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Fonds – Siegeszug der ETFs gefährlich?

Seit Jahren, in den USA bereits seit Jahrzehnten, gibt es den Kampf um die Rendite für die Aktienanlage zwischen den aktiven Fonds, die von Managern betreut werden und den so genannten passiven, börsengehandelten Indexfonds (ETFs). Die Exchange Traded Funds gewinnen wegen ihrer Gebührenstruktur immer mehr Kunden, aber auch wegen ihrer Überlegenheit in der Performance gegenüber dem Vergleichsindex. Ein Trend, der nicht ohne Gefahren ist.

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Fonds: Die Entwicklung

Die Argumentation der aktiven Fondbranche ist seit Jahrzehnten immer dieselbe. Man betreibe Stockpicking, indem man die besten Aktien herausfiltert, außerdem könne man im Abschwung in Cash gehen oder auf stabile Werte setzen. Damit könne man Überrenditen erzielen.

Lange Datenreihen zeigen, dass dies nur einem Bruchteil der Fonds gelingt, zum Beispiel den Dax oder noch weniger den S&P 500, als Benchmark zu schlagen. Dies bei Gebühren, die ein Mehrfaches betragen und oft sogar noch ein saftiger Ausgabeaufschlag zu berappen ist. Aber eigentlich ist das noch günstig im Vergleich zu den Hedgefonds, die zusätzlich eine Gewinnbeteiligung von 10 bis 20 Prozent verlangen. Dafür büßen diese Anlageinstrumente mit einer Überlebenszeit von durchschnittlich fünf Jahren, aber das ist ein anderes Thema.

Waren es zur Jahrtausendwende erst 100 Milliarden Dollar, so betrug diese Summe laut einer Analyse der Deutschen Bundesbank 2018 schon 3,86 Billionen Dollar, die in Aktien-ETFs angelegt waren, dazu noch 814 Milliarden in Anleihe-ETFs. Zur Einordnung: Das weltweit ausstehende Vermögen sämtlicher Gattungen von Investmentfonds belief sich Ende des ersten Halbjahres 2018 auf 37,1 Billionen US-$, wobei 13,7 Prozent auf ETFs entfielen.

Zur aktuellen Performance der aktiven Fondsmanager:

Nach einer Auswertung des Finanzdatenanbieters S&P Global lagen 83 Prozent der aktiven Aktienfonds im ersten Halbjahr 2019 hinter dem S&P Germany BMI zurück, einem Index für den breiten Aktienmarkt.
Für Europa sah es noch schlechter aus: 90 Prozent der aktiv gemanagten Aktienfonds entwickelten sich zwischen Mitte 2018 und Mitte 2019 schlechter als die jeweilige Benchmark. Die Rendite der Gruppe war negativ, während der Vergleichsmaßstab S&P Europe 350 um 5,3 Prozent zulegen konnte.

Betrachtet man sich längerfristige Vergleiche, dann sieht die Sachlage sogar noch ungünstiger aus. Bei einer fünf und 10-jährigen Vergleichsstudie kam man zu folgenden Ergebnissen.

Fünfjahreszeitraum 2012 – 2017: Aktienfonds im Vergleich zum Index:

Europa : 85,8 Prozent unterhalb der Benchmark

Deutschland: 72,5 Prozent

USA: 96,9 Prozent

Emerging Markets: 90,9 Prozent

Zehnjahreszeitraum 2007 bis 2017:

Europa: 89,2 Prozent

Deutschland: 78,6 Prozent

USA: 98,2 Prozent

Emerging Markets: 96,7 Prozent (Quelle: S&P Dow Jones Indices 2017)

Im letzten Zeitraum lag die Finanzkrise und während dieser hätte man doch mit aktivem Handeln besser sein müssen, als ein untätiger Exchange Traded Fund, oder?

Fonds und ETFs – die Prognosen

Die Entwicklung in der Zunahme dieser passiven Anlagefonds schreitet unaufhörlich voran. Es gibt heutzutage kaum einen Wirtschaftsteil in einer Zeitung, in dem nicht für die langfristige Anlage in ETFs geworben wird.

Die Branche rechnet selbst damit, dass bereits im Jahr 2023 die 12 Billionengrenze überschritten werden soll. Nach dem Finanzinformationsdienst Morningstar soll bereits ein Jahr später das Volumen der Anlagen in passiven Fonds die der aktiven überschritten haben. Keine guten Aussichten, nach der Bankbranche „beutelt“ es dann die Fondsbranche.

Die Gefahren

Wie bei jeder stürmischen Entwicklung treten rasch Nebenwirkungen auf, die Gefahren für manche Nutznießer (hier: Anleger) hervorbringen. Es explodiert die Zahl von exotischen ETFs auf alle möglichen Trends, die natürlich nicht besonders liquide sein können. Viele ETFs werden synthetisch nachgebildet, per Swaps, bei dem nicht die Aktien zugrunde liegen, sondern ein Tauschgeschäft mit einer Bank, die für den Fonds garantiert. Das Liquiditätsrisiko wird immer stärker. Zumal die Gebühren viele Börsianer zum Zocken reizen, zu einem wilden Hin-und-Her von Anlage zu Anlage. Bei einer Krise wollen dann alle zum vielbeschrieben, zu kleinen Ausgang hinaus.

Fazit

So verlockend es jetzt geworden ist, mit bereits kleinen Anlagebeträgen in Form von Sparplänen in diese billigen passiven Fonds einzuzahlen, mit der einfachen Möglichkeit, zu niedrigen Kosten in den weltweiten Aktienmarkt (MSCI World u.ä.) zu investieren. Es ist aber auch ein gewaltiger Hype entstanden, denn es gibt bereits mehr Indizes als Aktien und die niedrigen Gebühren verleiten zum schnellen Handeln in immer mehr exotische Anlagefonds. Was passiert aber in einer echten Krise mit solchen Sondervermögen, wenn die Bank als Garant für swapbasierte ETFs nicht mehr eintreten kann? Wo ich wieder bei dem Thema wäre, dass Finanzkrisen immer die stärksten Einbrüche an den Märkten auslösen.

Klassische Fonds geraten immer mehr aus der Mode - ETFs profitieren dagegen



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