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Anleihen

Fünfjährige deutsche Bundesobligation mit Negativrendite: Mehr Nachfrage als Angebot, Wolfgang Schäuble macht 24 Mio Euro Gewinn

Deutschland hat heute im Rahmen einer Neuemission fünfjährige deutsche Bundesobligationen verkauft. Angeboten wurde ein Volumen von 4 Milliarden Euro. Die Nachfrage lag mit 4,52 Milliarden Euro mal wieder…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Deutschland hat heute im Rahmen einer Neuemission fünfjährige deutsche Bundesobligationen verkauft. Angeboten wurde ein Volumen von 4 Milliarden Euro. Die Nachfrage lag mit 4,52 Milliarden Euro mal wieder deutlich über dem Angebot. Das zeigt nach wie vor den Drang nach Sicherheit, was einen stetigen Run auf deutsche Anleihen auflöst, bei jeder Neuausgabe von Anleihen aufs Neue.

Der Zinskupon liegt bei 0,00%. Verkauft wurden die Bundesobligationen zu einem Kurs von 100,75% (Anleihekurse notieren immer in Prozentpunkten). Von den 4,52 Milliarden Euro Nachfrage waren 2,75 Milliarden Euro unlimitiert – die Investoren waren also bereit jeden Verkaufskurs zu akzeptieren. Letztlich verkaufte die Finanzagentur Deutschland für Wolfgang Schäuble aber nicht 4 Milliarden, sondern nur 3,22 Milliarden Euro.

Die Differenz von 780 Millionen Euro wandert in die sogenannte Marktpflegequote. Falls die Investoren (im Sekundärmarkt auch die EZB?) die Papiere sofort in die eigenen Bücher legen und dort fünf Jahre lang liegen lassen, wäre am freien Anleihemarkt keine Liquidität mehr vorhanden. Daher muss die Finanzagentur selbst für eine gewisse Handelbarkeit am Markt sorgen, mit eben dieser Marktpflegequote.

Durch den Nullzins und den Verkaufskurs über dem Nominalwert von 100% entsteht effektiv eine Negativrendite, in diesem Fall von -0,14%. Bei der vorigen Ausgabe von fünfjährigen Bundesobligationen vor vier Wochen lag die Rendite noch bei -0,46%. Also nähert man sich bei dieser Laufzeit in relativ kurzer Zeit dem Nullpunkt an. Aber immer noch zahlt der Anleger drauf, und das bei ganzen fünf Jahren Laufzeit. Es bleibt ein unglaublicher Vorgang.

In fünf Jahren muss die Finanzagentur die tatsächlich verkauften 3,22 Milliarden Euro zum Nennwert von 100,00% zurückzahlen, also 3,22 Milliarden Euro. Da der Verkaufskurs heute aber bei 100,75% lag, hat die Finanzagentur heute 3,244 Milliarden Euro eingenommen. Daher macht der deutsche Staatshaushalt mit der heutigen Emission effektiv einen Gewinn von 24 Millionen Euro.


Wolfgang Schäuble hat wieder mal Geld mit Schulden verdient. Quelle: Bundesministerium der Finanzen, Foto: Ilja C. Hendel

29 Kommentare

29 Comments

  1. Avatar

    AlterSchwede

    5. Juli 2017 15:17 at 15:17

    Nichts gegen die Berichte über die Anleihen, aber muss jedes Mal dazu ein Bild von diesem … Kanzleramtsminister, Justizminister, Verteidigungsminister, jetzt Finanzminister (bei der Vergangenheit mit den Parteispenden könnte der wahrscheinlich nicht mal in Burkina-Faso für Finanzen zuständig sein), ein echter Alleskönner. Bin auch überzeugt, dass ihm als ersten eine Gehirntransplantation gelingt, nach grober Anleitung eines Neurochirurgen, wie es gehen könnte.

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    Beobachter

    5. Juli 2017 16:43 at 16:43

    Der Staat hat im Moment Zinsersparnisse auf Schulden,die Anleihenanleger (Vorsorgeeinrichtungen) haben auf10-20Jahre weniger Erträge, DIE ALTERSARMUT LÄSST GRÜSSEN =wunderbares Nullsummenspiel.

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    Marko

    5. Juli 2017 17:43 at 17:43

    „Das zeigt nach wie vor den Drang nach Sicherheit, was einen stetigen Run auf deutsche Anleihen auflöst, bei jeder Neuausgabe von Anleihen aufs Neue.“

    Und genau deswegen kann der Aktienmarkt nicht signifikant fallen !!
    Weil der Anleihenmarkt durch die Notenbanken manipuliert wurde. Mich würde mal interessieren, was Ihr Bären sagen würdet, sollte die EZB/FED Aktien über den sogenannten „Sekündarmarkt“ kaufen… ? ;)
    Da würdet Ihr Zeter und Mordio schreien, nicht wahr ? :D
    Es gibt keinen Drang nach Sicherheit, der Anleihenmarkt ist so aufgebläht, das kann gar nicht mehr in dem Tempo steigen… Es kommt darauf an, wann die EZB sagt, jetzt machen wir nix mehr… Keine negativen Einlagezinssätze usw…

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    Beobachter

    5. Juli 2017 18:01 at 18:01

    Der Marko hat überhaupt noch nichts verstanden,
    1.Kaufen die SNB u.die Bank of Japan schon lange tonnenweise Aktien.
    2.Werden Aktien wegen den tiefen Zinsen indirekt u.durch Käufe auf Kredit schon lange hochgetrieben eben weil es auch eine Anleihenblase gibt,ich glaube Herr Fugmann hat ihm kürzlich erklärt ,wenn eine Anleihenblase besteht ,ist die Börsenblase dadurch nicht besser,sondern das Problem ist eben dass es mehrere Blasen gibt.

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    Marko

    5. Juli 2017 19:02 at 19:02

    Nein, die Anleihenblase ist da, weil die weltweit größten Notenbanken FED und die EZB den Markt manipulieren mussten !!
    Sie mussten dies tun, ansonsten wäre der ganze Kram, also die Anleihen- und Aktienmärkte in sich zusammengebrochen, wegen Lehman. Fa versteht der Beobachter den Markt nicht ?!?
    Das war insofern o.k., schaut doch mal, die Notenbanken wollen wieder auf „Normalniveau“ kommen, das wird wohl noch a bisserl dauern.

    Warum machen die das, die SNB und die Japaner, eben wegen Lehman (Stichwort sichere Währungen), die kaufen auch tonnenweise EURs ,weswegen ist der CHF zusammengebrochen ? War das nicht ein Vertraunsverlust ?
    Ich kenne ein paar Schweitzer, welche sagen würden, der EUR, das ist unsere Währung ? Das Bankgeheimnis der Schweiz ist doch sowieso für die Füße ?
    Wieso seine eigene Währung gegen ein 500 Millionen-Volk verteidigen, wir Deutschen alleine machen das „kleine Kanton“ wirtschaftlich platt..

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    Marko

    5. Juli 2017 19:19 at 19:19

    Und die Dänen verteidigen Ihre „eigene“ Krone genauso, wieso die den EUR nicht haben ? Keine Ahnung, immer schön EURs kaufen… Die haben ihre Währung freiwillig an den EUR gekoppelt, koste es, was es wolle…

    Was wir sehen, Online-Käufe, Online-Banking, Industrie 4.0 usw, das wird darauf hinauslaufen, dass wir riesengroße „Weltwährungen“ sehen werden…

    Natürlich kann mich als kleiner Staat dagegen wehren, die Frage ist nur, wie lange reicht das Geld noch ? Flucht in die Sicherheit ? Jetzt mal ehrlich, finanzmarktwelt ist eine Bärenseite, wo seht Ihr Bären (derzeit) Risiken für den Aktienmarkt ?

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      walter

      5. Juli 2017 19:26 at 19:26

      CRASH in the future,but not with me..Mr.Marko…
      Mr.Fugman,have not time for answer yet..

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      Wolfgang M.

      5. Juli 2017 20:24 at 20:24

      Ja Marko, finanzmarktwelt ist seit Monaten eine Bärenmarktwelt und aufgrund der Fehlallokation zahlreicher Teilnehmer wird die Nachrichtenauswertung immer bearisher. Nicht nur das: Seit ein paar Tagen werden immer mehr Weltuntergangsszenarien kommuniziert, ein Forumneuling könnte den Eindruck gewinnen als stünden uns in D die letzten Tage von Pompeji bevor. Trotz der wirklich guten, zeitnahen und aufwändigen Faktenauswertung leidet die objektive und nüchterne Analyse sehr darunter, schade.

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        5. Juli 2017 20:51 at 20:51

        @Wolfgang, da muß ich kräftig widersprechen! FMW war von Beginn an so, wie es jetzt ist: wir benennen den Irrsinn, der an den Finanzmärkten läuft, zeigen die andere Seite der Medaille, die sonst in den Finanzmedien eher nicht vorkommt. Welche Schlüsse man daraus zieht, ist dem Leser überlassen – ob man short geht oder long geht – viele Profis, die ich kenne, haben das gemacht, gewissermaßen mit der Kotztüte unter dem Tisch, weil ihnen klar ist, dass das auf Dauer nicht funktionieren kann: immer weiter steigende Verschuldung in alternden Gesellschaften in einem System, das künstlich von Notenbanken am Leben gehalten wird.

        Die Musik der Notenbanken aber hat bereits aufgehört zu spielen, daher sind viele, die ich kenne, nun deutlich vorsichtiger. Die Anzeichen für eine Rezession mehren sich vor allem am US-Automarkt (heute massiver Einbruch von Autoteile-Zulieferern nach der herben Gewinnwarnung von O’Reilly Automotive). Der US-Automarkt bricht zusammen derzeit, die Stellen in der US-Autoindustrie rückläufig, die Preise für Gebrauchtwagen kollabieren; dazu das Sterben des US-Einzelhandels, schwache Konjunkturdaten etc.

        • Avatar

          Wolfgang M.

          5. Juli 2017 21:22 at 21:22

          Ja Herr Fugmann, es ist zweifellos richtig, dass Sie auf die Folgen der ultralaxen Geldpolitik der Notenbanken hinweisen, was in den Medien nur sehr sporadisch erwähnt wird. Was mir aber ein bisschen fehlt, ist die Präsentation der Gegenseite. Beispiel: Der Ifo ist sowohl in der aktuellen Lage, als auch auf 6-Monatssicht extrem hoch. Das bedeutet, sollte die Wallstreet in den nächsten Tagen nicht einbrechen, dürften die deutschen Unternehmen starke Zahlen liefern, die die Teilnehmer nicht aus den Märkten treiben. Zudem kommt, dass nahezu alle starken Kurseinbrüche der letzten 50 Jahre nach stark steigender Inflation und stark steigenden Zinsen erfolgten. Kurzum, Sie leisten wirklich ein starkes Daten-Research, bereits zu nachtschlafender Zeit, mir ging es nur um die Präsentation beider Seiten der Medaille und für manchen Verschwörungskommentar können Sie nun wirklich nichts. Wie sagen wir im Süden? Nix für ungut.

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            5. Juli 2017 21:24 at 21:24

            @Wolfgang, alles klar! Grüsse nach Süddeutschland!

          • Avatar

            walter

            5. Juli 2017 21:38 at 21:38

            @Wolfgang,
            >>> dürften die deutschen Unternehmen starke Zahlen liefern, die die Teilnehmer nicht aus den Märkten treiben>>
            Worauf basieren den die starken Zahlen der Unternehmen?
            Wuerde mich mal interessieren,wie Sie es interpretieren…
            Eins ist schon mal sicher,dass die“starken“ Zahlen nicht auf „hochbezahlte Loehne“basieren!
            Servas aus Minga..

      • Avatar

        walter

        5. Juli 2017 21:01 at 21:01

        …auch ein @Walter,legt den Finger in die Wunde,vorallem was in DE so bechlossen wird,ohne das das „blinde“Volk informiert wird…
        Soll man bei den Manipulationen bzw.im High-Frequenz Handel, noch in ueberteuerte Werte investieren?
        Brexit vor einem Jahr..vorboerslich 1000Points down!!
        Diese Spielchen kommen wieder!

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    Beobachter

    5. Juli 2017 19:23 at 19:23

    @Marko, kurz gesagt, unwissend u.sehr primitiv
    1.Der Ch Franken ist nicht zusammen gebrochen sondern muss dauernd geschwächt werden
    2.Die EU ist kein 500 Millionenvolk sondern 420 Millionen die am Schluss von 80Millionen Deutschen unterstützt werden muss.

    • Avatar

      walter

      5. Juli 2017 19:29 at 19:29

      Falsch,denn jeder 8.ist kein Deutscher…also ca.70 Mio.buckelnde,die die Welt aufrecht erhalten…sorry muste ich jetzt koswerden

  8. Avatar

    walter

    5. Juli 2017 21:07 at 21:07

    Soeben im DW-TV:
    Merkel trifft sich mit XI Ping im Zoo wg.den Pandabaeren,lol ha ha
    Dieser unwichtige MUELL geht den ganzen Tag stuendlich um die WELT…das ist die optimale dt.Informationspolitik fuer den Buerger…
    Ich koennte kot….n.
    Keine Kritik an Draghis Eskapaden,denn „streng verboten“…

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      walter

      5. Juli 2017 21:28 at 21:28

      In Hamburg soll eine Stimmung sein,wie bei der Love-Parade??
      G20 ist fuer Hamburg eine Werbeveranstaltung?
      Ich kann nicht mehr…,was der Kommentator von DW-TV von sich gibt!!
      Fehlt nur noch Kaffee&Kuchen,lol
      DE geht friedlich den Bach runter….
      Ich glaube,der Weg dorthin war u.ist umsonst.
      10 Mio.Euro kostet der Stadt die Pandabaeren und der Harzer kommt am Zahnfleisch daher…
      Es wird immer misterioeser!
      Merkel sucht Halt beim Gelben,damit sie gegen Trump nicht alleine dasteht!
      Ich sage mal,Merkel saugt wie so oft am chin.Rockzipfel!
      Made in CHINA wird DE ueberschwemmen,sowie in den USA!

      • Avatar

        walter

        5. Juli 2017 21:56 at 21:56

        1000 Zombies plastern Hamburgs Strassen!
        Ich hau mich weg…
        Eine typ.dt Weichei Veranstaltung nenne ich das!
        Was fuer kranke Menschen laufen dort herum?
        Der dt. Kommentator flippt jetzt euphorisch aus,wg.den Bildern,die aus Hamburg gesendet werden.
        Solidaritaet ist FIRST for the World….Raute for ever.
        Die unsichtbaren „braunen“Ringe um den Hals ,werden immer zahlreicher.

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    Altbär

    6. Juli 2017 06:18 at 06:18

    @Wolfgang,sind wir doch froh um H.Fugmann,möchten Sie lieber jemand der den ganzen Irsinn auch noch schönredet? Sie meinen dass ein guter Ifo Index gut sein sollte für die Börsen, das Perverse ist doch dass in letzter Zeit schlechte Zahlen = tiefe Zinsen gut war für die Börsen, könnte also sein dass jetzt gute Zahlen = höhere Zinsen die Börsen stoppt, übrigens hat es jedes Jahr auch auf tieferem Niveau eine Korrektur gegeben, soll mir mal ein Permabulle erklären warum es 2017 keine Korrektur geben soll! !

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      Wolfgang M

      6. Juli 2017 09:53 at 09:53

      @Altbär. Ich habe doch schon mehrfach geschrieben, dass ich auch zumindest an eine Sommerkorrektur glaube. Vorher kommen aber noch die Quartalszahlen der Unternehmen und der Ifo war in der Vergangenheit ein recht guter Frühindikator. Jedoch: Der Dax hat auch immer mal das Bestreben die 200-Tageslinie zu berühren (derzeit gut 11600 Punkte). Aber, auch wenn ich mich wiederhole, für einen starken Einbruch sorgt i.d.R. erst ein starker Inflations-bzw.Zinsanstieg (siehe Historie). Da sind die Notenbanken unisono sehr vorsichtig- wie man aus den Protokollen deutlich sehen kann. Gruß

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      Wolfgang M.

      6. Juli 2017 10:26 at 10:26

      @Altbär. Noch eine Bemerkung. Die Formel bessere Konjunkturzahlen = höhere Zinsen, stimmt für die USA und vielleicht für die EU-Zone als Ganzes. Für uns nicht. Deutschland hat eine Sonderkonjunktur, weil für uns die Zinsen eindeutig zu niedrig sind. Würde die Wirtschaft in den Südländern (insbesondere Italien) brummen, würde sich Draghi sehr rasch zu einer Zinsänderung entscheiden, wegen D alleine nicht.

  10. Avatar

    Altbär

    6. Juli 2017 12:56 at 12:56

    @Wolfgang M. Nach meiner Meinung ist nicht unbedingt nur das Zinsniveau massgebend sondern die Erwartungen, wenn man bis jetzt glaubte die EZB werde die Zinsen nie erhöhen können, sind diese Erwartungen , doch in Zweifel gezogen u.hat einige auf dem falschen Fuss erwischt u.das könnte reichen einen super explosiven Ballon platzen zu lassen, z.B vor ca. 2Jahren hat nur die Diskussion über ein Tapering gereicht,um eine Korrektur auszulösen.Im Übrigen wäre ich froh der DAX würde nochmals hochkommen,habe wie immer die Wende verpasst.

    • Avatar

      walter

      6. Juli 2017 13:10 at 13:10

      …Dax macht locker noch die 20000 voll,denn Draghi nimmt sich Merkel zum Vorbild…
      …wir schaffen das…
      Der Hauslebauer wuenscht sich dagegen eine Zinserhoehung von 5%,damit sie schneller Pleite gehen,denn die Platte ist for free…

      In Hamburg beim G20,gibts die ganze Woche noch Kaffe&Kuchen,for free..
      Alles ist in Rautes Hand…wunderbar…ich beneide euch jeden Tag!

    • Avatar

      Wolfgang M.

      6. Juli 2017 14:11 at 14:11

      @Altbär. Klar eine Zinswende bringt erst mal eine Blase zum Platzen und zwar bei all denen, die mit Hebel agieren oder sich einen höheren Zinssatz nicht leisten können. Aber für die großen Kapital-Sammelstellen zählt doch Rendite und zwar nach Abzug der Inflation und da berücksichtigt man doch auch die Dividendenhöhe des Aktienmarktes. Ich weiß, das Wort alternativlos klingt schon wegen Merkel negativ, aber erst ab einer gewissen Zinshöhe können sich die großen Fonds eine längere Abwesenheit von den Aktienmärkten leisten – außer bei einer Rezession, denn da fallen die Zinsen und die Anleihenkurse steigen. 2001,2003 und 2008 gab es genügend Zins am Kapitalmarkt. Deshalb glaube ich, dass die Höhe des Zinsniveaus zumindest mittelfristig eine große Rolle spielt. Bei meinen Nachforschungen könnte ich keine längere Krise am Aktienmarkt ohne vorherigen starken Anstieg der Inflation und/oder des Zinsniveaus in den letzten Jahrzehnten entdecken. Die Hitze ist bei uns am Chiemsee jedenfalls schon mal da. Gruß

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        6. Juli 2017 14:22 at 14:22

        @Woflgang, Chiemsee, ich bekomme Tränen in die Augen! Ich tröste mich hier im hohen Norden mit Chiemseer Bier..

        • Avatar

          Wolfgang M.

          6. Juli 2017 14:38 at 14:38

          @Markus, kann ich verstehen. Ziehe mir gerade die erste Halbe Märzenbier rein (vom Rosenheimer Volksfest – das kleine Oktoberfest – bekommt man auch jedes Jahr früher) so lässt sich das Gebaren der Big Player an den Märkten zumindest zeitweise ertragen.

        • Avatar

          gerd

          6. Juli 2017 14:52 at 14:52

          Ich kann nicht glauben, dass Sie jeden Kommentar von vorne bis hinten lesen, Donnerlittchen.
          Oder lesen Sie vielleicht nur den 1. und den letzten Satz?

          Übrigens wartet noch ein letzter Kommentar für den heutigen Tag von mir unter ‚Das Tapering der EZB…‘
          von 14:24

        • Avatar

          walter

          6. Juli 2017 15:22 at 15:22

          Da Augustiner Edelstoff od.das Weihenstephaner Dunkel Weisbier,des is scho a Sach in Asien!Frisch Import!!
          Z.Z.28Grod um 20:15Uhr…und kaelter wirds leider nimmer,denn um 08:00Uhr hats scho wida 32 ++Grod!
          Jetzts wissts,warum i an heftigen Bierverbrauch hob
          ..und des 365 Dog im Jahr…
          Ohne Fugmann.. war i aufgschmissn,denn do dat as Bier net so guat schmecka…
          Oiso nacha,lassts es eich schmecka,denn da Somma in Deitschland, is glei wida vorbei!!
          Herr Fugmann,wie schauts aus, beim Wieseinzug am 16.9.17 im Augustiner Boxe 3?
          Kummst auf a Mass vorbei?
          Des is koa schmarrn,des moan i im ernst!!

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            6. Juli 2017 15:24 at 15:24

            @Walter, schau mer mal!

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Anleihen

Deutsche Neuverschuldung in Corona-Zeiten: Kein Problem, es ist sogar ein Profitgeschäft!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Brandenburger Tor in Berlin

Der deutsche Staat nimmt wegen der Coronakrise und den explodierenden Rettungskosten viele neue Schulden auf. Erste frohe Kunde: Die Neuverschuldung stellt finanztechnisch schon mal gar kein Problem dar. Man sehe die folgende Grafik aus dem Hause Finanzagentur Deutschland GmbH, dem Institut, dass als Vehikel des Bundesfinanzministeriums Anleihen am Kapitalmarkt verkauft.

Neuverschuldung läuft ohne Probleme ab

Heute wurden für den deutschen Staat sieben Jahre laufende Bundesanleihen ausgegeben im Volumen von 4 Milliarden Euro. Die Nachfrage der institutionellen Investoren lag bei 7,26 Milliarden Euro. So war es auch bei den vorigen Emissionen, wie die Übersichtstafel gut zeigt. Die Nachfrage in den letzten Monaten reichte jedes Mal weit über das Angebotsvolumen hinaus, und erreichte manchmal fast das doppelte Volumen. Verkauft wurden heute übrigens nicht 4, sondern nur 3,28 Milliarden Euro Volumen. So läuft das jedes Mal. Ein Teil der Emission wird nicht tatsächlich verkauft, sondern wandert in die sogenannte „Marktpflegequote“, um den Börsenmarkt für diese Anleihe in den nächsten sieben Jahren liquide halten zu können.

Also, Deutschland kommt am Kapitalmarkt spielend leicht an frisches Geld. Und die Emissionsrendite zeigt: Der Bundesfinanzminister verdient mit dem Aufnehmen neuer Schulden jedes Mal sogar Geld. Die heutige Rendite liegt bei minus 0,62 Prozent. Bei den vorigen Emissionen waren es -0,60, -0,62, -0,62, -0,47 Prozent usw. Diese Negativrendite bei der deutschen Neuverschuldung kommt zustande, weil die Anleihen mit einem Kurs über dem Nennwert der Anleihen von 100,00 Prozent verkauft werden (Anleihekurse notieren in Prozentpunkten). Heute zum Beispiel lag der Verkaufspreis bei 104,52 Prozent.

Deutsche Staat macht Gewinn – und warum machen die Anleger freiwillig Verlust?

In sieben Jahren, wenn der deutsche Staat die Anleihe an deren Inhaber zurückzahlt, überweist er aber nur den vereinbarten Nennwert von glatt 100,00 Prozent zurück. Zinsen gab es für die Anleger auch keine mit 0,00 Prozent Zinskupon. Tja, der Staat erhält jetzt 104,52, und zahlt in sieben Jahren nur 100,00 zurück. So macht man Geld. Und wie so oft kann man sich fragen: Warum machen die Anleger das, wieso verschenken die Geld, wieso machen sie wissentlich und freiwillig Verlust?

Nun, da wäre natürlich das Argument, dass bei einer vermuteten weiter sinkenden Rendite die Kurse der Anleihen natürlich automatisch weiter steigen. Dann könnten die Investoren nach der Emission am freien Anleihemarkt höher verkaufen, und einen Gewinn einstreichen. Oder man weiß nur zu gut, dass die EZB immer mehr Anleihen aufkauft, und dass man auch dorthin (mit anständigem Gewinn?) weiterverkaufen kann. Denn die EZB, die will ja unbedingt aufkaufen. Und wer unbedingt kaufen will, zahlt am freien Markt höhere Preise als in der Erstauktion des Bundes?

Und dann wären da noch langfristig denkende, große institutionelle Investoren, die überlegen, wo sie ihre gigantischen Geldmengen unterbringen sollen. Will man nicht alles in Aktien packen, oder darf man es gar nicht, muss man sich nach „sicheren“ Anlagen umschauen. Banken reichen gerade bei größeren Kontoguthaben inzwischen eigentlich immer den Negativzins der EZB an die Kunden weiter. Also würden große Pensionskassen, Fonds, Versicherungen etc mit sehr großen Geldsummen wohl 0,5 Prozent Strafzins bei ihrer Hausbank zahlen. Also dann lieber das Geld in Anleihen investieren? Aber halt. Bei dieser deutschen Staatsanleihe liegt die Rendite ja sogar bei -0,62 Prozent. Also steht man nochmal 0,12 Prozentpunkte schlechter da als auf dem Bankkonto. Hier könnte nur noch das Argument ziehen, dass man deutsche Staatsanleihen (im großen Bild betrachtet) als deutlich besseren Parkplatz für große Geldsummen erachtet, als eine einzelne Bank, die immer pleite gehen kann.

Grafik zeigt Neuverschuldung Deutschlands mit 7 Jahren Laufzeit

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Allgemein

Wirtschaft in Italien stürzt ab – warum das den Markt nicht interessiert

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Italien-Flagge in Rom

Die Wirtschaftsleistung in Italien ist im zweiten Quartal im Vergleich zum 1. Quartal um 12,8 Prozent abgestürzt, wie offizielle Daten zeigen, die heute veröffentlicht wurden. Vorläufige Daten von minus 12,4 Prozent wurden damit nach unten revidiert. Im Jahresvergleich zum zweiten Quartal 2019 ist es ein Absturz von 17,7 Prozent. Dies ist laut Trading Economics der stärkste Einbruch der Wirtschaftsleistung in Italien seit den 60er-Jahren. Im folgenden Chart sehen wir die prozentuale Veränderung der Wirtschaftsleistung in Italien seit den 90er-Jahren. Man erkennt, dass der Absturz in der Finanzkrise 2008 mit -3 Prozent im Vergleich zu heute verschwindend klein war.


source: tradingeconomics.com

Und was macht der Kapitalmarkt? Die Rendite für Staatsanleihen ist hier immer das beste Barometer. Eigentlich gäbe es da noch die Währung eines Landes. Aber da Italien den Euro hat, kann man hier keinen Gradmesser für Italien mehr erkennen. Wenn ein Investor in Anleihen eines Landes investieren möchte, bei denen die Rückzahlungswahrscheinlichkeit der Anleihen wegen wirtschaftlichen Schwierigkeiten gefährdet ist, dann erwartet dieser Anleger einen Risikoaufschlag – nämlich für sein Risiko, dass er sein Geld nicht wieder sieht. Daher sind Länder mit großen wirtschaftlichen Problemen automatisch bereit deutlich höhere Renditen für ihre verkauften Staatsanleihen zu bezahlen, um ausländisches Kapital anzulocken.

Warum die Renditen für Italien nicht steigen

Italien stand schon vor der Coronakrise sehr schlecht da. Hohe Schulden erstickten das Land, und eine Wirtschaft die sich nie von der Finanzkrise 2008 erholt hatte. Und dann kam die Coronakrise. Die wirtschaftliche Lage verschärft sich daher dramatisch. Der obige Chart zeigt dies eindrucksvoll. Und was macht die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen? Sie notiert aktuell mit 1,11 Prozent genau da, wo sie am letzten Freitag lag, vor der Veröffentlichung der heutigen BIP-Daten. Der folgende Chart zeigt den Rendite-Verlauf für Italien in den letzten zwölf Monaten. Man sieht, dass die Rendite kurz vor der Coronakrise genau ebenfalls da war, wo sie jetzt notiert. Zwar lag sie im März kurzzeitig bei 2,39 Prozent. Aber mit den umfangreichen Rettungsmaßnahmen von Staaten und EZB wurde schnell klar, dass alles „gerettet“ wird, und die Rendite sank schnell wieder in den Keller.

Also: Die Wirtschaftsleistung in Italien ist brutal abgestürzt. Die Risikoprämie für Anleger, die italienische Schulden kaufen wollen, hat sich per Saldo aber nicht erhöht. Was sagt uns das? Dem Markt ist klar, dass wohl kaum ein echtes Ausfallrisiko für Italien besteht. Denn das Land ist im Euro und als drittgrößte Volkswirtschaft im Euro-Raum schlicht und einfach „Too big to fail“. Die EZB hat schon jahrelang in gigantischem Ausmaß italienische Staatsanleihen aufgekauft und zuletzt neue gigantische Kaufprogramme aufgelegt, und würde wohl (das darf man vermuten) noch viel, viel mehr kaufen. Hauptsache Italien bleibt im Spiel.

Rendite für zehnjährige Staatsanleihen aus Italien

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Allgemein

Staatsbankrott: Was passiert da eigentlich? Argentinien zeigt es!

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Veröffentlicht

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Wenn ein Staat seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, ist das eine Katastrophe für seine Bürger, die Unternehmen im Land und natürlich auch für die Gläubiger, die auf einen Großteil ihres Geldes verzichten müssen. Doch wie genau ist der Ablauf eines Staatsbankrotts? Da Argentinien gerade wieder zahlungsunfähig ist (schon im Februar forderte der IWF einen Schuldenschnitt) und sich in Verhandlungen mit seinen Gläubigern befindet, können wir an diesem Beispiel lernen, wie der Vorgang abläuft!

Die Insolvenz eines Staates ist ein häufiges Ereignis. In den vergangenen 200 Jahren kam es statistisch gesehen zu mehr als einem Staatsbankrott pro Jahr weltweit. Seit der Abschaffung der Golddeckung und der weitgehend unregulierten Schöpfung ungedeckten Fiatgeldes nahm die Frequenz der Staatsbankrotte sogar deutlich zu. So gab es zwischen 1980 und 2010 pro Jahr durchschnittlich drei insolvente Staaten auf der Erde.

Es gibt kein gesetzlich geregeltes Insolvenzverfahren für den Staatsbankrott

Umso interessanter ist es, dass es zwar gesetzliche Regelungen für den Fall eines Staatsbankrottes gibt, die aber im Falle zum Beispiel der Bundesrepublik Deutschland eine Insolvenz, genauer gesagt ein Insolvenzverfahren, explizit NICHT vorsehen. Doch Papier ist geduldig. Wenn Deutschland seine Schulden nicht mehr bedienen kann, ist das Land insolvent – Gesetz hin oder her.keine gesetzlichen Regelungen für den Fall eines Staatsbankrotts gibt. Zwar mag es dann kein Insolvenzverfahren wie bei Unternehmen oder Privatpersonen geben. Doch eine Art von Insolvenzverfahren findet dennoch statt: die Verhandlung mit den Gläubigern. Zwar kann ein Staat die Zahlungen an seine Gläubiger einstellen. Doch bis es keine Einigung mit diesen gab, wird das Land auch keine neuen Kredite bekommen. Zumindest keine Auslandskredite. Kredite in der heimischen Währung könnte sich ein Staat theoretisch über die Zentralbank selbst geben, wie es zum Beispiel in den USA und der Eurozone schon seit geraumer Zeit nur wenig versteckt stattfindet.

Kann ein Staat keine Devisen mehr beschaffen, leidet darunter die heimische Bevölkerung und die Unternehmen. Importe sind dann nur noch in dem Umfang möglich, in dem Devisen mittels Exporten erwirtschaftet werden. Um einen Ausgleich zwischen Importen und Exporten herzustellen, muss die Währung gegenüber den ausländischen Währungen abwerten. Die dann in der Regel herrschende Devisenknappheit zwingt die Menschen dazu, ihre Ersparnisse in der heimischen Währung zu halten, die im Falle eines Staatsbankrotts jedoch zu hoher Inflation neigt. Die Währungsabwertung heizt die Inflation zusätzlich an, da Importwaren teurer werden. Haben die Menschen und Unternehmen Zahlungsverpflichtungen in Fremdwährung, sind zahlreiche Privat- und Unternehmensinsolvenzen zu erwarten. Selbst wenn die Schuldner in der Lage wären, Devisen zu beschaffen, wären die Kredite durch die Währungsabwertung deutlich teurer als zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme.

Gläubiger müssen auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten, bekommen aber teils noch Geld zurück

Eine Einigung mit den Gläubigern und der daraufhin wieder mögliche Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten ist daher ein vordringliches Ziel der Regierung nach einem Staatsbankrott. Den meisten Gläubigern ist bewusst, dass eine vollständige Rückzahlung ihrer Forderungen unwahrscheinlich ist. In der Regel kauften die Gläubiger die Schuldtitel bereits mit deutlichen Preisabschlägen an der Börse und kassierten hohe Zinsen bis zum Zeitpunkt der Zahlungseinstellung. Eine Einigung, die in der Regel einen teilweisen Schuldenerlass, niedrigere Zinsen und gestreckte Zahlungsziele beinhaltet, wird daher relativ schnell gefunden. Interessant ist, dass die Insolvenzquoten bei Staatsbankrotten oft relativ hoch sind. Bei Unternehmens- und Privatinsolvenzen ist in der Regel für die Gläubiger ein Totalverlust anzunehmen. Bei Staatsbankrotten sind 30% oder auch fast 50% Rückzahlungsquoten möglich. Das Beispiel Argentinien zeigt jedoch, dass sich inzwischen auch einige Hedgefonds darauf spezialisierten, die Anleihen praktisch bankrotter Staaten zu Schnäppchenpreisen aufzukaufen und dann auf vollständige Tilgung des Nennwerts zu pochen.

Bis es zu einer Einigung mit den Gläubigern kommt, können diese auch den Besitz des säumigen Staates im Ausland beschlagnahmen lassen. So ließ ein US-Hedgefonds ein argentinisches Marineschiff beschlagnahmen, weil Argentinien sich weigerte, die vom Hedgefonds gehaltenen Anleihen zum vollen Nennwert zu tilgen.

Beispiel Argentinien: Bankrott seit Ende Januar

Argentinien erklärte am 29. Januar 2020, dass es plane, den Gläubigern ein Programm zur Schuldenrestrukturierung zu präsentieren. Mit anderen Worten: Argentinien könnte zwar seine Schulden noch bedienen, weigert sich aber, es zu tun. Am 19. Februar bestätigten Prüfer des Internationalen Währungsfonds, dass die Staatsschulden Argentiniens in der Tat nicht mehr tragbar seien. Am 21. April präsentierte Argentinien schließlich seinen Plan zur Restrukturierung von 69 Milliarden US-Dollar Auslandsschulden und setzte den Gläubigern eine Frist bis zum 8. Mai, um diesen Plan zu akzeptieren.

Die dachten natürlich nicht daran, den Plan einfach durchzuwinken. In persönlichen Treffen und Videokonferenzen versuchte Argentinien, die größten Gläubiger zu überzeugen. Schließlich musste jedoch am 7. Mai verkündet werden, dass man für Gegenvorschläge der Gläubiger offen sei. Die Frist zur Annahme des Restrukturierungsangebots wird in den kommenden Wochen mehrfach verlängert. In der Zwischenzeit wurden auch die ersten Zinszahlungen fällig, die Argentinien nicht bezahlte. Das Land ist damit offiziell zahlungsunfähig und hat damit bereits den neunten Staatsbankrott seiner Geschichte erklärt.

Nach Wochen des Wartens präsentieren erste große Gläubiger ihre Vorschläge zur Restrukturierung der Schulden. Sie bieten einen Schuldenerlass von rund 45% an, was Argentinien zu wenig ist. Schließlich einigt sich Argentinien am 2. August doch noch auf einen Schuldenerlass von 45,2% mit dem Großteil seiner Gläubiger.

Im Endeffekt dauerte der Staatsbankrott also nur rund ein halbes Jahr. Für Argentinien wird es nach der Einigung noch nicht sofort so sein wie vor der Erklärung der Zahlungsunfähigkeit. Investoren werden noch eine Weile merkliche Risikoaufschläge für neue Kredite verlangen. Und vermutlich wird es auch wieder den einen oder anderen Gläubiger geben, der auf vollständige Tilgung seiner Anleihen besteht. Der Wechselkurs des argentinischen Peso wird sich aller Voraussicht nach auch nicht erholen, solange Argentinien nicht das grundlegende Problem der negativen Zahlungsbilanz löst. Der teilweise Schuldenerlass gab dem Land nur eine Atempause.

Der Obelisco als Smybol für Argentinien - Staatsbankrott lähmt das Land
Der Obelisco in Buenos Aires. Foto: Gobierno de la Ciudad Autónoma de Buenos Aires CC BY 2.5 ar

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