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Fracking-Aktien mit brutalem Kollaps nach Öl-Crash – Kreditdebakel?

Fracking Beispielfoto

Die Aktien der Fracking-Unternehmen in den USA sind diese Woche die ganz großen Verlierer. Gestern gab es den großen Öl-Crash, nachdem die Saudis die Fluttore geöffnet haben, und nun den Markt mit zusätzlichem Angebot überschwemmen. Der Ölpreis kollabierte gestern um mehr als 30 Prozent. Jetzt hat sich das Preisniveau zwar etwas erholt, aber immer noch notiert der Ölpreis dramatisch unter dem Niveau vom letzten Freitag. Auch Russland lässt derzeit durchblicken, dass man mehr Öl auf den Markt werfen könne. Das ist ein Debakel für die Fracking-Industrie, die mit deutlich höheren Förderkosten arbeitet als dem aktuellen Preisniveau am Terminmarkt von 33 Dollar.

Fracking-Industrie vor einem echten Problem!

Damit ist Fracking in den USA derzeit defizitär! Mit diesem Schock wird dieses Szenario schlagartig für den Markt offenbart. Nicht nur dass die Aktienmärkte den stark fallenden Ölpreis in die Kurse der betreffenden Unternehmen einpreisen – auch von anderer Seite droht ein Debakel. Es geht um die Junk Bonds, die Hochzinsanleihen mit denen sich die Fracking-Firmen vollgesogen haben. Hohe Zinsen zahlen sie wegen dem hohen Risiko, dass ihre Unternehmen womöglich als Rückzahler der Anleihen ausfallen. Und genau dieses Risiko könnte bei einigen oder vielen Anbietern nun Realität werden. Hierdurch würden die Anleiheinhaber natürlich ihre Forderung verlieren. Und wenn Fracking-Unternehmen ihre Expansionen der letzten Jahre über Bankkredite finanziert haben, dann haben die Banken wohl bald verstärkt ein Problem mit Kreditausfällen.

Und wie Zerohedge aktuell anmerkt, legen sie Credit Spreads für Hochzinsanleihen in den USA heute weiter zu, während die Aktienkurse in den USA heute (noch) nicht neue Tiefststände erreichen. Die Kreditmärkte sehen also nach gestern auch heute eine wachsende Schieflage bei den an die Fracking-Industrie verliehenen Gelder. Es ist nun die Frage, ob und wie weit es Stundungen, Umschuldungen oder sogar staatliche Kredithilfen geben könnte, um die Fracking-Industrie in den USA über Wasser zu halten. Und wie lange wird der Ölpreis noch so tief bleiben? Mögliche Kreditausfälle und Firmenpleiten in dem Sektor sind jetzt mehr denn je ein heißes Thema nach der Aktion der Saudis vom letzten Wochenende! Wie heiß dieses Thema derzeit ist, erkennt man auch an den Aktienkursen.

Der Öl-Gigant schlechthin Exxon wird vom Markt nicht brutal abgestraft, weil man offenbar annimmt, dass das Unternehmen derart breit und solide aufgestellt ist, dass es diesen Sturm am Ölmarkt überleben wird, und dass das Geschäft schon irgendwie weitergehen wird. Von daher verliert die Exxon-Aktie von Freitag bis heute „nur“ 11,9 Prozent. Aber die Fracking-Unternehmen aus der „zweiten Reihe“, die in Deutschland der breiten Masse der Anleger eher unbekannt sind – dort gib es seit gestern den großen Kollaps in den Aktienkursen. Schauen wir uns das mal an.

Die Aktien von Occidental Petroleum haben seit Freitag Abend mehr als 50 Prozent verloren! Nimmt man Kurse aus Januar oder Dezember, dann ist der Kursabsturz noch viel schlimmer! Den brutalen Absturz sieht man im folgenden Chart, der zwölf Monate zurückreicht. By the way… wer extrem spekulativ unterwegs ist und gegen den Trend arbeitet, könnte nun diese Aktienkurse in der US-Fracking-Branche als echte Kaufkurse ansehen. Aber bitte betrachten Sie diese kurze Anmerkung nicht als unsere Handelsempfehlung!

Fracking Aktie Occidental Petroleum im Verlauf der letzten 12 Monate

Die Aktie von Continental Resources (folgenden Chart) ist gegenüber Freitag Abend ziemlich genau um 50 Prozent abgestürzt. Ähnlich wie bei Occidential waren die Verluste der vorigen Wochen eh schon desaströs!

Continental Resources Aktie

Die Aktie von EOG Resources (folgender Chart seit März 2019) ist „nur“ um 30 Prozent gefallen, hat aber wie die ersten beiden schon vorher kräftige Kursverluste erlitten.

EOG Resources Chart

Die Aktien von Chesapeake Energy (eh nur noch Penny Stock) sind von Freitag bis jetzt von 21 auf 15 Cents gefallen. Wir ersparen uns den Chart. Die Aktie von Pioneer Natural Resources hat seit Freitag 34 Prozent verloren. Hier der Chart seit März 2019.

Die Fracking-Aktie Pioneer Natural Resources seit März 2019



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2 Kommentare

  1. as Mitleid mit den betroffenen Zockern und Spekulanten sollte sich in Grenzen halten. Die Problematik ist nur, dass bei einem erneuten Kollaps der Finanzmärkte mit ziemlicher Sicherheit wieder der Steuerzahler für die Rettung des globalen Spielcasinos gerade stehen darf. Ganz zu schweigen von einer daraus resultierenden Rezession, die wieder Millionen Menschen ihre Arbeitsplätze und Existenzgrundlage kosten würde. Ach ja, nicht vergessen Aktien sind nach Herren Merz die beste Altersvorsorge.

  2. Pingback: Hinweise des Tages – Die Welt

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