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Devisen

Forex: Beim EURUSD kamen gestern noch die Bullen zurück

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Na wer hätte das gedacht. Die Gemeinschaftswährung EURUSD spielte gestern verrückt. Erst kam ein regelrechter Absturz bedingt durch die ZEW-Konjunkturdaten und dem eskalierenden Handelskrieg. Den freien Fall startete der Euro gestern von 1,1744 Dollar – er konnte erst bei 1,1690 Dollar wieder gebremst werden. Dann traten auf einmal die Bullen wieder auf das Parkett und feierten den Euro wieder bis zur Marke von knapp 1,1750 Dollar hoch. Man hätte eher davon ausgehen können, dass mehr Angst in den Markt kommt und das Währungspaar EURUSD weiter in den Süden drückt. Heute Vormittag ging es für den Euro wieder deutlich abwärts. Grund hierfür dürfte ein erneutes Aufflammen des durch die USA ausgehenden Handelsstreites sein.

EURUSD Forex

Heutiger Handel beim EURUSD

Die Angst im Handelsstreit dürfte heute den Markt beherrschen. So fiel der Euro wieder unter die Unterstützung von 1,1717 Dollar bis kurz vor sein gestriges Tagestief. Wir gehen heute davon aus, dass er diesmal die 1,1717 Dollar nicht überwinden kann und den Weg weiter nach unten einschlägt. Als Kursziel sollte weiterhin erstmal die 1,1650 Dollar ins Auge gefasst werden.

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Anleihen

Die doppelte Falle für die EZB – auf in den Negativ-Leitzins?

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am

Wie oft haben Kommentatoren, Analysten und Ökonomen in den letzten Jahren und Monaten schon darauf hingewiesen. Auch wir Kleingeistigen bei FMW mit unserer bescheidenen Reichweite. Aber wie es zu erwarten war, ist die EZB in ihrem extraterritorialen Turm (Tatsache, der EZB-Tower ist kein deutsches Staatsgebiet) stur, und bleibt bei ihrer Politik. Noch. Die Zinsen sind seit Jahren auf Null. Und trotz gut laufender Konjunktur in Euroland hat sie sich geweigert die Zinsen anzuheben, oder die Halde der gekauften Anleihen (immerhin 2,6 Billionen Euro) abzubauen.

EZB
Ein echtes Problem für die EZB. Grafik: DonkeyHotey – Planet of the Euros – Cartoon CC BY 2.0

Die doppelte Falle für die EZB

Einerseits rauscht die Konjunktur in Euroland gerade kräftig den Bach runter. Egal ob Italien (jüngste Daten vom Freitag) oder Deutschland (Meldung vor 10 Tagen). Die Industriedaten sind düster. Würde die EZB die Zinsen erhöhen, wäre das extremst negativ, und diese konjunkturelle Abwärtsentwicklung würde sich wohl noch verschlimmern. Aber die EZB sagte ja sowieso erst letzte Woche, dass die Zinsen noch bis mindestens Mitte 2020 im Keller bleiben. Wahrscheinlich wohl noch viel länger! Und zur schlechten Konjunkturlage kommt noch hinzu, dass die Inflation in der Eurozone kräftig zurück fällt auf zuletzt nur noch 1,2%. Ein Rückfall von 0,5 Prozentpunkten in nur einem Monat. Schlimmer noch: Die aktuellsten Inflationserwartungen für die Eurozone (5y5y Swaps) fallen auf aktuell 1,13%. Das ist ein Allzeittief! Der folgende Langfristchart, der bis 2015 zurückreicht, zeigt in gelb den Absturz der Erwartungen. Auch diese langfristig extrem schwachen Inflationserwartungen machen eine Zinswende unmöglich.

Zinsen kräftig ins Negative?

Das Problem dabei ist: Um die Konjunktur in Euroland neu zu stimulieren, was will die EZB dafür tun? Will sie vielleicht den Leitzins von 0% auf -2% oder -5% senken? Und den Banken-Einlagezins vielleicht von -0,4% auf -2% senken? Was für ein Wahnsinn wäre das. Die Verzerrungen am Kapitalmarkt würden dramatisch zunehmen. Es ist (eigentlich) kaum vorstellbar, dass die EZB tief ins Minus geht beim Leitzins. Denn an den Effekt abgeschaffter Zinsen scheint sich der Markt schon so sehr gewöhnt zu haben, dass ein weiterer Zins-Stimulus in den Negativbereich wohl kaum noch einen gewünschten Effekt bringt. Aber die negativen Folgen würden trotzdem spürbar werden. Noch mehr Aktienblase, noch mehr Immo-Blase, noch mehr reale Wertverluste für Sparer, Lebensversicherungen uvm.

Benoît Cœuré macht recht klare Andeutungen

EZB-Vizepräsident Luis de Guindos hat am Wochenende der italienischen Corriere della Sera ein Interview gegeben. Hierbei ging es unter anderem genau um das Thema Inflation. de Guindos gab sich relativ entspannt. Aber heute wurde der wohl wichtigere EZB-Funktionär Benoît Cœuré von der FT interviewt. Auch er wurde zur Inflation gefragt, und ob die EZB ihre Politik genau wie die Fed überdenken sollte. Dazu möchten wir sagen: Die Fed hat ja Luft für Zinssenkungen, die EZB eigentlich nicht. Es sei dann man geht halt drastisch ins Negative. Geantwortet hat er wie folgt (ins Deutsche übersetzt):

Ich neige dazu zu denken, dass wir im Moment dringendere Probleme haben, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir es irgendwann trotzdem tun werden. Nachdem wir unser Spektrum der geldpolitischen Instrumente sehr stark erweitert haben und viel aus der Krise gelernt haben, erwarte ich, dass wir irgendwann einmal eine Bestandsaufnahme dieser Erfahrungen machen und unsere geldpolitische Strategie überprüfen müssen, wer auch immer der nächste EZB-Präsident ist. Aber ich würde davon abraten, dies stückweise zu tun. Die Definition der Preisstabilität ist natürlich eine wichtige Dimension, aber sie ist nicht die einzige. Man muss sich auch fragen, welche Instrumente gut und welche weniger gut funktioniert haben. Sie müssen über die strukturellen Veränderungen in unserer Wirtschaft nachdenken – Technologie, Globalisierung, Service -, die uns von unseren Zielen abgehalten haben. Mit Blick auf die Zukunft wird der Klimawandel vielleicht auch eine weitere wichtige Sache sein.


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Coeure sagt auch, dass sich die Risiken in den nächsten Monaten in der Realwirtschaft zeigen können. Die Preise am Anleihemarkt würden derzeit ein sehr trostloses Bild von der globalen Konjunktur zeichnen. Und man habe Instrumente. Die EZB könne ihre Leitlinien ändern. Sie könne aber auch die Zinsen senken oder das QE (Staatsanleihen-Käufe) wieder ankurbeln, so Coeure. Die Frage sei, welches Instrument oder welche Kombination von Instrumenten derzeit am besten geeignet seien. Diese Diskussion habe gerade erst begonne, so seine Worte. Also, da kommt was auf uns alle zu. Tiefere Zinsen, also Negativzinsen auch beim Leitzins, und nicht nur beim Banken-Einlagezins?

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Devisen

New York Empire Index Kollaps: Safe Haven-Trade läuft

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Vorhin berichteten wir darüber. Der New York Empire Index kollabierte um 14:15 Uhr deutscher Zeit von 17,80 Punkten im Vormonat auf -8,6 Punkte. Der Index zeigt an, wie sich das produzierende Gewerbe im US-Bundesstaat New York entwickelt. Und der ist innerhalb der USA ein Schwergewicht.

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So eins schwacher Wert erhöht die Wahrscheinlichkeit auf Zinssenkungen durch die Fed. Das schwächt natürlich sofort den US-Dollar, weil der Devisenmarkt solche Indikatoren augenblicklich in den Kursen verarbeitet. Der Chart zeigt seit 12 Uhr deutscher Zeit den steigenden Goldkurs (schwarz) gegen den fallenden Dollar-Index (gelb). Seit exakt 14:15 Uhr, wo der New York Empire Index veröffentlicht wurde, läuft diese kleine Flucht in den sicheren Hafen namens Gold. Gut, es ist natürlich auch eine Art Automatismus dahinter. Von der Grundtendenz her steigt alles an, was gegen den US-Dollar gehandelt wird, weil der ja gerade fällt.

Gold steigt von 1.337 Dollar aktuell auf 1.341 Dollar. Läuft dieser Trade noch weiter? Immerhin war der Absturz im NY Empire-Index immens groß, und kam in diesem Ausmaß völlig unerwartet! Kann man in diesem Trade noch was mitnehmen, Gold Long und Dollar short? Entscheiden Sie selbst.

New York Empire Index - Gold rauf, USD runter

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Devisen

Pfund fällt spürbar, aber nicht wegen dem „Johnson-Horror“

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Das britische Pfund fällt. Seit unserem letzten Bericht am Freitag Mittag sieht man im Chart einen deutlichen Abfall von 1,2658 auf aktuell 1,2590. Wie wir schon berichteten, liegt der Brexit-Hardliner Boris Johnson offensichtlich uneinholbar in Führung bei der Kandidatensuche der Tories nach einem neuem Premier. Wohl nur eine geschlossene Wahlempfehlung aller EU-Freunde bei den Tories könnte theoretisch noch etwas daran ändern. Aber da ist derzeit wenig bis gar nichts in Sicht. Im Gegenteil. Gesundheitsminister Matt Hancock, der aus dem Rennen als Premier ausgeschieden ist, hat Boris Johnson seine Unterstützung zugesichert. Somit steigen die Wahlchancen für Johnson weiter an.

Und was macht das Pfund?

Im folgenden Chart sieht man das britische Pfund vs USD seit Oktober 2018. Der Kurs hängst jetzt direkt auf dem Tief aus Dezember und Januar. Ein weiterer Rutsch ist denkbar, und dann kann er bei 1,2480 eine weitere Unterstützung finden.

Pfund vs USD seit Oktober 2018

Im folgenden Chart sieht man Pfund vs USD seit dem 4. Juni. Wir haben es übereinander gelegt mit dem Kursverlauf von Euro vs USD. Daran erkennt man klar. dass Pfund und Euro zu 100% parallel gegen den US-Dollar fielen am Freitag. Es war also keine Pfund-Schwäche, sondern eine Dollar-Stärke gegenüber zahlreichen anderen Währungen!

Pfund vs USD seit Anfang Juni


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Wie geht es weiter?

Die Urwahl der Tories beginnt am 22. Juni, und erst gut einen Monat später verkünden sie ihr Ergebnis. Aber die Wahlchancen für Boris Johnson sind extrem hoch. Und mangels Alternative arbeitet die Zeit wohl für ihn. Das Pfund fällt immer weiter. Aber halt nicht wegen dem bevorstehenden „Johnson-Horror“ (unsere Wort-Kreation), sondern wegen dem jüngst starken US-Dollar. Wie wir es schon mehrmals in den letzten Wochen und Monaten schrieben. Dass das Pfund keine eigene Schwäche zeigt, ist mehr als verwunderlich (keine Handelsempfehlung!) Denn Boris Johnson als Premier sollte das Brexit-Chaos für UK aller Wahrscheinlichkeit nach nur noch verschlimmern!

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