Anleihen

Franken-Schock kostet russische Unternehmen 500 Millionen Dollar

Der völlig überraschende Schritt der Schweizer Nationalbank hinterlässt immer mehr Kolleteralschäden. Nächstes Opfer sind russische Unternehmen, die Unternehmensanleihen in Franken begeben haben oder gar Franken-Fremdkredite aufgenommen haben. Der Anstieg des Franken dürfte die betroffenen Unternehmen Russlands ca. eine halbe Milliarde Dollar kosten – und so die Probleme durch die Rubel-Abwertung und die westlichen Sanktionen noch veschärfen. Russlands Unternehmen haben insgesamt knapp 6 Milliarden Dollar in Franken-Kreidten aufgenommen.

Die Schweiz war ein wichtiger Fluchtpunkt für russische Unternehmen – die Eidgenossen hatten sich den westlichen Sanktionen nicht angeschlossen. Dadurch wurde die Schweiz zum Ersatz-Finanzmarkt für russische Firmen, die dort in letzter Zeit gehäuft (in Franken notierende) Unternehmensanleihen platziert haben, um sich zu refinanzieren. Angesichts der Turbulenzen um den Franken sind die Renditen (=Risikiprämien), die die Anleihehalter von den Unternehmen verlangen, jedoch drastisch gestiegen – und liegen nun über den Niveaus, als die Russland-Ukraine-Krise vollständig zu eskalieren drohte. Mit der Aufwetung des Franken werden nun auch die für Unternehemnsanleihen fälligen Zinszahlungen teurer, zumal der Rubel seine kurzzeitige Erholung wieder beendet hat.

Am schwersten aber wiegt, dass die Schweiz als große Alternative zu anderen Ländern Europas für Russlands Unternehmen praktisch wegfällt – die Kosten dafür wären einfach zu hoch. Und das bedeutet, dass zahlreiche Unternehmen nun ihren Blick komplett von Europa lösen müssen, wenn sie an Fremdkapital gelangen wollen. Europa und Russland gehen also – was die Finanzmärkte betrifft – in Zukunft noch getrenntere Wege als zuvor.



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