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Friedrich & Weik: Ende der Demokratie & der EU? Wurden wir Wähler betrogen?

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Ursula von der Leyen ist EU-Kommissionspräsidentin. Was für ein schlechter Witz. Merkel, Macron und Co. haben sich ein weiteres Mal durchgesetzt. Die EU-Abgeordneten sind endgültig zu Clowns geworden, die das, was die Staatschefs ihnen vorsetzen, abnicken. So ist die EU in ihrer jetzigen Form zum Scheitern verurteilt. Und die Demokratie? Hierzu auch unser Video.

Wie kann jemand befördert werden, der in seinem Job komplett versagt hat? Es gibt einen Namen dafür: Das Peter Prinzip. Das Satiremagazin Postillion bringt es in dem Artikel „Frau baut im Job nur noch Mist, weil sie hofft, dass sie dann auch einen EU-Posten bekommt“ herrlich auf den Punkt.

Kurzer Exkurs: Unter von der Leyen vergab das Verteidigungsministerium binnen zwei Jahren Aufträge im Wert von 200 Millionen Euro an externe Beratungsfirmen – viele davon ohne Begründung, Ausschreibung und Prüfung. Teilweise sollen sogar Berater über die Vergabe von Beratungsaufträgen entschieden haben. Trotz Berateraffäre oder gerade deshalb ist Ursula von der Leyen nun (weg)befördert worden. Damit sind all unsere Befürchtungen bestätigt worden. Die Europäische Union ist ein undurchsichtiges Bürokratiemonster mit ekelhafter Hinterzimmerpolitik und einem enormen Demokratie-Defizit. Brüssler Beamten hecken nach wie vor schmierige Deals in Hinterzimmern aus und Vetternwirtschaft ist überall Gang und Gäbe. Mit der Wahl von der Leyen wurde dem Bürger Europas auf brutalste Art und Weise gezeigt, wie die EU wirklich tickt und was unsere politischen Eliten von des Bürgers Stimme halten. Ein Skandal. Es darf in Zukunft niemanden verwundern, wenn immer mehr Menschen der EU den Rücken kehren und Parteien am Rand hinzugewinnen werden. Die Verlierer dieses Postengeschachers sind die Demokratie, Europa und wir Bürger. Die Europäische Union in ihrer jetzigen Form ist nicht das, was uns Bürgern versprochen wurde. Laufend werden einerseits geltende Regeln von oberster Stelle gebrochen und andererseits von den Bürgern unbedingte Gesetzestreue eingefordert.

Friedrich und Weik über Demokratie, EU, Wahlen, Parteien
Marc Friedrich und Matthias Weik.

Maastrichter Kriterien – wozu Regeln wenn sich niemand daran hält?

Laut Maastrichter Kriterien darf der Schuldenstand eines EU-Mitglieds 60 Prozent des BIP nicht übersteigen. Offenkundig liegen Griechenland mit 181 Prozent, Italien mit 132 Prozent, Zypern mit 102 Prozent, Belgien mit 102 Prozent, Frankreich mit 100 Prozent und Spanien mit 98 Prozent leicht darüber. Dies kümmert offensichtlich niemand. Damit befindest sich das Währungsprojekt Euro pre-final seit Jahren auf der Intensivstation und es ist lediglich seine Frage der Zeit bis er von uns geht.

Euro wurde mit Lüge der CDU dem Wähler angedient

Wurde kurz vor der Einführung des Euros im Bundestagswahlkampf eben dieser von der CDU mit der Behauptung schmackhaft gemacht: Muss Deutschland für die Schulden anderer Länder aufkommen? Nein! Des Weiteren wurde dem Wähler vorgegaukelt, dass die anderen Länder auf Dauer ohne Probleme ihren Schuldendienst leisten können. Heute weiß jeder, dass es sich hierbei um für Deutschland unfassbar teure Lügen handelt. Griechenland ist faktisch bankrott und auch Italien könnte sich ohne die irrsinnige Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) wohl kaum noch selbst an den Märkten mit frischem Geld versorgen.

Demokratie Verständis? CDU Wahlplakat

Der Euro wird scheitern!

Der Euro funktioniert nicht richtig und wird auch in Zukunft nicht funktionieren. Er ist zu stark für Südeuropa und zu schwach für Deutschland. Fakt ist: unter dem Euro werden die Länder Südeuropas niemals wirtschaftlich auf die Beine kommen. In der nächsten kommenden Krise werden die Target2-Verbindlichkeiten gegenüber der Deutschen Bundesbank endgültig durch die Decke gehen. Anstatt Europa zu einen trennt der Euro es. Dennoch wird von Seiten der Politik weiterhin dogmatisch an dem Währungsexperiment Euro festgehalten. Es ist an der Zeit, dass der Euro kontrolliert abgeschafft wird und die Staaten der Eurozone wieder zu ihren eigenen Währungen zurückkehren, welche sie dann auf- und abwerten können. Dies ist durchaus möglich. Ähnlich wie die Deutsche Mark, der Französische Franc etc. durch den Euro ersetzt wurden, so lässt sich auch der Euro ersetzen. Zweifellos wird das Ende des Euro für alle europäischen Länder, auch für Deutschland, knüppelharte und insbesondere teure Konsequenzen haben. Europa wird durch sehr harte Jahre gehen aber dann wird es wieder aufwärts gehen. Wird jedoch weiterhin dogmatisch am Euro festgehalten und von Seiten der Politik Realitätsverweigerung betrieben, dann wird der Euro unkontrolliert auseinander brechen mit absolut fatalen Konsequenzen für Europa. Noch ist Zeit, sich den Fehler einzugestehen, dass der Euro vielleicht eine gute Idee war, den Praxistest allerdings nicht bestanden hat. In der Medizin wird ein Medikament, das nicht funktioniert, vom Markt genommen. In der Währungspolitik leider offensichtlich nicht.

Einzig die Politik kann das Euro-Problem lösen

Diese wird es jedoch niemals tun, denn dann müsste sie sich massives politischen Versagen und eine Täuschung der Bürger eingestehen. Deswegen wird bis zum bitteren Ende am bereits gescheiterten Euro festgehalten. Es stellt sich lediglich folgende Frage: Wann erkennt der Bürger endlich, dass der Kaiser nackt ist?

EU – Hinterzimmerpolitik anstatt Transparenz und Demokratie

Mehr und mehr entwickelt sich die EU in ihrer jetzigen Form offenkundig zu einem Fluch und nicht zu einem Segen wie uns Politiker immer wieder aufs Neue versuchen zu vermitteln. Spätestens seit der Wahl Ursula von der Leyens zur EU-Kommissionspräsidentin sollte dies auch dem Letzten klar sein.

Die Wähler wurden von der Politikerkaste vollkommen getäuscht. Unsere Stimme zählt wie die schwäbische Hausfrau zu sagen pflegt einen „feuchten Kehricht“. Kein Ruhmesblatt für die Demokratie! Wozu sind die sogenannten Spitzenkandidaten, der konservative Manfred Weber, der sozialdemokratische Frans Timmermans und die liberale Margarethe Vestager durch Europa getingelt, wenn sie bei dem entscheidenden Amt übergangen worden sind? In der Retrospektive kann man all dies lediglich noch als Kasperletheater betrachten. Wozu hat man sich die Fernsehduelle der Kandidaten angeschaut und warum wurden Millionen an Steuergeldern für Plakate und sonstige Werbekampagnen verbraten? Alleine die CO2 Bilanz ist gigantisch. Denn ernannt, wohlgemerkt nicht von uns Bürgern gewählt wurde eine Frau, die nie im Wahlkampf auftrat, die auf keinem Wahlzettel stand und von der keiner weiß, was ihr Plan ist und was sie eigentlich mit Europa vorhat. Mit Demokratie und Wahlen hat unserer Ansicht nach das ganze Theater rein gar nichts zu tun. Es spiegelt lediglich die abgrundtiefe Verachtung einer völlig abgehobenen und realitätsfernen Politikerkaste uns Wählern gegenüber. Alle EU-Gegner und Brexit-Befürworter in Großbritannien werden sich vollkommen bestätigt fühlen. Wozu sollen hunderte Millionen Menschen innerhalb der EU wählen, wenn der Polit-Adel auf schäbigste Weise die Posten in den Hinterzimmern Brüssel ausdealt.

Fühlen Sie sich mit der Wahl von der Lebens veräppelt? Wenn Sie zum Metzger gehen und 500 Gramm Rinderhack bestellen und Sie erhalten 500 Gramm Hack von der Ratte, dann ist das Betrug! Mit der Entscheidung für von der Leyen könnte man von Wahlbetrug sprechen und es werden sich immer mehr Menschen von der EU abwenden, weil die Politikerkaste sowieso das macht, was sie wollen. Während die Politik von der Leyen feiert, erkennt sie nicht, dass sie immer mehr den Anschluss an die Bevölkerung verliert. Es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis die EU in ihrer jetzigen Form scheitern wird. Daran ist jedoch dann nicht das Volk, sondern eine unter Realitätsverlust leidende politische Elite schuld.

Warum wird es von Seiten der Politik keinen drastischen Richtungswechsel nicht geben?

Ganz einfach, wegen uns, den Wählern. Politiker möchten zumeist eines um jeden Preis: wiedergewählt werden. Welcher Politiker beziehungsweise welche Partei wird gewählt, die verspricht: Wir werden alle 30 – 40 Prozent abgeben müssen, während die Konkurrenz verkündigt: Alles wird gut. Fakt ist: Mit dem Schmierentheater hat man die Demokratie untergraben und den Bürger getäuscht. Mehr denn je sollte uns klar sein, das wir Zeitzeugen einer Zeitenwende sind und wir vor großen Verwerfungen stehen in Wirtschaft, Politik und Geselllschaft!

Über die Autoren – www.friedrich-weik.de
Marc Friedrich und Matthias Weik sind Ökonomen, vierfache Bestsellerautoren und Gründer der Honorarberatung FRIEDRICH&WEIK VERMÖGENSSICHERUNG für Privatpersonen und Unternehmen, sowie Initiatoren des täglich handelbaren offenen Sachwertfonds, dem Friedrich & Weik Wertefonds. Gemeinsam schrieben sie die Bestseller „Der größte Raubzug der Geschichte“ (erfolgreichstes Wirtschaftsbuch 2013); „Der Crash ist die Lösung“ (erfolgreichstes Wirtschaftsbuch 2014); „Kapitalfehler“ und „Sonst knallt’s!“. Am 31.10.2019 erscheint ihr fünftes Buch „Der größte Crash aller Zeiten“.

Sie kommentieren das aktuelle Geschehen auf ihrem Blog, auf Twitter und in ihrem kostenfreien Newsletter mit spitzer Feder, knallhart und faktenbasiert. Auch auf ihren zahlreichen Vorträgen im In- und Ausland sowie auf ihrem YouTube-Kanal nehmen sie kein Blatt vor den Mund sondern sprechen Klartext.
Mehr dazu erfahren Sie hier.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Reiner

    22. Juli 2019 13:04 at 13:04

    Gute Zusammenfassung und tolles Video.

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    asyoulike

    22. Juli 2019 16:44 at 16:44

    Moin, moin,

    was muss man noch mehr sagen, dieses Video sagt alles. Genau so ist es, genau so wird es kommen. Titanic EU/BRD auf der letzten Fahrt, Eisberge voraus. Aber bis dahin wird man uns Bürger noch finanziell plündern (müssen), um dieses Theater weiter zu finanzieren, Widerstand ist zwecklos.
    Aber das Gute an diesem Video ist m.E. die Tatsache, dass jedes Ende auch der Beginn für einen Neuanfang ist. Hoffentlich ohne die alte etablierte Politikergarde. Vielleicht sind die dann alle in Nürnberg zu Gerichtsterminen.
    Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie auch gerne ihre etablierten Politiker im Ort.

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    Columbo

    22. Juli 2019 19:31 at 19:31

    @asyoulike
    „Genauso“ wird es nicht kommen! Es kam in der Geschichte nie genauso, wie es die mit der lautesten Klappe hinausposaunten. Es kam immer eher so, wie es ganz wenige, sehr schlaue und intuitive Menschen, von denen man nie was in den Medien sah, voraussagten. Das ist ja das Fiese daran. Es könnte ja locker auch noch 10, 20 Jahre weitergehen oder gar wieder aufwärts gehen aus irgendeinem Grund. Ich bin kein Optimist, aber es gibt auch weisse Schwäne. Und dann war die Seitenlinie wieder 10 Jahre lang der riskanteste Ort.

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      Nico

      22. Juli 2019 21:05 at 21:05

      @Columbo. Klasse Kommentar! So isses.

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Einblick in die Herzkammer der deutschen Industrie – die dramatische Lage

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Düstere Umfragedaten der Industrie aus Baden-Württemberg

Die Herzkammer der deutschen Industrie gewährt aktuell einen Einblick in die aktuell dramatische Lage, was Auftragseingänge, Kurzarbeit etc betrifft. „Südwestmetall“ ist der Dachverband der Metall- und Elektro-Industrie in Baden-Württemberg – der Leitbranche der baden-württembergischen Wirtschaft, wie es Südwestmetall selbst ausdrückt. Aktuell hat man eine Umfrage unter seinen Mitgliedern veröffentlicht. Man spricht von einem gravierenden Einbruch bei Aufträgen und Produktion, und auch von einem explosionsartigen Anstieg der Kurzarbeit in der Metallbranche. Noch gelinge es dem Gros der Unternehmen, durch Kurzarbeit und andere flexible Instrumente ihre Kernbelegschaften zu schützen. Je länger die aktuellen Einschränkungen aber aufrechterhalten werden, desto wahrscheinlicher würden auch Jobs verloren gehen, so der Verband. Nicht nur die aktuelle Lage ist dramatisch – vor allem auch die Aussichten der befragten Unternehmen für die nächsten Wochen sehen düster aus. Hier die wichtigsten Aussagen im Wortlaut:

Laut den Ergebnissen der Umfrage sind die Auftragseingänge zu Jahresbeginn (Januar bis März) um 14 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Die allermeisten Unternehmen (92 %) sehen ihre Produktion durch Corona-Auswirkungen eingeschränkt, 19 % verzeichnen starke, weitere 24 % sogar sehr starke Einschränkungen.

Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung liegt derzeit nur noch bei 60 %, dabei sind 9 % der Betriebe sogar komplett geschlossen. Als weitaus häufigster Grund für den Produktionseinbruch wird dabei „fehlende Nachfrage“ genannt (71 %), gefolgt von „fehlende Arbeitskräfte wegen Krankheit, Kinderbetreuung etc.“ (33 %) und „fehlende Teile/Material“ (29 %). Zahlreiche Betriebe (18 %) haben zudem ihre Produktion zurückgefahren und umorganisiert, um Ansteckungsgefahren zu verhindern. „Ausgehend von China sind unseren Unternehmen nach und nach die Märkte weggebrochen. Die Verkaufsstellen der Autobauer sind geschlossen, der Maschinenbau leidet unter der Zurückhaltung bei Investitionen“, sagte Dick.

In der Anfangsphase haben die Betriebe noch intensiv betriebliche und tarifliche Möglichkeiten ausgeschöpft, um dem abrupten Absatzeinbruch zu begegnen: Arbeitszeitkonten, Überstunden und Resturlaub wurden abgebaut, Instrumente wie die tariflichen Freistellungstage statt Auszahlung (T-ZUG) oder die Anordnung von Betriebsurlaub genutzt. 39 % der Betriebe haben zudem befristete Beschäftigungsverhältnisse beendet, 53 % die Zahl der Zeitarbeitnehmer reduziert.

Mittlerweile wird vor allem die inzwischen erleichterte Kurzarbeit genutzt, um den teilweise weitgehenden Produktionsstillstand auszugleichen. Zum Zeitpunkt der Umfrage (2.-7. April) waren schon in der Hälfte der Unternehmen Mitarbeiter in Kurzarbeit. Durchschnittlich waren dabei knapp Dreiviertel (72 %) der Beschäftigten in diesen Betrieben betroffen, die Arbeitszeit wurde im Schnitt um fast die Hälfte (47 %) reduziert. Allerdings plant derzeit auch mehr als die Hälfte dieser Betriebe (59 %) in den nächsten Wochen eine Ausweitung der Kurzarbeit. Hinzu kommt mehr als ein weiteres Drittel aller Betriebe (35 %), die in den nächsten Wochen mit Kurzarbeit beginnen will – so dass dann in Summe 85 % aller Betriebe dieses Instrument nutzen würden – sollte nicht eine Lockerung der Corona-Maßnahmen ein geringeres Ausmaß ermöglichen.

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Banken vor Debakel? Eine unsichtbare Lawine hat sich in Gang gesetzt!

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Banken in Frankfurt - für die Branche brechen harte Zeiten an

Die Banken profitieren ganz aktuell sogar ein klein wenig von der Coronakrise. Wie das geht? Nun, der Staat haftet ja über die KfW zu 90 Prozent, und sogar ganz frisch zu 100 Prozent für einige Kredite, welche die Banken an eine sehr große Zahl an Unternehmen und Kleinstunternehmer herausreichen. Risikolos Geld verleihen, und dafür auf den KfW-Zins noch ein klein wenig Marge drauf schlagen. So lässt sich jetzt der ein oder andere Euro risikolos verdienen für die Banken. Aber das ist wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Banken vor einer Lawine von Kreditausfällen

Da hat sich nun im Zuge der Coronakrise eine unsichtbare Lawine in Gang gesetzt. Sie rollt auf die Banken mit voller Wucht zu, aber sie ist noch nicht sichtbar! Die Lawine besteht aus Kreditausfällen. Der Bankenverband hatte schon gewarnt. Verluste müssen dann als Verluste aus dem Eigenkapital der Banken ausgeglichen werden. Somit wird das Eigenkapital der Banken in Deutschland, aber wohl noch mehr im europäische Ausland, erodieren! Es ist das Szenario des Markus Krall, das nun wohl Fahrt aufnimmt. Er predigte schon seit gut zwei Jahren, dass es eine gewaltige Masse an Zombieunternehmen in Deutschland gäbe – dies seien eigentlich kaputte Unternehmen, die nur noch deswegen überleben würden, weil sie für Kredite dank der Nullzinsen nun keine Finanzierungskosten mehr zahlen müssten. Und jetzt kommt die Coronakrise.

Jetzt, wo die Wirtschaft auf breiter Front durch KfW-Kredite gestützt werden muss, verweigern die Banken den Unternehmen, die schon vor der Coronakrise Probleme hatten, den Zugang zu KfW-Krediten. Denn nur Unternehmen, die vor der Krise gesund waren, sollen in den Genuss der KfW-Kredite kommen. Und so sehen wir aktuell, wie Unternehmen wie Vapiano, Maredo, Appelrath Cüpper etc in die Insolvenz rauschen. Unternehmen wie Esprit oder Galeria Kaufhof Karstadt haben ein Schutzschirmverfahren angemeldet – man schützt sich vor den Gläubigern, hat aber noch nicht offiziell Insolvenz angemeldet. Diese Lawine der kaputten Unternehmen, die in dieser Wirtschaftskrise keine neuen Finanzierungen erhalten, dürfte sich fortsetzen.

Kredite jenseits der KfW-Garantien

Dann dürfte man doch eigentlich sagen: Hey, es ist doch gut, wenn die Banken diesen kaputten Unternehmen keine neuen Kredite geben? Ja, aber was kommt danach, Monate und Jahre nach der Krise? Durch die Insolvenzen müssen die Banken alte Kredite dieser Zombies ganz oder teilweise als Verluste abschreiben. Dazu kommt, dass in diesem Zombieunternehmen ja auch viele Menschen gearbeitet haben. Und die haben Autos und Häuser auf Kredit finanziert. Auch hier dürften Immobilienfinanzierungen oder normale Konsumkredite für Privatkunden bei den Banken notleidend werden. Auch dürfte die Banken ein aktuell erlassenes Gesetz belasten, wonach Verbrauchern Kreditzahlungen für drei Monate gestundet werden können, wenn sie belegen, dass sie derzeit Einnahmeausfälle haben. Also könnten hunderttausende Kurzarbeiter oder neue Arbeitslose erstmal ihre Kreditzahlungen aussetzen. Rein optisch wird den Banken durch die Aufsicht damit geholfen, dass ein Schuldner nicht zwingend als ausgefallen einzustufen ist, wenn bei einem Kredit Kapitaldienst und Zinsen in Folge des Corona-Virus gestundet werden. Das hilft zwar für die Optik, aber Kreditausfall bleibt Kreditausfall.

Dadurch, dass viele gewerblichen Mieter nun Mietzahlungen aussetzen, oder aufgrund ihrer finanziellen Probleme gar nicht mehr leisten können, geraten auch diejenigen Vermieter in Finanznöte, die ihre Immobilienprojekte standardmäßig voll auf Kredit erstellen. Auch sie können womöglich schon bald ihre Kreditraten an die Banken teilweise nicht mehr bedienen. Dies schwächt die Bücher der Banken! Positiv ist natürlich zu erwähnen, dass die Banken beim neuen KfW-Schnellkredit kein Ausfallrisiko tragen müssen. Aber drum herum, da rollt im Stillen auf die Banken eine riesige Welle von anstehenden Kreditausfällen zu, von Unternehmen und Privatpersonen.

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Tourismus: Die Reisebranche zeichnet ein depressives Bild

Die Reisebranche befindet sich wegen der Coronakrise im freien Fall: Wie schnell und wie stark sich der Tourismus wiederbeleben wird, ist momentan ungewiss

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Wegen massenhafter Stornierungen, ausbleibendem Neugeschäfts, Betriebsstillstände, Liquiditätsengpässen und drohenden Insolvenzen befindet sich die Reisebranche im freien Fall: Wie schnell und wie stark sich der Tourismus wiederbeleben wird, ist momentan ungewiss.

Der Tourismus leidet besonders heftig unter der Corona-Krise

Man konnte es schon ahnen, als die Zahlen zum Passagieraufkommen für den Monat März ins bodenlose stürzten. Um 90 Prozent brach der Linienverkehr mit Passagiermaschinen ein. Die nach Ryanair zweitgrößte Fluggesellschaft Europas, die Lufthansa-Group, rechnet nicht mit einer schnellen Erholung des Luftverkehrs und beendete gestern die Geschäftstätigkeit der Tochtergesellschaft Germanwings. Der Flugbetrieb wurde mit sofortiger Wirkung eingestellt. Die Fluggesellschaft aus Köln mit 30 Flugzeugen und rund 1.400 Beschäftigten fliegt seit Jahren nicht mehr unter eigenem Namen, sondern ausschließlich für Eurowings. Darüber hinaus sollen laut Lufthansa weitere Einsparungen vorgenommen werden und auch etliche Flugzeuge anderer Teilgesellschaften stillgelegt und die Verwaltung deutlich verkleinert werden.

Der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa-Group Carsten Spohr geht davon aus, dass es noch Monate dauern wird, bis die globalen Reisebeschränkungen vollständig aufgehoben werden, und noch Jahre, bis das Volumen des weltweiten Tourismus und die Nachfrage nach Flugreisen das Niveau von vor der Corona-Krise wieder erreichen. Das sind keine guten Nachrichten für die Reisebranche insgesamt.

Die Zahlen aus der Reisebranche sind schockierend

Die jüngst von der Industrie und Handelskammer im Rahmen einer Umfrage vom 24. bis zum 26. März in der Gastronomie sowie in der Reisebranche erhobenen Daten zeigen die ganze Dramatik im Tourismus: 82 Prozent der deutschen Reisewirtschaft ist aktuell komplett stillgelegt. 80 Prozent klagen über Auftragsstornierungen. 55 Prozent der Betriebe sind mit Liquiditätsengpässen konfrontiert und 38 Prozent sind trotz staatlicher Hilfsmaßnahmen akut von Insolvenz bedroht.

Noch dramatischer schlägt sich der Lockdown im Tourismus und die Quarantänemaßnahmen in den Zahlen des Gastgewerbes nieder: 91 Prozent des Gaststättengeschäfts findet momentan nicht mehr statt. Zwei Drittel aller Reservierungen wurden storniert. 59 Prozent der Branche leiden unter Liquiditätsengpässen und 40 Prozent sind bereits jetzt von Insolvenz bedroht.

Insgesamt rechnen 94 Prozent der Unternehmen aus der Reisebranche mit Umsatzrückgängen, null Prozent mit Umsatzsteigerungen. Sechs Prozent der Befragten können die Folgen noch nicht abschätzen. Im Gastgewerbe rechnen 90 Prozent der Betreiber mit Umsatzrückgängen und ebenfalls null Prozent mit Umsatzsteigerungen.

In der Konsequenz werden im Tourismus hierzulande massiv Arbeitsplätze abgebaut. Zwei Drittel der Befragten aus der Reisebranche gaben an, ihr Personal reduzieren zu müssen. Im Gastgewerbe sind es sogar 71 Prozent. Allein im Gastgewerbe waren laut Statista im Jahr 2019 im Schnitt 1,1 Mio. Menschen beschäftigt. Im Tourismus insgesamt sind es laut Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft über 3 Mio. Arbeitsplätze. Die Branche trägt mit über 100 Mrd. Euro zur Wertschöpfung unseres Landes bei, das sind ca. 4 Prozent des deutschen BIP.

Rückerstattung oder Gutschein und die Angst vor der zweiten Welle

Um die Unternehmen der Reisebranche zu schützen arbeitet die Bundesregierung an einem Gesetz, dass die Verbraucherrechte einschränken soll. Anstelle von Rückerstattungen in Bar bei fristgerechneten Stornierungen müssen Reisende dann Gutscheine der Reisebüros, Reiseveranstalter, Hotels oder Fluglinien akzeptieren. Die Gutscheine sollen für alle Buchungen gelten, die vor dem 8. März getätigt wurden. Wie die Gültigkeit der Gutscheine auch im Falle einer zwischenzeitlichen Insolvenz gewährleistet werden soll, ist noch nicht im Detail geklärt. Denkbar ist ein Hilfsfonds, der dann einspringt, wenn die Gutscheine wegen Zahlungsunfähigkeit des Reisedienstleisters ihren Wert verlieren. Für solch eine Gutschein-Lösung muss allerdings auch EU-Recht im Bereich des Verbraucherschutzes geändert werden.

Seit Bekanntgabe dieses Gesetzesvorhabens am 2. April sind die Stornoquoten nochmals angestiegen und Kunden von Reisebüros fordern die sofortige Rückzahlung der bereits geleisteten Anzahlungen in Bar. Diese Situation bringt vor allem kleine und mittelgroße Reisebüros, Reiseveranstalter, Hotels und Ferienflieger in akute Liquiditätsnot. Zumal die Anzahl der Neubuchungen im April weiter Richtung null absinkt.

Damit fällt ein großer Teil der Buchungen für die Hauptreisesaison für die Reisebranche weg. Ob der Tourismus sich dann im Herbst wieder vollständig erholt, wie es die Konjunkturforscher der großen Wirtschaftsinstitute erwarten, ist ebenfalls nicht sicher. Erfahrungsgemäß folgt statistisch fünf Monate nach der ersten Pandemiewelle eine zweite, weniger stark ausgeprägte Welle. Die jetzige Erfahrung mit Ausgangsbeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und Reiseverboten dürfte die Neigung der Kundschaft zur Buchung von Flügen und Hotelaufenthalten allerdings stark dämpfen.

Fazit und Ausblick für Tourismus und Reisebranche

Für die Gesamtwirtschaft rechnen die deutschen Konjunkturforscher in einer heute vorgestellten Gemeinschaftsprognose mit einem Einbruch der Wirtschaft unseres Landes in Höhe von lediglich 4,2 Prozent für das laufende Jahr. Vergleicht man diese optimistisch erscheinende Prognose mit dem Konjunktureinbruch im Zuge der Lehmann-Krise im Jahr 2009 in Höhe von -5,7 Prozent (gemäß Statista), dann wird es sehr wahrscheinlich wie in jedem Jahr noch reichlich Revisionen bei den Prognosen geben – vermutlich gen Süden.

Für den Tourismus und die Reisebranche könnte die Corona-Pandemie durchaus länger anhaltende Folgen haben. Zum einen wird es zu einer signifikanten Marktbereinigung kommen, die nach einer Preisdelle mittelfristig zu steigenden Preisen führen kann. Auf jeden Fall kommen auf die Unternehmen der Branche neue Bestimmungen zu, wie zum Beispiel noch höhere Hygieneauflagen, größere Abstände zwischen den Flug- und Speisegästen sowie aufwendige Desinfektionsmaßnahmen nach jedem Flug oder in Bussen, Bahnen und Mietwagen. Das wird zumindest vorübergehend die Marge belasten oder die Kosten für Reisende erhöhen.

Der Tourismus und die Reisebranche stehen vor schweren Zeiten

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