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Flucht in die Qualität – Cathie Wood-ETF gegen den Markt

New York Stock Exchange

Cathie Wood ist einer der Börsenstars an der Wall Street. Mit ihrem ARK Innovation ETF (US-Börsenkürzel ARKK) sorgt sie für Aufsehen. Mit gnadenlosem Optimismus widmet sie sich disruptiven Unternehmen. Dabei geht es um neue Technologien, mit denen Unternehmen mit veralteten Geschäftsmodellen verdrängt werden sollen. Ihr Fonds (hier die Details) investiert nach eigenen Angaben mindestens 65 Prozent der Einlagen in disruptive Innovationen. ARK definiert „bahnbrechende Innovation“ als die Einführung eines technologisch ermöglichten neuen Produkts oder einer Dienstleistung, die die Art und Weise, wie die Welt funktioniert, potenziell verändert. Zu den Unternehmen im ARKK gehören solche, die sich auf die Entwicklung neuer Produkte oder Dienstleistungen, technologische Verbesserungen und Fortschritte in der wissenschaftlichen Forschung in den folgenden Bereichen stützen oder davon profitieren: DNA-Technologien und die „Genomische Revolution“, Automatisierung, Robotik und Energiespeicherung, Künstliche Intelligenz, das „Internet der nächsten Generation“ sowie Fintech.

Also: Jede Menge Zukunft, jede Menge hippe Themen, die später mal viel Geld bringen – oder total floppen. Vorher weiß man das nie. Bei Amazon haben ja in den ersten Jahren auch die meisten Beobachter mit dem Kopf geschüttelt. Das könne nie funktionieren, der Laden macht eh nur Verluste. Aber wie die Story letztlich ausging, wissen wir alle. Von daher weiß man heute noch nicht, ob Cathie Wood mit ihrem gnadenlosen Disruptions-Optimismus Erfolg haben wird. Was man aber in den letzten Wochen und speziell in den letzten Tagen sieht: Die Anleger am US-Aktienmarkt gehen raus aus Meme Stocks, aus Kryptowährungen, und aus noch nicht gewinnbringenden wackligen Geschäftsmodellen. Ebenso sind die Aktien von Unternehmen derzeit von Verkäufen betroffen, die zwar gute Geschäfte machen, aber deren Aktienkurs vermeintlich viel zu hoch in Relation zum Gewinn steht (zu hohes KGV).

Gleichzeitig glänzen Qualitäts-Aktien – also zum Beispiel Unternehmen mit gigantischen Cash-Reserven und hohen Gewinnmargen – allen voran Apple (wir berichteten letzte Woche). Die Anleger fliehen seit Tagen in die Qualität. Falls nämlich ein Crash anstehen sollte, will man sein Geld dort geparkt wissen, wo man davon ausgehen kann, dass das Unternehmen eine Krise oder einen Crash gut übersteht. Dementsprechend sieht auch der folgende Chart aus. Wir haben in diesem TradingView Chart, der bis August zurückreicht, den ARK Innovation ETF von Cathie Wood als blaue Linie eingebaut, dazu den S&P 500 in orange und die Apple-Aktie in türkis. Seit August ist ARKK um 23,6 Prozent gefallen, während der Gesamtmarkt um 3,7 Prozent stieg, und Apple um 12,6 Prozent. Im Chart ist gut erkennbar, dass diese Entwicklung raus aus wackligen Geschäftsmodellen und hin zu Qualität vor allem ab Mitte November eingesetzt hat.

Chart vergleicht ARK Innovation ETF von Cathie Wood mit Apple und S&P 500



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1 Kommentar

  1. Eins vereint alle „Börsenstars“. Wer sein Geld verbrennen will muss es nur nach deren Regeln oder in deren Produkten anlegen. Deren Reichtum stammt nämlich nicht aus ihren genialen Anlagestrategien sondern direkt von ihren vertrottelten Fans.

    Der denkfähige Anleger sollte sie allerdings trotzdem beachten, das sie geradezu perfekte Kontraindikatoren darstellen.

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