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Friedrich und Weik: Wird die Coronakrise zum Todesstoß für den Euro?

Matthias Weik und Marc Friedrich über den Niedergang des Euro

Das Coronavirus grassiert in den EU- und Euroländern. Die volkswirtschaftlichen Folgen der Lahmlegung der Wirtschaft in den einzelnen Ländern wird verheerende volkswirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen. Insbesondere die faktisch bankrotten Staaten Südeuropas wie beispielsweise Italien und Griechenland stehen mit dem Rücken zur Wand. Vor allem die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone, Italien, wird der finale Sargnagel für das zum Scheitern verurteilte Währungsexperiment Euro sein. Wir haben bereits in unserem aktuellen Bestseller „Der grösste Crash aller Zeiten“ geschrieben, dass der Auslöser für den Eurocrash eine Naturkatastrophe sein kann. Wichtig zu wissen ist: Die Coronakrise ist lediglich der Auslöser, aber keineswegs die Ursache der Misere.

Ohne Touristen droht Südeuropa der Gau

Wenn diesen Sommer die Urlaubssaison ausfällt ist das nicht nur bitter für den Urlauber, sondern der Supergau für die Länder Südeuropas. Der Anteil der Tourismusbranche am Bruttoinlandsprodukt (BIP) macht in Frankreich 9,5 Prozent, Spanien 14,6 Prozent, in Italien 13,2 Prozent und in Griechenland sogar 30,9 Prozent sowie 25,9 Prozent an der Gesamtbeschäftigung (2018), aus. Die Folgen eines Sommers ohne Touristen werden zahllose Pleiten, hohe Arbeitslosenquoten, sinkende Steuereinnahmen, kippende Banken, explodierende Schulden sowie Target2-Forderungen sein.

Target2-Forderungen werden explodieren

Die Entwicklung der Target2 Salden von Deutschland sind auf 935,1 Mrd. Euro, das sind 113,6 Milliarden Euro mehr im Vergleich zum Vormonat (Stand: 31. März 2020), angestiegen. Sie zeigen tagtäglich auf, dass der Euro nicht funktioniert. Italien steht mittlerweile mit 491,62 Mrd. Euro (ein Anstieg von 106,93 Mrd. Euro zum Vormonat) und Spanien mit 407,43 Mrd. Euro bei Deutschland in der Kreide.

Target2 Salden

Je länger die Krise in den Ländern anhält, desto weiter werden die Forderungen steigen. Es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis die Billionengrenze überschritten wird. Wir gehen sehr stark davon aus, dass der deutsche Steuerzahler das Geld niemals wieder sehen wird. Obendrein fragen wir uns, wie lange der deutsche Steuerzahler diesen Irrsinn noch mitträgt.

Italien wird der Sargnagel für den Euro

Italien kommt volkswirtschaftlich nicht auf die Beine und wird den Euro schlussendlich zum Scheitern bringen. Das Land befindet sich in einer Abwärtsspirale, aus dem es nicht mehr herauskommt.

Italien kann nicht mehr abwerten

In drei Jahrzehnten hat Italien seine Währung kontinuierlich gegenüber der Deutschen Mark abgewertet (über 80 Prozent). Seit knapp zwei Jahrzehnten ist keine Außenabwertung der Italiener gegenüber Deutschland mehr möglich, die schwarze Trendkurve zeigt an, wie stark diese voraussichtlich gewesen wäre.

Deutsche Mark Lira Vergleich

Italiens Automobilindustrie ist bereits vor der Coronakrise abgeschmiert

Bereits 2019 sank die PKW-Produktion in Italien um 19,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2020 droht ein neues Tief, auf ein Niveau wie Ende der 50er Jahre. Beraubt um seine regelmäßigen Außenabwertungen mit der Lira, erodiert die Wertschöpfung der industriellen Produktion immer tiefer, da Italien diesbezüglich keine Wettbewerbsfähigkeit mehr herstellen kann.

Autoproduktion in Italien

Mit COVID-19 droht endgültig die Gefahr eines realwirtschaftlichen Kollapses und einem Schuldenniveau des Staates, in bis dato noch unvorstellbaren Höhen. Fakt ist: Die italienische Wirtschaft kommt seit dem Eintritt in die Eurozone volkswirtschaftlich auf keinen grünen Zweig mehr und wird es unter dem Euro auch nie wieder kommen. Da werden weder Coronabonds noch sonstige Milliardentransfers langfristig helfen.

Populisten werden in Italien an die Macht kommen

Diese Probleme Italiens werden im Zuge der Coronakrise lediglich noch deutlicher. Folglich lässt in Italien die Zustimmung zur Eurozone und der EU deutlich nach. Es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis die Lage so dramatisch wird, dass “Populisten” die Macht übernehmen und das Währungsexperiment Euro implodieren lassen. Die Folgen eines unkontrollierten Endes der Eurozone wären unvorstellbar. Folglich ist es an der Zeit neu zu denken. Ein neues Denken können wir jedoch von Seiten der Politik nicht erkennen. Ganz im Gegenteil, es wird krampfhaft am Bestehenden festgehalten.

Der Steuerzahler in Deutschland wird bluten

Europa befand sich bereits 2019 in der Stagnation. Dann prügelte die Lahmlegung der Wirtschaft den Kontinent endgültig in die Rezession. Zur Bekämpfung dieser Rezession greift man zu Maßnahmen, welche weder nachhaltig noch sinnig sind. Die Geldschleusen werden noch weiter geöffnet und die Verschuldung wird explodieren. Seit 2014 explodiert die Bilanzsumme förmlich und es wird Geld gedruckt, als ob es kein Morgen gäbe. Anfang April betrug diese bereits knapp 5,2 Billionen Euro- Tendenz weiter steigend.

Bilanzsumme im Euro-System

Es wird mittlerweile mit irrsinnigen Summen von Seiten der Politik hantiert, ohne zu verraten woher das Geld kommen soll, es werden Coronabonds gefordert, welche nichts anderes als Eurobonds und somit eine Vergemeinschaftung der Schulden sind. Warum immer von einer Vergemeinschaftung von Schulden, niemals aber von einheitlichen Steuersätzen (Deutschland hat die zweithöchste Steuer- und Abgabenlast weltweit) gesprochen wird, konnte uns noch kein Politiker beantworten. Das dicke Ende für den Steuerzahler in Deutschland wird erst noch kommen. Wir gehen von drastischen Steuererhöhungen und Vermögensabgaben aus, um die Programme der Politik zu finanzieren. Es stellt sich die Frage: wie lange machen das die Steuerzahler in Deutschland noch mit?

DEXIT aus der Eurozone

Was für viele als undenkbar betrachtet wird muss in Erwägung gezogen werden. Der Dexit aus der Eurozone. Kurzfristig wird dieser drastische Schritt selbstredend immense wirtschaftliche Folgen haben. Es ist davon auszugehen, dass wir von einer verlorenen Dekade sprechen können. Langfristig gesehen wird dieser Schritt jedoch weniger teuer sein, als ein krampfhaftes Festhalten an dem zum Scheitern verurteilten Währungsexperiment Euro. Je länger die deutsche Politik am Euro festhält, desto größer wird die volkswirtschaftliche Schadensmaximierung. Wir brauchen Europa als Wirtschaftsunion, aber nicht als Währungsunion. Der Euro, welcher Europa einen sollte, trennt es. Fakt ist: bleibt der Euro, dann scheitert mit Sicherheit die EU. Es ist an der Zeit neu zu denken.

„Wenn man die Veränderung zum Besseren für unmöglich hält, wird sie auch nicht kommen.“
Noam Chomsky

Die beiden Ökonomen, Querdenker, Redner und Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich schrieben gemeinsam die fünf Bestseller Ihr aktuellster Bestseller stieg von 0 auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste und befindet sich in der 8. Auflage. “Der größte Crash aller Zeiten: Wirtschaft, Politik, Gesellschaft. Wie Sie jetzt noch Ihr Geld schützen können“. Weitere Informationen über die Autoren finden Sie unter: www.friedrich-weik.de, bei Facebook unter www.facebook.com/friedrichundweik/, YouTube unter Friedrich & Weik, www.instagram.com/friedrich_weik/ und bei Twitter www.twitter.com/FRIEDRICH_WEIK.



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12 Kommentare

  1. Dexit wird nie kommen, egal was passiert. Zuviele politische Mächte (von den Medien ganz zu schweigen) stehen absolut hinter der EU, what ever it takes!

    Wir D’s werden dann die letzten verbleibenden der EU sein und das Licht ausmachen. Erst nach dem Euxit werden wir austreten. War schon immer so, aushalten bis zum Ende. Auch wenn es Schwachsinn ist.
    Irlmaier sagt, auf einen Schlag wird das Geld wertlos. Und Keynes sagt, wenn die Währung wertlos ist, ist das Volk hilflos und der Staat der einzige Retter und die einzige Macht. Da gehts hin. Wann – weiß der Geier.

  2. Pingback: 2 Videos + 1 Artikel mit vielen aktuellen Zahlen! | das-bewegt-die-welt.de

  3. Wenn man sich schon die, auf mich wie aufgescheuchte Hühner wirkenden, Crashpropheten antut, sollte man auch Folker Hellmeyer zuhören: In der Ruhe liegt die Kraft.

  4. Ich glaub, ich hab den Link vergessen.🙈

    https://youtu.be/gV8xTDIPSNg

  5. a) Vergleich Tomaten mit Regenwürmern
    b) Und langweilig ist es auch. Der sagt nur, was jeder selber weiß. China, Korea ist schon wieder oben, blablabla. Administrativer Shutdown, einzigartig in der Geschichte…
    c) Mainstreammeinung, zumindest in diesem Video. Auch das Gebabbel, die Wirtschaft mußte runterfahren, wegen dem Virus… Brav.

    Den Link dürfens ruhig vergessen.

    1. Liebes Sabinchen, Ihren Kommentar dürfens auch ruhig vergessen. Da wird einem, wie immer einfach schlecht.
      a) Regenwurmgesabber
      b) Langweilergeblubber
      c) Gebabbel

  6. >>Ganz im Gegenteil, es wird krampfhaft am Bestehenden festgehalten.<<

    moral hazard

  7. Es nervt, seit fast 20 Jahren wird auf den Euro eingeprügelt. Seht es endlich ein, der Euro ist ein Erfolgsmodel. Stimmt nicht in die Untergangsgesänge der Briten und Amerikaner ein. Die hassen den Euro.

    Das alte Europa wird ggü UK/USA nach der Krise besser dastehen.

    EURO EURO EURO EURO EURO EURO

  8. Der Euro ist eine Weltwährung, das sollte man nicht vergessen.

    1. UDSSR, Rom und England waren mal eine Weltmacht. Manchmal ändert sich so etwas. Aber schnell geht es nicht, falls Sie das meinen.

      1. @Sabine

        Ich hab geschrieben WELTWÄHRUNG, nicht Weltmacht. Das ist was anderes.

  9. Jan Payleitner-Fried

    Ich halte persönlich auch nicht’s von solchen Crash Propheten. Das einzige was man tun kann ist sein Vermögen etwas zu streuen. 30% Cash,30% Rendite (Aktien etc…) und 30 % Sicherheit (Grundstück, Gold..)

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