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Frankreich: Parlaments-Bericht fordert Widerstand gegen (ökonomische) Anmaßung der US-Justiz

Die USA spielen unfair – das ist der Tenor eines parlamentarischen Berichts in Frankreich. Demnach mißbrauchten die USA ihre Stellung als Weltmacht durch eine kaum nachvollziehbare extra-terrestrische Gesetzgebung – zum Nachteil von nicht-US-Firmen..

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FMW-Redaktion

Die USA spielen unfair – das ist der Tenor eines parlamentarischen Berichts in Frankreich. Demnach mißbrauchten die USA ihre Stellung als Weltmacht durch eine kaum nachvollziehbare extra-terrestrische Gesetzgebung, die vorwiegend zum Nachteil ausländischer Unternehmen ausgeübt werde.

Und das ist derzeit schon aufgrund der immensen Strafe von 14 Milliarden Dollar gegen die Deutsche Bank hochaktuell, zumal auch die französische BNP Paribas eine Strafe von neun Milliarden Dollar aufgebrummt bekommen hatte durch die US-Justiz. Frankreichs Regierung hatte in den letzten Jahren immer wieder moniert, dass die USA mittels kaum nachvollziehbarer juristischer Praktiken andere Länder benachteiligen würden.

Der heute lancierte parlamentarische Bericht, der unter Federführung der sozialistischen Abgeordneten Karine Berger entstand (also ein Mitglied der Regierungspartei), zeigt die Grundproblematiken auf, wie das US-Justiministerium vorgeht. So hat die US-Justiz gemäß eigenem Anspruch Zugriff auf Transaktionen zwischen Nicht-Amerikanern außerhalb der USA, wenn diese in US-Dollar abgewickelt werden. Mithin nutzt also das US-Justizministerium die schlichte Tatsache, dass bei vielen Geschäften der US-Dollar, der ja gleichzeitig die Weltwährung schlechthin ist, als Währung benutzt wird, als Anlaß für eine Einmischung – nicht selten dabei für Strafzahlungen, die dann die USA vereinnnahmen.

Hinzu kommt, dass die USA auch die Zuständigkeit bei Internet-Fällen beanspruchen, wenn der Server einer der Beteiligten in den USA steht (auch wenn es sich dabei um nicht-amerikanische Firmen handelt).

Weiter zeigt der Bericht auf, dass die Praxis des US-Justizministeriums vor allem zuungunsten von nicht-amerikanischen Firmen ausgeübt werde: so seien zwischen 1977 und 2014 nur 30% aller Untersuchungen des US-Justizministeriums gegenüber nicht-amerikanischen Firmen erfolgt, gleichwohl lägen die eingetriebenen Strafzahlungen von nicht-amerikanischen Firmen bei 67% der Gesamtsumme an verhängten Strafzahlungen. Reiner Zufall?

Eher nicht – das meinen zumindest die französischen Parlamentarier, und fordern daher zum Widerstand auf. Man brauche eine Art „juristische Aufrüstung“ gegenüber den USA, so Karine Berger, da die USA ihre Stellung mißbrauchten ud Europa nur so auf Augenhöhe mit den Amerikaner verhandeln könne. Es handele sich bei der Praxis des US-Justizministeriums um einen Mißbrauch des amerikanischen Rechtssystems durch staatliche Behörden, so Berger. Europa müsse nun den USA klar machen, dass man die bisherigen Praktiken nicht mehr akzeptieren werde.

Der parlamentarische Bericht schlägt vor, sich dabei aktiv an die WTO zu wenden – so habe eine Intervention der Europäer bei der WTO bereits im Jahr 1996 Schaden von europäischen Firmen fern gehalten, nachdem die USA Sanktionen gegenüber Kuba, dem Iran und Lybien verhängt hatten. Die USA, so Berger, führten eine Art Wirtschafskrieg – Europa müsse nun endlich zeigen, dass man sich nicht nur als Opfer verstehe, sondern den Kampf aufnehme.

Faktisch ist der parlamentarische Bericht, der gleichwohl für die Regierung in Paris nicht bindend ist, eine Anleitung zum Widerstand. Seltsam – oder gerade nicht seltsam – dass aus dem deutschen Parlament solche Töne bislang nicht zu hören gewesen sind..

4 Kommentare

4 Comments

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    V

    11. Oktober 2016 17:31 at 17:31

    Dass wir mitten im Wirtschaftskrieg der USA gegen den Rest der Welt sind um die USA an der Spitze zu halten, sage ich schon lange. Volkswagen, Deutsche Bank etc. sind schöne Beispiele, die Hauptschuldigen der 2008er Finanzkrise, die US Banken und Ratingsagenturen, wurden von Europa aber nicht mit Strafen überzogen. Schön, dass es unsere Nachbarn mal offiziell in einen Bericht packen. Unsere Merkel ist ja leider zu verbl…det oder zu sehr Vasall und Sklave, als dass sie sich dagegen wehren würde.

  2. Avatar

    gerd

    11. Oktober 2016 17:42 at 17:42

    Ich kann nur wiederholen.
    Wer solche (vorgebliche) Freunde hat, wie die USA braucht keine Feinde mehr.

    In München werden sich jetzt vier iranische Banken niederlassen,
    damit die sich gerade wieder anbahnenden Geschäfte zwischen deutscher Industrie und Iran abgewickelt werden.
    Warum?

    Von den deutschen Banken traut sich keine mehr ran, weil sie befürchten müssen irgendetwas falsch zu machen in den Augen der Amis.

    Ami go home. Der Russe hat (DDR)-Deutschland schließlich auch verlassen.

  3. Avatar

    V

    11. Oktober 2016 17:47 at 17:47

    Die USA werden auch vor einem großen Krieg nicht halt machen (den sie selbst anzetteln, aber anderen die Schuld in die Schuhe schieben) um ihre Vormachtsstellung in der Welt zu verteidigen.

  4. Avatar

    joah

    12. Oktober 2016 10:49 at 10:49

    So, so: die Untergebenen (Erniedrigten) mucken also langsam auf, wie?! Dagegen gibt’s doch sicher was von Daesh („ISIS“)…

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Aktuell: Goldpreis, Schweizer Franken, Aktien – das große Risk Off Game!

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Ein echtes Game läuft da gerade ab

Aktuell läuft ein großer Risk Off-Risk On Trade. Hin und her. Goldpreis, Schweizer Franken, Dax und Dow wollen wir uns jetzt mal anschauen. Risk Off bedeutet, dass Anleger aus Angst (in diesem Fall vor einer weiteren Coronavirus-Ausbreitung und deb wirtschaftlichen Auswirkungen) aus Aktien fliehen, und sich auf die Suche nach sicheren Anlagen wie Gold machen. Gerade am letzten Wochenende, wo im Iran, in Südkorea, aber vor allem in Italien viele neue Infektionen gemeldet wurden, nahm die Angst zu, und schlagartig fiel der Dow 30 um gut 1.000 Punkte von Freitag Abend bis gestern Abend. Dann bis heute früh konnte der Index im Futures-Markt mehr als 200 Punkte zulegen. Man konnte also hoffen, dass der Markt heute eine Gegenreaktion nach oben zeigt. Ganz aktuell gibt es neue Fälle auf Teneriffa (hier mehr Infos).

Aber nein, bis jetzt sind die Futures wieder gefallen, und der Dow notiert wieder um die 28.000 Punkte-Marke, und droht aktuell unter die Tiefs von gestern zu fallen. Steht ein zweiter Absturz-Tag am Aktienmarkt bevor? Das entscheidet sich womöglich gerade in diesen Minuten vorbörslich bis 15:30 Uhr deutscher Zeit. Der Dax fiel gestern mehr als 500 Punkte, um dann heute Vormittag wie die Amerikaner einen kleinen Aufwärtsmove hinzulegen. Man versuchte also vorsichtig wieder etwas Risiko einzugehen. Aber nein, aktuell steht der Dax mit 12.945 Punkten sogar 25 Punkte tiefer als im gestrigen Tiefststand. Die Aktienkurse zeigen also (zumindest nach aktuellem Stand) weiter gen Süden. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie den Marktkommentar von Markus Fugmann, ob die Korrektur weiter geht.

Goldpreis zeigt Gegenbewegung

Der Goldpreis war gestern gegenüber Freitag Abend um 46 Dollar bis auf 1.689 Dollar in der Spitze gestiegen. Dann ging es heute kräftig runter auf bis zu 1.632 Dollar im Tief. Eine kräftige Gegenreaktion nach dem sehr starken Anstieg im Goldpreis in den letzten Tagen und Wochen (mehr Details dazu hier). Bis heute um 12 Uhr ging es dann wieder rauf auf 1.657 Dollar (aktuell 1.645 Dollar). Der Chart (zeigt den Goldpreis in US-Dollar seit heute Nacht) zeigt, wie instabil die Lage derzeit ist. Gold konnte einen Teil seiner wohl zu großen Abwärtskorrektur aufholen. Schwächeln die Aktienkurse in den nächsten Stunden weiter, könnte der Goldpreis wieder schnell steigen (könnte, nicht muss!).

Goldpreis in US-Dollar seit heute Nacht

Schweizer Franken steigt immer weiter an

Der Schweizer Franken ist im Risk Off-Game genau wie Gold ein Sicherer Hafen, um es mal so auszudrücken. Gestern lag das Tief bei Euro vs Franken bei 1,0589. Aktuell schwankt der Kurs um die Marke von 1,06 herum. Im folgenden Chart sieht man den Kurs im Verlauf der letzten zwölf Monate. Ein glas klarer Trend zu einem immer stärkeren Franken (fallender Euro). Das aktuelle Risk Off-Umfeld befeuert die Stärkung des Schweizer Franken (hier mehr Details).

Euro vs Schweizer Franken im Verlauf der letzten 12 Monate

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Pfund vs US-Dollar: Wird das Cable die 1,30 Marke bald ansteuern?

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Nachdem das Pfund gegenüber dem US-Dollar Mitte letzter Woche die wichtige Unterstützung bei 1,2847 halten konnte, hat das Währungspaar anschließend einen Rebound eingeleitet. Der Kurs hat über 100 pips wieder gut gemacht – und alles deutete darauf hin, dass die Erholung in der neuen Handelswoche weiter fortgesetzt wird.
Das letzte Hoch bei 1,2980 wurde dann jedoch wieder abverkauft – keine so große Überraschung, da die Indikatoren im kurzfristigen Zeitfenster schon überkauft waren. GBP/USD notierte gestern im Tief bei 1,2885. Dieser Support war stark genug, um eine weitere Talfahrt beim Pfund gegen den US-Dollar zu verhindern. Danach hat sich der Kurs leicht erholt und klettere langsam in den Bereich über 1,2915.

In der heutigen Nacht verhielt sich GBP/USD ruhig und pendelte in einer engen Range von nicht einmal 30 Pips. Auch die anderen Hauptwährungspaare haben wenig Volatilität gezeigt. Die asiatischen Wertpapiermärkte haben allgemein eine negative Performance gezeigt. Das Coronavirus ist jetzt auch in Europa endgültig angekommen und die Sorgen haben sich an den globalen Finanzmärkten seit gestern noch gesteigert. Egal ob DAX, Dow Jones oder Nikkei, die Sorge ist überall zu spüren. Man kann die Konsequenzen für die globale Wirtschaft noch gar nicht abschätzen. Eins ist aber klar: es wird für alle teuer werden. Nichts desto trotz: das Pfund konnte gegen den US-Dollar in den letzten Stunden die Marke von 1,2920 erfolgreich verteidigen.

Kann das Pfund seine Erholung zum Dollar heute fortsetzen?

Aktuell (Dienstagmorgen) befindet sich das Pfund gegen den US-Dollar bei ca. 1,2930. Auf der Oberseite stößt der Kurs an seinen Widerstand bei 1,2940. In diesem Bereich verläuft momentan der 120er-Moving Average, der den Ausbruch auf der Long-Seite noch verhindert. Sollte dieser Bereich in den nächsten Stunden halten, werden wir wahrscheinlich zuerst wieder fallende Preise sehen. Als nächstes Kursziel wird das Pfund sehr wahrscheinlich die 1,2900 Marke ansteuern. Die „big figure“ gilt ebenfalls als eine starke psychologische Grenze, also empfiehlt es sich, in diesem Bereich Short-Positionen zu schließen oder mit einem Trailing-Stop zu arbeiten.
Wenn dagegen die Marke von 1,2940 demnächst brechen sollte, hat das Pfund noch viel Luft nach oben. Der nächste Widerstand befindet sich bei ca. 1,2980. Sollte auch diese Hürde von den Bullen erobert werden, wird klar die 1,3001 in den Fokus rücken.

Die Indikatorenlage im mittelfristigen Zeitfenster ist weiterhin positiv gestimmt, was die Bullen dazu animieren kann, neue Long-Orders am Markt zu platzieren. Am Nachmittag sollte man wachsam bleiben, denn es werden wichtige Wirtschaftsdaten aus den USA veröffentlicht, die den Kursverlauf beeinflussen können. Wichtig zu beachten ist auch der Daily Pivot Point, der heute bei 1,2922 verläuft.

Summa summarum: Bricht der Widerstand bei 1,2940, kann man mit einer Break-Out Strategie einen Long-Einstieg wagen. Je nach Dynamik, die sich entwickeln wird, kann man den Ausstieg ab ca. 1,2980 suchen. Dabei sollte man auch die Korrelationen zu den anderen GBP- Währungspaaren nicht außer Acht lassen.

Das Pfund mit weiterem Aufwärtspotential zum Dollar

 

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

 

Das Pfund hält sich derzeit stabil zum Dollar - und Johnso will bald mit Trump über ein Handelsabkommen verhandeln

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Schweizer Franken auf höchstem Stand seit fünf Jahren – Risk Off!

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Schweizer Bergpanorama

Der Schweizer Franken notiert aktuell auf dem höchsten Stand seit August 2015! Diese Entwicklung dürfte der Schweizerischen Nationalbank (SNB) alles andere als gefallen. Versucht sie doch seit Jahren mit Negativzinsen (aktuell -0,75%) und Interventionen (Franken drucken und gegen Dollar und Euro verkaufen) die heimische Währung zu schwächen. Denn je teurer der Schweizer Franken wird, desto teurer werden Schweizer Produkte für ausländische Käufer, und desto teurer wird die Schweiz für ausländische Touristen.

Risk Off Trade pusht den Schweizer Franken

Aber genau so wie der Risk Off Trade derzeit den Goldpreis immer höher treibt, so steigt auch der Schweizer Franken heute gegen den Euro weiter an. Die Anleger fliehen wegen zunehmenden Sorgen um den Coronavirus vor allem aus Aktien. Der Dax notiert heute mit -4%, der Dow mit -2,96%, und der italienische MIB40 mit -6,09%. Italien ist in Europa heute der Krisenherd Nummer 1, weil dort übers Wochenende sehr viele neue Infektionen beim Coronavirus bekannt wurden.

Im Tagesverlauf lag das Tief des Euro gegen den Franken bereits bei 1,0589 – aktuell notiert das Währungspaar um die rund Marke von 1,0600. Es ist eine Zwickmühle, in der sich die SNB befindet. Sie hätte womöglich schon längst wieder Lust kräftig dagegen zu halten, und den Schweizer Franken wieder abzuwerten. Aber wir erinnern uns. Das US-Finanzministerium hatte die Schweiz am 14. Januar auf eine Liste von Ländern gesetzt, die im Verdacht stehen ihre Währung zu manipulieren. Also, hält sich die SNB womöglich deswegen zurück, und der Franken kann weiter aufwerten, wenn die Angst rund um das Coronavirus weiter zunimmt?

 

Euro vs Schweizer Franken seit 2015

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