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Wie das Finanzvermögen des Staates letztes Jahr um 55 Milliarden Euro steigen konnte

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Die Nachricht verwundert auf den ersten Blick doch sehr. Im Corona-Jahr 2020, wo die Staatseinnahmen massiv gesunken sind, und die Staatsschulden wegen der umfassenden Corona-Hilfen stiegen, konnte der deutsche Staat sein Finanzvermögen um 55 Milliarden Euro steigern auf erstmals über 1 Billion Euro. Wie kann das sein? Das Statistische Bundesamt hat dazu heute Detaildaten geliefert. Die Erklärung lässt sich darin finden, wie man das Wort Finanzvermögen definiert. Es ist nämlich keine Netto-Rechnung, wo Schulden und Vermögen miteinander verrechnet werden. Es beziffert in simplen Worten ausgedrückt, wie viel Cash gerade auf dem Konto rumliegt.

Der sogenannte öffentliche Gesamthaushalt (Bund, Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände sowie Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte) wies gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich Ende 2020 ein Finanzvermögen von 1,0293 Billionen Euro auf. Das sind wie gesagt 55,1 Milliarden Euro oder 5,7 Prozent mehr als Ende 2019.

Und wie man das konkret geschafft hat? Der Bund hat in der Coronakrise jede Menge neue Schulden aufgenommen, aber diese neu eingenommene Liquidität nicht in vollem Umfang ausgegeben. Es blieb quasi vom aufgenommenen Kredit noch einiges auf dem Konto übrig (in einfachen Worten ausgedrückt), wodurch das Finanzvermögen erhöht wurde. Das höhere Vermögen stammt also aus der noch viel höheren Schuldenaufnahme.

Das Finanzvermögen des Bundes erhöhte sich laut den Statistikern von 2019 auf 2020 um 74,3 Milliarden Euro oder 22,8 Prozent auf 400,5 Milliarden Euro. Dies liegt laut den Statistikern „insbesondere an der erhöhten Kreditaufnahme des Bundes zur Finanzierung von Maßnahmen zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise. Da diese aufgenommenen Kredite bis zum Jahresende noch nicht abgeflossen waren, erhöhten sich vorübergehend die Sichteinlagen des Bundes.“

Grafik zeigt Details zum Finanzvermögen des deutschen Staates



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