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Devisen

Forex aktuell: Türkische Lira, Argentinischer Peso, Britisches Pfund

Redaktion

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am

Die britische Regierung hat jüngst allgemeine Informationen veröffentlicht, worauf beispielsweise britische Unternehmen zu achten haben, wenn der „harte Brexit“ eintritt. Denn schon in sieben Monaten ist es so weit, und in den Verhandlungen geht nichts voran. Also wird der harte Brexit immer wahrscheinlicher. Und wenn jemand wie die Regierung in London ständig den harten Brexit erwähnt, dann wünscht sie sich diesen ja schon fast unterbewusst herbei.

So erwähnte man beispielsweise jüngst, dass britische Pharmaunternehmen Extra-Vorräte vorhalten sollten für den Fall eines harten Brexit. Damit spielt man wohl an auf bevorstehende Zölle und damit verbundene Probleme. All das macht wenig Mut. Diese Situation sieht man auch im britischen Pfund. Es fällt, und fällt, und fällt (im Chart Pfund vs Dollar seit Anfang des Jahres). Seit Anfang Mai ist der Abwärtstrend gegen den US-Dollar voll intakt. Ein aktueller Ausbruch nach oben ist noch nicht erkennbar. Nur die lange Abwärtsstrecke selbst könnte irgendwann zu Gewinnmitnahmen bei Shorties führen, was den Kurs etwas pushen könnte.

Britisches Pfund vs USD

Türkische Lira

Wie viele andere Länder auch ist die türkische Lira seit Wochen Opfer des starken US-Dollar, der tendenziell immer stärker wird aufgrund der Zinsanhebungen in den USA. Im Chart ist US-Dollar vs Türkische Lira zu sehen seit dem 15. August. Am 17. August gab es das letzte Hoch bei 6,32, an das der Markt gerade heran läuft. Tagelang lief das Währungspaar USDTRY seitwärts um die Marke von 6 herum. Jetzt zum Wochenstart springt es an auf aktuell 6,29 im Zuge der aktuellen Dollar-Stärke. Er könnte also heute also durchaus die 6,32 überlaufen und weiter nach oben schießen – denn an der unsicheren Lage rund um die Türkei hat sich nichts geändert. Wer in der Währung aktiv ist, sollte ab 15:30 Uhr deutscher Zeit genauer hinschauen. Der neue türkische Finanzminister (Erdogans Schwiegersohn) trifft sich derzeit mit seinem französischen Amtskollegen, und beide wollen um 15:30 Uhr etwas bekannt geben.

USD vs Türkische Lira

Argentinischer Peso

Eigentlich müsste man meinen der gigantische Milliarden-Kredit des IWF müsste Argentinien Rückendeckung geben am Devisenmarkt. Aber der starke US-Dollar und die Spekulation gegen das immer noch schwache Argentinien drücken die Landeswährung Peso immer weiter in den Keller. Präsident Macri hat seit seinem Amtsantritt eigentlich alles getan, was der Finanzmarkt wünscht. Handelsschranken abbauen, Sparmaßnahmen, und und und. Und jetzt muss er dank Druck des IWF noch drastischer sparen als ohnehin schon. Dennoch rutscht der Peso immer weiter ab. Aktuell ist er auf einem neuem Tief angekommen bei 30,84 Peso für einen US-Dollar. Verstärkt wird dieser Trend durch am letzten Donnerstag veröffentlichte Daten für die Wirtschaftsleistung des Landes im Monat Juni – sie brach im Jahresvergleich um 6,7% ein – der schlechteste Wert seit neun Jahren. Das wirkt natürlich weiter schwächend auf den Peso. Ein Ende dieses Debakels ist derzeit nicht in Sicht.

USD vs Argentinischer Peso

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Tobotu

    27. August 2018 21:29 at 21:29

    Gold müsste eigentlich durch die Decke Gehen! Eigentlich….!

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Devisen

Schweizer Franken: Warum die Aufwertung erst einmal unterbrochen ist

Claudio Kummerfeld

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am

Eine Franken-Münze

Der Schweizer Franken soll doch bitte nach Möglichkeit schön abwerten. So lautet jedenfalls seit Jahren die Hoffnung und das Drängen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird der Urlaub für Ausländer in der Schweiz. Beides ist natürlich Gift für die schweizerische Volkswirtschaft. Und so versucht die SNB seit Jahren mit gigantischen Summen an selbst gedruckten Schweizer Franken etwas zu tun. Sie verkauft diese Franken und kauft dafür vor allem den Euro, aber auch den US-Dollar.

So will die SNB die Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Aber der Devisenmarkt war mit Blick auf die letzten Jahre stärker als die SNB, und der Franken blieb zu stark. So druckte die SNB immer weiter. Dann kam die Coronakrise. Und die Welt suchte unter anderem ihr Heil in der Flucht in die schweizerische Währung, die als einer der letzten sicheren Fluchthäfen gilt. Laut jüngsten Meldungen hat die SNB geäußert, dass sie alleine im ersten Halbjahr 2020 eine Summe von 90 Milliarden Schweizer Franken einsetzte um die Aufwertung zu bremsen.

Schweizer Franken als Spielball der Coronakrise

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken in den letzten zwölf Monaten. Man sieht bis Mai den fallenden Euro (von 1,08 bis 1,05), also eine klare Franken-Aufwertung. Dies zeigte in der schlimmsten Corona-Krisenzeit den Drang der Märkte in Richtung Schweiz. In den Monaten danach folgte der Rückgang der Corona-Infektionszahlen, und der Euro konnte sich wieder erholen – der Franken wertete wieder ab auf Niveaus um die 1,08. Aber im Oktober sieht man im Chart den Rückgang im EURCHF, korrespondierend mit dem Aufkommen der zweiten Corona-Welle.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende 2019

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 27. Oktober. Nicht zu übersehen ist der EURCHF-Anstieg am 9. November von 1,07 auf 1,0820. An diesem Tag gab es die erste richtige Corona-Impfstoff-Meldung von Biontech und Pfizer. Die Aktienmärkte und der Ölpreis stiegen kräftig, in Hoffnung auf eine deutlich schnellere Konjunkturerholung. Der Goldpreis (sicherer Hafen) fiel drastisch um mehr als 100 Dollar, und auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen in Krisenzeiten reagierte genau an diesem Tag mit einer Abwertung. Sie hält (wie der Chart zeigt) bis heute an. Fürs Erste scheinen die seit drei Wochen anhaltenden guten Impfstoff-Meldungen sowie die nun doch geregelte Amtsübergabe zwischen Donald Trump und Joe Biden die Anleger weltweit dazu zu bringen, mehr Risiko eingehen zu wollen (Risk On-Szenario). Das schwächt erst einmal die Save-Haven-Assets wie Gold und Schweizer Franken. Die SNB dürfte fürs Erste ein wenig aufatmen.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende Oktober

Nie den Drang hin zum Fränkli unterschätzen

Das größere Bild zeigt, dass der Schweizer Franken seit dem Jahr 2018 in einem klaren Aufwertungstrend liegt (EURCHF damals noch bei 1,20). Dieser Trend wurde erst ab Juni diesen Jahres gebremst. Es kann jetzt zu einer weiteren Franken-Abwertung kommen im Zuge der Impfstoff-Verteilung in den nächsten Monaten. Aber den globalen Drang hin zum Fränkli, den sollte man langfristig im großen Bild gesehen nicht unterschätzen.

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Devisen

Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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