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Folker Hellmeyer antwortet auf FMW-Artikel „Lernen´s a bissl Geschichte“, Herr Hellmeyer

Wir hatten bei FMW gestern einen Arikel veröffentlicht mit dem Titel „Der Handelskrieg wird überbewertet“: oder „Lernen´s a bissl Geschichte“, Herr Hellmeyer!“. Darin hatten wir auf ein Interview von Folker Hellmeyer (ehemaliger Chefanalyst der Bremer Landesbank und nun Chefanalyst bei Solvecon-Invest reagiert, in dem Hellmeyer die These vertrat, dass das Thema „Handelskrieg“ überbewertet sei:

„Wer wissen will, welche Auswirkungen Zölle und eine egomanische Wirtschaftspolitik haben, der sollte sich die 1930er-Jahre anschauen – damals war die nominale Auswirkung der Zölle auch gering, aber die Folgewirkungen, der Ratenschwanz, der „mit dranhängt“, umso größer. Und so möchte man Herrn Hellmeyer mit den Worten des ehemaligen österreichischen Bundeskanzlers Kreisky dringend raten: „Lernen´s a bissl Geschichte“!

Nun hat Herr Hellmeyer auf diesen FMW-Artikel reagiert – und wir möchten uns bei ihm ausdrücklich für die sachlich und entspannt vorgetragene Art seiner Replik bedanken!

Sehr geehrter Herr Fugmann,

vielen dank für Ihre Replik.

1. Die Lieferketten bleiben zunächst erhalten, da es in den USA gar nicht das Produktionspotential gibt, die Importe aus China zu ersetzen. Damit ergeben sich Preiseffekte, die den Standort der USA schwächen. Im Mengengrüst der chinesischen Exporte hat das überschaubare Folgen – ich gehe von maximal 15% aus. Dagegen muss man der Sachlichkeit wegen, die von Peking getroffenen Maßnahmen gegenüberstellen, die die Vernentzung der Weltwirtschaft ex USA forcieren (Senkung von Zöllen und Importbarrieren, Öffnung der Märkte).

2.ich stimme zu, dass eine solitäre quantitative Betrachtung nicht Ziel führend ist. Die psychologischen Effekte sind aber primär an den Finanzmärkten ein Belastungsfaktor.

3. Die Kettenreaktion sehe ich in dieser Form nicht, sondern es ist erkennbar, dass sich die Weltwirtschaft ex USA (=85% der Weltwirtschaft) formiert, um das Konstrukt der globalen Wirtschaft zu erhalten. Das ist auch der Unterschied im historischen Kontext. Hier einfach die Historie zu bemühen ist oberflächlich. Ich weise Ihren Vorwurf umfänglich zurück. Die Unterschiede der wirtschaftlichen und politischen Strukturen zu der Vergangenheit sind ausgeprägt wie nie und unterminieren den Anspruch, die Erfahrung der Vergangenheit auf das aktuelle Szenario zu extrapolieren. Gleichwohl ist Demut geboten, da Politik unintelligenter sein kann, als man landläufig unterstellt.

Mit einem freundlichen Gruß
Folker Hellmeyer


Folker Helmeyer
Foto: https://solvecon-invest.de/die-menschen/



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2 Kommentare

  1. Ja man kann die Argumente des Herrn Hellmeyer gut nachvollziehen. Das ist meiner Ansicht nach das Denken aus der Zeit der 80 ziger bis 2008 er. Es wird schon wieder man einigt sich. Der Rest der Welt formiert sich gegen die Auflösungserscheinigung der Globalen Konstrukte? Das setzt voraus, dass alle harmonisch miteinander auskommen wollen. Das Gefuehl habe ich nicht unbedingt. Sehen wir uns doch nur mal unsere Nachbarländer an. Ueberall sind Kräfte am Werk, die ein weiterso verhindern. Holland,Österreich,Ungarn,Polen,Italien,England,USA und manche mehr. Die Mitte kämpft um ein politisches Ueberleben in diesen Ländern, das ist in meinen Augen keine Basis ein tragende Lösung auf Dauer zu finden. Ich meine die Zeiten sind vorbei. Im Abschlusssatz zieht aber auch Hellmeyer dies in Betracht. Das muss aber auch nicht alles schlecht sein, Kriesen dienen ja auch einer Gesundung und Weiterentwucklumg.

  2. ..diesmal ist alles ganz anders…und weil es anders ist (und der Markt seit mittlerweile Jahren steigt), muss es ja gut sein…und vor allem so weitergehen…gute alte und verstaubte 19-hunderter Mentalität!

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