Folgen Sie uns

Indizes

Folker Hellmeyer: „Ohne Draghi wäre Italien pleite!“

Eine Permabulle und Daueroptimist über die Lage in Italien..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Pure Panik heute am italienischen Anleihemarkt – die Rendite der 10-jährigen italienische Anleihe steigt heute im Hoch auf 3,38% und kann sich seitdem unter imenser Volatilität (heute eine Handelsspanne von 900 Ticks!!) wieder etwas nach unten entwickeln:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Italiens Notenbankchef Ignazio Visco warnte heute vor einer Ausweitung der Verschuldung – dies sei keine adäquate Antwort in Zeiten einer lockeren Geldpolitik. Italien werden von wirtschaftlicher Logik gefesselt, nicht von EU-Regeln. Man sei, so Visco weiter, nur wenige Schritte von einer Vertrauenskrise entfernt – äh nunja, schon die heutige Entwicklung der italienischen Anleihemärkte zeigt doch gerade eine massive Vertrauenskrise!!

Folker Hellmeyer, Ex-Landesbanker in Bremen, meint: ohne Draghi wäre Italien schon längst pleite aufgrund horrender Zinssätzen auf seine Staatsanleihen, insofern seien die Forderungen von Lega und Cinque Stelle reine „Hybris“. Hellmeyer meint, das werde sich schon alles beruhigen, er glaubt ungebrochen an die Kraft der Aufklärung und die „normative Kraft des Faktischen“ (ein Adorno-Zitat) und meint tapfer, politische Börsen hätten kurze Beine – und das obwohl das Jahr 2018 doch der schiere Gegenbeweis gegen die weitgehend geistfreie Börsenweisheit ist, dass politische Börsen wirklich kurze Beine hätten..

Und den Dax hält Hellmeyer für sehr günstig, aber sehen Sie selbst:

15 Kommentare

15 Comments

  1. Avatar

    tm

    29. Mai 2018 11:41 at 11:41

    Folker Hellmeyer gilt hier als Daueroptimist??? Tatsächlich ist das doch seit Jahren der Lieblingsökonom aller VTler.

    “ ohne Draghi wäre Italien schon längst pleite aufgrund horrender Zinssätzen auf seine Staatsanleihen“

    Italien zahlt zur Zeit im Durchschnitt 3,1% auf die ausstehenden Anleihen – also genau das, wo aktuell die 10-jährigen notieren und damit mehr als die durchschnittliche Umlaufrendite über alle Laufzeiten. Nun gibt Italien zur Zeit aber vergleichsweise wenig für Zinsen aus, das war in den 1990ern weit mehr. Tatsächlich erwirtschaftet Italien sogar seit 1992 Primärüberschüsse und leidet „nur noch“ an den hohen Schulden, die in den 1970er und 1980er aufgebaut wurden.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      29. Mai 2018 12:09 at 12:09

      @tm, wie kommen Sie darauf, dass Italien Überschüsse produziert? Das ist nicht der Fall – immerhin wird das jährliche Defizit aber stets kleiner..
      https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167731/umfrage/haushaltssaldo-von-italien/

      • Avatar

        tm

        29. Mai 2018 13:11 at 13:11

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          29. Mai 2018 13:19 at 13:19

          @tm, das ist eine Definitionsfrage, ob man Zinszahlungen mit einrechnet oder nicht; in der EU jedenfalls gilt:

          Überschuß/Defizit + Zinszahlungen = Primärüberschuss/Primärdefizit

          (https://www.haushaltssteuerung.de/lexikon-primaersaldo.html)

          • Avatar

            tm

            29. Mai 2018 13:26 at 13:26

            Ne, das ist keine Definitionsfrage. Ich schrieb: „Tatsächlich erwirtschaftet Italien sogar seit 1992 Primärüberschüsse“ und die Ausage ist so, wie ich sie geschrieben habe, vollkommen korrekt.

            Und Sie verlinken es doch nun korrekt: Wenn ich auf „normalen“ Saldo noch die Zinsausgaben dazu addiere, erhalte ich den Primärsaldo. Oder anders ausgedrückt, der Primärsaldo ist der um Zinsausgaben bereinigte Saldo.

            Daraus ergibt sich dann ja auch, dass Italien in Summe weiter Defizite aufweist, eben weil die Zinsen auf die weiterhin hohen Schulden bedient werden müssen. Am Primärsaldo kann ich aber ablesen, dass das Land auf einem guten Weg ist. Und ist der Primärüberschuss mindestens so groß wie die Differenz zwischen dem zu zahlenden Zins auf die Staatsanleihen und dem nominalem BIP-Wachstum multipliziert mit der Staatsschuldenquote, sinkt die Schuldenquote.

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            29. Mai 2018 13:29 at 13:29

            @tm, aber Italien ist vor allem deshalb auf einem „guten Weg“ gewesen, weil die Zinsen durch die EZB-Politik in den letzten Jahren so niedrig waren auf die Schulden aus der Verganngenheit; das ändert sich jetzt gerade ziemlich heftig..

          • Avatar

            tm

            29. Mai 2018 13:44 at 13:44

            ne, so niedrig waren die Schulden ja gar nicht. Wie gesagt, Italien bezahlt derzeit im Schnitt 3,1% auf seine ausstehenden Staatsanleihen, also mehr als die Umlaufrendite aktuell und das trotz des deutlichen Anstiegs.

            Zudem gilt doch eher umgekehrt: Italien hat Probleme mit den Schulden, weil diese in den 1970er und 1980ern aufgetürmt wurden – seit Anfang der 1990er Jahre kann man Italien keinerlei Vorwürfe mehr machen. Seit 1992 werden Primärüberschüsse erzielt – also lange vor Einführung des Euro und noch weiter vor der lockeren Geldpolitik der EZB – und von 1994 bis zum Ausbruch der Finanzkrise, an der Italien unschuldig war, sank die Staatsschuldenquote um 18 Prozentpunkte.

          • Avatar

            tm

            29. Mai 2018 13:49 at 13:49

            waren die Zinsen nicht… nicht Schulden :-)

  2. Avatar

    Alex Kreis

    29. Mai 2018 11:59 at 11:59

    Kein Zentralbanker dieses Planeten will die Verantwortung für das Platzen der Anleiheblase übernehmen. Daher gibt es QE Infinity, selbst wenn die Inflation vom Trab in den Galopp überzugehen droht. Auch der liebe Jens wird das nicht ändern, denn das Bild des „Bösen Deutschen“ will er nicht (zum dritten Mal) bedienen. Draghi to the rescue, whatever it takes … und jetzt bitte schnelle Übergabe an Weidmann und dann ab in den Fluchtbunker am Garda-See …

    • Avatar

      tm

      29. Mai 2018 13:14 at 13:14

      Wo soll die Inflation denn herkommen, bei niedrigem Geldmengenwachstum, weiterhin hoher Arbeitslosigkeit in der Eurozone, immer noch unterausgelasteten Kapazitäten?

      • Avatar

        Lausi

        29. Mai 2018 19:08 at 19:08

        Aus dem Vertrauensverlust! So einfach ist das :-)

  3. Avatar

    Marcus

    29. Mai 2018 12:01 at 12:01

    Folker Hellmeyer nehme ich sowieso nicht für voll, der hat meiner Meinung nach die Rosa Europa Brille auf und ist deshalb blind was die Realitäten betrifft.

  4. Avatar

    Beobachter

    29. Mai 2018 14:15 at 14:15

    In nächster Zeit werden noch einige Permabullen , u.es gibt ja erstaunlich viele , auf die FRESSE kriegen. Einer von diesen bei der Baader Bank ,der kürzlich alle Probleme weggeredet hat, meinte ja kürzlich die EZB hätte schon die weisse Farbe bereit um die auftretenden SCHWARZEN SCHWÄNE weiss zu machen!
    Dass anscheinend die Italo– Banken noch viele türkische Kredite in ihren Büchern haben macht die Sache auch nicht besser.Die beiden BANKROTTEN können die EU jetzt gemeinsam erpressen.

  5. Avatar

    Altbär

    29. Mai 2018 14:31 at 14:31

    Diejenigen , die schon von der Sommerrally geredet haben müssen vorderhand mit der SAFETY CAR PHASE vorlieb nehme.Die Überraschung für mich ist nicht die jetzige Korrektur des DAX u.des Euro ,sondern der unverständliche Ausbruch beim April – Verfall. Die jetzt genannten Gründe waren doch schon jedem Börsenanalphabet bekannt.

  6. Avatar

    Columbo

    29. Mai 2018 15:29 at 15:29

    Auf Italien prasseln jetzt die nationalen und internationalen Finanzmedien hagelartig ein und machen den Bürgern gehörig Angst. Auch der Briefträger weiß jetzt, was Spread, Moodys und Draghi bedeuten. Die neuen Parteien müssen im Herbst gegen die geballte Propaganda der Finanzlobby anrennen und da die Bürger nicht besonders risikofreudig sind, ist der Wahlausgang nicht voraussehbar.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktienmärkte: „Dreifaltigkeit“ Stimulus, Corona, US-Wahlen! Marktgefüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Für die Aktienmärkte ist derzeit die „Dreifaltigkeit“ entscheidend: die Frage Stumlus ja oder nein bzw. wann und in welcher Größe, die Lage vor allem in Europa um das Coronavirus – und schließlich die immer näher rückenden US-Wahlen mit der Debatte heute Nacht zwischen Trump und Biden. Immer wieder wiederholt sich in den letzten Tagen ein Muster: die Aktienmärkte der Wall Street starten aufgrund von Stimulus-Hoffnugnen stark, um dann aber deutlich nachzulassen – weil dann doch wieder klar wird, dass die optimistischen Aussagen etwa von Pelosi noch lange nicht bedueten, dass man sich wirklich einigt. Noch jedenfalls handeln die Indizes in einem kurzfristigen Abwärtstrend..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

weiterlesen

Indizes

Rüdiger Born: Aktuelle Lage und Chancen bei Dax und Dow

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Im folgenden Video bespreche ich direkt am Chart die aktuelle Lage bei Dax und Dow Jones, und welche Chancen für Trader vorhanden sind.

Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

BORN-4-Trading – Trading-Ideen kostenfrei aufs Smartphone! Aktuelle Trading-News, Handelsideen und Trader-Know-how, Rüdiger Born sendet seine Einschätzungen direkt auf Dein Smartphone, entweder als Video- oder Voice-Nachricht oder einfach als schneller Text mit Bild. Welche Märkte kann man handeln, wo gibt es interessante aktuelle Trading-Setups, wo wären Einstiege möglich oder aber Stopps sinnvoll? Brandaktuell, überall und in gewohnt professioneller und spritziger Art. Klicke dazu einfach an dieser Stelle.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen