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Fokus Geopolitik: USA dürften heute Importzölle für China verlautbaren, Italien vor Rechtsruck

Die USA dürften heute Importzölle gegen China verhängen – und in Italien spricht vieles für eine rechte Koalition. Folgen für die EU: unabsehbar, aber die Märkte machen sich keine Sorgen..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die USA werden heute ihre „Trade Policy Agenda“ veröffentlichen – und was da kommen wird, hat es in sich. Nachdem die US-Regierung vor wenigen Tagen mit sofortiger Wirkung Importzölle für Alufolien aus China verhängt hat, dürften heute Importzölle von 24% auf Aluminium und 12% auf Stahlprodukte aus China verlautbart werden! Darauf deuten schon die Vorabmeldungen der US-Regierung hin, wonach die USA das Recht habe, einseitige Handelsmaßnahmen gegen China zu verhängen aufgrund der vermeintlich „unfairen Handelspraktiken“ des Reichs der Mitte. Am Montag hatte Trump wörtlich gesagt: “China, we probably lost $504 billion, last year, on trade.” Dazu kürzlich die „Promotion“ (im Sinne einer aufgewerteten Stellung) von „Death by China“-Autor Peter Navarro, der ähnlich wie einst Seve Bannon die USA in einem Endkampf sieht mit dem Emporkömmling China. All das deutet auf scharfe Auseinandersetzungen hin zwischen den beiden dominanten Großmächten!

Am Montag kommt das Parlament Chinas zu einer jährlichen Versammlung zusammen – dort wird wohl die Verfassungsänderung beschlossen, die die Beschränkung der Amtszeit des Staatschefs auf acht Jahre beinhaltet hatte. Faktisch dürfte Xi Xinping damit auf Lebenszeit ernannt werden – zu erwarten ist dann auch eine Reaktion auf die US-Maßnahmen gegen chinesische Waren. Wahrscheinlich wird China zunächst Importzölle auf amerikanische Agrarprodukte wie Sojabohnen (China ist der bei weitem wichtigste „Exportpartner“ für Sojabohnen aus den USA) verhängen und damit vor allem die ländliche Stammwählerschaft von Donald Trump empfindlich treffen. Die starke und einflußreiche amerikanische Agrarlobby dürfte darüber „not amused“ sein..

Perspektivwechsel: Italien!

Am Sonntag finden bekanntlich die Parlamentswahlen statt, und manches deutet auf einen klaren Sieg einer rechten Koalition hin: die Forza Italia des ewigen Berlusconi dürfte auf ca. 13% kommen, dazu dann die latent neofaschistische Fratelli d’Italia (eine Nachfolgepartei der Alleanza Nazionale, die 1946 von Mussolini-Anhängern gegründet wurde). Hinzu kommt wohl die Lega (ehemals unter dem Namen Lega Nord bekannt, ca. 5-8% der Stimmen erwartet). Die Ermordung einer italienischen Frau in Rom durch einen Nigerianer sowie die Schüsse eines selbst ernannten Neo-Nazis auf afrikanische Immigranten in Macerata machen das Thema Immigration zum wichtigsten Wahlkampf-Thema. Italien wird bei dieser Problematik von anderen europäischen Ländern weitgehend alleine gelassen, daher ist das Thema auch mit starken Anti-EU Ressentiments besetzt. Selbst Mitte-Links-Parteien setzten sich inzwischen für ein schärferes Vorgehen in der Immigrations-Frage ein.


Der ewige Berlusconi
Von European People’s Party – https://www.flickr.com/photos/eppofficial/22194872598/, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=46340059

Offen ist die Positionierung der Partei (oder Bewegung) Cinque Stelle, die bei den Wahlen wohl die meisten Stimmen bekommen wird. Wenn sie mit der Forza Italia und den rechtsorientierten Parteien koaliert, würde ein Patt im Parlament vermieden werden. Faktisch ist also Cinque Stelle das entscheidende Zünglein an der Waage in der italienischen Politik geworden.

In keinem anderen Land Europas sagen in Italien so viele Menschen, dass ihr Land auf einem falschen Weg sei:

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Die noch regierende sozialdemokratische Partei Partito Democratico (PD) hat es weder unter Renzi noch unter Gentiloni geschafft, die Wirtschaft des Landes nachhaltig zu verbessern:

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Daher ist die Niederlage der Regierungspartei PD absehbar – aber die Märkte machen sich über die Wahlen in Italien offenkundig kaum Sorgen, wie der Anleihemarkt zeigt:

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Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Hinterfrager

    1. März 2018 15:02 at 15:02

    Italienwahl, Sozenvotum, BILLAG-Abstimmung in der Schweiz – der kommende Sonntag hat es in der Tat in sich! Neben dem Urnengang in Bella Italia könnte die GroKo-Abstimmung ab Montag durchaus marktrelevant werden: Falls die Genossen nämlich mehrheitlich mit Nein votieren sollten. Dann stünde Europas größte Volkswirtschaft weiterhin ohne Regierung da. Und abgesehen von einem Mutti-Minderheits-Solo im Bundestag blieben dann nur noch Neuwahlen… Autsch, das mögen die Finanzprofis nicht!

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

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Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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