Devisen

Positionierungen: Flucht aus dem Dollar, rein ins Gold..

FMW-Redaktion

Der Dollar hatte in der letzten Woche seinen Höhenflug fortgesetzt als vermeintlich sicherer Hafen – aber vor allem die Hedgefonds, das zeigen die neuesten Daten der CFTC, haben dabei nicht mitgespielt und in die Stärke Dollars verkauft. So wurden insbesondere Euro-Dollar-Shortpositionen glattgestellt (11.000 Kontrakte), sodass der Markt zwar immer noch short ist im Euro-Dollar (160.000 Shorts zu 100.000 Longs), aber sich die Gewichtung zunehmend verschiebt, wenn die Brexit-Angst nachläßt (der Euro würde im Brexit-Fall stark abervkauft).

Auffallend ist insbesondere auch, dass Longpositionen im britischen Pfund stark ausgebaut wurden (mehr als 25.000 Kontrakte) – man hat sich also seitens der Hedgies schon vor dem Attentat auf Jo Cox von Spekulationen auf den Brexit tendentiell verabschiedet. Weiter ausgebaut wurden weiterhin auch Long-Positionen im Yen, sprich Dollar-Yen weiter verkauft, weil die Bank of Japan untätig geblieben ist und viele von einem weiteren Fall des Dollar-Yen auf 100 ausgehen.

Gesucht sind dagegen weiter Rohstoffe, allen voran Agrarrohstoffe wie Korn und Weizen. Aber eben auch Metalle wie Gold, das im Gefolge der dovishen Aussagen der Fed wieder stark zugkauft wurde mit knapp 48.000 neuen Long-Kontrakten. analysen zeigen, dass etwa knapp die Hälfte dieser Käufe aus Brexit-Angst resultiert, die andere Hälfte durch den schwachen Arbeitsmarktbericht und die dovishe Fed motiviert sind.

Damit ist die Positionierung im Gold derzeit extrem long, das Verhältnis Long-Short beträgt 10:1 – und das macht das gelbe Metall anfällig für eine erneute heftige Korrektur (vor allem wenn der Brexit ausbleibt und der nächste US-Arbeitsmarktbericht wieder solide ausfällt). Hinzugekauft wurde auch Silber mit knapp 9000 neuen Kong-Kontrakten, hier beträgt das Verhältnis Long-Short nun 5:1. Dagegen wurden Long-Positionen im Öl parallel mit dem Fall des Ölpreises stärker abgebaut (23.000 Kontrakte), Short-Positionen aufgebaut (19.000). Damit beträgt das Verhältnis Long-Short im WTI-Öl „nur“ noch 3:1. Nach wie vor verkauft wird übrigens Kupfer, das als Konjunkturbarometer gilt.

Bis auf Gold ist damit im Vorfeld der Brexit-Entscheidung keine wirklich extrem einseitige Positionierung am Future-Markt zu erkennen, von Panik ist ohnehin keine Spur. Verfestigt sich nun die Vermutung durch Umfragen, dass der Brexit ausbleiben wird, dürfte der Dollar weiter leiden – und Gold stärker unter Druck geraten. Passiert das Gegenteil, werden die sicheren Häfen dagegen durch die Decke schießen.



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