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Frankreich-Wahl: Die neue Gefahr für die Märkte!

Lange schien eines klar zu sein: es wird bei den französischen Wahlen zu einer Stichwahl zwischen Macron und Le Pen kommen, die Macron gewinnen wird. Nun aber sorgt der überraschende Aufstieg des linken Kandidaten Jean-Luc Mélenchon für Wirbel: laut neuesten Umfragen liegt Mélenchon nun schon gleich auf mit Fillon bei 18%, Macron und Le Pen liegen bei 23%. Aber Mélenchon hat derzeit das größte „Momentum“ auf seiner Seite..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Lange schien eines klar zu sein: es wird bei den französischen Wahlen zu einer Stichwahl zwischen Macron und Le Pen kommen, die Macron gewinnen wird. Nun aber sorgt der überraschende Aufstieg des linken Kandidaten Jean-Luc Mélenchon für Wirbel: laut neuesten Umfragen liegt Mélenchon nun schon gleich auf mit Fillon bei 18%, Macron und Le Pen liegen bei 23%.

Aber der Trend spricht für Jean-Luc Mélenchon, der sich in den beiden TV-Debatten stark präsentiert hatte und seitdem stark an Zustimmung gewinnt in den Umfragen. Vor allem sein Ausspruch gegenüber Le Pen „Lassen Sie uns in Ruhe mit ihrer Religion“ ist in Frankreich inzwischen sprichwörtlich. Auftrieb erhält Mélenchon vor allem bei jungen Wählern durch seine Aktivitäten über Twitter und Youtube – und wie ernst man ihn inzwischen nimmt, zeigt eine am Sonntag gestartete Gegen-Kampagne des Macron-Teams, das einen Videoclip darbot, in dem die Wahlkampf-Versprechen Mélenchon als unrealistisch diskreditiert werden: sein Programm sei ein Desaster für Frankreich, er wolle massiv die Steuern für Unternehmen erhöhen und die Europäische Union zerstören, so der Tenor.

Jean-Luc Mélenchon wiederum appellierte an seine Wähler am Wochenende: „Seit vorsichtig, wen ihr wählt. Wir haben unseren Präsidenten und die deutsche Kanzlerin erlebt, die den kriminellen und unverantwortlichen Akt des amerikanischen Präsidenten (gemeint ist die Attacke auf Syrien) gutheißen. Erinnert euch daran, wenn ihr zur Wahl geht!“.


Foto: Jean-Luc Mélenchon avec Nicolas Hulot.jpg: www.melenchon.frDerivative work: Adzo.1 – →Diese Datei ist ein Ausschnitt aus einer anderen Datei: Jean-Luc Mélenchon avec Nicolas Hulot.jpgoriginal file, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=46917698

So oder so: Mélenchon macht aus dem bisherigen Dreikampf einen Vierkampf, und worst case für die Märkte wäre, wenn er zusammen mit Le Pen in die Stichwahl käme mit der Folge, dass Frankreich von einem Präsidenten entweder ganz rechts oder ganz links repräsentiert wird.

Was will Mélenchon: zunächst einmal die wöchentliche Arbeitszeit von 35 Stunden auf 32 Stunden reduziert werden, gleichzeitig soll das Renteneintrittsalter wird auf 60 Jahre sinken. Dabei soll der Mindestlohn deutlich angehoben werden, jeder Franzose, der mehr als 33.000 Euro im Monat verdient, soll zu 100% besteuert werden. Er befürwortet den Austritt aus der Europäischen Union wie auch aus der NATO, verteidigt das Eingreifen Russlands im Syrien-Konflikt und darüber will hinaus eine Verfassungsreform, die Frankreich zu einer reinen parlamentarischen Demokratie macht und die herausgehobene Stellung des Präsidenten beendet.

Für die Märkte, für die Macron mit seiner liberalsitischen Einstellung die Idealbesetzung wäre, ist Mélenchon mit diesen Zielen ein ebenso großes Schreckgespenst wie Le Pen. Die Anleihemärkte jedenfalls reagieren bereits auf den Aufstieg Mélenchons in den Umfragen: die spreads, als die Unterschiede in den Renditen (Risikoprämien) zwischen deutschen und französischen Staatsanleihen gehen deutlich nach oben:

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    10. April 2017 13:00 at 13:00

    Jean-Luc Mélenchon ist ein klassischer Linker, grundsätzlich gegen alles und jeden dazu unrealistische Vorstellungen. Und das er vor allem bei jungen Wählern punkten kann, wundert mich nicht. Seine Jungwählerklientel dürfte in ihrem bisherigen Leben noch nie wirklich Steuern gezahlt haben, die sind noch ideologisch verblendet.

    • Avatar

      Bademeister

      10. April 2017 14:55 at 14:55

      Ideologisch verblendet ist gut geschrieben….wer nicht? Sind da Mutti oder der rote Bussibär wirklich realistischer unterwegs?
      Der Jugend gehört die Zukunft, und nicht irgndwelchen verstaubten Polit-Bonzen, die nur versuchen, mit immer fragwürdigeren Kompromissen ihren Arsch von Wahl zu Wahl zu retten.
      Melenchon jedenfalls steht seinen Mann im bisherigen Wahlkampf sehr gut und schafft es, sich mit seinen teils radikalen Forderungen vom Rest der „Blaumänner“ erfolgreich abzuheben.
      Die französische Wahl wird so oder so eine heftige Ohrfeige für das bisherige Establishment, die bis in den letzten Winkel von Euroland schallend zu hören sein wird. Die Märkte haben das bisher noch nicht eingepreist…wird dafür nächste Woche umso heftiger….
      Bei Trump dauert z. Zt. ja auch alles 100 Tage…scheinbar die relative Halbwertszeit des Vergessens der Märkte.
      Es läuft derzeit wirklich gut für die Märkt, aber nur deswegen, weil da eben auch massig Ideologie dahintersteht….und die war niemals zuvor so perfide berechnend und fehlgeleitet.

      • Avatar

        Michael

        11. April 2017 01:17 at 01:17

        „Der Jugend gehört die Zukunft,…“
        Die Gegenwart, in der wir leben, gehört jedoch uns. Wir leben jetzt und nicht in der Zukunft und nicht in der Vergangenheit. Wir haben jetzt Einfluss auf das, was unsere Kinder später haben und machen. Jetzt, hier und heute.
        Eine große Aufgabe, der wir uns als Kinder einer Generation, die es angeblich nicht besser wusste, verantwortungsvoll stellen sollten.

  2. Avatar

    Bernhard Zimmermann

    10. April 2017 22:49 at 22:49

    Oh die nächste Schicksalwahl steht an. Worst case für die Märkte? War da nicht was? Hatte man das nicht schon vor der Brexit- und US-Wahl gehört. Solche Ansagen kann man getrost in die Tonne drücken. Kräht der Hahn auf dem Mist ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist.

  3. Avatar

    Bijan

    4. Mai 2017 16:09 at 16:09

    Ich will mir gar nicht vorstellen was alles passiert wenn wir Trump, Le Pen etc. an der Macht haben. Dann wird das mit der Globalisierung wohl bald der Vergangenheit angehören…

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