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Forex-Handel mit Hebel von maximal 30? Eine subjektive FMW-Meinung, zwei Broker-Meinungen, und eine elegante Umgehungsmethode

Wir hatten vorhin darüber berichtet. Die EU-Aufseher der Behörde „ESMA“ planen einen maximalen Hebel von 30 einzuführen beim CFD- und Forex-Handel. Auf den ersten Blick ist es verständlich zum Beispiel…

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Wir hatten vorhin darüber berichtet. Die EU-Aufseher der Behörde „ESMA“ planen einen maximalen Hebel von 30 einzuführen beim CFD- und Forex-Handel. Auf den ersten Blick ist es verständlich zum Beispiel Binäre Optionen ganz zu verbieten, wenn ein Sinn in einem Produkt überhaupt nicht erkennbar ist, und der Schaden für die Anleger überwältigend eindeutig ausfällt – wie es bei den Binären Optionen der Fall sein mag. Aber diese Einschränkungen beim Forex-Handel sind etwas ganz anderes!

Der Forex-Handel ist der reale Handel von Währungen. Hier findet etwas Reales statt. Privatanlegern wird die Chance gegeben im globalen Haifischbecken institutioneller Forex-Trader und Großbanken mitzuschwimmen. Viele der Privatanleger gehen unter oder werden gefressen. Aber viele gewinnen auch. Aber darauf kommt es gar nicht primär an. Es geht darum, ob der Staat den Bürger beziehungsweise Anleger von A-Z gängeln sollte, wie ein unmündiges Kind, das nicht weiß, was richtig oder falsch ist.

Denn darum geht es. Durch einen Hebel von maximal 30 wird der Forex-Handel ja nur für „Privatkunden“ eingeschränkt, nicht für Profis. Mündige Anleger, die wissen was sie tun und bereit sind volles Risiko zu fahren, werden damit de facto ihrer Entscheidungsfreiheit beraubt! Hier würde es Sinn machen verschärfte Risikowarnungen einzuführen, und knallhart zu kontrollieren, ob auch wirklich jeder Privatkunde versteht, was er da tut. Aber den Handel selbst de facto für den mündigen Bürger uninteressant zu machen durch zu kleine Hebel, ist eine Entmündigung! Das ist natürlich nur meine kleingeistige subjektive Meinung!

Elegantes Umgehehen der Beschränkungen

Der Broker IG Markets schreibt heute als Reaktion auf die ESMA-Pläne, dass man eine sehr anspruchsvolle Kundschaft habe, und dass man bislang größtenteils Privatkunden betreue. Man habe im November seine Onlinemaske so geändert, dass Privatkunden sich dort auch als Profikunden kategorisieren lassen können. Damit gelten sie offiziell nicht mehr als Privatkunden, und würden dann wohl bei diesen maximalen Hebeln im Forex-Handel nicht unter diese Beschränkungen fallen. Man kann es gut nachlesen. IG hofft den prozentualen Anteil der Profikunden so gut es geht zu erhöhen! Zitat:

All the measures that ESMA and the FCA are considering relate to retail clients. Whilst IG has historically categorised the vast majority of its clients as retail as a matter of course, IG’s client base is different from most in the industry due to the company’s long term focus on clients of high value and sophistication. IG launched its online process that allows clients to apply to be categorised as an elective professional in mid-November 2017. Since then, the proportion of IG’s UK and EU revenue generated by professional clients has increased from 5% to 15%, despite there being limited current advantage to them being categorised as such. IG believes that clients representing well over half its current UK and EU revenue are eligible to be categorised as professional and will elect to be treated as such if the products that they can trade and the leverage they can utilise diverges from that available to retail clients.

IG Markets

Und was sagt IG Markets nun zum eigentlichen Hauptproblem, nämlich der bevorstehenden Beschränkung der Hebelung auf den Faktor 30? Das sei unverhältnismäßig. Damit würde man die Kunden, die wissen was sie tun und mit hohen Hebeln arbeiten wollen, in die Arme von überhaupt nicht regulierten Brokern außerhalb der EU treiben. Aber ansonsten zeigt sich IG einverstanden mit dem Verbot von Binären Optionen, einheitlichen Risikoaufklärungen etc. Zitat:

IG believes that enforcing consistent close-out procedures, putting a guaranteed limit on client losses, restricting trading incentives such as bonus offers, and issuing standardised risk warnings would all improve client outcomes if implemented appropriately, and enforced effectively.

With respect to binaries, IG stopped offering its Sprint binary product to new retail clients in January 2017. Revenue from binaries traded by clients in the UK and EU has therefore reduced, and represented less than 5% of the Company’s revenue in the first half of the current financial year.

IG believes that the leverage restrictions under review are disproportionate and go beyond what is needed to protect consumers from poor outcomes associated with excessive leverage. The danger of disproportionate leverage restrictions on regulated firms is the risk that they will push retail clients to trade CFDs with unregulated firms based outside the EU potentially resulting in poor client outcomes.

Plus500

Der Broker Plus500 verweist in seiner aktuellen Stellungnahme darauf, dass man selbst noch nie Binäre Optionen angeboten hatte, und dass man seine Kunden schon immer vor negativen Kontosalden geschützt hat. Und man begrüße die angedachten Neuerungen der ESMA. Erstaunlich ist, dass Plus500 kein negatives Wort über den maximalen Hebel von 30 im Forex-Handel verliert. Denn die hohen Hebel bringen den Brokern natürlich größere Handelsvolumen auch hohe Erträge. Zitat Plus500:

Plus500, a leading online service provider for retail customers to trade CFDs internationally, today provides an update regarding the recent statement by ESMA, the European Securities and Markets Authority.

ESMA provided an updated statement on the preparatory work in relation to CFDs and other products offered to retail clients on Friday 15 December. It also commented that it will conclude its consultation in January 2018 with official trading restrictions to be announced then.

Plus500 welcomes this statement and the strong regulatory framework that this will bring to the industry. On the main points highlighted by this statement, Plus500 reiterates that the Company has never offered binary options and has always provided balance protection to its customers across all its product offerings in all its markets, as a core principle of its business model. The Company also has a maintenance margin level which enables its customers to have additional protection. As at January 2017, Plus500 removed its bonus schemes for the vast majority of its operations.

At this stage, Plus500 will wait for the conclusion of the consultation expected in January 2018 to understand where it will need to implement necessary adjustments to its business model.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    sascha

    18. Dezember 2017 16:27 at 16:27

    Verstehe ich nicht und will ich auch nicht verstehen, es obliegt jedem selbst mit welchem Risiko man handelt.
    Die Lebensversicherungen sind größere Geldvernichtungsinstrumente (Alters- vorsorge) wenn man die Inflation und den Überschuss (aktuell gleich mal NULL) berücksichtigt.
    So langsam nervt es einfach , dann müssen sämtliche Spielbanken ebenfalls beschränkt werden, da wird vielmehr Geld verloren (auch Online) , aber die Länder bereichern sich ja mittlerweile damit und werben mit seriös und sicher .

  2. Avatar

    Dennis

    6. September 2018 23:41 at 23:41

    Eigentlich schränkt ein geringerer Hebel das Risiko nicht im geringsten ein. Wenn ich einen Hebel von 30 habe, habe ich eine Margin von 3,33%. D.h. von 100.000€ brauche ich exakt 3.300€ am Konto um so eine Summe zu bewegen! Wenn ich denn Hebel so ausnutze, ist es schei** egal ob ich einen 200, 100 oder 30 Hebel habe, in dem Fall setze ich alles Geld in eine Aktion! D.h wenn ich eine Aktie die bei 100 notiert kaufe sind 3,3€ bez 3,3 Punkte der Aktie für mich, 3.300€ Wert! Wenn die Aktie um 3,3% sich verändert, ist es entweder eine Konto Verdopplung oder ein Totalverlust! -6,6% sind Schulden von exakt 3.300€! Das einzige das die ESMA Regelung erreicht hat, ist das Privatpersonen nun mehr Kapital bereitstellen müssen um am Spiel teil zu nehmen. D.h. es ist genau das Gegenteil was verklickert wird, die die sich interessieren sind nun gezwungen mehr zu Riskieren als vorher! Aber es steht eh: Profis betrifft das eh nicht, somit sind nicht die Profis die Leidtragenden, der Regler sicher auch nicht, die Broker eventuell, die wirklichen Hunde sind das Volk! DANKE!

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Türkische Lira steigt weiter – Zinsen und US-Dollar helfen

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira steigt dieser Tage immer weiter an. Zuletzt berichteten wir am Montag über die weiter steigende Inflation in der Türkei. Sie stieg von November auf Dezember von 14,03 Prozent auf 14,60 Prozent. Dennoch blieb die Lira robust. Und sie steigt bis heute weiter an. Dies liegt an der offenbar nachhaltigen Wirkung der letzten Zinsanhebung der türkischen Zentralbank vom 24. Dezember 2020. Insgesamt stieg der Leitzins in der Türkei seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent. Damit liegt er nun spürbar über der Inflationsrate.

Folglich werden Geldanlagen in der Türkei für ausländische Anleger wieder attraktiver. Und aktuelle Berichte zeigen, dass wirklich wieder Geld in die Türkei fließt. Dies stärkt natürlich die türkische Lira. Es gab im November und Dezember von ausländischen Finanzinstitutionen einen Zufluss in türkische Aktien und Anleihen in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar.

Türkische Lira wertet seit November auf

Auch muss man sehen, dass der US-Dollar seit einiger Zeit klar im Abwärtstrend ist, auch wenn er sich heute etwas erholen kann. Die Dollar-Schwäche und die kräftige Zinsanhebung in der Türkei helfen derzeit dabei die türkische Lira nach oben zu pushen. Seit November hat der US-Dollar gegen die türkische Lira verloren von 8,57 bis auf 7,23 heute früh (aktuell 7,32). Wie gesagt, ganz aktuell steigt der Dollar-Index – also eine eigenständige Dollar-Stärke, welche die Lira schwächt. Aber die große Bewegung seit zwei Monaten zeigt klar eine Lira-Stärke! Jetzt kann man, wenn man denn auf eine weiter steigende türkische Lira setzt, nur noch hoffen, dass Präsident Erdogan nicht nach einigen Wochen wieder auf Zinssenkungen drängt, und dass der Leitzins weiter hoch bleibt – damit die Lira-Aufwertung sich verfestigen kann.

Im ganz großen Bild (Chart USDTRY seit dem Jahr 2011), da erkennt man wie desaströs die Abwertung für die türkische Lira in den letzten Jahren war. Denn vor zehn Jahren musste man für 1 Dollar weniger als 2 Lira aufbringen – heute sind es wie gesagt 7,32 Lira. Die aktuelle Aufwertung der türkischen Währung sieht man im Chart nur ganz am Ende als noch überschaubaren Rückfall im USDTRY.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira seit 2011

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Goldpreis und US-Dollar: Wette auf Senatssieg für Demokraten

Claudio Kummerfeld

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Gold mit US-Adler und US-Dollar

Der US-Dollar fällt aktuell weiter nach unten, der Goldpreis steigt weiter an. Im Chart sehen wir seit dem 28. Dezember den steigenden Goldpreis gegen den fallenden US-Dollar in Form des Dollar-Index. Gold steigt seit Silvester bis jetzt auf einen neuen Höchststand von 1.955 Dollar. Der Dollar-Index notiert mit einem Indexstand von 89,29 Punkten auf den tiefsten Niveau seit April 2018. Seit gestern ist er erneut ein Stück abgerutscht.

Goldpreis und US-Dollar mit Blick auf Wahl in Georgia

Daraus kann man ablesen, dass die Spekulanten derzeit an einen Wahlsieg der Demokraten in Georgia glauben (hier der aktuelle Kommentar von Markus Fugmann), womit die Sitze im Senat in Washington DC exakt gleich aufgeteilt würden, wodurch wiederum die neue Vizepräsidentin Harris den Ausschlag geben würde. Damit könnte Joe Biden in der Theorie durchregieren, auch wenn die Mehrheit nur hauchdünn ist. Noch ist die Wahl nicht entschieden, aber die Tendenzen deuten auf einen Sieg der Demokraten hin! Dieses Szenario zeigt eine weitere kräftige Staatsverschuldung für die USA.

Dies würde weiter schwächend auf den US-Dollar wirken, und somit stärkend auf alles, was in US-Dollar gehandelt wird – somit also auch für den Goldpreis. Das Edelmetall könnte auch im Sinne des „Fluchthafens“ vor Inflation dann wieder attraktiver werden, weil die Inflation in den USA zunehmen könnte – denn die Fed will bei steigenden Preisen erstmal nicht eingreifen.

Aber der Wahlausgang in Georgia ist auf der Kippe. Sollte eine der beiden Stimmen doch den Republikanern zufallen, könnte der US-Dollar womöglich plötzlich ansteigen, und der Goldpreis zurückfallen. Also, wir müssen heute im Tagesverlauf genau auf das Ergebnis aus Georgia schauen, wenn es denn heute schon verkündet werden kann.

Chart zeigt Verlauf im Goldpreis gegen den US-Dollar

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Türkische Lira robust, obwohl die Inflation in der Türkei weiter anzieht

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira zeigt sich heute robust. Das ist für Lira-Bullen endlich mal eine positive Nachricht. Denn heute hat das türkische Statistikamt Daten zur Inflation im Dezember veröffentlicht. Die Verbraucherpreise in der Türkei stiegen im Jahresvergleich um 14,60 Prozent, während die Steigerungsrate im November noch bei 14,03 Prozent gelegen hatte. Da müsste die Lira jetzt eigentlich Schwäche zeigen?

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Nein, diesmal nicht. Denn wir schauen zurück auf letzte Woche. Wir berichteten über die am Heiligabend durchgeführte zweite Zinsanhebung der türkischen Zentralbank. Der Leitzins in der Türkei steigt somit seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent an. Aber so schnell kann der höhere Leitzins natürlich nicht wirken, und bremsend auf die Verbraucherpreise einwirken. Von daher sollte man wohl noch ein, zwei Monate schauen, ob sich da was tut?

Die Zentralbank in Ankara hat endlich geliefert, und auch von der politischen Seite kommen von Präsident Erdogan derzeit kaum bis gar keine Aussagen, die quer schießen und somit die Autorität der Zentralbanker in Frage stellen. Und so ist die türkische Lira in diesem Umfeld in den letzten Tagen gut gestiegen. US-Dollar vs Lira fiel seit Heiligabend von 7,64 auf aktuell 7,36. Seit Anfang November ist es ein Rückgang von 8,50. Also: Nach jahrelanger brutaler Abwertung scheint die türkische Lira derzeit wirklich Kraft zu tanken, dank der auch ziemlich kraftvollen Zinsanhebung deutlich über die Inflationsrate von jetzt 14,60 Prozent. Im Chart sehen wir seit Anfang 2020 den Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira. Man sieht den deutlichen Rückgang seit November, also somit eine ansteigende Lira.

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Anfang 2020

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