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Forex aktuell: Schweizer Franken, Türkische Lira, Argentinischer Peso

Redaktion

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Der Schweizer Franken hat zuletzt gegen den Euro drastisch aufgewertet. Einige Zeit hing Euro vs Franken an der „alten“ 1,20-Schwelle, aber in den letzten zehn Tagen ging es stark bergab von 1,1945 auf heute glatt 1,16. Es liegt also eine massive Aufwertung des Schweizer Franken vor. Das dürfte die Schweizerische Nationalbank (SNB) nicht gerne sehen.

Sie hat immer wieder betonnt, dass ihr der Schweizer Franken auch noch knapp unter 1,20 zu teuer war, und dass man am freien Devisenmarkt flexibel interveniere, bis der Franken so billig sei, wie man es für richtig halte (in unseren eigenen Worten sinngemäß wiedergegeben). Hört man sich um in der Trading-Szene, so geht man davon aus, dass der Euro-Schock rund um die Italien-Wahlen so langsam verdaut sein sollte mit einem EURCHF-Kurs von jetzt 1,16. Allgemein kann man grob sagen, dass Kurse von 1,18 bis 1,19 in den nächsten Wochen erwartet werden.

Das ist keine Gewissheit und kein Versprechen. Aber es ist nachvollziehbar, dass es so kommen könnte. Wir tippen darauf, dass die SNB wie in den letzten drei Jahren auch ohne besondere Veröffentlichung im freien Devisenmarkt den Schweizer Franken kräftig gegen den Euro verkauft, so dass EURCHF wieder steigen kann. Forex-Trader werden aufspringen, und den Sog Richtung 1,18 oder 1,19 verstärken. Das ist nur ein Szenario – es kann so kommen, muss aber nicht!

Euro vs Schweizer Franken seit November
Euro vs Schweizer Franken seit November 2017.

Türkische Lira

Nachdem die türkische Notenbank gestern Abend ihren Leitzins angehoben hatte, reagierte die türkische Lira wie erwartet positiv (wir berichteten). Aber sie reagierte nur ganz leicht positiv. Im Verlauf des heutigen Handelstages zeigt sich, dass dieser Gewinn immer weiter aufgefressen wird. US-Dollar vs. Lira liegt jetzt bei 4,76, und ist damit nicht mehr weit weg von der 4,84, wo man gestern Abend vor der Zinserhöhung in Ankara lag. Damit wäre der Zinseffekt fast verpufft. Ähnlich sieht es aus beim Euro vs Lira. Mit aktuell 5,56 liegt man nicht mehr weit weg von der 5,76 (dem Hoch von gestern). Dass so eine kräftige Zinsanhebung in einer Währung so zügig verpufft, ist schon dramatisch. Die Schuld ist bei Präsident Erdogan zu suchen, der ja in vier Wochen die Notenbank entmachten will (darauf läuft es letztlich hinaus). Hier im Chart USD vs Lira seit gestern früh.

USD vs Türkische Lira

Argentinischer Peso

Im Raum stehen derzeit bis zu 20 Milliarden US-Dollar, die der IWF wohl als eine Art „Dispo für Staaten“ an Argentinien überweisen könnte. Schon in den nächsten Tagen kann die Vereinbarung stehen. Damit wäre man in der Lage in großem Umfang Dollar zu verkaufen und den Peso zu kaufen. So könnte man den Währungsverfall aufhalten. Aber wie wir bereits erwähnten: Als vor einigen Tagen die IWF-Rettung die Runde machte, und als Argentinien sagte ein Kurs von bis zu 25 Peso für einen Dollar sei in Ordnung, da stoppten die Zocker ihre Spekulationen gegen den Peso. Seitdem verharrt man auf einem Niveau um die 24,50 Peso für einen Dollar (aktuell 24,56).

Der Chart zeigt den Kursverlauf seit Ende April. Wie gesagt, seit zehn Tagen verharrt Dollar gegen Peso. Sobald das IWF-Geld wirklich fließt, kommt dann die Gegenbewegung, und USDARS sinkt wieder Richtung 20? Im Gegensatz zu der Türkei hat Argentinien einen Präsidenten, der als Person auf die Kapitalmärkte einen verlässlichen Eindruck macht. Das dürfte dem Land (dem Peso) wohl positiv ausgelegt werden.

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Rüdiger Born: Aktuelle Lage im Dow, mögliche Idee für den Yen

Rüdiger Born

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Warum sich der Goldpreis vor dem Wochenende gestärkt zeigt

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis zeigt sich auch heute gestärkt. Wir hatten es gestern bereits angesprochen. Der diese Woche gelaufene Aufwärtstrend im Gold scheint noch nicht nachhaltig zu sein, weil in den letzten Tagen die Anlegergelder weiterhin aus Gold-ETF abflossen. Von daher sollte man dem Aufwärtstrend bei Gold noch nicht blind vertrauen. Aber es ist ein ordentlicher Anstieg.

Der Goldpreis stürzte in den letzten Wochen fast 200 Dollar in den Keller, weil die Kapitalmärkte deutlich mehr Hoffnung auf die Corona-Imfpungen hatten, und daher bereit waren in riskantere Geldanlagen zu investieren. Gold war weniger interessant. Seit dieser Woche ist aber (wir erwähnten es gestern) die wichtige negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar wieder angesprungen. Der Dollar fiel immer weiter, und der Goldpreis stieg. Auch heute sehen wir eine weitere Dollar-Abwertung, und Gold (Montag noch bei 1.764 Dollar) konnte sich bis vorhin noch robust bei 1.840 Dollar behaupten (aktuell 1.836 Dollar).

Den Vergleichschart von gestern zwischen Gold und US-Dollar setzten wir hiermit aktualisiert fort. Die Trends sind weiterhin intakt – zumindest in diesem Augenblick. Wir sehen den gegenläufigen Verlauf seit Anfang der Woche. Auch wenn der Goldpreis ganz aktuell ein paar Dollar fällt, so ist die gegenläufige Bewegung im Gesamtbild der Woche erkennbar. Der US-Dollar befindet sich aktuell am tiefsten Punkt seit Frühjahr 2018. Diese Talfahrt hatten wir heute in einem separaten Artikel besprochen (mehr dazu hier).

Chart zeigt Goldpreis gegen US-Dollar seit Anfang der Woche

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Die Talfahrt des US-Dollar – was ist da los?

Claudio Kummerfeld

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Brennende US-Dollar Scheine

Der US-Dollar fällt, und fällt, und fällt. Im Chart sehen wir den Kursverlauf des Dollar-Index seit Ende 2017. Der Dollar-Index zeigt den Verlauf des US-Dollar gegen einen Korb aus anderen wichtigen Währungen wie Euro, Pfund, Yen etc. Aktuell ist die US-Währung auf den tiefsten Stand seit April 2018 gefallen.

Korrelation des US-Dollar zur Coronakrise

Ganz klar sieht man im Chart das Hoch des US-Dollar aus März 2020 bei 103,78 Indexpunkten. Bis jetzt ist es ein klarer Absturz auf aktuell 90,62 Punkte. Der Grund dafür ist offensichtlich. Der US-Dollar fungierte zum Ausbruch der Coronakrise als der globale Fluchthafen. Anleger flohen aus unsicheren Geldanlagen und unsicheren Schwellenländerwährungen, und parkten das Geld in der weltweit größten Reservewährung. Und je mehr Hoffnung auf eine Entspannung der Coronakrise aufkam, desto mehr verlor der US-Dollar wieder, weil die Anleger risikofreudiger wurden, und ihre Gelder umschichteten in riskantere Anlagen mit höherem Renditepotenzial, wie zum Beispiel Anleihen in Schwellenländern, wozu natürlich Dollar verkauft, und die jeweilige Landeswährung gekauft werden musste.

Bereits am 17. November, wo der US-Dollar noch höher notierte, besprach ich die bedrohliche Lage für den Greenback, und warum er womöglich nächstes Jahr abwerten könnte. Dieses Szenario scheint der Devisenmarkt jetzt vorweg zu nehmen. Neben der Entspannung der Coronakrise (Impfungen starten wohl noch im Dezember) steht womöglich nächstes Jahr auch ein stärkeres Wirtschaftswachstum außerhalb der USA an. Und vermutlich dürfte die weitere Staatsverschuldung und Gelddruckerei in den USA noch stärker laufen als in Europa, was den US-Dollar gegen den Euro noch schwächer dastehen lassen könnte.

Negativen Ausblick vorwegnehmen

Der anerkannte Experte Holger Zschaepitz von der WELT twitterte jüngst zum immer weiter fallenden US-Dollar, dass die Investoren am Devisenmarkt wohl den negativen Ausblick für die US-Währung für 2021 schon jetzt einpreisen würden. Man sehe bitte: Der Euro notiert aktuell gegen den US-Dollar mit 1,2161 auf dem höchsten Stand seit April 2018. Also sehen wir hier eine korrespondierende Schwäche des Dollar-Index wie auch des US-Dollar gegen den Euro. Kein Wunder, denn der Euro ist das absolute Schwergewicht im Dollar-Index als Gegenpart zum US-Dollar.

Die Experten der Commerzbank erwähnen ganz aktuell aus rein charttechnischer Sicht (!), dass Rückgänge im Währungspaar Euro gegen US-Dollar bei 1.1936 auf eine erste Unterstützung, und bei dem Tief vom 23. November und der 55- Tagelinie bei 1.1800/09 auf gute Unterstützung treffen. EUR/USD biete weiter Aufwärtspotential, solange sich der Markt über der 6-Monatsunterstützungslinie bei 1.1749 befinde.

Negative Faktoren für den US-Dollar

Aber gut, wir schauen hier ja auf das größere Bild für den US-Dollar, und das auch eher aus fundamentaler Sicht. Joe Biden dürfte als US-Präsident versuchen so kräftig wie nur irgendmöglich auf die Stimulus-Pumpe zu drücken, und die Fed dürfte ihn dabei mit der Druckerpresse ordentlich unterstützen. Es scheint zumindest so zu sein, dass dem US-Dollar kein bullisches Jahr 2021 bevorsteht. Und es scheint gemäß des aktuell immer weiter fallenden Greenback so auszusehen, dass die Trader am Devisenmarkt schon jetzt kräftig short dabei sind. Ebenso verstärken die Impfstoff-Hoffnungen wohl immer mehr den Risikohunger der Anleger, was bei den globalen Geldflüssen gegen den US-Dollar spricht.

Noch was: Alles was gegen den US-Dollar gehandelt wird, profitiert grundsätzlich von seiner Schwäche. So konnte diese Woche vor allem der zuletzt immer weiter schwächelnde Goldpreis (endlich?) von der Dollar-Schwäche profitieren. Und so stieg Gold diese Woche von 1.765 auf 1.840 Dollar. Erwähnenswert zur Dollar-Schwäche ist derzeit auch noch die aktuell eigenständige Pfund-Stärke.  Die Devisenmärkte sind optimistisch, dass in Kürze ein Brexit-Deal zwischen UK und EU zustande kommen wird. Dies preist man mit einem steigenden Pfund ein. Da das Pfund Teil des Währungskorbs im Dollar-Index ist, stellt dies einen weiteren schwächenden Faktor gegen den US-Dollar dar. Natürlich kann niemand vorhersagen, ob der US-Dollar die nächsten Monate wirklich weiter fallen wird. Aber Stand heute gibt es dafür einige gute Gründe.

Chart zeigt Verlauf im US-Dollar seit Ende 2017

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