Devisen

Forex-Überblick: Schweizer Franken, Türkische Lira, Argentinischer Peso

Seit ein paar Tagen ist es merklich ruhiger geworden um die türkische Lira. Am 13. September hatte die türkische Zentralbank den Leitzins drastisch angehoben von 17,75% auf 24%. Beabsichtigt war diese Aktion als massiver Schlag auf dem Devisenmarkt, um die Lira nach oben zu bringen. Diese beabsichtigte Wirkung hielt nur kurz an, und war bereits fünf Tage später verpufft.

Mit aktuell 7,20 Lira für einen Euro pendelt der Kurs seit dem Zinsentscheid in einer Art Seitwärtstrend. Seit zwei Tagen gibt es Gerüchte, wonach der in der Türkei inhaftierte US-Pastor Andrew Brunson in Kürze freigelassen werden könnte. Sein Fall war der Grund für den nun monatelang anhaltenden Streit mit den USA, und war unter anderem der Auslöser für noch stärkere Abwertungsschübe der Lira.

Auch gibt es aktuell Aussagen des neuen türkischen Finanzministers, dass die Regierung bereit sei Banken zu stützen, falls dies erforderlich werden könnte. Im Chart sieht man den Euro vs Türkische Lira seit Juli. So richtig erholt hat sich die Lira immer noch nicht. Weiterhin schlechte Wirtschaftsdaten lasten nach wie vor auf der Lira, sowie die weiterhin große Gefahr, dass Präsident Erdogan personell eingreift bei der Zentralbank.

Euro vs Türkische Lira

Schweizer Franken

Der Schweizer Franken war in den letzten Wochen gegen den ausdrücklichen Willen der Notenbanker in Basel weiter aufgewertet. Im folgenden Chart sieht man den abwertenden Euro vs Schweizer Franken seit Februar. In den letzten Tagen konnte EURCHF wieder leicht steigen (roter Pfeil) von 1,1225 auf aktuell 1,1350. Jüngst wird der Euro unterstützt durch die Aussagen der EZB, die möglicherweise auf frühere Zinsanhebungen in der Eurozone hindeuten.

Wir meinen: Solche Aussagen kommen und gehen. Momentan geben sie eine kleine Verschnaufpause für den Schweizer Franken. Der ist aber immer noch ziemlich stark. Die Notenbanker in Basel waren schon recht glücklich, als EURCHF bei 1,20 angekommen war. Aber von 1,1350 zurück bis zur 1,20 ist es noch ein langer Weg. Man sollte als EURCHF-Bulle noch nicht all zu sicher sein,dass dieser kleine Anstieg schon eine Trendumkehr darstellt. Der Chart der letzten Monate zeigt gut, dass mehrere Anstiegs-Versuche allesamt scheiterten. Der Sog der Investoren Richtung Sicherheit (Schweiz) war einfach zu stark.

Euro vs Schweizer Franken

Argentinischer Peso

Der Chef der argentinischen Notenbank trat gestern zurück. Das kann man wohl als Symbol verstehen, dass die Politik der gigantisch gestiegenen Zinsen am Devisenmarkt komplett verpuffte. Immerhin hatte man vor vier Wochen den Leitzins von 45% auf 60% erhöht. Dazu kommt noch die zugesagte massive Hilfe des IWF mit frischen Devisen.

Dennoch tut sich nichts. Der argentinische Peso bleibt auf einem extremst niedrigem Niveau. Der gestrige Rücktritt hat den Peso nochmal weiter abwerten lassen. Argentinien wie auch die Türkei zeigen derzeit, dass das jahrelang bewährte Mittel der Zinsanhebungen zumindest kurzfristig an den Devisenmärkten keine Wirkung zu haben scheint. Langfristig ist es aus ökonomischer Sicht natürlich das richtige Signal, um die Geldflüsse ins Land zu verstärken. Aber kurzfristig scheinen sich Devisen-Zocker davon kaum mehr beeindrucken zu lassen – zumindest nicht bei diesen vermeintlich schwachen Schwellenländern.

USD vs Argentinischer Peso
USD vs Argentinischer Peso seit den letzten drei Monaten.



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