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Finanzkrise: Sahra Wagenknecht mit hochinteressantem Vortrag (VIDEO)

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Sahra Wagenknecht gilt in der breiten Öffentlichkeit ganz bestimmt nicht als kompetent oder seriös in Sachen Kapitalmärkte, dabei ist sie bei genauerem Hinsehen bestens informiert und gut vertraut mit finanzpolitischen Zusammenhängen und Details. Das Problem bei ihr ist oft das Verwenden allzu anti-kapitalistischer Worthülsen, was sie in der Öffentlichkeit doch eher unglaubwürdig erscheinen lässt für viele Menschen, die mit der Linkspartei eher nichts zu tun haben wollen.

Da vertraut man doch lieber CDU und SPD in Sachen Geld. Dabei liegt Sahra Wagenknecht mit vielen (nicht allen!) Thesen und Schlussfolgerungen ziemlich richtig, wenn es um die Nachbetrachtung der Finanzkrise geht. Ihr folgender Vortrag ist sehr sehenswert. Man muss nicht alle ihre Aussagen und Thesen teilen, aber wie gesagt: Vieles, was sie sagt, bringt Probleme auf den Punkt. Zum Beispiel ist die Einrichtung eines Trennbankensystems eine enorm wichtige Aufgabe, die von der „großen Politik“ in Europa offenbar ganz bewusst nicht angegangen wird. Dabei wäre dies Maßnahme relativ einfach umzusetzen, und würde die Finanzstabilität enorm steigern!

In einem Punkt möchten wir Sahra Wagenknecht doch an dieser Stelle exemplarisch widersprechen. So behauptet sie, dass es vor der Ära von Margret Thatcher in den 80er-Jahren aufgrund der vorhandenen Regulierung der Finanzmärkte zwischen dem 2. Weltkrieg und den 80er-Jahren keine nennenswerte Krise gab. Das ist falsch, so möchten wir es behaupten! Wir möchten uns der Betrachtung zahlreicher Ökonomen anschließen, dass es in dieser Phase keine Krisen gab, weil nach dem 2. Weltkrieg ein globaler lang anhaltender Aufschwung einsetzte, weil die kriegsführenden Länder des 2. Weltkriegs ihre Länder wieder aufbauen mussten. Es mussten neue Wohnungen, Fabriken, Brücken etc. gebaut werden, was lange Zeit einen großen Nachfrageschub verursachte. Dieser Schub endete in den 70er-Jahren.

Ihr 25 Minuten langer Vortrag ist absolut sehenswert!

 

By Ralf Roletschek – Own work, CC BY-SA 3.0 at, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35296734

19 Kommentare

19 Comments

  1. Alex Kreis

    24. September 2018 15:23 at 15:23

    Als Unterstützer dieser Seite und als libertärer Verfechter des freien Marktes muss ich hier entschieden widersprechen. Die Einführung eines Bankentrennungs-Systems ist nicht notwendig, denn auch hierbei handelt es sich nur um staatliche Regulierung und diese ist IMMER(!) falsch. Es liegt grundsätzlich in der Natur der Sache, dass jegliche finanz- und wirtschafts-politische Forderungen (Einmischung) von Politikern, egal ob Regierung oder Opposition, schädlich ist. Kein Parasit hat einen Organismus je geholfen. Was wirklich hilft ist einzig und allein die Abschaffung von Too-Big-To-Fail und hierfür ist die Bankentrennung keine notwendige Voraussetzung, wie man uns so oft glauben machen will. Es ist schlicht und ergreifend der Anleger, von Lieschen Müller bis Warren Buffet, der sich über den Begriff „RISIKO“ Gedanken machen und seine Anlage und das entsprechende Institut sorgfältig auswählen muss. Wenn Lieschen Müller ihre Rente über Umwege bei Lehman Brothers verliert, dann liegt das nicht am Investment-Banker sondern daran, dass Lieschen geglaubt hat es gebe kein Verlust-Risiko und weil der Investment-Banker wusste, es gibt kein Gefängnis – kurzum – es gibt keine Affinität zur Risikobewertung und daran ist ein Bail-Out-Selbstverständnis schuld welches durch den Sozial- und Wohlfahrts-Staat und dessen Rettungsschirme etc. geschaffen wurde. Ich persönlich habe „viel“ Geld bei Hütchenspielern, im Spielkasino und beim Day-Trading verloren. So wurde ich schmerzhaft risikoaffiner und nur so lernt man. Ein Verbit bringt da nichts, denn es tun sich an der nächsten Ecke gleich neue Möglichkeiten auf ins Risiko zu gehen. Jeder Anleger selbst muss sich seiner Verantwortung wieder bewusst werden, egal ob privat oder institutionell.

    • isntit

      24. September 2018 17:23 at 17:23

      „…handelt es sich nur um staatliche Regulierung und diese ist IMMER(!) falsch…“ ???

      Wenn die neoliberale Gehirnwäsche so erfolgreich war, was soll man da entgegnen? Vielleicht: Wofür ist denn der Staat da, wenn nicht für (sinnvolle) Regulierung? Um Ihr Vermögen schützen? Straßen, Schulen und Krankenhäuser bauen könnten private auch ….

      • Alex Kreis

        25. September 2018 09:39 at 09:39

        Der Staat ist nur da um die herrschende Elite, also den Staatsapparat selbst, zu erhalten. Der Privatmensch/Unternehmer (=Kapitalist) benötigt den Staat für absolut nichts, im Gegenteil, der Staat verbraucht nur Ressourcen und fügt zur Produktivität nichts hinzu. Mein Vermögen schütze ich selbst und richtig: Straßen, Schulen, Krankenhäuser, Gerichte, Sicherheitsdienste, Militär, all das kann privat organisiert und bezahlt werden und zwar um ein Vielfaches effizienter als heute. Es ist kein Zufall, dass alle staatlich geführten Bereiche marode sind bis beinahme zum Verfall. Warum schreit niemand nach einer Verstaatlichung der Einkaufszentren und Supermärkte. Ist die Sicherstellung der Nahrungsversorgung nicht wichtig genug für den Staat? Warum verstaatlichen wir nicht alle Banken … ohhhh, das würde Fr. Wagenkneckt sicher gefallen. Fr. Wagenknecht ist knallharte Kommunistin und sie kritisiert in der Tat vieles richtig. Aber eine korrekte Analyse ist das Eine. Die richtige Schlussfolgerung ist etwas vollkommen Anderes und da sind die Linken leider immer schlecht, denn sie fordern immer nur noch mehr vom Flaschen – mehr Staat und mehr Regulierung, z.B. Bankentrennung.

        • Alex Antworter

          25. September 2018 10:23 at 10:23

          Ufff – was für einen geballten Reichsbürger- – Identitären-Unsinn Sie (@Alex Kreis) hier verbreiten! Sie schützen also Ihr Vermögen selbst, ja? Mit der Waffe in der Hand, oder wie?
          Dieser mein Kommentar wird der einzige in diesem Thread bleiben – don’t feed the troll.

      • Ida

        26. September 2018 20:28 at 20:28

        Wohl wahr

  2. Wolfgang M.

    24. September 2018 17:02 at 17:02

    Angesichts des Vortrags von Sahra Wagenknecht zur Aufarbeitung der Finanzkrise und ganz aktuell wegen des Ausscheidens der Deutschen Bank aus dem EuroStoxx kann man sich durchaus wieder einmal ein paar Gedanken zur Finanzindustrie machen.
    Bereits seit den 90-ern ist für mich der Eindruck entstanden, dass sich die Bankenwelt in einem Pralleluniversum wähnt, in der die marktwirtschaftlichen Prinzipien nur eingeschränkt Gültigkeit besitzen. Für mich ist das Bewusstsein des „Too big to fail“ und die teilweise Aufhebung des Grundsatzes von „Haftung und Risiko, die „Mutter aller Probleme“.
    Die Bankenwelt hat sich eine gesellschaftliche Position erschaffen, die die Politik und den Steuerzahler in vielen Punkten in Geiselhaft nimmt.
    Hier dazu noch einmal das Debakel unseres Branchenprimus (als Musterbeispiel für Systemrelevanz) mit ein paar Fakten im Überblick:
    Die Dt. Bank hat nicht nur seit der Finanzkrise im Jahre 2007 von 90 € , auf jetzt gut 10 € – in der Spitze über 90% – an Kurswert verloren, es wurden auch für Rechtsstreitigkeiten fast 15 Mrd. € bezahlt und dabei noch über 20 Mrd. € Boni an Händler und Manager bezahlt, während 4 Kapitalerhöhungen in Höhe von 24 Mrd. € gestemmt werden mussten. Maximales Risiko mit wenig Folgen für diejenigen, die sich an die Devise von Mr. 25% (J.A.) gehalten haben.
    Aber die Bilanz wird langfristig nicht besser. Während der Dax seit seiner Einführung 1987 um die 10 % Rendite p.a aufweisen kann, liegt die Dt. Bank heute, auch unter Einberechnung der Dividenden, noch unter dem Stand von 1992. Was wurde da alles verzockt? Von 5 Gründungsbanken im Dax sind nur noch zwei dabei, zwei wurden fusioniert.
    Das hindert die Dt. Bank aber nicht daran, neben den fürstlichen Boni (weil man die großen Talente sonst nicht halten kann) auch noch fürstliche Gehälter zu zahlen. Im letzten Geschäftsbericht wurde immer noch von 702 Mitarbeitern berichtet, die über eine Million Jahresgehalt beziehen. In einer Firma, die fast ein Jahrzehnt Verluste geschrieben hat. Was hilft es da, wenn man x Filialen zur Kostenreduktion schließt? Wahrscheinlich hat sich der Branchenprimus an den Spruch von Lloyd Blankfein (Goldman Sachs) gehalten, der ironisch oder ernsthaft in einem Interview mit der Sunday Times behauptet hat „man verrichte eben Gottes Werk“!
    Jetzt habe ich aber genug geschimpft.
    Gruß

  3. isntit

    24. September 2018 17:27 at 17:27

    Vielen Dank FMW für den Video-Tipp. F. Wagenknecht bringt es genau auf den Punkt.

  4. Beobachter

    24. September 2018 19:54 at 19:54

    Nur weil sie links u.eine hübsche Frau ist heisst das nicht ,dass sie Nichts von Finanzen versteht.Sie ist mir schon früher aufgefallen, als sie bei einer Talk- Show sagte , dass die Griechenland -Rettung eigentlich eine EU- Bankenrettung war. Hat das schon jemand anders von den Politik – Heuchlern getraut zu sagen? ?
    Der Turbo – Kapitalismus wie er seit der Krise inszeniert wird ,wird bald mit rauchendem Turbo auf der Strecke liegen bleiben.
    Alle Massnahmen der letzten Jahre haben die Umverteilung extrem gepusht.Der letzte Mosaikstein in den USA, Steuererleichterung für die Gutbetuchten u. Zölle ,die mit der Konsumverteuerung die Unterschicht
    betrifft ist die Fortführung des tödlichen Spiels.
    Den Kritikern möchte ich sagen: Den Kommentar von FMW könnte ich voll unterstützen.

    • Columbo

      24. September 2018 20:41 at 20:41

      Neben der Kanzlerin wirkt sie auf jeden Fall ausgesprochen hübsch.

      • Lausi

        24. September 2018 21:23 at 21:23

        Aber nur Merkel hat diesen ganz besonderen Uckermark-Charme 😉

        • joah

          26. September 2018 20:59 at 20:59

          Der „Grumpy Cat“ Gesichtsausdruck des Merkels ist wohl eher weniger Uckermark-spezifisch.

  5. v.Eickstedt

    25. September 2018 12:37 at 12:37

    Sarah Wagenknecht macht eine sehr gute Figur, nicht nur äußerlich. Da ist sie die Nofretete der Gegenwart.

  6. tarob

    25. September 2018 14:25 at 14:25

    Ist es im Endeffekt nicht egal, was die Dame von sich gibt, deren Partei den Kommunismus als Ziel erklärt hat?
    Sie wird nicht ein Mal Ansatzweise eine Chance haben, irgendwas in die Tat umzusetzen, denn S.W. wird weder von der Bevölkerung noch von der Wirtschaft getragen und überwiegend abgelehnt.

  7. Egidi

    25. September 2018 18:25 at 18:25

    Frau Wagenknecht ruft hier nicht zur proletarischen Revolution auf oder propagiert die Rückkehr zur Planwirtschaft der DDR. Was hier im Kern verlangt wird ist die Rückkehr zur sozialen Marktwirtschaft. Die regulierende Hand des Staates in Wirtschaftliche Abläufe.
    (John Maynard Keynes) Ein Gegenkonzept zur „freien“ Marktwirtschaft die zur „Anarchie“ des Geldes führt und den Staat zum Dienstleister von kapitalen Interessen werden lässt.
    Deutschland wurde mal von vielen Ländern und Menschen Weltweit für dieses Konzept beneidet. Ein Konzept immer noch zukunftweisend gerade für ärmere Länder , da dort bekanntlich die Kluft zwischen Arm und Reich am größten ist. In den Letzten Jahrzehnten ist diese Kluft aber größer geworden und weitet sich auch in den reichen Industrienationen aus. Was die Gesellschaften verunsichert. Für Neo liberale Nationalisten wie z.b Donald Trump,dem Front National und auch die deutsche AFD eine gute Voraussetzung. Die mit einem einfachen Konzept von Schuldzuweisung innere Konflikte provozieren und die Gesellschaft spalten. Es funktioniert und man muss leider sagen IMMER NOCH !
    Wenn man sieht das eine Haushaltsdebatte im Bundestag zur Einwanderungsdebatte wird oder ein Innenminister die Zuwanderung zur „Mutter aller Probleme macht“ sollte die Frage erlaubt sein wer hier in Deutschland regiert. Dagegen ist so ein Vortrag von Frau Wagenknecht eine gute Anregung zur Debatte mit Vernunft und vor allen mit Verstand!

  8. Uwe

    25. September 2018 21:39 at 21:39

    Das Problem ist leider immer noch der Mensch selbst.
    Er hat Konten bei Zocker-Banken, unterstütz so seinen eigenen Untergang.

    „Rauchen tötet“ steht auf jeder Packung, Moment, bin gleich wieder, muss mal eben Kippen holen…..

  9. G3ckOoo

    25. September 2018 22:44 at 22:44

    Die reichsten 8 Menschen besitzen soviel wie die ärmsten Hälfte der Menschheit. Noch nie in der Geschichte der Menschheit war die Ungleichheit so groß wie heute.

    Daran sieht man wozu das alles geführt hat. „Der Markt regelt das“ funktioniert ja leider nur in eine Richtung, sonst gäbe es keine Bankenrettung.

    Ergänzend zu dem interessanten Beitrag kann ich noch folgenden empfehlen auf welchen ich zufällig gestoßen bin:

    https://www.youtube.com/watch?v=DmxUrVUbMQU&pbjreload=10

  10. Lausi

    26. September 2018 05:06 at 05:06

    Hinsichtlich der großen Systemfrage ist auch folgender Vortrag vom Ökonom Heiner Flassbeck sehr aufschlussreich:

    https://youtu.be/R_-f3A1oTrw

  11. Raoul H

    26. September 2018 14:10 at 14:10

    Sackstark, wie Frau Wagenknecht die Problematik auf den Punkt bringt, einfach verständlich.
    Vielen Dank, auch an Herr Fugmann für dieses Video !

  12. Eisenhut

    5. Oktober 2018 19:24 at 19:24

    Schon der satz der redaktion : „Da vertraut man doch lieber CDU und SPD in Sachen Geld“
    ist ja ein echter Knaller!!
    Nun ja, aber Frau Wagenknecht weiß gut Bescheid ,da geb ich Ihnen Recht, deswegen gehört
    auch sie zu den Profiteuren der Finanzpolitik. Noch Fragen?

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Das „Peter (Altmaier) Prinzip“ – wenn unfähige Politiker befördert werden

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Kürzlich ist etwas sehr Ungewöhnliches passiert: Vertreter des deutschen Mittelstands und der deutschen Industrie haben sich negativ über Wirtschaftsminister Peter Altmaier geäussert – ein echter Affront!

Woran liegt das? Marc Friedrich meint: am sogenannten „Peter-Prinzip“ der negativen Auslese in der Politik. Was das ist, erklärt Marc Friedrich in diesem Video:

 

 

 

Von Olaf Kosinsky – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=53950919

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Martin Sonneborn im EU-Parlament über Julian Asange

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Bekanntlich ist der Whistleblower Julian Asange kürzlich in London verhaftet worden – ihm droht die Auslieferung in die USA. Martin Sonneborn bringt den Skandal im EU-Parlament zur Sprache – vor einer unglaublich prall gefüllten Kulisse und mit rhetorischen Ungeheuerlichkeiten..

Sehr sehenswert:


Sonneborn in Stauffenberg-Verkleidung mit Parteikollege Nico Wehnemann auf der Frankfurter Buchmesse 2018
Von Ptolusque – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73580794

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Politischer Tauschhandel mit der Post? 10% höhere Preise für 5000 Jobs

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Die Deutsche Post hat im Jahr 2018 insgesamt 2,2 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet, nach Steuern! 2017 waren es noch 2,9 Milliarden Euro Gewinn. Aber immerhin, 2,2 Milliarden Euro sind auch noch ein nettes Plus (hier nachzulesen). So schlecht kann es dem ehemaligen Staatskonzern also wohl kaum gehen, stimmt´s? Oder brauch man doch ganz dringend mehr Geld?

Obacht! Ähnlich wie Lufthansa oder Deutsche Börse ist auch die Deutsche Post in ihrem Segment der einzig große Konzern in Deutschland, der im Ausland als bedeutender Global Player mitspielen kann (Monopolist oder beinahe Monopolist). Und genau diese Art von Unternehmen will unser aller Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier massiv stützen, schützen und fördern, wie er es in den letzten Wochen klar zum Ausdruck brachte (Nationale Champions schaffen).

Im Januar hatte die zuständige Bundesnetzagentur vorgeschlagen, dass man der Deutschen Post ein Preiserhöhungspotenzial von bis zu 4,8% zugestehen solle. Das fand die Post aber nicht so schön, und drohte indirekt mit der Entlassung von Mitarbeitern. Und was machte Peter Altmaier? Er tat, was zu tun war… die Bundesnetzagentur wurde angewiesen doch bitte ihren Berechnungsschlüssel (richtige Formulierung?) „anzupassen“.

Und ohhh Wunder, heute verkündet die Bundesnetzagentur, dass man der Deutschen Post einen Preiserhöhungsspielraum von bis zu 10,6% zugestehe. Mal eben mehr als verdoppelt, das ist doch was! Und nochmal ohhh Wunder. Die Agentur erwähnt in ihrer Veröffentlichung gleich zwei mal, dass die Deutsche Post versprochen habe im Gegenzug 5.000 neue Stellen zu schaffen. Dazu sagt die Agentur im Wortlaut:

Wir berücksichtigen die Ankündigung der Post, neue Zusteller einzustellen. Die Ankündigungen der Post werden wir überwachen.

Die Bundesnetzagentur wird kontrollieren, dass die angekündigten Neueinstellungen auch tatsächlich erfolgen.

Also, im Klartext: Es gibt einen nicht ausgesprochenen, aber mehr als offensichtlichen politischen Deal. Ihr schafft neue Jobs, dafür dürft ihr so richtig kräftig die Preise raufsetzen. Na da freut sich der Post-Kunde. Das ist doch mal so richtig „Freie Marktwirtschaft“. Gedankenspiel: Die Deutsche Post wird bei ihrer Job-Zusage wohl schon mal genau kalkuliert haben, ob sich die Mehrkosten fürs Personal rechnen bei einer zehnprozentigen Portoerhöhung. Und wollen wir mal wetten, es wird sich rechnen. Und es werden in der Rechnung wohl noch ein paar Taler Gewinn übrig bleiben.

Die +10,6% ist ein Gesamtrahmen. Wie stark zum Beispiel das klassische Briefporto steigt, wird im Mai festgelegt. Aber man darf ruhig von einem Sprung von 70 auf 90 Cent ausgehen. Danke Herr Altmaier. Bauen Sie mal schön weiter ihre „Nationalen Champions“. Die Post-Aktionäre dürften sich freuen. Hier einige weitere aktuelle Originalaussagen der Bundesnetzagentur:

Die Bundesnetzagentur hat für den Zeitraum bis 31. Dezember 2021 einen Preiserhöhungsspielraum von 8,86 Prozent ermittelt, der sich aus einer Produktivitätsrate von minus 5,41 Prozent und einem Inflationsausgleich von 3,45 Prozent zusammensetzt. Weil die Deutsche Post AG Preisanhebungen nicht bereits zum 1. Januar 2019 vornehmen konnte, wird die Preisänderungsrate zusätzlich um rund 0,3 Prozentpunkte pro Monat korrigiert. Die Deutsche Post könnte bei geplantem Inkrafttreten neuer Briefentgelte zum 1. Juli 2019 damit von einem Preiserhöhungspotential von 10,63 Prozent Gebrauch machen.

Neben dem höheren Gewinnsatz berücksichtigt die Entscheidung auch die Auswirkungen der von der Deutschen Post Mitte 2018 angekündigten Umstrukturierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen. Die Deutsche Post hat damit höhere Kosten unter anderem dafür geltend gemacht, dass ca. 5.000 zusätzliche Mitarbeiter in der Zustellung eingesetzt werden sollen.

Deutsche Post Tower Bonn
Post Tower in Bonn. Foto: Sir James CC BY-SA 3.0

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