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Flash Crash-Angeklagter auf Kaution frei – 50.000 statt 5 Mio Pfund

FMW-Redaktion

Navinder Sarao, der Angeklagte im „Flash Crash“-Skandal aus 2010, ist heute in London auf Kaution freigekommen. Bisher forderte die Londoner Justiz 5 Mio Pfund Kaution – jetzt hat man sich auf 50.000 Pfund geeinigt. Was für ein Deal für jemanden, der Millionensummen im Ausland deponiert hat!

Beim „Flash Crash“ 2010 stürzte der Dow Jones-Index in kürzester Zeit um 1.000 Punkte. Nachdem klar war, dass kein technischer Fehler vorlag, kam man Navinder Sarao auf die Spur. Er soll durch „Spoofing“ Millionen abkassiert haben. Dabei geht es darum mit großen Verkaufsorders einen gigantischen Verkaufsdruck vorzutäuschen, wodurch viele andere Anleger (vor allem automatische Programme/ALGOS) auf den Zug aufspringen und die Kurse in den Keller drücken. Nach schnellem Löschen der Verkaufsorders kann der Spoofer zu den tiefen Kursen günstig einkaufen und, nachdem sich der Preis schnell wieder erholt hat, oben verkaufen. Oder der Betrüger hat sich vorher mit Put-Optionen eingedeckt.

Wie auch immer: Die US-Justizbehörden glauben Sarao habe bis zu 40 Mio Dollar mit der Manipulation der Aktienmärkte verdient. In der heutigen Anhörung in London wurde bekannt, dass er mind. 30 Mio Pfund besitzt, wovon er einen Großteil in der Schweiz geparkt haben soll. Auch interessant: Bei Sarao wurde das Asperger-Syndron diagnostiziert, eine abgeschwächte Form von Autismus. Das hat man doch schon mal irgendwo gehört. Stimmt genau – erst am 4. August wurde der UBS-Trader Tom Hayes in London zu einer langen Haftstrafe verurteilt – auch bei ihm die Diagnose „Asperger“. Hat niemand Sarao gesteckt, dass man mit dieser Diagnose bei Londoner Gerichten keine großen Chancen auf Strafrabatt hat?



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