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Flüssiggas plus Logistik: Ist das die neue Gewinnformel?

Gas-Tanker

Liebe Börsianerinnen, liebe Börsianer,

der britische Energiemulti Shell hat Anfang des Jahres eine Studie (Outlook) zum Markt für Flüssiggas (LNG) publiziert. Essenz dieses Ausblicks: Die LNG-Nachfrage wird sich bis 2040 ungefähr verdoppeln. Sie wird angetrieben vor allem von der Nachfrage aus China, Japan und Südkorea, so die Shell-Analysten.

Seit dem 24. Februar 2022 (Ukrainekrieg) ist diese Studie ganz kalter Kaffee. Die Verdoppelung der Nachfrage wird nicht in den kommenden knapp 20 Jahren stattfinden, sondern praktisch jetzt. Denn Europa wird nun aus bekannten Gründen einen veritablen Nachfragesturm nach dem kalten Gas auslösen. Deutschland etwa wird zur Jahreswende zwei mobile Rückverflüssigungsanlagen in Norddeutschland ans Pipelinenetz anschließen (Uniper/Dynagas).

Ganz nebenbei: Die Kapazitäten werden gewaltig sein und theoretisch auf einen Schlag fast 5 % unseres jährlichen Gasverbrauchs abdecken. Theoretisch deswegen, weil wir als gute Europäer natürlich einige Kubikmeter unseren Nachbarn abgeben werden.

Daneben werden Frankreich und Italien die nationale Infrastruktur ergänzen, um das begehrte Gas ebenfalls in großem Stil einpumpen zu können. Keine Frage, die Europäer machen den Asiaten die Kontingente aus Katar und den USA streitig. Das Ergebnis kennen Sie: Kein anderer Rohstoff – nach Lithium – hat sich in den vergangenen Monaten stärker verteuert als Erd- oder Flüssiggas.

Im Prinzip sind Öl und Gas in dieser Welt nicht wirklich knapp. Freilich haben wir derzeit maximale Probleme, das Material dorthin zu transportieren, wo es gebraucht wird. Stichwort: gestörte und unterentwickelte Lieferketten. Generell gilt, die Branche der maritime Logistik leidet unter zu geringen Transportkapazitäten. Diese Knappheit gilt ungefähr gleichermaßen für die Untersegmente Container…..

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