Folgen Sie uns

Aktien

FXCM will Öffentlichkeit beruhigen: Nach US-Verkauf geht die Welt nicht unter – hier Unternehmensdaten im Detail

Doch ist diese Aufregung gerechtfertigt? Die USA sind der Stammsitz von FXCM und eigentlich damit auch der Heimatmarkt, doch außerhalb der USA agieren Tochterfirmen von FXCM als rechtlich eigenständig operierende…

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Wenn es derzeit einen Forex-Broker gibt, der in aller Munde ist, dann FXCM. Man wurde letzte Woche sagen wir mal von den zuständigen US-Behörden freundlich dazu aufgefordert seine US-Zulassung abzugeben und sein US-Geschäft an die Konkurrenz zu verkaufen (wir berichteten letzte Woche). Die Firma hatte über Umwege doch am Market Making (Kurse selbst stellen) mit verdient, obwohl man gegenüber Kunden damit geworben hatte die Kundenorders direkt in den Forex-Markt zu routen. Die Sache ist inzwischen über den Tisch, die Lizenz ist weg, der Chef hat ein lebenslanges Tätigkeitsverbot, die Kunden gingen an den Konkurrenten GAIN Capital, der sein Glück wohl kaum fassen kann. Der Kurs der FXCM-Aktie brach letzte Woche daraufhin massiv ein und halbierte sich.

Doch ist diese Aufregung gerechtfertigt? Die USA sind der Stammsitz von FXCM und eigentlich damit auch der Heimatmarkt, doch außerhalb der USA agieren Tochterfirmen von FXCM als rechtlich eigenständig operierende Gesellschaften, die von den Turbulenzen der letzten Woche gar nicht betroffen waren. Obwohl natürlich technisch die Frage ist, ob man auch bei Auslandstöchtern die selbe Market Making-Praxis vornimmt wie in den USA!? Aber da sind die jeweiligen Regulierer gefragt – ob sich zum Beispiel die Aufsichtsbehörde FCA in London ebenfalls der Sache annimmt? Aber gut, ganz aktuell will FXCM wohl Ruhe in den Laden bringen, und versucht mit einer Veröffentlichung interner Daten den Markt, die Öffentlichkeit und wohl vor allem die sonstigen Kunden außerhalb der USA zu beruhigen, dass alles in Ordnung ist.

Daher zeigt man aktuell mit der folgenden Übersicht auf, dass der Großteil der Umsätze und auch der Gewinn der Firma schon vor dem US-Verbot eh im Ausland gemacht wurde. Das US-Geschäft verantwortete von Januar-September 2016 ein Ertragsvolumen in Höhe von 38,8 Millionen Dollar, bei einem Gesamtertrag der Unternehmensgruppe über 203 Millionen Dollar. FXCM-USA machte 13,9 Millionen Dollar Verlust, während das Gesamtunternehmen 125 Millionen Dollar Gewinn machte. Wohl der Grund: Vor allem in den USA müssen Broker, die Forex-Trading für Privatkunden anbieten, immer mehr regulatorischen Aufwand betreiben, wozu in Relation zu den Erlösen sehr viel Personal benötigt wird. Dies hat wohl trotz guter Umsätze das Geschäft defizitär werden lassen.

Der kaufende Konkurrent GAIN ist wohl der großer Gewinner, da seine fixen Verwaltungskosten kaum bis gar nicht steigen dürften (Verwaltungspersonal war ja schon vorhanden), aber durch das zugekaufte FXCM-Geschäft steigt das Trading- und Erstragsvolumen deutlich. FXCM bestätigt aktuell, dass von den eigenen laufenden Kosten nichts an GAIN weitergereicht wird. GAIN bekommt also die Kunden ohne Altlasten. Die heutige Veröffentlichung von FXCM ist mehr als nachvollziehbar. Man will klarstellen, dass man ohne US-Geschäft nicht untergeht. Nein, so wie man die Worte der Firma liest, geht es einem ohne US-Geschäft eigentlich noch besser – da kommt doch gleich die Frage auf, warum man es nicht schon vorher abgestoßen hat? Denn die Zahlen zeigen ja, dass die USA für FXCM ein Zuschussgeschäft waren!?!

None of FXCM’s costs will be transferring to GAIN and FXCM expects significant cost savings from the wind down of its U.S. retail foreign exchange operations. Even without its U.S. customers, FXCM remains one of the largest global retail foreign exchange brokers, and FXCM anticipates that the increased focus on serving its international global customer base will drive growth and continued profitability improvement.

Die Aktie von FXCM hat sich seit dem dramatischen Einbruch von letzter Woche aber nicht wieder erholt. Mögliches Szenario: Der Markt hat Angst davor, dass Aufseher außerhalb der USA bei anderen unabhängig agierenden FXCM-Einheiten ähnliche Geschäftspraktiken auffinden wie bei FXCM in den USA?

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – TINA is back!

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Alternativlosigkeit zu Aktien sei zurück, sowie die Angst bei der Rallye Gewinne zu verpassen.

weiterlesen

Aktien

Tesla: Frank Thelen ist voll des Lobes über den „Battery Day“ -Video

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Innenansicht eines Tesla-Autos

Für die Börsianer war der diese Woche stattgefundene „Battery Day“ von Tesla eine Enttäuschung. Die Produktion viel günstigerer Autos mit sehr langer Batterielaufzeit dauere noch drei Jahre. Und zack, die Aktie von Tesla fiel spürbar. Aber der aus der „Höhle der Löwen“ bekannte Investor und Tech-Experte Frank Thelen singt im folgenden Instagram-Video ein Loblied auf den Battery Day von Tesla. Er sieht hier von A-Z ein sensationelles Konzept, und einen großen Schub hin zu einem wirklich erschwinglichen Auto. Dass so ein riesiger Sprung nach vorne nun mal nicht sofort funktioniere, sondern drei Jahre dauere, sei ganz normal. Aber sehen Sie selbst.

weiterlesen

Aktien

Aktien: Vermögensreport offenbart, Deutsche investieren mehr

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik wirkt, die Bürger wenden sich stärker Aktien zu

Avatar

Veröffentlicht

am

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Der aktuelle Allianz Global Wealth Report hat es dargelegt: Die Notenbankpolitik der Länder wird dazu führen, dass das Vermögen der Wohlhabenden global trotz Corona ansteigen wird – auf 198 Billionen Euro zu Jahresende – FMW berichtete darüber. Der Report zeigt aber auch, dass sich die deutschen Sparer mehr den Aktien als Anlagevehikel zuwenden.

Aktien: Corona und die Vermögensbildung

Die Volkswirte der Allianz werteten Daten aus 57 Nationen aus, zum Vermögen aus Bargeld und Bankeinlagen, angelegtem Geld in Versicherungen und Pensionskassen sowie Anlagen in Wertpapieren und Fonds. Trotz der Pandemie erhöhte sich dies im ersten Halbjahr des Jahres um 1,5 Prozent, der Frühjahrseinbruch von geschätzten 4,3 Prozent ist damit mehr als ausgeglichen. Über die Gründe braucht nicht großartig spekuliert zu werden: Staatliche Rettungsprogramme, die Geldpolitik der Notenbanken, eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten und natürlich der Anstieg der Aktien. Noch ein kurzer Blick auf die Vermögensübersicht der Länder pro Bürger:

USA: 209.524 Euro
Schweiz: 195.388 Euro
Singapur: 116.657 Euro

18. Deutschland: 57.097 Euro

An dieser Übersicht wird wieder einmal das Problem einer statistischen Erfassung von Durchschnittswerten ersichtlich. Die vier reichsten Amerikaner besitzen ein Vermögen von über 500 Milliarden Dollar, verteilt auf die 331 Millionen Amerikaner würde dies bereits 1500 Dollar pro Bürger ergeben. Dabei gab es 2019 allein schon 607 Milliardäre in den Vereinigten Staaten. Man bräuchte aus so einer Statistik nur den reichsten Mexikaner, Carlos Slim, aus der Liste entfernen und schon hätte man veränderte Zahlen für das Land. Aber erstaunlich ist diese Vermögensverteilung auf der Welt dennoch. Im Jahr 2019 lagen von den 192 Billionen Euro Weltvermögen nicht weniger als 83,7 Billionen in den USA.

Die Entwicklung in Deutschland

Was bedeutet das für das Land der (Geld-)Sparer, mit deren 2,4 Billionen Euro auf nicht verzinslichen Konten? Die Allianz stellt fest, dass sich die Bankeinlagen um 3,5 Prozent und damit weniger als in anderen Ländern erhöht haben (Frankreich plus 6 Prozent, China plus 9 und die USA plus 10 Prozent).

Dennoch stieg das Vermögen der Haushalte um 1,3 Prozent im ersten Halbjahr und sollte nach der Schätzung der Allianz zum Jahresende 6,8 Billionen Euro erreichen. Da dies nicht am Geldmarkt zu verdienen war, deutet dies auf eine Verhaltensänderung im Sparverhalten hin.

Die langsame Hinwendung zu Aktien

Lange hatte man es eigentlich schon erwartet, dass die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt und sich die Bürger stärker den Aktien zuwenden. Die Allianz stellt fest, dass die deutschen Sparer in den vergangenen drei Jahren 20 Prozent ihrer verfügbaren Ersparnisse direkt in Aktien angelegt haben. Auf Sechsjahressicht waren dies 5,8 Prozent und das Interessante daran ist, dass US-Bürger in dieser Zeit nur 0,7 Prozent in Aktien investiert haben. Das bevorzugte Investment waren börsengehandelte Indexfonds. Allerdings beziehen sich diese Werte auf die Zeit vor Corona und seither gibt es den großen Hype um die gebührenfreien Brokerdepots – Stichwort RobinHood. Diesen Trend gibt es auch in Deutschland mit der riesigen Zahl neu eröffneter Depots bei günstigen Direktanlagebanken.

Es verändert sich auch der so genannte Home Bias, also die Bevorzugung heimischer Titel. Deutsche Anleger investieren verstärkt in ausländische Aktien, die Quote stieg in den vergangenen sechs Jahren von 25 auf 38 Prozent. Aber noch ist Deutschland weit von der angelsächsischen Aktienpräferenz entfernt.

In den USA liegen 53 Prozent der Ersparnisse auf Wertpapierkonten, in Deutschland 25 Prozent.

Fazit

Auch wenn das Pflänzchen Anlage in Aktien in Deutschland langsam wächst, sind es laut Allianz vorwiegend die Haushalte mit einem höheren Einkommen, die sich an diese Assetklasse heranwagen. 30 Prozent unserer Haushalte besitzen kaum Geldvermögen. So zählt auch Deutschland zu den Ländern, in dem „die Vermögensverteilung relativ ungleich verteilt ist“, so Arne Holzhausen, Leiter Insurance und Wealth Markets bei der Allianz.

Die Deutschen entdecken ihre Liebe zu Aktien

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen