Seit Alphabet und Amazon vorletzte Woche im Zuge ihrer Quartalsmeldungen verkündeten, dass ihre Investitionsausgaben (Capex) für dieses Jahr zusammen um gut 100 Milliarden Dollar höher liegen werden als bisher erwartet, sind die Befürchtungen von Anlegern und Analysten nochmal stark gestiegen: Die Big 4 Alphabet, Meta, Amazon und Microsoft geben zu viel Geld für ihre KI-Infrastruktur aus, von Bedenken gegenüber Oracle ganz zu Schweigen. Aktuell zeigt eine Umfrage eine rekordhohe Skepsis bei Fondsmanagern an der Wall Street.
Fondsmanager kritisch für Mega-KI-Investitionen
Die fallenden Aktienkurse der Big Tech-Konzerne in den letzten Tagen und Wochen sind verständlich, wenn man die Skepsis der Profianleger betrachtet. Laut der heute gemeldeten jüngsten Umfrage der Bank of America unter Fondsmanagern sind so viele Profianleger wie nie zuvor der Meinung, dass die Unternehmen viel zu viel ausgeben. Dazu berichtet Bloomberg: Während die an der Umfrage teilnehmenden Anleger insgesamt so optimistisch für Aktien sind wie seit Juni 2021 nicht mehr, warnten etwa 35 % vor übermäßigen Investitionen der Unternehmen. Das ist der höchste Anteil seit zwei Jahrzehnten, so sagt es aktuell der Stratege Michael Hartnett in einer Mitteilung. Außerdem reduzieren die Fondsmanager ihr Engagement in Technologieaktien.
Für dieses Jahr werden Rekordwerte bei den Investitionsausgaben erwartet, wobei die vier größten US-Technologieunternehmen zusammen Ausgaben in Höhe von etwa 650 Milliarden US-Dollar für 2026 prognostizieren. Die Marktreaktion auf diese Prognosen war gemischt. Microsoft verzeichnete den stärksten Einbruch seit fast sechs Jahren aufgrund von Bedenken, wie lange es dauern könnte, bis sich die Investitionen auszahlen, während Meta Platforms um mehr als 11 % zulegte, nachdem das Unternehmen seine ehrgeizigen Pläne für Investitionen in künstliche Intelligenz bekannt gegeben hatte.
Ein Viertel der Teilnehmer der jüngsten BofA-Umfrage sah eine „KI-Blase” als das größte Tail-Risiko für die Märkte, während 30 % angaben, dass die Kapitalausgaben der großen Technologieunternehmen für KI die wahrscheinlichste Ursache für eine Kreditkrise seien.

Rotation raus aus Tech
Die Teilnehmer halten die Kapitalausgaben derzeit für „zu hoch”, so Hartnett, obwohl sie gleichzeitig die optimistischste Einschätzung der globalen Unternehmensgewinne seit August 2021 haben. Unterdessen wenden sich die Anleger von Technologieaktien und dem US-Dollar ab und erhöhen ihre Allokationen in Energie, Rohstoffen und Basiskonsumgütern, so schreibt es Michael Hartnett in der Mitteilung. Der Rückgang des Engagements im Technologiesektor ist der größte seit März 2025, wobei die Befragten nur noch eine Nettoübergewichtung von 5 % in diesem Sektor aufweisen, gegenüber 19 % vor einem Monat. Die Umschichtung von US-Aktien hin zu Schwellen- und europäischen Märkten ist die höchste seit Februar 2021.
An anderer Stelle unterstreicht die jüngste Outperformance von Small Caps die Marktrotation weg von den Technologie-Schwergewichten. Die Umfrageteilnehmer sind seit April 2021 am stärksten in Small Caps gegenüber Large Caps übergewichtet. Die BofA Global-Umfrage wurde zwischen dem 6. und 12. Februar durchgeführt und umfasste 162 Teilnehmer mit einem verwalteten Vermögen von 440 Milliarden US-Dollar.
FMW/Bloomberg
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