Europa

Frankreich: Mon Dieu!

Es steht nicht gut um unser Nachbarland Frankreich. Die Arbeitslosigkeit steigt, die Insolvenzen nehmen konstant zu, der Immobilienmarkt erlebt einen Niedergang. Man hat das Gefühl, die Franzosen sind mental noch nicht im 20.Jahrhundert angekommen (ökonomisch gesehen).

Dazu kommen auch wirtschaftspolitische Fehler der Vergangenheit, die sich mehr und mehr rächen. In den Achtzigerjahren forcierte die Regierung einen Schwenk hin zu grossen Unternehmen, man wollte, um global bestehen zu können, riesige Player am Markt unterstützen. Was daher weitgehend fehlt ist ein Mittelbau wie in Deutschland der Mittelstand. Die Dickschiff-Unternehmen in Frankreich aber sind – schon aufgrund ihrer Größe – unflexibel und daher nicht für schnelle Kursänderungen tauglich. Dazu kommt dann noch eine massive Staatsgläubigkeit, die – anders als das Klischee besagt – in Frankreich viel ausgeprägter ist als in Deutschland. Alles wird zentral gesteuert, nichts entsteht regional oder „von unten“.

Eines der Hauptprobleme aber sind die verknöcherten Strukturen am Arbeitsmarkt. Lesen Sie dazu die sehr aufschlussreiche Analyse bei Wall Street Journal Deutschland über die Probleme Frankreichs hier..

A propos: es ist einer der letzten Gelegenheiten, Artikel bei der deutschen Version des Wall Street Joournal zu lesen. Die Seite wird zum Jahreswechsel eingestellt. Der Kahlschlag beim deutschen Finanzjournalismus geht also weiter – und das wiederum liegt an den Deutschen, die so wenig Verständnis und Empathie für Finanzen haben. Denn Spekulation ist, da sind sich fast alle einig, Teufelszeug! Darin, so scheint es, sind sich die Deutschen mit den Franzosen weitgehend einig..



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1 Kommentar

  1. Für was zur Hölle braucht man noch seriösen Finanzjournalismus?Ich muss doch nur noch wissen wann&woher die „nächste Geldspritze2 kommt!

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