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Finanzkrise: Sahra Wagenknecht mit hochinteressantem Vortrag (VIDEO)

Redaktion

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Sahra Wagenknecht gilt in der breiten Öffentlichkeit ganz bestimmt nicht als kompetent oder seriös in Sachen Kapitalmärkte, dabei ist sie bei genauerem Hinsehen bestens informiert und gut vertraut mit finanzpolitischen Zusammenhängen und Details. Das Problem bei ihr ist oft das Verwenden allzu anti-kapitalistischer Worthülsen, was sie in der Öffentlichkeit doch eher unglaubwürdig erscheinen lässt für viele Menschen, die mit der Linkspartei eher nichts zu tun haben wollen.

Da vertraut man doch lieber CDU und SPD in Sachen Geld. Dabei liegt Sahra Wagenknecht mit vielen (nicht allen!) Thesen und Schlussfolgerungen ziemlich richtig, wenn es um die Nachbetrachtung der Finanzkrise geht. Ihr folgender Vortrag ist sehr sehenswert. Man muss nicht alle ihre Aussagen und Thesen teilen, aber wie gesagt: Vieles, was sie sagt, bringt Probleme auf den Punkt. Zum Beispiel ist die Einrichtung eines Trennbankensystems eine enorm wichtige Aufgabe, die von der „großen Politik“ in Europa offenbar ganz bewusst nicht angegangen wird. Dabei wäre dies Maßnahme relativ einfach umzusetzen, und würde die Finanzstabilität enorm steigern!

In einem Punkt möchten wir Sahra Wagenknecht doch an dieser Stelle exemplarisch widersprechen. So behauptet sie, dass es vor der Ära von Margret Thatcher in den 80er-Jahren aufgrund der vorhandenen Regulierung der Finanzmärkte zwischen dem 2. Weltkrieg und den 80er-Jahren keine nennenswerte Krise gab. Das ist falsch, so möchten wir es behaupten! Wir möchten uns der Betrachtung zahlreicher Ökonomen anschließen, dass es in dieser Phase keine Krisen gab, weil nach dem 2. Weltkrieg ein globaler lang anhaltender Aufschwung einsetzte, weil die kriegsführenden Länder des 2. Weltkriegs ihre Länder wieder aufbauen mussten. Es mussten neue Wohnungen, Fabriken, Brücken etc. gebaut werden, was lange Zeit einen großen Nachfrageschub verursachte. Dieser Schub endete in den 70er-Jahren.

Ihr 25 Minuten langer Vortrag ist absolut sehenswert!

 

By Ralf Roletschek – Own work, CC BY-SA 3.0 at, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35296734

25 Kommentare

25 Comments

  1. Avatar

    Alex Kreis

    24. September 2018 15:23 at 15:23

    Als Unterstützer dieser Seite und als libertärer Verfechter des freien Marktes muss ich hier entschieden widersprechen. Die Einführung eines Bankentrennungs-Systems ist nicht notwendig, denn auch hierbei handelt es sich nur um staatliche Regulierung und diese ist IMMER(!) falsch. Es liegt grundsätzlich in der Natur der Sache, dass jegliche finanz- und wirtschafts-politische Forderungen (Einmischung) von Politikern, egal ob Regierung oder Opposition, schädlich ist. Kein Parasit hat einen Organismus je geholfen. Was wirklich hilft ist einzig und allein die Abschaffung von Too-Big-To-Fail und hierfür ist die Bankentrennung keine notwendige Voraussetzung, wie man uns so oft glauben machen will. Es ist schlicht und ergreifend der Anleger, von Lieschen Müller bis Warren Buffet, der sich über den Begriff „RISIKO“ Gedanken machen und seine Anlage und das entsprechende Institut sorgfältig auswählen muss. Wenn Lieschen Müller ihre Rente über Umwege bei Lehman Brothers verliert, dann liegt das nicht am Investment-Banker sondern daran, dass Lieschen geglaubt hat es gebe kein Verlust-Risiko und weil der Investment-Banker wusste, es gibt kein Gefängnis – kurzum – es gibt keine Affinität zur Risikobewertung und daran ist ein Bail-Out-Selbstverständnis schuld welches durch den Sozial- und Wohlfahrts-Staat und dessen Rettungsschirme etc. geschaffen wurde. Ich persönlich habe „viel“ Geld bei Hütchenspielern, im Spielkasino und beim Day-Trading verloren. So wurde ich schmerzhaft risikoaffiner und nur so lernt man. Ein Verbit bringt da nichts, denn es tun sich an der nächsten Ecke gleich neue Möglichkeiten auf ins Risiko zu gehen. Jeder Anleger selbst muss sich seiner Verantwortung wieder bewusst werden, egal ob privat oder institutionell.

    • Avatar

      isntit

      24. September 2018 17:23 at 17:23

      „…handelt es sich nur um staatliche Regulierung und diese ist IMMER(!) falsch…“ ???

      Wenn die neoliberale Gehirnwäsche so erfolgreich war, was soll man da entgegnen? Vielleicht: Wofür ist denn der Staat da, wenn nicht für (sinnvolle) Regulierung? Um Ihr Vermögen schützen? Straßen, Schulen und Krankenhäuser bauen könnten private auch ….

      • Avatar

        Alex Kreis

        25. September 2018 09:39 at 09:39

        Der Staat ist nur da um die herrschende Elite, also den Staatsapparat selbst, zu erhalten. Der Privatmensch/Unternehmer (=Kapitalist) benötigt den Staat für absolut nichts, im Gegenteil, der Staat verbraucht nur Ressourcen und fügt zur Produktivität nichts hinzu. Mein Vermögen schütze ich selbst und richtig: Straßen, Schulen, Krankenhäuser, Gerichte, Sicherheitsdienste, Militär, all das kann privat organisiert und bezahlt werden und zwar um ein Vielfaches effizienter als heute. Es ist kein Zufall, dass alle staatlich geführten Bereiche marode sind bis beinahme zum Verfall. Warum schreit niemand nach einer Verstaatlichung der Einkaufszentren und Supermärkte. Ist die Sicherstellung der Nahrungsversorgung nicht wichtig genug für den Staat? Warum verstaatlichen wir nicht alle Banken … ohhhh, das würde Fr. Wagenkneckt sicher gefallen. Fr. Wagenknecht ist knallharte Kommunistin und sie kritisiert in der Tat vieles richtig. Aber eine korrekte Analyse ist das Eine. Die richtige Schlussfolgerung ist etwas vollkommen Anderes und da sind die Linken leider immer schlecht, denn sie fordern immer nur noch mehr vom Flaschen – mehr Staat und mehr Regulierung, z.B. Bankentrennung.

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          Alex Antworter

          25. September 2018 10:23 at 10:23

          Ufff – was für einen geballten Reichsbürger- – Identitären-Unsinn Sie (@Alex Kreis) hier verbreiten! Sie schützen also Ihr Vermögen selbst, ja? Mit der Waffe in der Hand, oder wie?
          Dieser mein Kommentar wird der einzige in diesem Thread bleiben – don’t feed the troll.

          • Avatar

            Ahlers Marek

            12. Juli 2019 12:17 at 12:17

            Natürlich macht er das selbst ! Schon mal was vom Wertspeicher Gold gehört ? Aktien sollen ja auch ne tolle Sache sein…….sogar ETFs haben einen Siegeszug ! Gott sei dank bleibt das ,des links Fascho Trolls Alex Antwort einzige Antwort ! Denn den geistigen Dünnschiss, sorry, ich meinte :ihren Kommentar würden sich sehr viele sparen wollen.

          • Avatar

            Michael

            12. Juli 2019 12:33 at 12:33

            @Ahlers Marek, beati pauperes spiritu, mehr sog i ned!

          • Avatar

            Sumsi mit Po

            12. Juli 2019 22:19 at 22:19

            Geistiger Dünnschiss eines Links-Fascho-Trolls, wo bleibt denn da unsere allseits geschätzte @sabine, die derartige Kommentare zurecht normalerweise mehr als eklig und hasserfüllt einstuft?
            https://finanzmarktwelt.de/alles-in-deckung-akk-spricht-von-ueberpruefung-der-ezb-politik-132303/
            Die politische Ausrichtung macht den Ton, wenn die passt, passt auch die Ausdrucksweise.
            Gell, Binchen?

        • Avatar

          Christian Köhler

          15. Juni 2020 12:44 at 12:44

          Das ist erstaunlich, wie leicht Sie erkennen, dass der Staat in einer Vielzahl von Fällen krasse Misswirtschaft betreibt. Aber Sie erkennen nicht und unterschlagen direkt, wer davon profitiert.
          Was denken Sie denn wohin das vom zuviel ausgegebene Geld hingeht, in nichts oder wie?
          Es profitieren immer das Kapital und die Unternehmer, denn hierher geht das Geld.
          Mit jeder Fehlentscheidungen des Staates bekommt irgendein Unternehmer Geld und das nicht zu knapp.
          Und zu behaupten, dass die Privatwirtschaft alles besser macht, dann (nur ein Beispiel für Privitgier und mangelnde staatlicher Kontrolle)versuchen Sie einmal in Portugal Trinkwasser aus dem Wasserhahn zu trinken.

      • Avatar

        Ida

        26. September 2018 20:28 at 20:28

        Wohl wahr

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      webmax

      4. Januar 2020 10:16 at 10:16

      Das kriegen wir nicht hin, weil eben die Banken die Politiker mit Geld versorgt und die wiederum deren Fortbestand sichert. Eine unheilige Allianz, nur zu ändern mit Geldschaffung durch den Staat mit verbindlicher Verleihung an die Banken.

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    Wolfgang M.

    24. September 2018 17:02 at 17:02

    Angesichts des Vortrags von Sahra Wagenknecht zur Aufarbeitung der Finanzkrise und ganz aktuell wegen des Ausscheidens der Deutschen Bank aus dem EuroStoxx kann man sich durchaus wieder einmal ein paar Gedanken zur Finanzindustrie machen.
    Bereits seit den 90-ern ist für mich der Eindruck entstanden, dass sich die Bankenwelt in einem Pralleluniversum wähnt, in der die marktwirtschaftlichen Prinzipien nur eingeschränkt Gültigkeit besitzen. Für mich ist das Bewusstsein des „Too big to fail“ und die teilweise Aufhebung des Grundsatzes von „Haftung und Risiko, die „Mutter aller Probleme“.
    Die Bankenwelt hat sich eine gesellschaftliche Position erschaffen, die die Politik und den Steuerzahler in vielen Punkten in Geiselhaft nimmt.
    Hier dazu noch einmal das Debakel unseres Branchenprimus (als Musterbeispiel für Systemrelevanz) mit ein paar Fakten im Überblick:
    Die Dt. Bank hat nicht nur seit der Finanzkrise im Jahre 2007 von 90 € , auf jetzt gut 10 € – in der Spitze über 90% – an Kurswert verloren, es wurden auch für Rechtsstreitigkeiten fast 15 Mrd. € bezahlt und dabei noch über 20 Mrd. € Boni an Händler und Manager bezahlt, während 4 Kapitalerhöhungen in Höhe von 24 Mrd. € gestemmt werden mussten. Maximales Risiko mit wenig Folgen für diejenigen, die sich an die Devise von Mr. 25% (J.A.) gehalten haben.
    Aber die Bilanz wird langfristig nicht besser. Während der Dax seit seiner Einführung 1987 um die 10 % Rendite p.a aufweisen kann, liegt die Dt. Bank heute, auch unter Einberechnung der Dividenden, noch unter dem Stand von 1992. Was wurde da alles verzockt? Von 5 Gründungsbanken im Dax sind nur noch zwei dabei, zwei wurden fusioniert.
    Das hindert die Dt. Bank aber nicht daran, neben den fürstlichen Boni (weil man die großen Talente sonst nicht halten kann) auch noch fürstliche Gehälter zu zahlen. Im letzten Geschäftsbericht wurde immer noch von 702 Mitarbeitern berichtet, die über eine Million Jahresgehalt beziehen. In einer Firma, die fast ein Jahrzehnt Verluste geschrieben hat. Was hilft es da, wenn man x Filialen zur Kostenreduktion schließt? Wahrscheinlich hat sich der Branchenprimus an den Spruch von Lloyd Blankfein (Goldman Sachs) gehalten, der ironisch oder ernsthaft in einem Interview mit der Sunday Times behauptet hat „man verrichte eben Gottes Werk“!
    Jetzt habe ich aber genug geschimpft.
    Gruß

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    isntit

    24. September 2018 17:27 at 17:27

    Vielen Dank FMW für den Video-Tipp. F. Wagenknecht bringt es genau auf den Punkt.

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    Beobachter

    24. September 2018 19:54 at 19:54

    Nur weil sie links u.eine hübsche Frau ist heisst das nicht ,dass sie Nichts von Finanzen versteht.Sie ist mir schon früher aufgefallen, als sie bei einer Talk- Show sagte , dass die Griechenland -Rettung eigentlich eine EU- Bankenrettung war. Hat das schon jemand anders von den Politik – Heuchlern getraut zu sagen? ?
    Der Turbo – Kapitalismus wie er seit der Krise inszeniert wird ,wird bald mit rauchendem Turbo auf der Strecke liegen bleiben.
    Alle Massnahmen der letzten Jahre haben die Umverteilung extrem gepusht.Der letzte Mosaikstein in den USA, Steuererleichterung für die Gutbetuchten u. Zölle ,die mit der Konsumverteuerung die Unterschicht
    betrifft ist die Fortführung des tödlichen Spiels.
    Den Kritikern möchte ich sagen: Den Kommentar von FMW könnte ich voll unterstützen.

    • Avatar

      Columbo

      24. September 2018 20:41 at 20:41

      Neben der Kanzlerin wirkt sie auf jeden Fall ausgesprochen hübsch.

      • Avatar

        Lausi

        24. September 2018 21:23 at 21:23

        Aber nur Merkel hat diesen ganz besonderen Uckermark-Charme ;-)

        • Avatar

          joah

          26. September 2018 20:59 at 20:59

          Der „Grumpy Cat“ Gesichtsausdruck des Merkels ist wohl eher weniger Uckermark-spezifisch.

  5. Avatar

    v.Eickstedt

    25. September 2018 12:37 at 12:37

    Sarah Wagenknecht macht eine sehr gute Figur, nicht nur äußerlich. Da ist sie die Nofretete der Gegenwart.

  6. Avatar

    tarob

    25. September 2018 14:25 at 14:25

    Ist es im Endeffekt nicht egal, was die Dame von sich gibt, deren Partei den Kommunismus als Ziel erklärt hat?
    Sie wird nicht ein Mal Ansatzweise eine Chance haben, irgendwas in die Tat umzusetzen, denn S.W. wird weder von der Bevölkerung noch von der Wirtschaft getragen und überwiegend abgelehnt.

  7. Avatar

    Egidi

    25. September 2018 18:25 at 18:25

    Frau Wagenknecht ruft hier nicht zur proletarischen Revolution auf oder propagiert die Rückkehr zur Planwirtschaft der DDR. Was hier im Kern verlangt wird ist die Rückkehr zur sozialen Marktwirtschaft. Die regulierende Hand des Staates in Wirtschaftliche Abläufe.
    (John Maynard Keynes) Ein Gegenkonzept zur „freien“ Marktwirtschaft die zur „Anarchie“ des Geldes führt und den Staat zum Dienstleister von kapitalen Interessen werden lässt.
    Deutschland wurde mal von vielen Ländern und Menschen Weltweit für dieses Konzept beneidet. Ein Konzept immer noch zukunftweisend gerade für ärmere Länder , da dort bekanntlich die Kluft zwischen Arm und Reich am größten ist. In den Letzten Jahrzehnten ist diese Kluft aber größer geworden und weitet sich auch in den reichen Industrienationen aus. Was die Gesellschaften verunsichert. Für Neo liberale Nationalisten wie z.b Donald Trump,dem Front National und auch die deutsche AFD eine gute Voraussetzung. Die mit einem einfachen Konzept von Schuldzuweisung innere Konflikte provozieren und die Gesellschaft spalten. Es funktioniert und man muss leider sagen IMMER NOCH !
    Wenn man sieht das eine Haushaltsdebatte im Bundestag zur Einwanderungsdebatte wird oder ein Innenminister die Zuwanderung zur „Mutter aller Probleme macht“ sollte die Frage erlaubt sein wer hier in Deutschland regiert. Dagegen ist so ein Vortrag von Frau Wagenknecht eine gute Anregung zur Debatte mit Vernunft und vor allen mit Verstand!

  8. Avatar

    Uwe

    25. September 2018 21:39 at 21:39

    Das Problem ist leider immer noch der Mensch selbst.
    Er hat Konten bei Zocker-Banken, unterstütz so seinen eigenen Untergang.

    „Rauchen tötet“ steht auf jeder Packung, Moment, bin gleich wieder, muss mal eben Kippen holen…..

  9. Avatar

    G3ckOoo

    25. September 2018 22:44 at 22:44

    Die reichsten 8 Menschen besitzen soviel wie die ärmsten Hälfte der Menschheit. Noch nie in der Geschichte der Menschheit war die Ungleichheit so groß wie heute.

    Daran sieht man wozu das alles geführt hat. „Der Markt regelt das“ funktioniert ja leider nur in eine Richtung, sonst gäbe es keine Bankenrettung.

    Ergänzend zu dem interessanten Beitrag kann ich noch folgenden empfehlen auf welchen ich zufällig gestoßen bin:

    https://www.youtube.com/watch?v=DmxUrVUbMQU&pbjreload=10

  10. Avatar

    Lausi

    26. September 2018 05:06 at 05:06

    Hinsichtlich der großen Systemfrage ist auch folgender Vortrag vom Ökonom Heiner Flassbeck sehr aufschlussreich:

    https://youtu.be/R_-f3A1oTrw

  11. Avatar

    Raoul H

    26. September 2018 14:10 at 14:10

    Sackstark, wie Frau Wagenknecht die Problematik auf den Punkt bringt, einfach verständlich.
    Vielen Dank, auch an Herr Fugmann für dieses Video !

  12. Avatar

    Eisenhut

    5. Oktober 2018 19:24 at 19:24

    Schon der satz der redaktion : „Da vertraut man doch lieber CDU und SPD in Sachen Geld“
    ist ja ein echter Knaller!!
    Nun ja, aber Frau Wagenknecht weiß gut Bescheid ,da geb ich Ihnen Recht, deswegen gehört
    auch sie zu den Profiteuren der Finanzpolitik. Noch Fragen?

  13. Avatar

    Arjun Greg

    27. Mai 2020 17:24 at 17:24

    Natürlich, wer nur von der monetären Seite schaut:Geld hat das Bedürfniss sich zu vermehren und alles das dagegen steht, ist aus der Sicht des „Geldes“ parasitär.
    Aber als Menschen, gibt es zwar Konkurrenz als Antrieb, aber der größte Teil läuft über Kooperation.
    Selbst in der Evolution ist es so, dass Organismen mehr Energie beitragen in einem ökologischen System, als sie herausnehmen.

    Teilhard de Chardin, Aurobindo und andere, haben diese Thesen vor fast 100 Jahren, gut belegt.

    Eine Gesellschaft in der jeder nur an sich denkt,ist nicht lebensfähig.
    Selbst eine Gesellschaft ohne Menschen, nur mit Robotern und Computern würde vorallem über Kooperation funktionieren.

    Die Verfechter, der reinen Marktwirtschaft, sollten in sich selbst schauen, was die tiefsten Gefühle sind die sie ihr ganzes Leben langt voller Verzweiflung treibt.

    Angst vor dem Leben- deswegen es zu kontrollieren (Geld)
    Angst vor dem Tod- Verzweiflung das irgendetwas weitergeht oder das eigentlich alles hoffnungslos ist und deswegen dagegen anzukämpfen.

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

Redaktion

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Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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