China gründet mit Milliarden ein Fusionstechnologie-Unternehmen. Der Energie-Gigant will Autarkie, Exportmacht und Klimaziele in einem Zug sichern. Mit der Gründung eines milliardenschweren Unternehmens treibt China die Zukunft der Energie in die eigene Hand. Die Kommerzialisierung der Kernfusion rückt damit erstmals greifbar nahe – mit Chancen für Wirtschaft, Klima und geopolitische Machtverhältnisse.
China investiert Milliarden in Fusionskraftwerke
Letzte Woche gründete China in Shanghai ein neues Unternehmen, um die Kommerzialisierung der Kernfusion, einer Technologie, die saubere Energie verspricht, voranzutreiben. Die China Fusion Energy Co., mit Shareholdern grosser staatlicher Unternehmen wie PetroChina, der China National Nuclear Corp. (CNNC), Kunan Capital, dem National Green Development Fund und Jiang Jiang Electric Power Co., wurde mit 1,6 Milliarden US-Dollar Startkapital ausgestattet.
China hat in den letzten Monaten Fortschritte bei der Entwicklung der Fusionstechnik gemacht. Anfang dieses Jahres gelang es dem Forschungsreaktor EAST-Tokamak in Hefei, Plasma bei 100 Millionen Grad Celsius über 1.000 Sekunden stabil zu halten. Der HH70-Tokamak von Energy Singularity, einem privaten Start-up, ist der weltweit erste vollständig supraleitende Hochtemperatur-Tokamak, der Plasma erzeugte. Diese Technologie nutzt fortschrittliche Supraleiter, um stärkere Magnetfelder zu erzeugen, was die Effizienz steigert und kleinere, kostengünstigere Reaktoren ermöglicht.
China Fusion Energy Co. bündelt Forschung, Entwicklung und Finanzierung, um experimentelle Reaktoren in Demonstrationsanlagen und später Kraftwerke umzuwandeln. Dies signalisiert Chinas Plan, Energieunabhängigkeit zu sichern und geopolitische Vorteile zu erlangen.
Fusion weltweit: Projekte in Europa und USA
In Europa verfolgen ITER in Frankreich und Wendelstein 7-X in Greifswald zwei Projekte zur Fusionstechnologie. ITER ist anwendungsorientiert und nutzt die Tokamak-Technologie, bei der Plasma in einem ringförmigen Magnetfeld stabilisiert wird, um Fusionsbedingungen zu schaffen. Wendelstein 7-X setzt auf die Stellarator-Technologie, die komplexere, verdrehte Magnetfelder verwendet, um stabilere Plasmen für Dauerbetrieb zu ermöglichen. Der deutsche Stellarator Wendelstein 7-X erreichte im Mai diesen Jahres 43 Sekunden stabile Plasmaentladung. Beide Erfolge, das Plasma für 1.000 Sekunden stabil zu halten bzw. 43 Sekunden stabile Plasmaentladung, zeigen, dass ein dauerhafter Betrieb geschweige denn kommerzielle Nutzung noch in weiter Ferne liegen.
Neben Europa und China beteiligen sich die USA mit diversen privaten Unternehmen wie Commonwealth Fusion Systems und General Fusion an der Entwicklung der kommerziellen Nutzung. Commonwealth Fusion Systems plant mit dem SPARC-Reaktor bis Anfang der 2030er-Jahre ein kompaktes Kraftwerk mit 400 Megawatt Leistung. General Fusion erreichte dieses Jahr Energieeinschlusszeiten von über 10 Millisekunden.
Allerdings sind die Kosten für Forschung und Entwicklung enorm. Der Bau des ITER, der bis 2035 fertiggestellt werden soll, wird mit 20 Milliarden Euro veranschlagt. China investiert etwa 1,5 Milliarden US-Dollar jährlich für die Fusionsforschung aus. Die Volksrepublik setzt auf schnellere Entscheidungen und den Zugriff auf ihre Lieferketten für Hochtechnologie, etwa für supraleitende Magneten oder Hochleistungslaser, um effizienter und günstiger als westliche Konkurrenten voranzugehen.
China will Weltmarkt und Klimaziele dominieren
Ein Durchbruch bei der Fusionstechnologie würde Chinas Energiemarkt revolutionieren, indem er saubere Energie für Industrie und Haushalte liefert. Dies würde die Abhängigkeit von Kohle beenden und das Ziel der Klimaneutralität bis 2060 stützen. Aber China zielt nicht nur auf heimische Märkte, sondern sieht auch Chancen, seine Fusionsreaktoren international zu vermarkten.
Dennoch bleiben die Risiken hoch. Sollte sich das Plasma als instabil erweisen, beschaedigt dies die Reaktorwaende, was teure und langwierige Reperaturen (stimmt das?) zur Folge hat. Zudem macht die Neutronenstrahlung die Wände bis zu 100 Jahre radioaktiv. Verglichen mit herkoemmlichen Atomreaktoren ist dies ein geradezu überschaubarer Zeitraum, zumal eine Kernschmelze oder massive radioaktive Verseuchnung nicht zu befürchten ist.
in weiteres Spannungsfeld stellt die potenzielle militärische Nutzung dar. Der Fusionsbrennstoff Tritium wird in geringen Mengen zur Verstärkung der Sprengkraft von Atomwaffen verwendet. Chinas Fortschritte steigern die Produktion von Tritium und erweitern damit militärische Kapazitäten, was westliche Staaten alarmiert und zu weiteren geopolitischen Verwerfungen beiträgt.
Die Fusionstechnologie wird oft als „Heiliger Gral“ der Energieversorgung bezeichnet, der saubere, unerschöpfliche Energie liefert. Technische Probleme, hohe Kosten und militärische Risiken tragen das Risiko, dass die Kommerzialisierung ein mythischer Traum bleibt.
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Hallo liebe Kernfusionsbeführworter
leider haben uns Naturgesetze diese Ausbeutung der Energie verweigert. Wir haben somit nur die Chance uns mit erneuerbarer Energie, die spontan von der Sonne erzeugt wurde, zu versorgen. Warum die Kernfusion nicht funktionieren kann, ist selbst in der Sonne erkennbar, wenn man sich der Elektrodynamik zuwendet und erkennt, dass die Sonne nur ein Resonanzkörper darstellt, die durch die Feldlinien des Schwarzen Loches, so wie alle Sonnen auch, mit induktiver Energie zur Fusion angetrieben wird. Genauso, als wenn man einen simplen Kochtopf auf den Induktionsherd stellt, das Wasser kocht aber nur, wenn Energie zugefügt wird. Alles weitere auf meiner Webseite. universe-worldview.com
Aber trotzdem viel Spaß bei den Träumen der illusorischen Kernfusion
Sagen Sie das am besten mal denen, die da Milliarden rein stecken. Die 1000 Fliegen scheinen ja alle zu irren.
Ob die Fusion durch Induktion oder thermische Anregung induziert wird, ist ja nur der Prozess der die Zündung bringt. Ja, die Magnetfelder futtern Energie. Aber wenn die Fusion läuft liefert die ja die Wärme, mehr davon!!!, die für das Fortbestehen der Fusion benötigt wird.
Nur weil in der Sonne gravitationsbedingt ein anderer Zündfunke ist, heißt das nicht, dass das nicht geht.
Einer der größten Herausforderungen war/ist, das Plasma stabil zu halten. Dieses Problem scheint lösbar!
Man muss kein Beführworter sein, um ein Gefühl dafür zu bekommen, da könnte was dran sein. Wenn das gelingen sollte, wird die Menschheit auf ein neues level gehievt. Und wenn die Menschheit eines kann, dann ist es Forschen. Forschen heißt, es gibt keine Garantie.
Ich gehe mal davon aus, dass viele entscheidende Physiker der Ansicht sind, dass sich das lohnt zu forschen. Und die Tatsache, dass China hier Geld reinpumt, deutet auf einen Wettlauf, jeder will der erste sein für etwas, dass Ihrer Ansicht nach nie erreicht werden wird.
Warten wir ab :-)
Als ich vor ungefähr 40 Jahren das erste Mal etwas über „Strom aus Kernfusion“ gehört habe, hieß es: „Zukunftstechnologie, aber in 50 Jahren haben wir ein funktionierndes Kraftwerk“. Kürzlich, also etwa 40 Jahre später las ich: „In etwa 40 Jahren haben wir ein Funktionierendes Kraftwerk“. D.h. wir haben uns in 4 Jahrzehnten dem Ziel um 10 Jahre angenähert. Hocherechnet haben wir dann in 160 Jahren ein funktionierendes…
Fun Fact:
Der o.g. ITER, der voraussichtlich 2035, nach etwa 30 Jahren Bauzeit anlaufen soll, ist auch nur ein Versuchsaufbau ohne Stromgewinnungsoption. Strom soll erstmals mit seinem Nachfolger DEMO erzeugt werden, in dessen Konstruktion die Erkenntnisse aus mehrjährigen (!) Versuchen mit ITER einfließen sollen.
Laut meinem Chatbot hat es 16 Jahre gedauert, die Kernspaltung bis zum ersten „kommerziellen“ Reaktor zu erforschen (1938-1956).
Hier mal Meilensteine:
1896: Antoine Henri Becquerel entdeckt die Radioaktivität.
1898: Marie und Pierre Curie erforschen radioaktive Elemente wie Polonium und Radium.
1938: Otto Hahn und Fritz Straßmann entdecken die Kernspaltung von Uran – ein entscheidender Durchbruch.
1942: Enrico Fermi gelingt in Chicago die erste kontrollierte nukleare Kettenreaktion in einem Reaktor (Chicago Pile-1), was als Geburtsstunde der praktischen Kerntechnik gilt.
27. Juni 1954: In Obninsk, Sowjetunion (heute Russland), geht das weltweit erste Kernkraftwerk ans Netz und produziert Strom – allerdings noch in kleinem Maßstab (5 MW) 2.
1956: In Calder Hall, Großbritannien, wird das erste kommerzielle Kernkraftwerk mit 55 MW Leistung in Betrieb genommen.
https://www.kernkraftwerke.net/geschichte.shtml
Auch das ging nicht von heute auf morgen, auch das ist komplex, die Fusion ist komplexer. Jetzt könnte man das in Analogie setzen und versuchen einen Beginn der Forschung abzuleiten. Ich halte es für nicht so gut vergleichbar, da es auch darauf ankommt, mit wie viel Druck an etwas gearbeitet wird. Die Spaltung war ja lange Zeit gut genug.
In unserer schnellebigen Welt gibt es keine Geduld mehr.
Zum ITER: Ich glaube nicht, dass das der erste Reaktor wird, der einen Durchbruch hat. Ich wette auf China.