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Frexit-Risiko und Ansteckungsgefahr steigt auf Allzeithoch

Im Vorfeld der Wahlen in Holland und Frankreich werden die Investoren zunehmend unruhig – es droht die Rückkehr der Eurokrise, sofern diese jemals überhaupt aufgehört hat. Das wird sichtbar im sogenannten Euro Break-up Index, der die von Investoren eingeschätzte Wahrscheinlichkeit eines Auseianderbrechens des Euros innerhalb der nächsten zwölf Monate angibt..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Im Vorfeld der Wahlen in Holland und Frankreich werden die Investoren zunehmend unruhig – es droht die Rückkehr der Eurokrise, sofern diese jemals überhaupt aufgehört hat. Das wird sichtbar im sogenannten Euro Break-up Index, der die von Investoren eingeschätzte Wahrscheinlichkeit eines Auseianderbrechens des Euros innerhalb der nächsten zwölf Monate angibt und gleichzeitig nach Ländern aufgeschlüsselt die Wahrscheinlichkeit eines Austritts eines Landes aus der Eurozone bemißt. Und gemäß neuester Veröffentlichung von sentix ist die Wahrscheinlichleit, dass Frankreich aus der Eurozone austritt mit 8,4% so hoch wie noch nie – im Januar hatte der Wert noch bei nur 5,7% gelegen.

Gleichzeitig gehen 25,2% der Befragten davon aus, dass innerhalb eines Jahres mindestens ein Land die Eurozone verlassen wird – das ist fast so hoch wie unmittelbar nach dem Brexit-Votum (damals lag der Wert bei 27,2%) und damit der höchste Wert seit Juni 2016. Da die Griechenland-Thematik angesichts der dertzeitigen Verhandlungen um frische Gelder für Athen wieder in den Vordergrund gerückt ist, führt Griechenland die Rangfolge der potentiellen Austrittskandidaten an mit 19,2% – vor Italien mit 13,9%, und an dritter Stelle eben schon Frankreich mit 8,4%. Dass die Befragten eher nicht mit der Regierungsübernahme von Gert Wilders in Holland rechnen, zeigt der vergleichsweise niedrige Wert für den möglichen Austritt Hollands von 3,6% – gleichwohl liegt Holland damit an vierter Stelle der Austrittskandidaten, noch vor Portugal mit 2,0%.

Die Wahlen in Frankreich werden also als deutlich größeres Risiko wahrgenommen als die Wahlen in Holland, und das jenseits der Tatsache, dass Frankreich ökonomisch und politisch bedeutender ist als die Niederlande. Bei Frankreich sind diese 8,4% zwar insgesamt eine recht geringe Wahrscheinlichkeit, doch haben die sich als falsch heraus gestellten Umfragen vor dem Brexit-Votum und den US-Wahlen die Sinne geschärft: es kann auch ganz anders kommen, als erwartet.

Sentix hat darüber hinaus einen Indikator für die Ausbreitungsgefahr einer Euro-Krise auf andere Märkte und Regionen entwickelt – der Euro Break-up Index Risiko der Ausbreitung (contagion risk) – und dieser Indikator steigt mit 47,61 auf den höchsten je verzeichneten Stand, liegt derzeit also höher als während dem Hochpunkt der Eurokrise im Jahr 2012, bevor Mario Draghi dann mit seinem Satz „We will preserve the Euro whatever it takes“ für Beruhigung sorgte. Aber Beruhigung ist wohl das falsche Wort angesichts der schwelenden Dauerkrise der Eurozone. Und sollte Le Pen tatsächlich die Stichwahlen in Frankreich am 07.Mai gewinnen, würden wohl auch solche Sätze des Römers nicht mehr zur Beruhigung führen..

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Christoph

    28. Februar 2017 11:32 at 11:32

    Die Eurokrise liegt in der Konstruktion bedingt und kann folglich nur durch eine geänderte Konstruktion gelöst werden….Draghi verteilt nur Schmerzmittel…

    • Avatar

      joah

      28. Februar 2017 16:02 at 16:02

      …die Pille erhöht allerdings bei jeder Dosis die Schmerzen.

    • Avatar

      Petkov

      28. Februar 2017 18:30 at 18:30

      Und welchen Kanzlerkandidaten kann man wählen, um diese offensichtliche Fehlkonstruktion zu beheben? Es gibt folgendeMöglichkeiten:

      1. merkel
      2. Schulz
      3. egal wen, offensichtliche Fehler werden, wie es die Vernunft befiehlt, immer behoben
      4. egal wen, offensichtliche Fehler sind systemrelevant und werden mit aller Macht aufrechterhalten. Wie Wunde und Eiter: Die Eiterbakterien haben kein Interesse an einer Behandlung, da dies ihre Existenzgrundlage entzieht.

      Es gibt in der Medizin mehrere Beispiele für Behandlungsmethoden, bei denen chronische Krankheitserreger durch andere, besser behandelbare Krankheitserreger bekämpft werden. Unter diesem Aspekt ist für mich die Existenz von Le Pen, AfD & Co. keine Bedrohung, sondern eine Heilungschance. Denn für mich sind die rechtspopulistischen Krankheiten in Deutschland weniger antibiotikaresistent als die linkspopulistische Pest.

      • Avatar

        Gerd

        28. Februar 2017 19:07 at 19:07

        So ist es. Und der poetisch Begabte bedient sich wieder mal einer bildhaften Sprache – oder wie man das auch nennen mag. Jedenfalls ausgezeichnet

        • Avatar

          Der Katamaransegler

          28. Februar 2017 22:01 at 22:01

          Hallo Gerd
          Metaphern und Allegorien nennt man das
          :-)
          Der Segler ist zurück und muss sich erstmal orientieren.
          Hallo Petkov – Die Immunpathologie und -Therapie erkläre ich in Hamburg etwas genauer. Kollege Schubert macht eine gute Figur, sehe ich.
          Und der DAX läuft vorbildhaft, schreibt Lossless. WOW.
          Welches Vorbild ist gemeint ? . Jenes vom Wellen-Robby, der täglich dem braven Dax ein zielgenaues Abarbeiten seiner Marken attestiert, als hätte er höchstselbst ihn wie ein Hündchen darauf dressiert und dazu eine ominöse Eindämmerungslinie im DOW entdeckt ?
          Ich suche verzweifelt. Finde aber nichts.
          Blau soll sie sein, diese Eindämmerung.
          So waved er rauf und so waved er runter, der Robby.
          Egal.
          Erstmal alles in die Maschine und dann dem Konsumwahnsinn und hysterischen Medienrummel ein erstes zaghaftes Öhrchen widmen.
          Ich sage Euch: Ohne Internet und ohne Telefon lebt es sich sehr gemütlich.
          Indios rudern im Einbaum heran und bieten frischen Fisch feil, Garnelen, Kokosnüsse, Yucca, Mango…
          Zwei finstere Gestalten heizen bei Niedrigwasser in der Abenddämmerung in einem Einbaum mit Aussenborder in der Lagune an uns vorbei und verschwinden in einem winzigen freigeschlagenen Kanal durch die Mangroven.
          Vermutlich Drogenkuriere.
          Militärpatrouillen mit Maschinengewehren im Anschlag hinterher. Allerdings chancenlos. Auf der Sandbank laufen sie auf. Fluchend müssen ein paar von ihnen raus und irgendwie kriegen sie ihr Boot wieder flott. Dennoch grüssen sie uns freundlich, während wir den Fisch mit Öl und Knoblauch zubereiten.
          Vor diesem Hintergrund erscheint der Terminmarkt surreal.
          Erster Eindruck:
          – Distributionstage kaum vorhanden
          – Sektor Rotation
          – Rückgang der Volumina
          – neue Highs mit jeweils geringerem Volumen
          – US Markt Eintritt in eine Range
          – Dax mit zwei breakouts als „excess&fail“, aber noch kein exhaust pattern
          – ES mit Freitagsreversal – oben ist noch nicht „fertig“. Da fehlt noch des selling tail.
          – VIX räkelt sich gemütlich auf der Couch und hält weiterhin Siesta
          – Keine Wolke am Horizont. (Ausser der Sektor Rotation, rein in Utilities etc.)
          – Bull Market as usual. So schnell kippt ein solcher Trend nicht.
          Und wenn, dann muss man den ersten Einschlag kaufen.
          Erst den zweiten shorten. Sonst sieht man schlimmer aus als ich mit meinen über fünfhundert Sandmückenstichen :-(
          Chitras … verdammte Biester !
          So gesehen ist es doch ganz nett, wieder hier zu sein.

          • Avatar

            Petkov

            1. März 2017 00:13 at 00:13

            Katamaransegler, welch eine Freude… naja, streng genommen Ehre. Schön, dass Sie wieder da sind. Hm, jetzt muss ich mich wieder benehmen. Übrigens: egal, wie scharf sich der werte Herr @Fugmann über mich beschwert, glauben Sie ihm bitte kein Wort. In Wirklichkeit war ich viel schlimmer. Kann auch nicht anders sein, wurde ich doch in den dunkelsten Ecken des Kanzleramts gezeugt… genetisch verändert. Eines Tages wird die merkel in einer epischen Szene zu mir sagen: „Petkov, ich bin deine Mut… ähh… ich bin dein Vater“.

          • Avatar

            Gerd

            1. März 2017 10:31 at 10:31

            Ja, genau. Danke!
            Mindestens einen von den Begriffen habe ich auf dem ganz hinteren Zungenabschnitt schon vorformuliert liegen gehabt.
            Bin mir aber nie sicher ob einer zutrifft und wenn welcher.
            Ich werfe immer gern alle durcheinander: Beispiel, Vergleich, Metapher, Allegorie und was es da sonst noch gibt in der Richtung.
            Da hilft mir selbst Wikipedia immer nur ansatzweise.
            Einzig Fabel krieg ich noch so eben abgegrenzt. Wenn doch ihr Erlebnis mit den Sandflöhen mal auch nur eine beispielhafte Fabel wäre, dann tät es in der Realität wahrscheinlich weniger jucken oder gar schmerzen.

        • Avatar

          Petkov

          1. März 2017 00:17 at 00:17

          Danke Gerd! Auch wenn von Talent sicherlich nicht die Rede sein kann.

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Zinskosten: So gigantisch sind die Ersparnisse für Kreditnehmer im Langzeitvergleich

Claudio Kummerfeld

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am

Dass Kreditnehmer in einem jahrelangen Umfeld immer weiter fallenden Zinsen die großen Gewinner sind, das ist kein Geheimnis. Aber es ist mal interessant zu sehen, wie viel Zinsen ein Häuslebauer vor 20 Jahren gezahlt hat, im Vergleich zu einem heutigen Abschluss, bei selber Kreditsumme und Tilgungshöhe. Die Interhyp AG hat aktuell einen Vergleich veröffentlicht, der die tatsächliche Dimension aufzeigt, wie viel Geld man heutzutage spart.

Hat man im Jahr 2000 abgeschlossen, entstanden bei einer Darlehenssumme für einen Immobilienkredit über 300.000 Euro und 2 Prozent Tilgung in 10 Jahren insgesamt 172.000 Euro an Zinskosten. Damals lagen die Zinsen bei 6,5 Prozent. Mit heute nur noch 0,8 Prozent hat man gerade mal noch 22.000 Euro Zinskosten! Das lohnt sich natürlich besonders für Häuslebauer, weil die Darlehenssummen hier so hoch sind, so möchten wir anmerken – aber die Sache hat einen Haken. Wo man als Kreditnehmer für Häuschen oder Eigentumswohnung extrem stark bei den Zinskosten spart, da zahlt man auf der anderen Seite drauf bei den in den letzten Jahren explodierten Immobilienpreisen.

Sicherlich sind die aktuellen Informationen der Interhyp AG auch eine schlecht versteckte Eigenwerbung, aber sei es drum. Die Experten sagen, auszugsweise im Wortlaut:

Auch wenn vielerorts die gestiegenen Immobilienpreise höhere Darlehenssummen erfordern, bleiben die Raten für viele Menschen leistbar. Der Zinsvorteil ermöglicht in vielen Fällen eine höhere Tilgung als früher. Die Expertin rät Eigenheimbesitzern, die Sparchancen für ihre Anschlussfinanzierung zu nutzen und sich schneller zu entschulden. Bauherren und Käufer sollten die Finanzierung wohlüberlegt angehen. Wichtig sei, bei der Finanzierung einen möglichen Zinsanstieg in Zukunft einzukalkulieren und mit langen Zinsbindungen und hohen Tilgungen vorzusorgen.

Hier auszugsweise weitere Aussagen von Interhyp. Zitat:

Im März 2020 sind die Zinsen auf ein neues Allzeittief von rund 0,7 Prozent im Mittel gefallen und auch jetzt liegen sie nur knapp darüber, berichtet Interhyp. Zum Teil sind sogar Bestzinsen von unter 0,5 Prozent möglich. Die Monatsrate für einen Musterkredit über 300.000 Euro (0,8 Prozent) beträgt im Herbst 2020 bei einer zweiprozentigen Anfangstilgung nur noch 700 Euro. Die Zinskosten über 10 Jahre liegen dafür heute nur bei 22.000 Euro – einem Bruchteil der Kosten bei Abschluss im Jahr 2000.

Rat der Experten: Sparchancen für schnelle Entschuldung nutzen

Um die Zinsersparnis zu verdeutlichen, hat Interhyp in der Beispielrechnung immer mit der gleichen Anfangstilgung gerechnet. Der Rat der Finanzierungsexperten ist jedoch, heute eine höhere Tilgung zu wählen. Das sei möglich mit Raten, die nicht wesentlich über denen früherer Jahre liegen. Mirjam Mohr: „Unsere Daten zeigen, dass Kreditnehmer ihre Entschuldung im Blick behalten. Die anfängliche Tilgung bei Bauherren und Käufern ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten von unter zwei im Mittel auf über drei Prozent gestiegen. Bei der Anschlussfinanzierung ist sie sogar von unter drei Prozent auf rund sechs Prozent gestiegen.“ Viel sparen im Vergleich zu früher könnten vor allem Eigenheimbesitzer mit Bedarf für eine Anschlussfinanzierung. Bauherren und Käufer sollten mit Blick auf hohe Kaufpreise und Darlehenssummen auf Sicherheit achten, zum Beispiel, indem sie günstige Zinsen mit langen Zinsbindungen festschreiben oder viel tilgen. „Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich das Zinsniveau über die Jahre deutlich ändern kann“, sagt Mirjam Mohr.

Grafik zeigt im Langfristvergleich sehr stark gesunkene Zinskosten

Chart zeigt langfristig extrem stark sinkende Zinsen

Grafiken und Daten: Quelle Interhyp

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Marc Friedrich mit 5 Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade

Redaktion

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Von

Marc Friedrich

Der Bestsellerautor Marc Friedrich spricht in seinem aktuellen Video „Der größte Vermögenstransfer der Geschichte“ über viele aktuelle Kapitalmarktthemen. Vor allem geht es um die große Anfeuerung von bestimmten Assetklassen, verursacht durch die immer größeren Gelddruck-Orgien der Notenbanken.

Marc Friedrich mit 5 Investment-Ideen

Im späteren Verlauf des Videos spricht Marc Friedrich seine fünf Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade an. Auffällig dabei ist, dass die Kategorien Aktien und Immobilien nicht dazu gehören. Eben diese Assetklassen haben die letzten Jahre massiv von der Geldschwemme der Notenbanken profitiert. Marc Friedrich präferiert Gold, Silber, Bitcoin, Minenaktien und Diamanten. Gut, es sind doch Aktien vertreten, aber nicht als Gesamtkategorie, sondern nur weil es um Firmen geht, die Rohstoffe aus dem Boden holen.

Knappe Güter bevorzugen

Marc Friedrich spricht auch ganz konkret an, warum diese Ideen nach seiner Meinung die besten Investment-Ideen der nächsten Jahre sein sollen. Sie würden andere Assetklassen in der nächsten Dekade des „Vermögenstransfers“ outperformen. Sie seien (und das ist ein wichtiger Aspekt) begrenzt durch die Natur (Edelmetalle) oder durch die Mathematik (Bitcoin). Tja, und in der Tat, andere Assets wie das Fiat-Geld auf Bankkonten kann beliebig stark vermehrt werden. Je mehr Geld, desto stärker der Verwässerungseffekt, und desto stärker womöglich in Zukunft der Vertrauensverlust der Bürger in das Finanzsystem? Und alles was in seiner Menge limitiert ist, wird immer begehrter?

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Aktuell: Pelosi schürt wieder Stimulus-Optimismus, Aktienmärkte mit Erholung

Markus Fugmann

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Soeben Nancy Pelosi auf ihrer Pressekonferenz: man habe Fortschritte gemacht bei den Gesprächen mit den US-Repubikanern, man sei fast am Ziel („progress has been made this week“; „we are just about there“).

Und die Aktienmärkte wieder mit einer Erholung, nachdem der Leitindex S&P 500 das Tief vom Montag unterschritten hat..

Aber Vorsicht: möglich ist, dass sich Pelosi nicht auf das gesamte Stimulus-Paket bezieht, sondern nur auf einen kleinen Teil davon:

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