun ja, aber Frau Wagenknecht weiß gut Bescheid ,da geb ich Ihnen Recht, deswegen gehört
    auch sie zu den Profiteuren der Finanzpolitik. Noch Fragen?

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Donald Trump: Wird er die Corona-Krise politisch überleben?

Gerade weil in den USA vor allem mit dem Geldbeutel gewählt wird, ist die Wiederwahl von Donald Trump alles andere als sicher

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Noch stehen die Amerikaner so stark hinter ihrem Präsidenten Donald Trump wie nie zuvor während seiner Amtszeit. Doch wie lange hält diese Unterstützung an? Kann der 73-Jährige seine Stärken zum Wohle des amerikanischen Volkes einsetzen – oder steht er sich und den USA bei der Überwindung der Corona-Krise selbst im Weg?

Donald Trump kann bisher von der Corona-Krise profitieren

Mitten in der Corona-Krise erreicht der bisher eher unbeliebte US-Präsident die besten Zustimmungswerte seiner Amtszeit. Mit einem Wert von durchschnittlich 47,3 Prozent, resultierend aus den Ergebnissen von 15 verschiedenen Umfragen (RCP Poll Average), zeigen sich nun fast die Hälfte der Befragten mit der Amtsführung ihres Staatsoberhaupts zufrieden.

Es ist ein bekanntes Phänomen, dass sich die Bürger in den USA in Krisen- oder Kriegszeiten hinter ihrem Oberbefehlshaber (Commander-in-Chief) versammeln. Bewusst nutzt Donald Trump in der Corona-Krise daher gebetsmühlenartig die Phrase vom „Kampf gegen den verborgenen Feind“. Diesen Kampf werde man natürlich gewinnen.

Bis jetzt scheint seine Strategie aufzugehen. Doch es gibt erste Zweifel, ob die Interessen des Amtsinhabers mitten im Wahljahr sich mit denen der Mehrheit des amerikanischen Volkes decken.

Seine Forderung, die US-Wirtschaft schnellstmöglich wieder hochzufahren und generell zur Normalität zurückzukehren, schockiert nicht nur politische Gegner und Mediziner, sondern macht auch immer mehr Bürger wütend. Über Twitter entwickelt sich gerade in Reaktion auf diese Forderung von Donald Trump massiver Widerstand. Unter dem Hashtag #NotDying4WallStreet schreibt ein User, dass „kein einziger Mensch es verdient, für das Aktienportfolio eines anderen zu sterben“. Dies ist eine Anspielung darauf, dass der Präsident seine Wähler wiederholt dazu aufforderte, den Erfolg seiner Amtszeit am Stand des Aktienindex Dow Jones zu messen (DJI). Von Donald Trump wird der Aktienmarkt als ultimatives Wohlstandsbarometer für die USA angesehen. Sah seine Bilanz in dieser Hinsicht noch vor sechs Wochen mit einem Plus des Dow Jones von 48 Prozent seit Beginn seiner Amtszeit glänzend aus, so drehte der Aktien-Index im Zuge der Corona-Krise in der vergangenen Woche zügig ins rote Terrain auf ein Minus von 9 Prozent.

Erst die drastischen Maßnahmen der US-Notenbank (Fed) sowie die Ankündigung eines Billionen-Dollar-Hilfsprogramms, ergänzt um die Versicherung von Donald Trump, dass die Amerikaner bereits an Ostern vereint zusammen in den Kirchen sitzen werden, haben die Aktienmärkte mit knapp 10 Prozent wieder ins Plus gehievt.

Hat die US-Administration zu spät reagiert?

Doch mittlerweile übertrifft die Anzahl der Corona-Opfer in den USA sogar die Chinas. Die Vereinigten Staaten von Amerika führen bereits die Liste der Infektionen weltweit an und die Zahlen steigen mit exponentieller Dynamik weiter an. Mittlerweile hat sich das SARS-CoV-2 über die Staaten New York, Kalifornien, Washington und Connecticut hinaus auf die gesamten USA ausgebreitet. Das war absehbar, nachdem noch vor Kurzem in New Orleans ausgelassen Mardi Gras gefeiert wurde und die Studenten aus dem gesamten Land ihren Springbreak zu Hunderttausenden an den Stränden von Florida feierten.

Mit zu dieser Sorglosigkeit, die sich jetzt in explodierenden Infektionszahlen manifestiert, dürfte auch die Verharmlosung der Corona-Krise durch Donald Trump beigetragen haben. Anstatt sich auf die absehbare Pandemie vorzubereiten, hat der Regierungschef die Gefahr falsch eingeschätzt und wichtige Vorbereitungen auf eine Ankunft des Virus in Amerika unterlassen. Stattdessen setzte er, wie sein mittlerweile an Covid-19 erkrankter Amtskollege Boris Johnson, auf die sogenannte „Herdenimmunität“, bei der sich zwischen 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung infizieren und dann Antikörper entwickeln. Dieser Versuch ist in Großbritannien bereits abgebrochen worden. Auch die Entwicklungen in Italien und Spanien zeigen, dass Zögern zu unnötig hohen Opferzahlen führt.

Insofern könnte sich die Stimmung in den USA schnell gegen Donald Trump drehen, trotz Billionen an Dollars für Bürger und Wirtschaft. Das Gesundheitssystem in den USA ist für eine Epidemie dieses Ausmaßes nicht angelegt. Das Beispiel New York zeigt die brutale Realität: Es fehlt an Ärzten, Krankenhausbetten, Test-Kids, Beatmungsgeräten und Schutzkleidung – also an fast allem, was zur Bekämpfung der Seuche medizinisch notwendig ist.

Darüber hinaus gibt es voraussichtlich bis Ultimo dieses Jahres keinen Impf- oder Wirkstoff, der massenhaft eingesetzt werden kann. Trump hatte auch diesbezüglich unbegründete Hoffnungen geschürt. Doch seine Fähigkeit, seine Anhänger, die Wall Street und große Teile der Bevölkerung zu beeinflussen, könnte zu ebenso großer Enttäuschung und zur größten Niederlage seiner Präsidentschaft führen.

Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis sich das Virus verstärkt auch auf die Metropolen Boston, Chicago, Seattle und San Francisco ausbreitet. Der Süden der USA ist mit Ausnahme von Louisiana (New Orleans) noch kaum direkt betroffen. Doch auch die Disney-Parks in Florida und die Spielermetropole Las Vegas in Nevada sind derzeit verwaist. Der Staat Texas hat wiederum ganz eigene Probleme: das einbrechende Geschäft mit Öl und Gas.

Die ökonomische Krise dürfte damit der Corona-Krise auch in den USA auf dem Fuße folgen.

Kann sich die US-Wirtschaft rechtzeitig bis zum Wahltermin erholen?

Der Internationale Währungsfonds hat erst heute bekannt gegeben, dass sich die globale Wirtschaft bereits in einer Rezession befinde. Viele Sektoren, wie der Tourismus, Messen oder die Gastronomie seien regelrecht kollabiert, ebenso wie der Welthandel. Diese Entwicklung rollt mit voller Wucht nun auch auf die USA zu, wie man bereits an den historisch hohen Anträgen auf Arbeitslosenunterstützung der vergangenen Woche sehen konnte. Die Zahlen für die abgelaufene Woche dürften diese Schreckensdaten sogar noch toppen.

Ökonomen schätzen, dass die US-Wirtschaft in diesem Jahr prozentual zweistellig einbrechen wird. Allein für das zweite Quartal wird eine annualisierte Kontraktion von bis zu 50 Prozent erwartet.

In den USA gilt das Motto „Hire Fast, Fire Faster“. Die sozialen Sicherungssysteme reichen nicht aus, um alle Betroffenen finanziell aufzufangen oder wenigstens medizinisch ausreichend zu versorgen. Selbst wenn im Zuge der heute verabschiedeten Hilfspakete in Höhe von 2,2 Billionen US-Dollar Geld fließt, handelt es sich dabei hauptsächlich um Kredite. Das führt zu noch höherer Verschuldung und löst kurzfristig nicht das Problem der fehlenden Gesundheitsinfrastruktur.

Viele Business-Modelle von Food-Trucks über selbstständige Fitness-Coaches bis hin zu Uber-Fahrern stehen kurzfristig vor dem Aus. Die Erfahrung aus der Finanzkrise lehrt, dass ein Großteil dieser selbstständigen Existenzen und Kleinunternehmen nach der Krise nicht wiederkommen, ebenso wie verloren gegangene Jobs im verarbeitenden Gewerbe.

In der letzten Krise haben sich viele Selbstständige und Unternehmen dafür entschieden, ihr Geschäft mit samt den aufgelaufenen Schulden hinter sich zu lassen, ebenso wie ihre überschuldeten Immobilien. Ein solches Szenario ist auch diesmal wieder denkbar.

Dass vor dem Wahltermin wieder American-Football-Spiele, NASCAR-Rennen, Broadway-Shows oder Gottesdienste mit eng besetzten Sitzreihen stattfinden werden, ist aus der Erfahrung anderer Länder, die spät auf die Corona-Pandemie reagiert haben, eher unwahrscheinlich.

Das schmälert die Chancen einer Wiederwahl von Donald Trump enorm. Zumal bereits jetzt sein wahrscheinlicher Rivale von den Demokraten, Joe Biden, ihn gemäß den letzten Umfragen bei der Präsidentschaftswahl um durchschnittlich sieben Prozentpunkte schlagen würde. Dieser Vorsprung hat sich in den letzten drei Wochen nicht verringert.

Fazit und Ausblick: Es wird eng für Donald Trump

Gerade weil in den USA vor allem mit dem Geldbeutel gewählt wird (Your Wallet, Your Vote) ist die Wiederwahl von Donald Trump alles andere als sicher. Die ökonomische Krise in Amerika beginnt gerade erst und wird viele Geschäftsmodelle, Karrieren, Sparguthaben und Existenzen in Gefahr bringen. Der bereits angeschlagenen und hoch verschuldeten Mittelschicht in den USA droht nach der Finanzkrise von 2008 nun ein weiterer herber Schlag, von dem sie sich nur schwer bis zum Wahltag am 3. November wird erholen können.

Bleibt zu hoffen, dass Donald Trump deswegen nicht die ultimative politische Karte zieht, um seine Wiederwahl zu sichern: Krieg.

Die Wiederwahl von Donald Trump ist durch die Corona-Krise gefährdet

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Coronavirus: Lasst den Markt das Maskenproblem lösen!

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Im Kampf gegen das Coronavirus gibt es ein riesiges Maskenproblem

Schutzmasken stellen weltweit ein knappes Gut dar in Zeiten des Coronavirus. In zahlreichen Ländern können sich selbst Ärzte nicht mehr schützen, weil es keine Masken mehr gibt. Die Preise für verfügbare Masken schießen in die Höhe. eBay und Amazon verbieten den Verkauf. Landesweit empören sich Menschen und Politiker über die bösen Verkäufer, die aus der Krise mit angeblich überhöhten Preisen Profit schlagen wollen. Staaten beschlagnahmen daher lieber Masken, statt den Markt das Problem lösen zu lassen!

Ja, man bekommt ein ungutes Gefühl, wenn man hört, dass ehemals Centartikel inzwischen für mehrere Euro angeboten und auch verkauft werden. Und ja, es wäre natürlich schöner, wenn sich weltweit Krankenhäuser für Centbeträge mit beliebigen Mengen Schutzmasken  zum Schutz gegen das Coronavirus eindecken könnten. Doch die Wahrheit ist, dass die derzeit durch die Decke schießenden Preise für Masken letztendlich dafür sorgen werden, dass die Versorgungskrise schnellstmöglich gelöst wird. (taugt Südkorea grundsätzlich als Vorbild im Kampf gegen das Virus?)

Hohe Preise garantieren schnellstmögliche Deckung des Bedarfs

Gerade jetzt, in diesem Moment, arbeiten wahrscheinlich hunderttausende Menschen daran, schnellstmöglich eine größtmögliche Anzahl Schutzmasken herzustellen im Kampf gegen das Coronavirus. Dafür werden neue Maschinen angeschafft, bestehende Maschinenparks umgerüstet oder auch ganze Armeen von Arbeitern in Asien an die Nähmaschinen gesetzt. In manchen Fällen geschieht dies sicherlich, weil die Anbieter helfen wollen. Doch glauben Sie mir: Der Großteil tut es, weil es ein wahnsinnig profitables Geschäft ist, eine 5-Cent-Maske für einen Euro zu verkaufen. Und das ist phantastisch.

Der hohe Marktpreis der Masken führt zu einer rapiden Aufstockung der Produktionskapazitäten. Das führt zu einer schnellstmöglichen Deckung des kurzfristigen Bedarfs. Und anschließend führt es auch zu einer schnellstmöglichen Reduzierung der Preise, die aller Wahrscheinlichkeit nach weit unter das Niveau sinken werden, das vor dem Ausbruch des Coronavirus bestand. Und ja, dabei werden die Käufer in der Anfangsphase deutlichst mehr bezahlen müssen als vor einem Jahr. Doch dafür kann der Weltmarkt jetzt mit (fiktive Zahlen) 50 statt 5 Millionen Masken pro Tag versorgt werden. Und sobald der akute Bedarf, der um jeden (!) Preis so schnell wie möglich gedeckt werden muss, befriedigt wurde, werden die Käufer genauer auf den Preis achten und nicht jedes Angebot annehmen.

Große Produktionskapazitäten garantieren schnellstmöglich sinkende Preise

Und da derzeit die meisten Hersteller mit enormen Gewinnmargen operieren, werden sie sehr schnell Rabatte anbieten und sich gegenseitig unterbieten, wenn nicht mehr jede Tagesproduktion mühelos absetzbar ist. Auf einem freien Markt wird sich der Preis für eine Maske daher sehr schnell den Grenzkosten annähern – also den Kosten, die durch die Produktion einer zusätzlichen Maske entstehen. Am Ende haben zwar alle für die ersten dringend benötigten Masken mehr bezahlt als früher. Dafür wurde dieser erste dringende Bedarf aber auch schneller befriedigt als früher und kurze Zeit danach waren deutlich mehr Masken zu üblichen oder sogar niedrigeren Preisen verfügbar.

Sollte der Staat nun aber dazu übergehen, Bestände zu beschlagnahmen oder Preisobergrenzen einzuführen, dann wird dieser Marktmechanismus außer Kraft gesetzt. Welcher Zwischenhändler kauft auf eigene Gefahr Masken in Asien auf Vorkasse, wenn er Gefahr läuft, dass die Ware anschließend beschlagnahmt wird? Ebenso dumm ist die Idee von eBay und Amazon, in Zeiten des Coronavirus Angebote für Masken samt der dazugehörigen Accounts zu löschen. Jetzt sitzen tausende Anbieter auf Masken, die sie aber nicht mehr auf den beiden größten Marktplätzen Europas verkaufen können, nur weil die Preise gegen eBays und Amazons „Moralvorstellungen“ verstoßen. So finden Anbieter und Verkäufer nicht mehr zusammen und den Schaden haben beide Parteien. Diejenigen, die Masken benötigen, kriegen keine und diejenigen, die Masken haben, können sie nicht verkaufen.

Ohnehin scheint das Problem der Versorgung mit Schutzkleidung weniger ein Angebotsproblem zu sein, als vielmehr ein Bürokratieproblem in Deutschland. Wer auch im Angesicht der Notlage auf umfangreiche Zertifizierungen und für die asiatischen Anbieter untypische Lieferbedingungen wie Versand auf Rechnung besteht, der kriegt eben keine Ware. Zum Zuge kommt dann eben der Zwischenhändler, der das Risiko der Vorkasse trägt und sich dieses getragene Risiko mit einer üppigen Gewinnmarge bezahlen lässt.

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Achtung vor der zweiten Abwärtswelle am Aktienmarkt!

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Manuel Koch bespricht im folgenden Video die wirtschaftlichen Aussichten in Folge des Coronavirus. Die Regierungen stützen die Volkswirtschaften mit jeder Menge neue Schulden. Was bedeutet das für die Märkte? Im Interview bezieht der Profi Andre´ Stagge klar Position. Die aktuelle Erholung an den Aktienmärkten sei keine Bodenbildung. Die Kurse seien deutlich schneller gefallen als in den vorigen großen Börsenabstürzen. Daher sei es jetzt völlig normal, dass die Kurse erstmal etwas nach oben laufen. Im Sommer gehe da noch was auf der Abwärtsseite. Wer die nächsten Monate in Aktien investiere, werde keine Gewinne erzielen. Den April solle man eher nutzen um Aktienbestände abzubauen. Ab Ende des Jahres könne man überlegen günstiger in den Aktienmarkt einzusteigen.

Der Rentenmarkt wird von Andre´ Stagge sehr kritisch betrachtet. Man müsse die Haftungsfrage stellen bei den gigantischen Aufkäufen der Schulden durch die EZB. Die Anleihemärkte würden signalisieren, dass noch eine zweite Abwärtswelle bei Aktien anstehe! Liquidität sei ein entscheidender Punkt, weswegen die Notenbanken derzeit so aktiv seien. Maredo, Vapiano etc seien aktuell schon pleite. Man stehe am Anfang einer großen Pleitewelle. Und man könne nicht alle Zombieunternehmen retten. In den guten Jahren sei das große Schuldenproblem bei Unternehmen bereits entstanden. Auch im Video gibt es zwei konkrete Handelsempfehlungen der trading-house Börsenakademie. Die Aktie von Alphabet (Google) könne man jetzt zu aktuellen Kursen kaufen. Auch bei den Aktien von Volkswagen könne man aktuell einsteigen.

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